Filmhandlung und Hintergrund

Die frischgebackene Ehefrau und Millionärin Sophie leidet unter albtraumhaften Visionen und weiß nicht, wem sie noch trauen kann. "Gaslight" lässt grüßen...

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Kritikerrezensionen

  • Am Ende der Hochzeitsnacht: Die frischgebackene Ehefrau und Millionärin Sophie leidet unter albtraumhaften Visionen und weiß nicht, wem sie noch trauen kann. "Gaslight" lässt grüßen...

    Nach der Hochzeit, das weiß man, sind Männer anders. Auch Schriftsteller Martin (Kai Wiesinger), ein Einzelgänger ohne Vergangenheit, zeigt erst spät sein wahres Gesicht. Obwohl sie ihn gerade mal drei Monate kennt, nimmt Sophie (Karoline Eichhorn) seinen Antrag an. Bislang hatte sie mit Männern nie viel Glück: Ihr Vater hat festgelegt, dass sie erst am Tag ihrer Hochzeit Erbin eines beträchtlichen Vermögens wird; das macht misstrauisch. Der sensible Martin aber, der sie regelmäßig mit seinen neuen Gedichten beglückt, scheint anders zu sein, zumal sie ihm erst kurz vor der Hochzeit vom Millionenerbe erzählt hat. Doch kaum getraut, entzweit er Sophie erst von ihrem Geschäftspartner Karel (Samuel Fintzi) und dann von ihrer besten Freundin (Birge Schade). Obwohl Sophie unter panischer Höhenangst leidet, kauft Martin ohne ihr Wissen eine traumhaft große, aber kalte Dachwohnung in bester Lage. Immer stärker in die Isolation getrieben, wird Sophie erneut von jenen Wahnvorstellungen heimgesucht, die sie plagen, seit sich ihre Mutter einst vor den Augen der Fünfjährigen aus dem Fenster stürzte: Überall sieht sie exotische Schmetterlinge. Es kommt, wie es kommen muss: Sophie verfällt immer mehr und begibt sich freiwillig in ein Sanatorium. Dort stößt sie zufällig auf just jene Gedichte, die Martin angeblich gerade erst verfasst hat. Doch wer glaubt schon der Insassin einer Nervenheilanstalt, die ihre Umwelt hysterisch von ihrer Theorie einer Verschwörung zu überzeugen versucht?

    „Am Ende der Hochzeitsnacht“ ist ein stiller Thriller, in dem sich das Grauen auf leisen Sohlen nähert. Anfangs passiert relativ wenig, doch spätestens mit den ersten Anzeichen für Sophies Umnachtung baut sich die Spannung langsam, aber stetig auf. Wie in dem Grusel-Klassiker „Wiegenlied für eine Leiche“ von Robert Aldrich (1964) tragen Wahn und Wirklichkeit Stück für Stück von Sophies mühsam aufgebautem Selbstbewusstsein ab: Lichtschalter funktionieren erst, wenn Martin sie betätigt, sie hört Stimmen, und immer wieder tauchen diese Schmetterlinge auf. Geschickt lässt Regisseur Olaf Kreinsen den Film zwischen den Ebenen changieren, so dass man - gemeinsam mit Sophie - seiner Sache nie sicher sein kann. Dabei verzichtet Kreinsen auf sämtliche modischen Mätzchen und begnügt sich mit der gradlinigen Erzählung einer Geschichte (Drehbuch: Stephan Kolditz), die schließlich in eine grimmige Auflösung mündet. tpg.

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