Filmhandlung und Hintergrund

Managertrainer Harry liest auf der Straße den mongoloiden Georges auf, der aus einem Heim entwichen ist. Gemeinsame Abenteuer schweißen die beiden unterschiedlichen Männer zusammen. Gelungene "Rain Man"-Variante aus Belgien.

Manager Harry gibt Motivationskurse für Jung-Banker, auch wenn ihm gar nicht so recht danach zumute ist, seitdem er von seiner Frau verlassen wurde. Eines Nachts liest er auf der Straße den mongoloiden Georges auf, der aus einem Heim entwischt ist, um seine tote Mutter zu besuchen. Es ist der Beginn eines großen Abenteuers, das die beiden so unterschiedlichen Männer eng zusammenschweißt.

Georges, der seit dem Tod seiner Mutter in einem Heim lebt, leidet an Trisomie 21, er ist mongoloid. Harry, seines Zeichens erfolgreicher Marketingexperte, hat für seinen Beruf die Familie geopfert. Da bricht eines Tages Georges in Harrys durchorganisiertes Leben ein und bringt dessen Welt gehörig ins Wanken. Der optimistische Träumer und der pessimistische Realist können zunächst nichts miteinander anfangen. Erst allmählich nähern sich die beiden vollkommen gegensätzlichen Männer einander an und schließen Freundschaft.

Managertrainer Harry liest auf der Straße den mongoloiden Georges auf, der aus einem Heim entwichen ist. Gemeinsame Abenteuer schweißen die beiden unterschiedlichen Männer zusammen. Gelungene „Rain Man“-Variante aus Belgien.

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Kritikerrezensionen

  • Am achten Tag: Managertrainer Harry liest auf der Straße den mongoloiden Georges auf, der aus einem Heim entwichen ist. Gemeinsame Abenteuer schweißen die beiden unterschiedlichen Männer zusammen. Gelungene "Rain Man"-Variante aus Belgien.

    Jaco Van Dormaels erste Spielfilmarbeit seit seinem Cannes-Triumph „Toto, der Held“ im Jahr 1991 wollte so gar nicht in das von sakralem Ernst bestimmte Wettbewerbsprogramm des Festival International du Film 1996 passen. Die märchenhafte Selbstfindungs-Odyssee eines gestreßten Managers, der von einem an Trisomie 21 erkrankten Mann begleitet und schließlich geheilt wird, kam in all ihrer kitschigen Pracht dennoch zu Palmen-Ehren. Das unwiderstehliche Protagonisten-Paar Daniel Auteuil und Pascal Duquenne konnte den Darstellerpreis entgegennehmen.

    Jedem Bild von „Der 8. Tag“ glaubt man anzusehen, daß Van Dormael seine Erfahrungen als Zirkusclown und Direktor eines Kindertheaters konsequent filmisch verarbeitet hat. Die saccharinsüße Geschichte einer über die Maßen ungewöhnlichen Männerfreundschaft scheint den Boden der Realität stets nur mit den Fußspitzen zu berühren. Zumindest die ersten 60 Minuten schwebt „Der 8. Tag“ federleicht durch seine Handlung, bei der sich Vergleiche mit „Rain Man“ und jedem anderen Hollywood-Film, in dem existenzgeplagte Yuppies um Erlösung kämpfen („Hook“, „City Slickers“ etc.), geradezu aufdrängen.

    Am nächsten steht Van Dormaels bewegend-farbenfrohes Melodram jedoch Terry Gilliams fantasievoller Großstadtballade „König der Fischer“. In beiden Filmen ist sich der Held seiner Misere bewußt und leidet darunter, den Kontakt zu seiner Umwelt zu verlieren, in beiden Filmen ist es ein Narr, der ihm den Weg zu einem lebenswerten Leben weist. Und beide Filme wagen trotz ihres schier unerschöpflichen Reichtums an verrückten Einfällen einen rasanten Balanceakt aus bewegendem Bilderrausch-Spektakel und großem Drama. Obwohl er schon mit einer verblüffenden Eingangssequenz, in der der mongoloide Georges seine Version der Schöpfungsgeschichte wiedergibt, das Tor zur Füllhorn-Fantasy weit öffnet, sieht Van Dormael die Welt immer nur dann durch eine rosa Brille, wenn er aus der Sicht von Georges erzählt. Der lebt in einem Heim mit anderen Behinderten, ist verliebt in die reizende Nathalie, lacht wie ein Seehund, wenn er glücklich ist, brüllt wie der leibhaftige MGM-Löwe, wenn er böse ist, und vermißt seine verstorbene Mutter.

    Gleichzeitig führt der Regisseur den Manager Harry ein, der Tag für Tag Motivationskurse für Jung-Banker gibt, auch wenn ihm nicht mehr so recht danach zumute ist, seitdem ihn seine Frau (sträflich unterbeschäftigt: Miou-Miou) verlassen hat. Einem modernen Don Quichote gleich kämpft er einen aussichtslosen Kampf, sie zurückgewinnen. Die Situation ändert sich, als Harry mit Georges eines Nachts seinen Sancho Pansa aufliest. Der Zusammenstoß der völlig konträren Persönlichkeiten - der pessimistische Realist auf der einen, der engelsgleiche Träumer auf anderen Seite - läßt alle schwelenden Konflikte kulminieren.

    Deutlich wirft Van Dormael mehr Bälle in die Luft, als er jonglieren kann. Doch auch, wenn sich der Regisseur zum Schluß hin in Ermangelung einer zufriedenstellenden Auflösung in die Gefilde der Metaphysik flüchten muß, um die disparaten Handlungsstücke halbwegs zufriedenstellnd zusammenzuflicken, bietet „Der 8. Tag“ mitreißend eskapistisches Wohlfühl-Kino mit einem bitteren Hauch Realität als Nachgeschmack, dessen wunderliche Traumsequenzen, in denen Männer über Wasser gehen, Mäuse singen und Kitsch-Schlagerstars sich auf Motorhauben fahrender Autos drapieren, in Cannes Szenenapplaus ernteten. Herzstück des Films ist jedoch das furiose Zusammenspiel des tatsächlich an Trisomie 21 erkrankten Theater-Schauspielers Pascal Duquenne mit Franko-Superstar Daniel Auteuil, der wie ein humaner Robert De Niro auf jede Kapriole seines überragenden Gegenübers die richtige Anwort weiß. Filmische Zuckerwatte mit einem Übermaß an Sentimentalität? Gewiß, aber munden tut sie dennoch. ts.

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