Als der Weihnachtsmann vom Himmel fiel Poster

Fakten und Hintergründe zum Film "Als der Weihnachtsmann vom Himmel fiel"

Kino.de Redaktion  

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Über die Produktion

Als „Spionin der Kinder in der Welt der Erwachsenen“ beschreibt sich Autorin Cornelia Funke selbst. Eine äußerst erfolgreiche Spionin ist sie außerdem, haben doch ihre Jugendbücher längst die Rekordmarke von vier Millionen verkauften Exemplaren erreicht. Ihre Jugendromane über die Mädchenbande „Die Wilden Hühner“ zählen zu den deutschen Jugendbuchbestsellern. Die Kinoadaptionen dieser Geschichten ließen nicht lange auf sich warten. Die Autorin vergab die Verfilmungsrechte damals an Erfolgsproduzentin Uschi Reich, die bereits für einige erfolgreiche Kästner-Verfilmungen, wie beispielsweise DAS FLIEGENDE KLASSENZIMMER (2003) und die beiden BIBI-BLOCKSBERG-Filme (2002/2003) verantwortlich zeichnete.

Es sollte der Beginn einer höchst erfolgreichen Zusammenarbeit sein, denn alle drei Verfilmungen DIE WILDEN HÜHNER, DIE WILDEN HÜHNER UND DIE LIEBE sowie DIE WILDEN HÜHNER UND DAS LEBEN waren an den Kinokassen höchst erfolgreich. Die glückliche Verbindung von Uschi Reich und Cornelia Funke setzt sich nun mit ALS DER WEIHNACHTSMANN VOM HIMMEL FIEL fort.

Uschi Reich sagt dazu: „Es freut uns sehr, dass wir ein weiteres Buch von Cornelia Funke verfilmen können. Ich bin von ihrer Art des Schreibens nach wie vor begeistert. Es ist schön, dass wir nun ein neues Projekt gemeinsam angehen konnten. Denn Cornelia Funke wählt ihre Partner sehr sorgfältig aus. Mittlerweile kennen wir uns besser und schätzen uns. Aber ich denke, vor allem hat sie die Tatsache überzeugt, dass wir eine große Erfahrung in der Produktion von Jugendbuch-Adaptionen haben und uns sicher waren, in einem bundesweiten Casting auch hervorragende Kinderdarsteller für die Kinderhauptrollen zu finden. Denn für einen Kinderfilm ist es unglaublich wichtig, die passenden Darsteller zu bekommen. Mit ihnen steht oder fällt ein Projekt. Mit Jadea und Noah sind uns da wieder zwei echte Entdeckungen geglückt“, freut sich Reich über das umsichtige Kindercasting ihrer Tochter Marie Reich. „Jadea war bereits in WICKIE UND DIE STARKEN MÄNNER und WICKIE AUF GROSSER FAHRT zu sehen. Aber Noah hat noch nie vorher etwas gespielt. Und er macht es wirklich großartig.“ Dabei wurde von Schauspiel-Anfänger Noah Joël Kraus sogar besonders viel verlangt. „Durch die vielen Special Effects, die in diesem Film notwendig sind, mussten die Kinder oft ohne Gegenüber vor einem Blue Screen spielen. Und das ist ja auch für erwachsene Schauspieler noch recht kompliziert.“

Im Unterschied zu dem klaren Realismus, der DIE WILDEN HÜHNER kennzeichnet, ist ALS DER WEIHNACHTSMANN VOM HIMMEL FIEL eine märchenhaft anmutende, verspielte Kombination von Traumwelt und Wirklichkeit. Und dafür ist jede Menge VFX-Einsatz gefragt. Uschi Reich erläutert: „Genau genommen gibt der Film die Wirklichkeit wider, gesehen mit den Augen der Kinder. Da passen fliegende Rentiere, Kobolde und Engel und Weihnachtsmänner schon noch mit dazu.“

In der Umsetzung trugen die Fantasy-Elemente dazu bei, dass die deutsch-österreichische Koproduktion wesentlich aufwändiger geriet als es bei Kinder- und Familienfilmen hierzulande ansonsten üblich ist.

Die Dreharbeiten umfassten insgesamt 48 Tage. Sie begannen am 7. Dezember 2010 und endeten – mit Unterbrechung während der Weihnachtsferien – Mitte März 2011. Hauptdrehort war Altomünster, wo unter anderem der Schokoladen-Laden von Bens Mutter aufgebaut wurde. Zusätzlich wurden sämtliche Winter- und Weihnachts-Szenen im Salzburger Land gedreht, anschließend noch im Studio in Nordrhein-Westfalen. Einiges wurde auch in der Bavaria eingerichtet, und der Wohnwagen des Weihnachtsmannes Julebukk stand auf einem freien Feld zwischen Oberhaching und Deisenhofen.

Das Drehbuch aus der Feder von Benjamin Biehn, Robin Getrost und Uschi Reich inszenierte Regisseur Oliver Dieckmann. Er hatte mit Uschi Reich bereits den Märchenfilm DORNRÖSCHEN gedreht und erwies sich auch diesmal als die beste Wahl für die aufwändigen Dreharbeiten zu diesem Kinderfilm mit hohem Special-Effects-Einsatz: „Die Szenen mit den Engeln waren tatsächlich recht kompliziert umzusetzen“, erinnert sich Dieckmann. Die Szenen wurden getrennt von den anderen gedreht. Anschließend wurden die wesentlich kleineren Figuren erst in den gesamten Film eingefügt. „Während die Szenen mit Alexander Scheer als Julebukk und den Kindern gedreht wurden, haben wir immer zur Orientierung kleine Puppen ins Bild gehängt. Danach haben wir im Studio mit den beiden Engel-Darstellern ChrisTine Urspruch und Charly Hübner die Flüge der Puppen und alle Bewegungen genau reproduzieren müssen, damit alles passt, wenn man es schließlich zusammenbringt. Da muss dann alles übereinstimmen, von der Kamera übers Licht und die Position bis zur Brennweite“, erklärt der Regisseur. „Das Verhältnis war immer 1:7, das heißt, wenn der kleine Engel einen Meter fliegt, musste der Schauspieler im Studio sieben Meter fliegen.“ Angesichts der dafür notwendigen Berechnungen dauerte jede dieser Einstellungen deutlich länger als normalerweise, im Schnitt ein bis zwei Stunden.

„Das war schon anstrengend“, gesteht Dieckmann. Auch für die beiden Schauspieler.“ Die mussten nämlich vier Tage lang viele Stunden hindurch an Seilen hängen und durch das Studio fliegen. „Das war für sie schon sehr ungewohnt, und es war sehr schwierig, dabei auch über eine längere Zeit immer genügend Körperspannung zu halten. Sobald die fehlte, hing man in den Seilen wie ein nasser Sack. Daher konnte man nie lange am Stück drehen, sondern musste oft unterbrechen und die Schauspieler wieder abnehmen, damit sie sich einmal kurz erholen konnten. Erst danach konnte man sie wieder für eine recht begrenzte Zeit aufziehen.“

Besonders lobt Oliver Dieckmann in diesem Zusammenhang die Zusammenarbeit mit dem profilierten Kameramann Alexander Fischerkoesen: „Der hat sich wirklich reingehängt in diesen Film. Das ging weit darüber hinaus, einfach nur gute Bilder zu machen. Er griff mir auch sehr unter die Arme, wenn es um Gestaltung und Ablauf von Szenen ging. Das hat mir wahnsinnig geholfen. Das komplette Projekt hätte jemand mit einer so geringen Erfahrung wie ich sie besitze gar nicht ohne jemanden wie ihn und auch das restliche, immer helfende Team, bewältigen können.“

Uschi Reich findet darüber hinaus auch viele lobende Worte für den Regisseur: „Uns allen war klar, dass solche komplexen, schwierigen Einstellungen und derart aufwändige Dreharbeiten nur von einem so besonnenen und wohl überlegten Filmemacher wie Oliver Dieckmann gestemmt werden konnten. Mit seiner ruhigen Art war er eine echte Inspiration und Bereicherung. Ich war mir von Anfang an absolut sicher, dass Oliver das bestens hinkriegt. Und ich habe mich nicht getäuscht“, freut sie sich.

Interview Uschi Reich (Produzentin)

Bis wann haben Sie an den Weihnachtsmann geglaubt?

Ach, daran kann ich mich wirklich nicht mehr erinnern. In unserem Kulturkreis gibt es ja eher das Christkind, das die Geschenke bringt. Aber ich denke, dass unser Film auch für Kinder geeignet ist, die nicht mehr daran glauben, dass ein Mann mit Bart und im roten Anzug an Heiligabend die Geschenke bringt. Dadurch, dass der Film auch sehr spannend ist, – eher ein Abenteuerfilm – können sich auch noch ältere Kinder angesprochen fühlen. Und ihre Eltern natürlich.

Aber genau genommen bringt doch das Christkind die Geschenke?

In der Adventszeit ist der Weihnachtsmann nun einmal allgegenwärtig. Sei es als Nikolaus oder als amerikanischer Santa Claus. Insofern ist er einfach eine bekannte Figur, über die man eine Geschichte erzählen kann.

ALS DER WEIHNACHTSMANN VOM HIMMEL FIEL ist nicht Ihre erste Zusammenarbeit mit Cornelia Funke…

Nein, wirklich nicht. Wir kennen uns inzwischen sehr gut, und auch bei diesem Film hat sie wieder mitgelesen und gelegentlich ihre Kommentare gegeben, bei den Dialogen sogar ein bisschen mitgeschrieben. Das ist ja ihre Stärke. Mit ganz wenigen Pinselstrichen gelingt ihr ein komplexer Charakter.

Was ist Ihrer Ansicht nach das Erfolgsrezept der Bücher von Cornelia Funke?

Sie sind originell. Einzigartig. Nicht verwechselbar. Ihre Figuren leben. Aber ihre Fantasy-Romane und ihre realistischen Bücher unterscheiden sich stark voneinander, so dass man sie gar nicht vergleichen kann. Einerseits baut sie eine eigene Welt, die stark in unserer europäischen Kulturgeschichte beheimatet ist, andrerseits fasziniert mich ihre Dialogtechnik. Sie ist darin eine große Meisterin. Bei den Hühnern z.B. leben die Mädchen so stark durch den Dialog, dass die Geschichte in den Hintergrund treten kann.

Warum fiel Ihre Wahl auf Oliver Dieckmann als Regisseur?

Der Film hat ja über 400 Special Effects, was für einen deutschen Film sehr ungewöhnlich ist und hat vier digitale Charaktere. Die Engel, die zwar real gedreht werden, aber dann trotzdem digital bearbeitet werden. Die Kobolde sind komplett digital hergestellte Figuren. Dazu die Nussknacker.

Ein solcher Dreh erfordert natürlich eine genaue Vorbereitung. Während bei HIER KOMMT LOLA z.B. viele Szenen noch am Set entwickelt werden konnten, muss bei einem solchen VFX-Dreh alles genauestens vorbereitet und „ge-storyboardet“ sein. Man braucht also einen Regisseur, der ein sehr präzises Vorstellungsvermögen hat. Ich habe bereits DORNRÖSCHEN und PIZZA UND MARMELADE mit Oliver Dieckmann gemacht und wusste, dass er sehr strukturiert denken und eine Produktion vorbereiten kann. Er ist ruhig, hat einen wunderbaren Umgangston mit den Kindern, den Schauspielern und dem Team. Ein bisschen britisch. Ich mag so was.

Wie kamen Sie auf Alexander Scheer als Niklas Julebukk?

Der Weihnachtsmann sollte jung sein, ein aufmüpfiger Revolutionär. Ich hatte Alexander, den ich schon in SONNENALLEE ganz toll fand, in CARLOS – DER SCHAKAL wieder gesehen. Und obwohl er da nicht so aussieht, wie man sich den Weihnachtsmann vorstellt, spürt man doch, was für ein toller Schauspieler er ist. Es war bestimmt nicht leicht die Rolle in CARLOS zu bewältigen. Dazu hat er eine wunderbare Körperlichkeit und wirkt sehr, sehr sympathisch. Gleich nach dem ersten Casting haben wir uns für ihn entschieden.

Wo liegen die Unterschiede zur Buchvorlage?

Bens Familiensituation ist im Buch etwas anders. Auch die Verhältnisse, in denen Charlotte lebt. In Cornelia Funkes Geschichte wird auch erwähnt, dass die abtrünnigen Weihnachtsmänner von Wichteltod in Schokoladen-Nikoläuse verwandelt werden. Bei uns gefrieren sie zu Eisfiguren.

Warum die Änderung?

Das finde ich stärker. Ich dachte auch immer, die Kinder könnten danach womöglich nicht mehr unbeschwert in einen Schoko-Nikolaus beißen. Das hätte mir für sie leid getan! Gerade an Weihnachten!

Interview Oliver Dieckmann (Regie)

Was gab für Sie den Ausschlag, ALS DER WEIHNACHTSMANN VOM HIMMEL FIEL zu drehen?

Ich hatte mit Uschi Reich 2009 bereits DORNRÖSCHEN gemacht. Die Zusammenarbeit gefiel mir sehr, und daher war ich sofort daran interessiert, ein neues Projekt mit ihr zusammen anzupacken. Und dann natürlich das Buch! Sowohl den Roman von Cornelia Funke als auch die Drehbuchadaption halte ich für sehr gelungen. Das ist eine sehr hübsche, warmherzige, aber auch spannende Geschichte. Da steckt für jeden etwas drin.

Was zeichnet die Bücher von Cornelia Funke aus?

Unabhängig von dem Projekt, für das ich mich natürlich noch intensiver mit ihren Büchern beschäftigt habe, hatte ich in den letzten Jahren schon einiges von ihr gelesen. Zuletzt die „Tintenherz“-Trilogie. Ich finde, Cornelia Funke kann wahnsinnig phantasievolle Welten schaffen, die aber trotzdem immer auch absolut glaubwürdig sind. Egal ob es jetzt bei „Tintenherz“ die Geschichte des Mannes ist, der Bücher liest, und diese Charaktere purzeln dann in unsere Welt hinein und die Figuren aus unserer Welt geraten in die Buchwelt hinein. Oder ob es wie in ALS DER WEIHNACHTSMANN VOM HIMMEL FIEL die Weihnachtswelt ist, mit Kobolden und Engeln und einem Weihnachtsmann auf der Flucht, die auf einmal alle bei uns in der realen Welt landen. Das sind Dinge, die innerhalb der Regeln, die Cornelia Funke selbst aufstellt, einfach sehr gut erzählt sind. Die sowohl viel Wärme haben, als auch eine große Spannung verbreiten. Jeder Mensch kann sich mit den Figuren identifizieren. Das sehe ich mit großer Bewunderung. Ich lese gerade Cornelia Funkes Roman „Drachenreiter“, und da ist es auch wieder ähnlich. Obwohl die Hauptfiguren alle Drachen sind.

Was ist das Allgemeingültige an einer Geschichte über den Weihnachtsmann?

In ALS DER WEIHNACHTSMANN VOM HIMMEL FIEL geht es genau genommen um einen Jungen, der sich in einer neuen Umgebung einsam fühlt.

Im Roman sind es die Eltern, die sich nicht sonderlich um den Sohn kümmern. Der Vater ist nur an guten Noten interessiert. Das fängt dann der Weihnachtsmann Julebukk mit seiner phantasievollen Welt auf.

Haben Sie die Buchvorlage verändert?

Den Kern der Geschichte haben wir nicht angetastet. Aber die Nebenhandlungen haben wir ein wenig variiert. Bei uns ist Bens Vater beispielsweise arbeitslos geworden. Früher war er ein erfolgreicher Banker, durch die Finanzkrise hat er seinen Job verloren. Da sie sich das finanziell aufwändigere Leben in der Großstadt nicht mehr leisten können, ziehen die Schusters in eine kleine Stadt. Für den Sohn ist alles neu und fremd. Ben hat Schwierigkeiten mit den anderen Kindern in der Schule, aber auch zuhause kümmert sich niemand um ihn. Sein Vater hockt zwar die ganze Zeit über zuhause, ist aber nur mit seinen eigenen Problemen beschäftigt. Der Film kehrt vielleicht die Einsamkeit, Ausgeschlossenheit und Verlorenheit des Jungen noch etwas mehr in den Vordergrund. Da ist die Begegnung mit der warmen, freundlichen Welt des Julebukk für Ben ein echtes Ereignis, ein Wendepunkt seines Lebens.

Mit welchen Herausforderungen waren Sie während der Dreharbeiten konfrontiert, welche Erfahrungen machten Sie mit Kindern in den Hauptrollen?

Ich fand es eigentlich erstaunlich, wie gut die Kinder alle durchgehalten haben und wie extrem professionell sie waren. Dass es mit Kindern komplizierter werden würde, das hatte ich eigentlich erwartet. Das war auch nicht ganz einfach. Immer dann eben, wenn bei den Kids nach ein paar Stunden die Motivation fehlte und man nicht nur Regisseur sein konnte, sondern auch Motivator zu sein hatte.

Dass die Spezialeffekte nicht ganz locker gedreht werden würden, damit hatte ich auch schon vor den Dreharbeiten gerechnet.

Aber was ich mir wirklich leichter vorgestellt hatte, waren die paar Szenen mit unserem Rentier. Das erwies sich als äußerst störrisch. Klar, ein Rentier ist kein leicht dressierbares Tier wie ein Hund beispielsweise. Aber das Vieh hat wirklich ziemlich gebockt. Die Kinder sollten das Tier in einer Szene streicheln, und da wollte es dann immer mit den Hörnern stoßen. Die Kinder hatten natürlich Angst, also mussten wir erst einmal eine längere Pause einlegen, bis wir nach vielen Versuchen endlich eine brauchbare Aufnahme hatten.

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