Alltag

  

Filmhandlung und Hintergrund

Berliner Kiez-Geschichte, die sich in einem Zeitraum von 24 Stunden um einen jungen Mann dreht, der seine Familie mit einer chemischen Reinigung über Wasser hält, aber davon träumt, einfach fortzugehen.

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Alltag: Berliner Kiez-Geschichte, die sich in einem Zeitraum von 24 Stunden um einen jungen Mann dreht, der seine Familie mit einer chemischen Reinigung über Wasser hält, aber davon träumt, einfach fortzugehen.

    Berlin, Kreuzberg; eine Kreuzung wie viele andere. Die Atmosphäre ist aggressiv; Gewalt liegt in der Luft. Tatsächlich wird es am Ende dieses langen Tages zwei Tote geben, der eine ein Türke, der andere ein Deutscher. Doch beide sterben nicht, weil sie aus verschiedenen Kulturen stammen. Es geht um eine Frau; manchmal ist Liebe nur ein Mord.

    „Alltag“ ist der viel zu bescheidene Titel dieses Films des gut dreißigjährigen Neco Celik, der mit seinem Drehbuch ohne Frage ein gutes Stück Verarbeitung betrieben hat; auch er ist in den Straßen von Kreuzberg groß geworden, auch er gehörte zu einer türkischen Clique. Er kennt also das großspurige Verhalten dieser Großmäuler, die schon bei der kleinsten verbalen Unebenheit aus der Haut fahren; sei es, weil ihr Selbstbewusstsein so überhöht oder weil es so fragil ist. Im Zentrum des Films steht Veit (Florian Panzer), der unbedingt raus will aus Kreuzberg, vorerst aber in der familieneigenen Reinigung festhängt. Als sein Junkie-Bruder (Andreas Guenther) ihm seine Ersparnisse klaut, um sie in Heroin anzulegen, ist vorerst Schluss mit den Reiseplänen. Raus will auch die rehäugige Aliya (eine aufregende Entdeckung: Neleesha BaVora), deren Herz eigentlich an Veit hängt, die sich aber halbherzig dem Türken Jabbar (Erhan Emre, einst Celiks Cliquenkumpel) hingegeben hat. Jabbar wiederum ist dabei, das Wettbüro gegenüber von der Reinigung zu übernehmen, in dem er schon geraume Zeit arbeitet. Ohne Skrupel hilft er seinem Boss dabei, Veits Freund Kida (Kida Ramadan, auch aus der Clique) um einen fünfstelligen Gewinn Euro zu betrügen. Als Veit und Kida beschließen, sich zu rächen und Jabbar in der Nacht um die Tageseinnahmen zu erleichtern, bahnt sich die Gewalt endlich ihren Weg.

    Ein Vergleich mit dem Frühwerk Martin Scorseses („Hexenkessel“) wäre zwar etwas zuviel des Guten, doch Neco Celik ist in der Tat ein erstaunlich professionell wirkender Film gelungen. Die bislang noch unbekannten Darsteller sind ausnahmslos überzeugend. Am meisten besticht „Alltag“ jedoch durch seine Atmosphäre. Ähnlich wie „Kurz und schmerzlos“, das zwar aufregende, aber auch etwas stilisierte Debüt von Fatih Akin, ist Celiks Film eine authentisch wirkende, überaus stimmige Milieuskizze. tpg.

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