Filmhandlung und Hintergrund

Verfilmung von Martin Suters gleichnamigem Kriminalroman mit Heino Ferch in der Titelrolle.

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Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Allmen und das Geheimnis der Libellen: Verfilmung von Martin Suters gleichnamigem Kriminalroman mit Heino Ferch in der Titelrolle.

    Die Krimikomödie mit Heino Ferch ist dank der famosen Dialoge von Martin Rauhaus eine großartige Verfilmung von Martin Suters Romanvorlage.

    In der Regel lassen es sich Schriftsteller nicht anmerken, wenn eine Romanverfilmung nicht nach ihrem Geschmack ist. Der Schweizer Martin Suter ist da anders; wenn er einen Film nicht mag, sagt er das auch. Die beiden „Allmen“-Adaptionen der ARD-Tochter Degeto haben ihm allerdings offenbar sehr zugesagt: Er hält sie für „die bisher stilsicherste und eleganteste Suter-Verfilmung.“ Tatsächlich ist den Beteiligten das Kunststück gelungen, den Stoff der Bücher als Film neu zu erfinden. Das dürfte in erster Linie das Verdienst von Martin Rauhaus sein; der Drehbuchautor ist ein begnadeter Dialogschreiber. Suters Hauptfigur ist wie geschaffen für ihn: Johann Friedrich von Allmen, von Heino Ferch mit viel Grandezza verkörpert, ist ein dank seines ausufernden Lebensstils verarmter Millionärserbe, der sich als Kunstdieb durchs Leben schlägt. Der Film voll und ganz auf Ferch zugeschnitten, der nicht nur aus Suters Sicht eine ausgezeichnete Besetzung ist. Außerdem profitiert er ganz wesentlich vom Rauhaus’schen Dialogtalent: Im Unterschied zur Romanfigur redet Allmen gern und viel. Dass Ferch darüber hinaus gelegentlich direkt in die Kamera spricht, ist zwar überflüssig, stört aber auch nicht weiter, zumal sich Allmen von seinem Diener fragen lassen muss, mit wem er da eigentlich rede. Dieser Carlos ist ohnehin ein Gewinn für die Filme. Samuel Finzi, geboren in Bulgarien, hat zwar im Unterschied zur Vorlage nichts von einem Maya-Nachkommen, verkörpert Allmens ständigen Begleiter aber mit der gleichen Hingabe wie Ferch die Titelfigur. Finzi hat deutlich weniger Dialog, macht das jedoch mimisch wieder wett; außerdem versieht er seine Sätze mit gerade soviel Süffisanz, dass sie nicht insubordinant klingen. Ferch und Finzi haben sich bereits in dem kunstvollen Dreißiger-Jahre-Drama „Fritz Lang“ kongenial ergänzt.

    Die eigentliche Handlung des Films ist rasch erzählt: Als Frauenheld Allmen die schöne Jojo (Andrea Osvárt), Spross einer der reichsten Schweizer Familien, kennenlernt, nutzt er die Gelegenheit, um aus der Kunstsammlung ihres Vaters (Hanns Zischler) eine wertvolle Schale zu entwenden. Er verkauft das gute Stück einem Kunsthändler (Gustav Peter Wöhler), dem er auch den Rest der „Libellen“-Sammlung anbieten möchte. Aber da ist der gute Mann bereits tot, gemeuchelt von einem Mörder, der es auch auf Allmen abgesehen hat. Im Grunde ist der „Fall“ vor allem Mittel zum Zweck, um sich daran zu erfreuen, wie sich die Schauspieler ihre Figuren angeeignet haben. Die Besetzung ist ausnahmslos vortrefflich: Die auch in amerikanischen Produktionen gern engagierte Ungarin Andrea Osvárt, die ihr deutsches Kinodebüt in Matthias Schweighöfers Film „Der Nanny“ gegeben hat, bringt als Jojo alles mit, um den weltmännischen Allmen zu romantischer Hochform auflaufen zu lassen, und Ben Becker ist als Schurke ohnehin eine Bank.

    Unbedingt sehenswert sind jedoch Ferch und Finzi, die als Duo an die großen Filmpartnerschaften von Sherlock Holmes und Dr. Watson bis zu Inspektor Clouseau und seinem treuen Diener Cato anknüpfen. Dass die „Allmen“-Filme an die „Pink Panther“-Reihe erinnern, liegt neben dem schwungvollen Swing von Fabian Römers Filmmusik im Stil von Henry Mancini vor allem an Regisseur Thomas Berger, der die Gaunerkomödie wie eine Reminiszenz an die cineastischen Gentleman-Ganoven à la „Ocean’s Eleven“ wirken lässt. Sein größtes Verdienst lag diesmal womöglich darin, seine wortgewandte Hauptfigur in eine lakonische Inszenierung zu betten. tpg.

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