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Alles über meine Mutter

   Kinostart: 04.11.1999

Todo sobre mi madre: Von Pedro Almodovar genial inszeniertes, packend erzähltes Melodram um eine Mutter die den Tod ihres Sohnes verkraften muß.

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Filmhandlung und Hintergrund

Von Pedro Almodovar genial inszeniertes, packend erzähltes Melodram um eine Mutter die den Tod ihres Sohnes verkraften muß.

Manuela lädt ihren Sohn in eine Aufführung von „Endstation Sehnsucht“ ein. Als der Junge nach der Vorstellung von einem Auto überfahren wird und stirbt, geht Manuela nach Barcelona, um seinen letzten Wunsch zu erfüllen und seinen Vater, der jetzt Lola heißt, zu suchen. Sie trifft den Transvestiten Agrado, mit dem sie früher auf den Strich gegangen ist, und die junge Nonne Rosa, die in Lola verliebt ist.

Die Krankenschwester und Ex-Prostituierte Manuela lädt ihren Sohn Esteban zum 18. Geburtstag zu einer Aufführung von „Endstation Sehnsucht“ ein. Als der Junge nach der Vorstellung von einem Auto überfahren wird und stirbt, macht sich Manuela nach Barcelona auf, um dessen letzten Wunsch zu erfüllen: den Vater, der jetzt Lola heißt, zu suchen. Dort trifft Manuela nicht nur den Transvestiten Agrado und die Nonne Rosa, sondern auch die Schauspielerin Huma Rojo, deren Autogramm sich ihr Sohn in seiner Todesnacht holen wollte.

Als ihr 18-jähriger Sohn nach einer Theatervorstellung von einem Auto überfahren wird und stirbt, versucht die Ex-Prostituierte Manuela, seinen letzten Wunsch zu erfüllen und seinen Vater, der jetzt Lola heißt, zu finden. Oscar-prämiertes, virtuos erzähltes Melodram, mit dem das einstige Enfant-terrible Pedro Almodóvar auch ein breites Publikum für sich begeistern konnte.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Alles über meine Mutter: Von Pedro Almodovar genial inszeniertes, packend erzähltes Melodram um eine Mutter die den Tod ihres Sohnes verkraften muß.

    Von der Kultfigur der hysterischen Burleske hat Pedro Almodóvar sich seit dem Beginn der „Movida“ zu einem facettenreichen Regisseur weiterentwickelt. Bereits in seinen letzten beiden Filmen balancierte er seine anhaltende Faszination mit den frivolen Aspekten des menschlichen Lebens durch eine strengere Handlungsstruktur und emotionale Tiefe aus, suchte im Absurden das Drama und im Tragischen das Glück. „Alles über meine Mutter“ mag als vorläufiger Abschluß dieses Prozesses gelten: Er ist Almodóvars bisher reifster Film, ein packend erzähltes Melodram, das Herz und Geist zugleich anspricht. Von Anfang an einer der Kritikerfavoriten in Cannes, mußte er sich bei der Jury mit Regiepreis zufrieden geben.

    Die Geschichte beginnt mit der Beschreibung eines zärtlichen Mutter-Sohn-Verhältnisses, als die Krankenschwester und Ex-Prostituierte Manuela (Cecilia Roth) ihrem Sohn Esteban zum 18. Geburtstag in eine Aufführung von Tennessee Williams‘ „Endstation Sehnsucht“ einlädt. Manuela selbst hat in diesem Stück früher die Rolle der Stella gespielt und dabei den Kindsvater kennengelernt, dessen Namen Esteban zwar trägt, von dem sie ihm aber nie erzählt hat, weil er sich nach der Geburt zur Frau hat umoperieren lassen. Als der Junge nach der Vorstellung von einem Auto überfahren wird und stirbt, findet Manuela in seinem Tagebuch seine letzten Worte, in denen er Sehnsucht nach dem unbekannten Vater ausdrückt. Um Vergangenheit und Gegenwart auszusöhnen, geht sie nach Barcelona, um Esteban, der jetzt Lola heißt, zu suchen. Dort trifft sie nicht nur den liebenswerten Transvestiten Agrado (Antonia San Juan), mit dem sie früher auf den Strich gegangen ist, sondern auch die junge Nonne Rosa (Penelope Cruz), die in einem Drogenzentrum arbeitet und eine eigene, unglückliche Geschichte mit Esteban/Lola hat. Durch einen Zufall findet Manuela Anstellung bei der Schauspielerin Huma Rojo (Marisa Paredes), deren Autogramm sich ihr Sohn in der Nacht seines Todes holen wollte. Die Schicksale dieser Frauen verweben sich untrennbar mit dem ihrem, so daß Manuela sich in einer erneuten Mutterrolle wiederfindet, die ihr kaum Zeit für Trauer läßt.

    Wie Almodóvar dabei im Stil der griechischen Tragödie Leid auf seine Hauptfiguren türmt, erreicht bisweilen gewaltige Dimensionen, doch nichts liegt ihm ferner als Kitsch oder Zynismus. Es ist die Kraft der Frauen, die er - nicht zum erstenmal - feiert, und die deutlichen Parallelen zu Mankiewicz‘ „Alles über Eva“ oder Cassavettes‘ „Die erste Vorstellung“ betonen, wie sehr Almodóvars Frauen auch Schauspielerinnen sind: auf der Bühne, wo sie Tragik und Schmerz darstellen, wie im Leben, wo sie das eigene Leid überspielen müssen. So unkontrolliert triebhaft, wie Almodóvar früher inszenierte, glänzt der 47jährige heute durch eine tiefgehende Kenntnis der Gefühle, die ihm erlaubt, von herzzereißender Tragik zu spitzbübischem Humor und zurück zu finden. Daß er denselben Figuren, die ihn bislang zu schriller Komödie inspirierten - Transvestiten, Huren und Transsexuelle -, heute ganz selbstverständlich ein modernes Melodram abgewinnt, zeigt, wie weit Almodóvar auf seinem Weg gekommen ist. Auch stilistisch ist er sich treu geblieben: Die gewaltigen Glockenschläge des Schicksals werfen ihr Echo in leuchtenden Pop-Primärfarben und schwelgerischem Dekor zurück. Almodóvars technische Virtuosität macht „Alles über meine Mutter“ zu einem großen Kinofilm, seine Feinfühligkeit macht ihn zu einem großen Erlebnis. evo.

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