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„Alles steht Kopf 2“-Kritik: Ein Disney-Pixar-Meisterwerk, dem das scheinbar Unmögliche gelingt

„Alles steht Kopf 2“-Kritik: Ein Disney-Pixar-Meisterwerk, dem das scheinbar Unmögliche gelingt
© IMAGO / Landmark Media

Neun Jahre nach dem Meisterwerk „Alles steht Kopf“ wagen sich Disney und Pixar an eine Fortsetzung. Doch wird diese den hohen Erwartungen gerecht?

Nach Autos, Fischen, Spielzeugen und vielem mehr verlieh Pixar 2015 endlich auch Gefühlen Gefühle. Das Ergebnis hörte auf den Namen „Alles steht Kopf“ und gilt für viele heute als einer der besten Pixar-Filme; für einige thront er gar über allen anderen. In dem Animationsfilm erwartete uns die Geschichte der Elfjährigen Riley, die mit ihren Eltern von Minnesota nach San Francisco zieht.

Wie sie auf ihre neue Umgebung und all die Änderungen reagiert, wird uns dabei dank eines Blicks in Rileys Verstand präsentiert, in dem die fünf Emotionen Freude, Traurigkeit, Angst, Wut und Ekel den Ton angeben. In Summe ist „Alles steht Kopf“ dank dieses Konzepts nicht nur ein gewohnt spaßiges Pixar-Abenteuer für Jung und Alt, sondern eine clevere Dekonstruktion menschlicher Gedankenprozesse, die mit einer emotional mitreißenden Botschaft endet, die auch Erwachsene nicht oft genug hören können.

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Die große Frage lautet also: Wie will die am 12. Juni 2024 startende Fortsetzung „Alles steht Kopf 2“ da auch nur im Ansatz herankommen? Erwartet Fans hier eine Enttäuschung mit Ansage? Oder doch ein erneutes Pixar-Meisterwerk? Das verraten wir euch in unserer spoilerfreien kino.de-Kritik. Doch zuvor dürft ihr euch mit dem folgenden Trailer noch in die richtige Stimmung bringen und erfahren, was auf Riley nun zukommt, da sie in der Pubertät ist und neue Emotionen die Bühne betreten:

Eileen: Ich habe mich noch nie so ertappt und gleichzeitig verstanden gefühlt

Nachdem ich eine Woche zuvor noch einmal „Alles steht Kopf“ geschaut hatte – und ich zum Ende des Films die ein oder andere Träne vergoss – hatte ich die große Hoffnung, dass „Alles steht Kopf 2“ mich ähnlich ergreift. Glücklicherweise – aber gleichzeitig auch „leider“ – kann ich sagen, dass der Film dies absolut geschafft hat, sodass ich die Fortsetzung persönlich sogar besser fand als den ersten Teil. Für mich ist „Alles steht Kopf 2“ jetzt schon eines der absoluten Kino-Highlights des Jahres.

Der wesentliche Grund dafür war der Einzug von Zweifel. Ohne zu sehr auf die allgegenwärtigen Zweifel in meinem Kopf einzugehen, wusste ich schon vorab, dass ich den Erfolg des Films davon abhängig machen würde, wie stark ich mich mit der Darstellung der Zweifel identifiziere. Ich kann mit Sicherheit sagen, dass die Inszenierung absolut fabelhaft umgesetzt wurde. Ich habe mich noch nie in solch einem Ausmaß von einem Film ertappt und gleichzeitig verstanden gefühlt. Besonders der Verlauf, wie Zweifel in Rileys Kopf die Überhand ergreift bis hin zum Höhepunkt, an dem man ihr ihre Zweifel physisch anerkennt und wie sich der (innere) Konflikt schließlich löst, hat mich zutiefst berührt. Also ja, auch hier vergoss ich einige Tränen im Kino.

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Der Film geht mir immer noch durch den Kopf und wird mich sicherlich noch einige Zeit begleiten – nicht zuletzt, weil ich ihn mir mindestens noch einmal auf der großen Leinwand anschauen möchte. Mit „Alles steht Kopf 2“ lieferte Pixar mir einen neuen Wohlfühlfilm, den ich bestimmt das ein oder andere Mal zu Rate ziehen werde, wenn das Gefühl des Zweifels in mir mal wieder zu stark wird und ebenfalls Überhand ergreift. Neben der Darstellung des Zweifels an sich hat mich vor allem die Botschaft berührt, dass man tief im Inneren weiß, dass einige der (Selbst-)Zweifel nicht das wahre Ich widerspiegeln. Zugleich fand ich es beruhigend, dass Zweifel nicht immer etwas Negatives sein muss. Vielleicht sollte ich mir deswegen meine eigenen Zweifel von Zeit zu Zeit bildlich als diese niedliche, wenn auch etwas verrückt-aussehende orangene Pixar-Figur vorstellen – am besten ebenfalls gesprochen von Maya Hawke, die im englischsprachigen Original die Vertonung übernommen hat.

Insgesamt kann ich euch „Alles steht Kopf 2“ also nur wärmstens ans Herz legen – egal ob ihr jung oder älter seid. Kinder werden den Film (glücklicherweise) noch nicht hundertprozentig so nachvollziehen können wie Teenager*innen und Erwachsene, die mit diesen Emotionen bereits konfrontiert wurden und womöglich aktuell werden. Dennoch halte ich es für unglaublich wichtig, dass Kindern vielleicht schon früh durch einen Film wie diesen vermittelt wird, dass Zweifel normal sind, aber dass man nicht nur aus seinen Zweifeln besteht. Ich jedenfalls wäre gerne mit solch einem Film aufgewachsen.

Für genau solche Werke bin ich dankbar: Von denen man sich nach der Sichtung verstanden fühlt und vielleicht etwas hoffnungsvoller und optimistischer auf die Welt, aber auch auf sich selbst blickt. Hoffentlich ist der Film für viele andere so hilfreich und lehrreich wie für mich.

Sara: Eine Achterbahnfahrt der Emotionen

Da ich bereits vor rund neun Jahren schon mehr als begeistert von “Alles steht Kopf“ war, ging ich mit der Hoffnung in den zweiten Teil, dass auch dieser mich wieder in seinen Bann ziehen wird. Und das ist auch tatsächlich eingetreten. “Alles steht Kopf 2“ schafft es auf unterhaltsame, aber zugleich auch emotionale Weise, darzustellen, was in den Köpfen vieler Menschen vor sich geht. Dabei ist es egal, ob man wie Riley erst 13 Jahre oder älter ist. Der Film eignet sich daher also perfekt für Groß und Klein.

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Wie auch der erste Teil zeigt die Fortsetzung auf, wie die unterschiedlichen Emotionen miteinander agieren, unsere Entscheidungen beeinflussen und dadurch unseren Charakter formen. Dabei wird deutlich, dass wirklich jede Emotion, egal ob Freude, Kummer, Neid oder auch Zweifel ihren Zweck hat und dazu beiträgt, Riley als auch uns zu dem Menschen zu machen, der sie ist beziehungsweise der wir sind. Zudem wird klar, dass es völlig normal und sogar wichtig ist, nicht immer nur glücklich zu sein und positive Erfahrungen im Leben zu sammeln.

Apropos Zweifel – mit dieser Emotion konnte ich mich (leider?) am besten identifizieren. Und ich schätze, so wird es sicher vielen gehen. Die Einführung dieser Emotion sowie die Tatsache, dass eben diese mit dem Start von Rileys Pubertät das Ruder in der Zentrale übernimmt, zeigt deutlich auf, wie sich die Wahrnehmung von Situationen sowie die Denkweise mit dem Ende der Kindheit verändern. Zweifel spielt daher zu Recht eine zentrale Rolle im zweiten Teil von “Alles steht Kopf“.

Alles in allem kann ich allen nur ans Herz legen, sich den Film anzuschauen und sich gemeinsam mit Riley auf eine emotionale Reise zu begeben, um einen Einblick in ihren und vielleicht ja auch den eigenen Kopf zu erhalten.

Andi: Pixar… wie schafft ihr das nur immer wieder?

Müsste ich eine Liste mit meinen Lieblingsfilmen erstellen, „Alles steht Kopf“ würde definitiv in den Top 10 landen. Für mich ist es der beste Pixar-Film, ein geniales Meisterwerk oder mit anderen Worten: Eine praktisch nicht zu erreichende Messlatte für die Fortsetzung. „Alles steht Kopf 2“ gehörte entsprechend zu meinen mit der größten Spannung erwarteten Filmen 2024, wobei bei mir neben Freude auch Angst die Hände an der Konsole hatte, denn ich befürchtete eine Enttäuschung.

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Bei der Sichtung des Films verabschiedete sich Angst zum Glück ziemlich schnell von der Schaltzentrale und Freude übernahm die Kontrolle. Denn „Alles steht Kopf 2“ gelingt der schwierige Spagat, sich wie eine Fortsetzung anzufühlen und Elemente, ja sogar die Struktur des Vorgängers beizubehalten – und doch genug erfrischende Elemente mitzubringen, um nicht wie eine fade Kopie zu wirken.

Dass Riley jetzt in einer neuen Lebensphase (namentlich: Pubertät) ist, sorgt dafür, dass die vertraute Formel auf unterhaltsame Art erneut genutzt werden kann: Ihre Emotionen reagieren auf Situationen und steuern die Teenagerin, was oftmals zu humoristisch-chaotischen Momenten führt. Darauf ruht sich „Alles steht Kopf 2“ jedoch klugerweise nicht aus. Dafür sorgen zum einen die vier neuen Emotionen, bei denen vor allem Zweifel eine führende Rolle einnimmt. Wer in dieser Lebensphase (und/oder auch später) selbst mit Unsicherheiten zu kämpfen hatte, wird sich hier in vielen Momenten wiedererkennen – vor allem wenn es um die Konsequenz geht, die aus dem scheinbar gesunden Selbstzweifel resultieren kann.

Zudem erwartet uns erneut ein Abenteuer durch Rileys Verstand, bei dem einige neue Konzepte genau wie im ersten Teil auf simple sowie geniale und häufig witzige Weise vorgestellt werden. Dabei baut die Fortsetzung auf dem im ersten Film Etablierten auf und passenderweise wird alles noch mal eine Spur komplexer, ohne aber zu überfordern. Riley wächst eben als Mensch heran, entwickelt eine vielschichtigere Persönlichkeit und dem trägt „Alles steht Kopf 2“ mit neuen Elementen Rechnung. Wie schon im Vorgänger kulminiert all das in einem großen, emotional aufgeladenen Finale, bei dem Kinder und Erwachsene gleichermaßen wichtige Lektionen lernen können; auch wenn für mich die absolute emotionale Höhe von „Alles steht Kopf“ nicht ganz erreicht wurde. (Ich jedenfalls werde dich nie vergessen, Bing Bong…)

Pixar tritt mit „Alles steht Kopf 2“ folglich einmal mehr den Beweis an, dass das Studio grandiose und anspruchsvolle Unterhaltung für Jung und Alt auf die Leinwand zaubern kann. Ich bin derweil gespannt, ob wir Riley auch in späteren Lebensphasen begleiten werden. Nach solch einer überzeugenden Fortsetzung blicke ich einem potentiellen „Alles steht Kopf 3“ jedenfalls mit deutlich mehr Vorfreude entgegen… obwohl sich Angst und Zweifel noch leise aus dem Hintergrund melden.

Welche „Alles steht Kopf 2“-Emotion ist dir ähnlich?

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