Filmhandlung und Hintergrund

TV-Film: Ein Angestellter bringt die Mafia der Zigarettenindustrie gegen sich auf und landet mit seiner Familie schließlich im Zeugenschutzprogramm.

Eigentlich wollte der Manager eines Tabakkonzerns bloß eine Bilanzfälschung anzeigen, doch dann kommt die Polizei der Zigaretten-Mafia auf die Spur. Nun muss er samt Frau und Kind auf der Stelle untertauchen. Das ist vor allem für seine Frau ein Sturz aus heiterem Himmel, denn sie wusste nichts von der Aktion; und von seiner Geliebten erst recht nicht. Die Familie findet Zuflucht am Meer, doch die Sicherheit erweist sich als trügerisch: Bei der Polizei gibt es ein Leck.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Allein gegen die Angst: TV-Film: Ein Angestellter bringt die Mafia der Zigarettenindustrie gegen sich auf und landet mit seiner Familie schließlich im Zeugenschutzprogramm.

    Dieser Film passt nicht in die Zeit. Geschichten haben happy zu enden, Konflikte lösen sich in Wohlgefallen auf, und die Ordnung wird regelmäßig wieder hergestellt: Das ist zeitgemäß. Martin Eigler und das ZDF aber setzen einen kräftigen Kontrapunkt. „Allein gegen die Angst“, der Titel legt es nahe, ist kein Film zum Wohlfühlen.

    Die Hauptfigur lädt nicht gerade zur Identifikation ein, zumal sie geradewegs aus einer griechischen Tragödie stammen könnte. Die Idylle zu Beginn markiert bloß die Fallhöhe.

    Tatsächlich kommt der Sturz aus heiterem Himmel. Eiglers Geschichte beginnt mit einem Fest. Die Welt von Jochen (Harald Schrott) ist in Ordnung: Er hat einen guten Job in einem Tabakkonzern, eine tolle Villa, eine schöne Frau (Anja Kling) und eine Geliebte. Und dann ist von einem Tag auf den anderen alles vorbei: Weil seine Freundin Ärger mit ihrem Chef hatte und ihr dessen Bilanzen ohnehin komisch vorkamen, hat sich Jochen der Sache angenommen. In der Hoffnung, zwei Fliegen mit einer Klappen zu erwischen, übergab er die gefälschten Bilanzen der Polizei. Die aber kam einem viel größeren Ding auf die Spur: Der Konzern ist in Zigarettenschmuggel verwickelt; und jetzt will die Mafia Jochens Kopf. Seine Familie muss alles stehen und liegen lassen und untertauchen, was gerade die halbwüchsige Tochter (Lea Kurka) gar nicht einsieht.

    Normalerweise erlebt man Menschen im Zeugenschutzprogramm aus Sicht des Ermittlers. Hier aber bleiben Fall und Bedrohung völlig im Dunkeln; Eigler konzentriert sich fast ausschließlich auf die Familie, deren sorgsam gepflegte Fassade im Nu die üblichen Risse bekommt. Gerade Gattin Marlene fällt aus allen Wolken, denn sie wusste nichts von Jochens Kontakt zur Polizei. Härter noch als die Affäre trifft sie die Erkenntnis, dass seine Geliebte informiert war.

    Dank seiner ausgezeichneten Darsteller kann es sich Eigler leisten, die Geschichte streckenweise als Kammerspiel zu inszenieren, um die implosive Absurdität der Situation voll auszukosten: Marlene will bloß noch weg von Jochen, ist aber gemeinsam mit ihm quasi gefangen in einem Haus am Meer. Der Film intensiviert die klaustrophobische Enge noch, als sich zwangsläufig Beziehungen zwischen dem Ehepaar und ihren Beschützern ergeben: Einer der Polizisten (Jan-Gregor Kremp) empfindet mehr für Marlene, als der sensiblen Konstellation gut tut. Und als die Mafia einen Killer schickt, ist auch klar, dass es bei der Polizei ein Leck geben muss; der Verdacht fällt auf den zweiten Bewacher (Christoph Bach).

    Kein Wunder, dass bei dieser durch die entsättigten Farben (Kamera: Christoph Chassée) noch betonten Bedrohung auf gleich drei Ebenen von Entspannung keine Rede sein kann. Und mehr noch: Die diversen Krimi- und Thriller-Elemente, mit denen Eigler dann doch gelegentlich die Regeln Genres bedient nachkommt (Schießereien, Stromausfall), wirken fast wie Fremdkörper. Der permanente Autotausch oder die geheimen Treffen in Tiefgaragen sind der konspirativen Atmosphäre ungleich zuträglicher; auch wenn das gleichgültige Blutbad zu Beginn natürlich demonstrieren soll, mit welcher Kaltblütigkeit der Feind selbst kleine Fische bestraft. Diese Geschichte über die gründliche Demontage einer Familie mit einem Happy End zu schließen, wäre verlogen gewesen. tpg.

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