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"Alexandre Ajas Maniac": Interview mit Elijah Wood

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Alexandre Ajas Maniac Poster

Im Horrorfilm „Alexandre Ajas Maniac“ spielt Elijah Wood einen Serienkiller. Was ihn an seiner Rolle besonders gereizt hat und warum er eigentlich keine Remakes mag, berichtet der „Herr der Ringe“-Star in einem exklusiven Interview.

„Ich liebe Horrorfilme“

Im Horrorfilm „Alexandre Ajas Maniac“ - ab 27. Dezember im Kino - spielt Elijah Wood einen zurückgezogenen Mann, der Frauen tötet, skalpiert und entkleidet, um mit diesen „Trophäen“ zu Hause Schaufensterpuppen zu schmücken. Was ihn an seiner Rolle als Serienkiller besonders gereizt hat und warum er eigentlich keine Remakes mag, berichtet der „Herr der Ringe“-Star in einem exklusiven Interview mit CINEFACTS.

CINEFACTS: Was hat Sie an dieser Rolle gereizt und empfanden Sie es als Herausforderung, dass die meiste Zeit aus der Sicht Ihrer Figur gedreht wurde?

Elijah Wood: Ich glaube, es war gerade diese Tatsache, die mich sehr gereizt hat. Das klang für mich einfach wirklich interessant. Ich bin ein Fan vom Genre-Kino und ich liebe Horrorfilme. Alexandre Aja fand ich schon vor dem Dreh toll. Die Tatsache, dass er das Skript geschrieben hatte, war für mich also sehr verlockend. Eigentlich steh ich so gar nicht auf Remakes, aber ich fand, dass seine Version eine wirklich originelle Herangehensweise hatte und den Film zu etwas Eigenständigem machte. Das war spannend. Und dass man mich eigentlich immer nur im Spiegel oder so sah und der ganze Rest hauptsächlich aus der Sicht meiner Figur gedreht wurde, war wirklich interessant. Eigentlich ist es ja so, dass man den Film die ganzen 90 Minuten lang aus der Perspektive des Killers sieht. Das ist wirklich verstörend und eine ganz andere Erfahrung des Filmeguckens.

CINEFACTS: In vielen Szenen sieht man also nur Ihre Hände und schaut quasi mit Ihren Augen auf das Geschehen. Waren Sie beim Dreh trotzdem immer anwesend oder waren Sie nur in den wenigen Szenen am Set, in denen man Sie wirklich sehen kann?

Elijah Wood: Ich war immer anwesend, jeden Tag. Es gab da viele kleine Elemente, die halfen, die Figur zum Leben zu erwecken. Unser Kameramann war quasi ich. Was die Kamera sah, sah sie durch „meine“ Augen. Wir hatten außerdem auch noch ein Double für meine Hände falls wir aus irgendeinem Grund mal zwei Paar brauchten. Das ist alles ein bisschen kompliziert zu erklären, aber es war schon etwas Besonderes. Naja, und dann gibt es eben noch die Szenen, in denen ich mich im Spiegel sehe. Was bei der Erschaffung der Figur für mich persönlich am wichtigsten war, war seine Stimme. Wir verbringen die ganze Zeit damit, den Killer nicht wirklich zu sehen, da ist die Stimme enorm wichtig. Wir haben also zwei volle Tage damit verbracht, die Dialoge und die schwere Atmung und all so was aufzuzeichnen. Dadurch wurde die Atmosphäre erst richtig geschaffen. Dieser Dreh bestand aus wirklich vielen verschiedenen Elementen und ich empfand eigentlich jeden Tag als neuer Herausforderung. Jede Szene wurde anders gedreht, als man es traditionell gewohnt ist. Es war auch für die Kameraführung sehr schwer. Man musste ständig überlegen, wer wo steht und wurde mit Problemen konfrontiert, die ich so gar nicht kannte.

CINEFACTS: Sie sagten, dass Sie eigentlich kein Fan von Remakes sind. Und gerade bei Horrorfilmen ist die Meinung der Fans ja auch oft die, dass ein Remake wirklich nicht nötig ist. Was rechtfertigt das Remake von „Maniac“ also für Sie? Ist es die Tatsache, dass es doch noch einmal ziemlich anders ist als das Original?

Elijah Wood: Das ist der Hauptgrund, aus dem ich den Film machen wollte, ja. Ich fand die Herangehensweise wirklich originell. Außerdem gibt es natürlich auch immer Ausnahmen zu jeder Regel. Ich mag generell keine Remakes, aber es gibt dennoch ein paar, die mir gefallen. Ich mag zum Beispiel das „Dawn of the Dead“-Remake und ich denke, dass es eine Reihe interessanter und ziemlich guter Remakes gibt. Was mir nicht gefällt, ist der Grund, aus dem man Filme häufig neu auflegt. Ich denke, dass es oft so ist, dass Filme neu erschaffen werden, obwohl die Originale richtige Klassiker sind und wirklich keine neuen Versionen brauche. Aber es scheint ein wachsender Trend zu sein, Klassiker einfach noch einmal in einer moderneren Version drehen zu wollen. Oder, was ich auch paradox finde, sind Filme wie „Verblendung“. Der wurde in Europa nur wenige Jahre vorher gedreht und war wirklich gut. Ein richtiges Phänomen. Trotzdem hatte man das Bedürfnis, eine amerikanische Version zu erschaffen. Und dabei ist der Film so nah an dem Original, dass man, wenn man beide Versionen kennt, eigentlich schon darüber lachen muss. Nichts gegen David Finchers Remake, ich finde den Film sogar ziemlich gelungen, aber ich verstehe einfach oftmals nicht, warum das nun nötig war. Aber, um auf die Frage zurückzukommen: Was mich gereizt hat, war dass unsere Version wirklich anders und sehr originell ist. Deswegen hatte ich Interesse an dem Projekt.

CINEFACTS: Gibt es etwas, das Sie an Frank mögen, auch, wenn er nicht besonders liebenswert ist? Und wie haben Sie sich mental auf eine Rolle wie diese vorbereitet?

Elijah Wood: Ich bin mir nicht sicher, ob ich Frank mag. Aber er tut mir leid. Ich empfand ihn als sehr traurig und emotional und psychisch gestört. Ich habe einfach versucht, ihn so ehrlich wie möglich zu spielen. Wie jemanden, der einen Zwang hat, den er nicht kontrollieren kann. Jemanden, dessen Leben eigentlich wirklich einsam und abgegrenzt ist. Ich habe nicht wirklich Research betrieben, um mich auf die Rolle vorzubereiten. Aber ich hatte zuvor schon sehr viel über Serienmörder gelesen, einfach, weil mich das Thema interessiert. Ich glaube, dass einige dieser Dinge, die ich über die Jahre hinweg gelesen habe, sicher unterbewusst in meinem Kopf waren und ich meine Darstellung dadurch vielleicht beeinflussen ließ.

„Der Film ist zu Recht ab 18 Jahren freigegeben“

CINEFACTS: Was glaube Sie fasziniert Menschen so sehr an Horrorfilmen?

Elijah Wood: Ich glaube, die Menschen mögen das Gefühl der Angst. Es gibt verschiedene Gründe, aus denen Menschen Gefallen an Horrorfilmen finden. Ich bin mir nicht einmal so sicher, warum ich sie so mag. Ich glaube, es liegt an der Atmosphäre und das Ambiente des Horrors. Ich glaube, ich mag die Welt, die dort kreiert wird. Sie basiert auf unseren Ängsten und Alpträumen und ist das Resultat äußerst dunkler Vorstellungskraft. Im Horror Genre ist einfach so vieles möglich und es macht wirklich Spaß, das Gebiet zu erforschen. Mir persönlich machen sie keine Angst, also ist es nicht die Angst an sich, die mich reizt, sondern wirklich eher die gesamte Atmosphäre. Ich glaube aber auch, dass viele Leute die Angst genießen, die Horrorfilme ihnen einjagen. Sie gehen ins Kino um ein intensives Erlebnis zu haben. Komödien sehen sie sich an, weil sie lachen wollen. Bei Horrorfilmen geht es vielleicht um das Gefühl der Angst, das ja ein sehr lebendiges ist.

CINEFACTS: Haben Sie einen Lieblingshorrorfilm?

Elijah Wood: Ich komme immer wieder auf „Halloween“ zurück. Ich weiß, das ist ein Klassiker, der von vielen Menschen genannt wird, aber es ist ein Film, der mir einfach viel bedeutet. Ich war ziemlich jung als ich ihn zum ersten Mal sah und fand ihn immer schon toll. Ich liebe John Carpenters Soundtrack, der hat in mir irgendwie etwas ausgelöst. Außerdem ist es ein Film, der in gewisser Weise vor dem Zeitalter des Horrorfilms entstand. Das ganze Slasher Film Klischee basiert doch irgendwie darauf. Außerdem ist die Eröffnungsszene einfach richtig gut gemacht. Der kleine Junge und seine Sichtweise ist einfach unglaublich.

CINEFACTS: Was sagen Sie dazu, wenn Filme wie „Maniac“ in Hinsicht auf Gewalt und Gemetzel kritisiert werden? Der Film ist immerhin ab 18 Jahren. Machen Sie sich da Sorgen um ein jüngeres Publikum, sollten sie den Film zu Gesicht bekommen?

Elijah Wood: Ich glaube, der Film ist zu Recht ab 18 Jahren freigegeben. Das ist natürlich eine große Frage und eine sehr interessante Debatte, die immer wieder aufflammt. Ich glaube, solche Filme sind für ein bestimmtes Publikum gedacht. Sicherlich nicht für Kinder oder junge Menschen. Da ist es sicher nicht angebracht. Der Film ist eben für Erwachsene gedacht. Aber ich glaube, dass, wenn man die blutigen Szenen einmal außer Acht lässt, ein verhältnismäßig niveauvoller Film ist. Ich habe nicht das Gefühl, dass die Gewalt hier bedeutungslos ist. Im Kontext gesehen wird die Gewalt nur verwendet, um ein realistisches Portrait einer sehr gestörten Person zu schaffen. Ich glaube schon, dass es sich bei „Maniac“ um einen sehr gewalttätigen Film handelt. Ich persönlich bin da ein bisschen abgehärtet, weil ich ja dabei war, als wir den Film drehten. Daher finde ich es ein bisschen schwer, objektiv zu bleiben. Aber ich verstehe schon, dass es harter Tobak ist und potentiell verstörend wirken könnte. Aber ich denke, dass es in diesem Falle angebracht ist. Da gibt es sicherlich viele, die das anders sehen, aber das ist meine persönliche Meinung.

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