Am 23. Mai 2019 startete der Disney-Film „Aladdin“ in den deutschen Kinos. In unserem FSK-Elternratgeber sagen wir euch, ob der Film auch für die Kleinsten geeignet ist.

Nach „Das Dschungelbuch“, „Die Schöne und das Biest“ und zuletzt „Dumbo“ haben die Walt Disney Studios nun auch den Zeichentrick-Klassiker „Aladdin“ in einen Realfilm mit echten Schauspielern verwandelt. Wie ihr in unserer Kritik nachlesen könnt, sind wir begeistert von dem Ergebnis und halten ihn für die beste aller bisherigen Disney-Realverfilmungen.

Regisseur Guy Ritchie („King Arthur“) hat aus den Vollen geschöpft und die ohnehin schon großartige Zeichentrickvorlage in ein opulent ausgestattetes Kinospektakel verwandelt. Es gibt wunderschöne Kulissen, farbenprächtige Kostüme, große Tanzszenen à la Bollywood, jede Menge Humor und die Romantik kommt ebenfalls nicht zu kurz.

Alle bekannten Lieder aus dem Original sind auch in der Neuauflage zu hören und wurden mit viel Liebe zum Detail neu umgesetzt. So gibt es wieder einen Flug auf dem fliegenden Teppich zu bewundern, der mit dem Duett „Ein Traum wird wahr“ untermalt ist. Der „Aladdin“-Trailer gibt euch einen guten Eindruck von der Stimmung des Films:

Wie schon im Original geht es in der Neuverfilmung um den gutherzigen Dieb Aladdin (Mena Massoud), der eines Tages in den Straßen von Agrabah auf die schöne Prinzessin Jasmin (Naomi Scott) trifft. Als Aladdin bald darauf in den Besitz einer magischen Wunderlampe gelangt, wünscht er sich vom Dschinni (Will Smith) nichts sehnlicheres, als ein Prinz zu werden. Doch damit handelt sich Aladdin große Probleme ein, denn der böse Zauberer Dschafar möchte ihm die Lampe stehlen, um mit Hilfe des Dschinnis ein mächtiger Herrscher zu werden.

FSK 6 Jahre für „Aladdin“ (2019)

Während das Original von 1992 eine FSK-Freigabe von 0 Jahren erhalten hat, ist die Neuauflage nun ab 6 Jahren freigegeben. Die höhere Freigabe liegt aber nicht daran, dass der Film stark von der Vorlage abweicht, sondern an der Tatsache, dass es sich dabei um einen Realfilm handelt. Bei einem Zeichentrickfilm bewegen sich die Ereignisse eher auf einer abstrakten Ebene, wodurch sie weniger Gefahr laufen, kleinere Zuschauer zu überfordern.

Wird eine Actionszene (wie etwa Aladdins Flucht durch die Straßen oder Dschinnis wilde Zauber-Einlagen) nun aber mit realen Schauspielern gezeigt, durchbricht das größtenteils die Sehgewohnheiten von Vorschulkindern. Dieser Tatsache trägt die FSK mit ihrer Freigabe von sechs Jahren Rechnung. Grundschulkinder werden keine Probleme damit haben, den Ereignissen auf der Leinwand zu folgen und werden auch nicht von den teils dynamischen Action-Einlagen überfordert sein.

Allerdings wird „Aladdin“ durch die reale Ebene zum Ende hin etwas gruseliger als das Original. Das ist ebenfalls in die FSK-Bewertung eingeflossen. Der Zauberer Dschafar zeigt dann nämlich sein wahres Gesicht und verwandelt seinen Papagei in einen bedrohlichen Riesenvogel, der Aladdin und Jasmin auf ihrem fliegenden Teppich verfolgt.

Kurz darauf bekommt Dschafar ein böseres Aussehen und wirkt dabei etwas angsteinflößend. Beide Szenen bleiben aber stets im altersgerechten Rahmen und sollten keinem Kind Albträume bescheren. Außerdem werden die Sequenzen nicht allzu lang ausgewalzt und haben ein Happy End, sodass sich die Aufregung schnell wieder legt.

Hier findet ihr unsere Interviews mit den Stars und noch mehr Szenen aus dem Film:

„Aladdin“ 2019 zeigt eine selbstbewusste Prinzessin

Besonders lobend möchten wir die zeitgemäße Botschaft der Neuauflage erwähnen. Die alten Disney-Zeichentrickfilme sind in den letzten Jahren nämlich für ihr sehr altmodisches Frauenbild in die Kritik geraten. Die Prinzessinnen werden darin größtenteils als unselbstständige Heimchen dargestellt, die nur darauf warten, dass ein Prinz sie aus ihrer Situation rettet. Bei Prinzessin Jasmin ist dies in der Zeichentrickvorlage zwar längst nicht mehr so schlimm, doch auch dort geht es nur darum, wen sie am Ende heiraten wird.

Die neue Jasmin ist nun eine starke, selbstbewusste junge Frau, die andere Pläne hat, als nur Prinzessin zu sein. Sie sieht sich als rechtmäßige Thronfolgerin ihres Vaters, dem Sultan, und möchte nicht akzeptieren, dass dessen Berater Dschafar mehr Rechte hat als sie. Ihre neue Stärke beweist sie außerdem durch ein brandneues Lied, dass es in der Vorlage nicht gibt. In ihrem mitreißenden Song „Speechless (Ich werd‘ niemals schweigen)“ singt sie davon, dass man seine eigene Stimme finden und einsetzen soll. Dank dieser gelungenen Änderung ist aus Jasmin nun ein echtes Vorbild für Jung und Alt geworden.

Hier könnt ihr noch einmal die größten Unterschiede zwischen dem Remake und dem Original nachlesen:

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„Aladdin“: Das sind die 14 größten Unterschiede zwischen dem Original und der Realverfilmung

 

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