„Aladdin“-Remake wird mit Rassismus-Vorwürfen konfrontiert

Andreas Engelhardt  

Extrem erfolgreich betreibt Disney in den letzten Jahren seine Politik, eigene Zeichentrickklassiker als Realverfilmungen neu aufzulegen. Nach Hits wie „Die Schöne und das Biest“ und „The Jungle Book“ steht unter anderem „Aladdin“ auf der Agenda. Aktuell werden allerdings Rassismusvorwürfe gegen den Disney-Film erhoben.

Für Disneys Realverfilmung von „Aladdin“ sollen 100 weiße Komparsen braun geschminkt worden sein. Dies berichten britische Medien wie Daily Mail und Sunday Times. Statist Kaushal Odedra, der am Set von „Aladdin“ arbeitete, berichtete der Times, dass er sah, wie bis zu 20 „ziemlich Hellhäutige“ vor Zelten anstanden, um ihre Haut dunkler schminken zu lassen.

 

Ein Statement von Disney zu den Vorwürfen lieferte Deadline. Ein Sprecher sagte, dass „große Sorgfalt getroffen wurde, um die größte vielfältige Besetzung überhaupt“ zu gewährleisten. Ethnische Vielfalt sei eine Voraussetzung bei der Verpflichtung von Akteuren gewesen. Jedoch gebe es „eine Handvoll Einzelfälle“, bei denen bestimmte Fähigkeiten notwendig waren. Beispielsweise handelte es sich dabei um Personal für Sicherheit bei Stunts und Spezialeffekten sowie der Handhabung von Tieren. Diese Mitarbeiter wurden geschminkt, um zur restlichen, vielfältigen Besetzung des Films zu passen, wie der Sprecher bestätigte.

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Im kommenden Jahr startet „Aladdin“ in deutschen Kinos

Neben den 100 weißen Komparsen sollen in „Aladdin“ 400 bis 500 Statisten aus Indien, Afrika, dem Mittleren Osten und Asien stammen. Die Titelrolle übernimmt der in Ägypten geborene Schauspieler Mena Massoud, der Part der Prinzessin Jasmin ging an die Britin Naomi Scott („Power Rangers“), deren Mutter indischer Herkunft ist.

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Bereits zuvor sorgte „Aladdin“ wegen vermeintlichen White-Washings für eine Kontroverse. Billy Magnussen, US-Schauspieler litauischer Abstammung, wird in Aladdin den Part von Prinz Anders spielen. Die Figur wurde eigens für die Neuverfilmung erschaffen, manche Fans befürchten aber, dass er lediglich Prinz Achmed aus dem Original ersetzt.

„Aladdin“ startet in deutschen Kinos am 23. Mai 2019. Die Regie übernimmt Guy Richtie, der unter anderem durch die „Sherlock Holmes“-Filme bekannt ist. Der ikonische Part des Dschinni, den im Zeichentrickfilm Robin Williams sprach, wird von Will Smith übernommen.

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