Affären à la Carte

  1. Ø 3
   2009
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Affären à la Carte Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Affären à la Carte: Prominent besetzte, beißende Gesellschaftskomödie über das Treffen eines Freundeskreises.

Ein langjähriger Freundeskreis trifft sich mal wieder zum gemeinsamen Dinner. Der Ablauf des Abends scheint bereits vorprogrammiert zu sein, jeder bereitet sich auf die perfekte Fassade vor, die die eigenen Sorgen, Ängste und Unsicherheit für gewöhnlich zu überspielen und gänzlich unter die Oberfläche zu kehren vermag. Doch spätestens auf dem Heimweg bricht das Kartenhaus aus Lügen zusammen und den dominierenden Gefühlen von Neid und Missgunst wird ordentlich Luft gemacht – und an diesem Abend kommen ganz spezielle Verwicklungen ans Tageslicht.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Der französische Film „Affären à la carte“ von Danièle Thompson ist eine leichte Komödie mit nachdenklichen Tönen über zwischenmenschliche Beziehungen. Im Mittelpunkt steht ein Abendessen, zu dem ein Ehepaar acht Gäste empfängt. Die lockere Konversation ist wie die heitere Begleitmusik zu den problemlastigen Dialogen der Paare vor und nach der geselligen Runde. Ein Jahr später zeigt sich, dass sich das Leben jeder Person verändert hat, wohl auch weil das Abendessen einige Veränderungen in Gang setzte.

    Wie in eingestreuten Szenen aus dem Alltag der Figuren zu sehen ist, hat jede von ihnen ihr Universum von Problemen und Wünschen. Der berühmte Krebsarzt Alain kann das Sterben seiner Patienten nicht mehr ertragen. Der Jurist Lucas will die Anwältin ML in seine Kanzlei holen, sein Privatleben aber geht gerade vor die Hunde. Der Küchendesigner Jean-Louis hängt immer noch an ML, und Juliettes älterer Freund Erwann wird von den anderen als nicht standesgemäß betrachtet. Doch Erwann freundet sich mit Juliettes Vater Henri an, der im Kinderzimmer versteckt wird.

    Die meisten Schauspieler kennt und schätzt man bereits aus anderen französischen Filmen, etwa Dany Boon, der den gutmütigen Piotr spielt oder Patrick Bruel, der den Krebsarzt darstellt. Emmanuelle Seigner spielt die explosiv-unglückliche Sarah, ihr kühler Mann Lucas wird von Christopher Thompson gespielt, dem Sohn der Regisseurin, der mit ihr auch das Drehbuch schrieb. Der lakonische Erwann, der sich in der Runde vornehm zurückhält, wird sehr sympathisch von Patrick Chesnais gespielt und Laurent Stocker sorgt für Heiterkeit als mutterfixierter Küchendesigner.

    Der Film ist so leicht inszeniert, wie die Konversation während des Abendessens wirkt. Nach den Einführungsszenen, in denen der hektische Alltag in der Großstadt choreografiert wurde, ist dieses Essen geradezu eine Oase der Entspannung. Es ist ein schöner 21. Juni und auf den Plätzen des Viertels wird musiziert. Auch als ein Jahr später die Personen erneut in ihrem Alltag aufgesucht werden, gibt es Rückblicke auf dieses Abendessen und seine Gespräche, in denen der Keim für manche zwischenzeitliche Entwicklung erkennbar wird.

    Die Geschichte an sich ist trivial, überzeugt aber als realistische Momentaufnahme aus der Generation der Vierzigjährigen. Die Personen entdecken im Laufe des Geschehens ihre weiche Seite, ihr Bedürfnis, auf die Gefühle nahestehender Menschen Rücksicht zu nehmen. Nicht mehr als ein Unterhaltungsfilm, der für Geselligkeit plädiert, wirkt „Affären à la carte“ aber auch sehr französisch-elegant und erwachsen.

    Fazit: Französische Paare in ihren Vierzigern treffen sich zu einem Abendessen: Leichte Unterhaltung mit Eleganz und guten Schauspielern.
  • In ihrer beißend ironischen Gesellschaftssatire deckt die renommierte Autorin und Regisseurin Danièle Thompson Lügen und Geheimnisse einer bourgeoisen Pariser Clique auf.

    Ein wenig irreführend ist der Titel schon. Dennoch trifft er den Kern von Danièle Thompsons vierter Regiearbeit. Geht es doch in „Affären à la Carte“ sowohl um lukullische Genüsse als auch um die libidinösen Verstrickungen von fünf Männern und fünf Frauen im Paris von heute. Doch während man als Zuschauer beim Dinieren noch Zeuge sein darf, finden die eigentlichen Affären im Off statt, werden lediglich durch Blicke, Gesten angedeutet. Ansonsten wird in dieser Komödie, die zugleich Gesellschaftssatire und Hommage an die Liebe und das Liebesleben ist, vor allem geredet, diskutiert und argumentiert – nicht erst seit Eric Rohmer eine Spezialität des französischen Films. Thompson, Tochter des legendären Filmemachers Gérard Oury, wirft hier ihre geballte Erfahrung von 40 Jahren Autorentätigkeit („Das Superhirn“, „La Boum – Die Fete“ oder „Die Abenteuer des Rabbi Jacob“) in die Waagschale. Sie lässt das Publikum teilhaben an einem lauen Frühsommerabend, an dem ML (Karin Viard) und ihr Ehemann Piotr (Dany Boon) ihre liebsten Freunde zum Diner zu sich nach Hause einladen. Doch kaum sind alle Gäste versammelt, ist längst nicht mehr alles so eitel Sonnenschein wie es zunächst den Anschein hatte. Denn anstatt sich des Daseins und der dargebotenen Leckereien zu erfreuen, wird hinter aller Rücken getuschelt, gestichelt und intrigiert. Da ist etwa die schöne Mélanie (Marina Fois), die ihren Ehemann, den Arzt Alain (Patrick Bruel), mit einem Jockey betrügt. Oder Piotr selbst, der etwas mit Sarah (Emmanuelle Seigner), der Frau von Lucas (Christopher Thompson), einem Arbeitskollegen von ML, hat, während diese sich wiederum auf ein Techtelmechtel mit ihrem Küchenarchitekten Jean-Louis (Laurent Stocker) eingelassen hat. Ein Jahr später soll das Diner dann erneut stattfinden. Doch Mélanie sitzt nach einem Autounfall im Rollstuhl, Sarah hat ihren Mann verlassen und ML erfährt, dass sie schwanger ist – mit 42 – von Piotr, der eigentlich gerade mit Sarah noch mal von vorn anfangen wollte.

    Danièle Thompsons Blick ins Innenleben der französischen Bourgeoisie ist entlarvend und oft bösartig, trotzdem denunziert sie ihre Protagonisten nicht, zeigt sie durchaus liebevoll als Menschen mit all ihren Schwächen. Das Darsteller-Ensemble dankt es ihr mit grandiosen Performances, allen voran Thompsons Sohn Christopher, der auch am Drehbuch mitgeschrieben hat, Emmanuelle Seigner, von deren Mann Roman Polanski übrigens das im Abspann erwähnte Rezept zum polnischen Gericht Bigos stammt, und Komiker Dany Boon, der zuletzt in „Willkommen bei den Sch’tis“ auch bei uns einen großen Erfolg landen konnte. Wer großes Schauspieler-Kino, bissigen Wortwitz im Besonderen und das französische Kino im Allgemeinen liebt, wird sich diese „Affären à la carte“ wie eine Mousse au chocolat auf der Zunge zergehen lassen. lasso.

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