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Kritikerrezensionen

    1. „Adams Ende“ ist Richard Willhelmers Langfilmdebüt. Er führte aber nicht nur Regie, sondern schrieb auch das Drehbuch und produzierte selbst (deshalb natürlich auf HD gedreht) – mit Unterstützung von Robert Stadlober. Willhelmer wollte sich in der Genrelandschaft mal ausprobieren, das merkt man seinem Film deutlich an. Wieso auch nicht? So beginnt „Adams Ende“ als Beziehungsgeschichte mit ein bisschen Coming-of-Age und komödiantischen Elementen, wird zum Drama und endet dann fulminant als Psychothriller. Dabei greift der junge Regisseur immer wieder markante Merkmale der jeweiligen Genres heraus, überzeichnet und ironisiert sie und stellt sie somit in den Vordergrund. Die Szene mit Jakob Matschenz zum Beispiel.

      Leider erfindet Willhelmer damit keins der Genres neu oder beleuchtet neue Aspekte, was an sich nicht weiter tragisch ist, denn schließlich greift er in seinem kleinen Genremix auf Altbewährtes zurück und schafft durchaus einen Film, der funktioniert. Das Ende allerdings hätte man sich als Zuschauer dann doch ein klein wenig innovativer gewünscht. Ein gewalttätiger Amoklauf als Ventil für die Unterdrückung von Homo- beziehungsweise Bisexualität ist – naja – eiskalter Kaffee. Angucken lohnt sich aber trotzdem und zwar wegen dem Schauspielerensemble. Robert Stadlober und Paula Kalenberg dürften bereits als fähige Schauspieler bekannt sein, aber auch David Winter, der bislang und vor längerer Zeit nur in TV-Serien wie „Aus heiterem Himmel“ und „18 – Allein unter Mädchen“ sowie halbwertigen Fernsehfilmen mit reißerischen Titel wie „Blutjunge Liebe und keiner darf es wissen“ (Georg Kamienski, 1998) positiv in Erscheinung getreten ist, macht seine Sache sehr gut – besonders in den Momenten, in denen es gilt, den überzeichneten Liebeskummer darzustellen. Auch Eva-Maria May, die bis Anfang 2011 noch zum Ensemble von „Sturm der Liebe“ gehörte, überzeugt in der Rolle der jungen Anna, die sich bemüht, wie eine Erwachsene zu handeln, an den Anforderungen, allerdings auf längere Sicht hässlich zu scheitern droht.

      Die Gruppe junger Menschen, von denen Willhelmer in seinem Film erzählt, gehört zur Generation der „Unentschlossenen“ – quasi die Kinder der 68er-Generation aus gut situierter Mittelschicht, insbesondere deren Söhne, denen alle Möglichkeiten offen stehen, was sie mit ihrem Leben anfangen wollen und die exakt mit dieser Freiheit komplett überfordert sind. In greifbarer Nähe gibt es auch nichts mehr, wogegen rebelliert werden oder wovon man sich abgrenzen muss. Conrad ist sogar so unentschlossen, dass er einfach gar nichts aus seinem Leben macht, sich nur von Job zu Job hangelt und sich dann voll und ganz seinem Liebeskummer hingibt. Adam hingegen bemüht sich – besser gesagt zwingt sich dazu – gesellschaftliche Erwartungen, wie geregeltes Einkommen und feste Beziehung, zu erfüllen und versucht lange, seinem inneren Drang zu widerstehen, was schließlich zur Explosion führt – Freud hätte mit Sicherheit seinen Spaß gehabt…

      Fazit: „Adams Ende“ ist ein kleiner, gelungener Genremix. Dessen Handlung hätte zwar ein wenig innovativer ausfallen dürfen – allerdings bewies Regieneuling Richard Willhelmer ein gutes Gespür bei der Auswahl seines Schauspielerensembles.

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