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Fakten und Hintergründe zum Film "Adam"

Kino.de Redaktion |

Adam Poster

Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

Produktionsnotizen

Eine Romanze kann mit Risiken verbunden, verwirrend und voller Tücken hinsichtlich von Missverständnissen sein – und das, wenn man nicht Adam ist, für den das ganze Leben von diesen Problemen geprägt ist. In ADAM – EINE GESCHICHTE ÜBER ZWEI FREMDE. EINER ETWAS MERKWÜRDIGER ALS DER ANDERE, einer romantischen Komödie mit viel Herz, spielt Hugh Dancy die Titelfigur: einen gut aussehenden, faszinierenden jungen Mann, der ein behütetes Leben führt, bis er seiner neuen Nachbarin begegnet. Beth, eine schöne weltoffene junge Frau, verkörpert von Rose Byrne, holt Adam hinaus in die Außenwelt – mit witzigen, berührenden und völlig unerwarteten Konsequenzen. Ihre unwahrscheinliche und rätselhafte Beziehung macht deutlich, wie sehr zwei Menschen aus unterschiedlichen Realitäten auf der Suche nach einer außergewöhnlichen Bindung wachsen können.

Fox Searchlight Pictures präsentiert ADAM – EINE GESCHICHTE ÜBER ZWEI FREMDE. EINER ETWAS MERKWÜRDIGER ALS DER ANDERE, inszeniert von dem bekannten Theater-Regisseur Max Mayer und in den Hauptrollen mit Hugh Dancy, Rose Byrne, Frankie Faison, Mark Linn-Baker, Amy Irving und Peter Gallagher besetzt. Der Film wurde von Leslie Urdang, Miranda de Pencier und Dean Vanech produziert. Die Ausführenden Produzenten sind Dan Revers und Christina Weiss Lurie, als Ko-Produzenten fungierten Gary Giudice und Geoff Linville. Zum Filmteam gehören auch Kameramann Seamus Tierney, Cutter Grant Myers, Produktionsdesignerin Tamar Gadish und Kostümdesignerin Alysia Raycraft. Für die Musik zeichnen Christopher Lennertz und Musik-Supervisor Robin Urdang verantwortlich.

THEORY OF MIND: Substantiv 1. Die Fähigkeit, sich bei anderen Bewusstseinsvorgängen, wie Überzeugungen, Wünsche, Absichten, vorstellen zu können und dabei zu verstehen, dass sich die eigenen Überzeugungen, Wünsche und Absichten von denen anderer unterscheiden

Was passiert, wenn man sich in jemanden verliebt, für den die Liebe an sich ein fremdartiges Phänomen ist? Die unkonventionelle romantische Komödie ADAM – EINE GESCHICHTE ÜBER ZWEI FREMDE. EINER ETWAS MERKWÜRDIGER ALS DER ANDERE erzählt die Geschichte einer Romanze zwischen einer klugen, kultivierten jungen Frau und einem etwas mysteriösen, behüteten brillanten jungen Mann. Der Film ist eine humorige Exkursion in die Gefilde der Beziehungschemie und zeigt uns in berührender Art und Weise, wie Menschen versuchen, zueinander zu finden und sich zu binden, selbst wenn sie die Welt wahrscheinlich nie auf die gleiche Art sehen werden.

Diese Liebesbeziehung zwischen Adam und Beth, so einzigartig sie in der Welt des Films auch ist, weist Elemente auf, die wir alle verstehen können, selbst wenn wir „neurotypisch“, also neurologisch „normal“ entwickelt sind. „Im Endeffekt“, kommentiert Autor-Regisseur Max Mayer mit einem Lachen, „sind für uns alle Beziehungen schwierig und voller Missverständnisse, denn so sind wir einfach gepolt. Aber wir sind wirklich nicht dafür verantwortlich. Meines Erachtens wird durch eine Geschichte wie diese der Gedanke deutlich, dass wir im Kern unseres Wesens eine Unschuld in uns tragen, die es uns ermöglicht, einander emotional zu berühren.“

ADAM ist der zweite Kinofilm und Durchbruch von Max Mayer, der Off-Broadway und an Theatern in ganz Amerika bei über 50 neuen Stücken Regie führte und darüber hinaus auch einzelne Folgen einiger namhafter TV-Serien inszenierte, darunter „Alias“ („Alias“) und „The West Wing“. Die Idee zum Film kam ihm, eigentlich ganz passend, völlig unerwartet. Mayer hörte gerade Radio, als eine Geschichte über einen Mann und sein Leben mit dem Asperger Syndrom seine Aufmerksamkeit erregte. Diese immer häufiger auftretende Form von Autismus ist bestimmt von der Unfähigkeit zu erkennen, was andere Menschen denken und fühlen. Wer am Asperger Syndrom leidet, kann sehr intelligent, ja sogar außergewöhnlich brillant sein, doch häufig sind die Betroffenen ins gesellschaftliche Abseits gedrängt, weil sie ganz normales menschliches Verhalten als merkwürdig, irrational und sogar völlig unverständlich wahrnehmen. Menschen mit Asperger sind im Grunde genommen „mindblind“, also auf eine gewisse Art emotional unzugänglich.

Mayer fiel auf, dass wir in unseren romantischen Beziehungen alle einen flüchtigen Einblick in diese Art Verwirrung bekommen, wenn jeder von uns nämlich zum linkischen Amateurdetektiv wird bei dem Versuch, diesen total fremden Menschen, der unser Herz schneller klopfen lässt, zu ergründen. Und ausgehend von dieser Beobachtung fragte sich Mayer, wie wohl jemand mit Asperger Syndrom eine Liebesbeziehung zu jemandem aufbauen und aufrechterhalten kann, der nicht autistisch ist. Dieses romantische Konzept schien viele Möglichkeiten zu bieten, von Missgeschicken zu erzählen, ermöglichte darüber hinaus aber auch einen neuen Ansatz, die größten menschlichen Gefühle zu betrachten – aus der ungewohnten Perspektive eines Mannes, der Emotion ganz anders erfährt.

Diese Überlegung war die Geburtsstunde von Adam. Wenn Frauen von der Venus und Männer vom Mars stammen, dann kommt Adam wahrscheinlich aus einer ganz anderen Galaxie. Das aber hält ihn nicht davon ab, mit bemerkenswerter Einstellung und Courage seine eigene, wenn auch katastrophenanfällige Auffassung einer Romanze in die Tat umzusetzen.

„Als ich im Radio diesen Mann hörte, wie er vom Asperger Syndrom erzählte“, erinnert sich Mayer, „da erkannte ich, dass er nicht nur sein eigenes berührendes Leben beschrieb, sondern etwas, was das menschliche Befinden im Allgemeinen betrifft. Wir sind alle in unseren Köpfen gefangen, können nur Vermutungen anstellen, wie jemand anderes die Welt erlebt, sogar bei Menschen, die wir lieben. Das alles inspirierte mich dazu, ADAM – EINE GESCHICHTE ÜBER ZWEI FREMDE. EINER ETWAS MERKWÜRDIGER ALS DER ANDERE in Angriff zu nehmen. Als ich mit dem Drehbuch begann, wurde mir klar, dass Adams Beziehung zu Beth die extreme Variante eines bekannten Dilemmas ist, mit dem wir im Leben alle konfrontiert werden: Das zwangsläufig merkwürdige Verlangen, eine intime Beziehung zu jemandem aufzubauen, der seine eigene Sicht auf die Welt mitbringt.“

Mayer, der schon lange in New York lebt, schrieb ADAM als klassische Manhattan-Romanze vom Jungen, der in seinem Haus ein Mädchen kennen lernt, erweitert mit einem ungewöhnlichen Drehbuchkniff. Schließlich haben dieser Junge und dieses Mädchen mehr als die gewohnten Hindernisse zu bewältigen, die zwischen ihnen stehen. Sie nämlich müssen sich mit dem Mysterium des menschlichen Verstandes auseinandersetzen.

Um aus Adam eine Figur aus Fleisch und Blut machen zu können, las sich Mayer in dem wenigen ein, was heute über das Asperger Syndrom bekannt ist. Wie Adam sagen die Betroffenen auf schockierend-direkte Art stets die Wahrheit, nehmen keinerlei Rücksicht auf soziale Konventionen. Heute geht man davon aus, dass dieses Syndrom wohl schon die meiste Zeit der menschlichen Entwicklungsgeschichte aufgetreten ist. Es wird sogar spekuliert, dass eine ganze Reihe von „schwer zu verstehenden“ Berühmtheiten unter Wissenschaftlern, Autoren, Künstlern und anderen Genies Asperger gehabt haben könnten, darunter Albert Einstein, Wolfgang Amadeus Mozart, Isaac Newton und James Joyce.

Obwohl das Syndrom eine isolierende und persönlichkeitshemmende Wirkung haben kann, gibt es auch viele Betroffene, die Außerordentliches leisten, gerade in unserer technisch hochentwickelten Welt. Heute gibt es eine wachsende, bestärkte Gemeinde von Syndromträgern, die sich selbst „Aspies“ nennen.

„Aspies benennen ihren Zustand nicht als Behinderung, sondern bezeichnen uns andere einfach als ‚neurotypisch’“, erklärt Max Mayer. „Auf den Treffen von Asperger-Betroffenen, die ich besuchte, entdeckte ich ein großes Spektrum von Typen, die aber alle einen Verhaltenszug gemeinsam hatten: Sie waren nicht in der Lage, bei anderen instinktiv oder durch Mimik Gefühle einzuschätzen. Dieser Aspekt der Welt ist für sie sehr mysteriös. Trotzdem wird das Syndrom auch mit einigen echten Genies in Verbindung gebracht.“

In der Entwicklung der Figur siedelte Mayer die Figur des Adam am oberen Ende dieses Spektrums an: Sehr intelligent, in der Lage, ohne Hilfe sein unkonventionelles Leben zu führen, aber auch romantisch isoliert, weil die Welt in seinem Innersten für ihn bisher unerreichbar war, bis ihn das Interesse seiner neuen Nachbarin Beth zwingt, sich dieser Welt zu stellen. „Adam funktioniert auf vielen Ebenen wirklich gut, interessiert sich für einige coole Dinge, wie etwa Astronomie oder Theater. Aber im Grunde lebt er abgeschnitten von der Außenwelt. Er kommt schon zurecht, bemerkt aber, dass etwas fehlte in seinem Leben, als er auf Beth trifft.“

In der Skizzierung von Beth ging es Mayer darum, einen unberechenbaren Charakter-Mix zu erschaffen. Beth sollte das genaue Gegenteil von Adam sein – eine sehr emotionale, intuitive, gesellige und lebendige Frau, die nach einer Liebe sucht, die tiefere Gefühle produziert, als sie sie bisher erlebte. Beth ist ein absoluter Profi was das Daten in New York betrifft, sie glaubt schon alles gesehen zu haben. Aber Adam ist eine ganz spezielle Erfahrung. Zuerst wird sie von seinem Aussehen angezogen, ist dann überrascht, dass ihn sein merkwürdiges Verhalten und seine ungewöhnliche Intensität sogar noch interessanter machen. Schließlich muss sie sich eingestehen, dass sie aller Unterschiede zum Trotz solche Gefühle noch bei keinem anderen erlebt hat.

„Als Beth Adam begegnet, weiß sie noch gar nichts über ihn“, verdeutlicht Mayer. „Als sie schließlich vom Asperger Syndrom erfährt, ist sie bereits so an ihm interessiert, dass Asperger nichts mehr als eine zusätzliche Information ist. Natürlich findet sie ihn süß, aber als sie sich besser kennen lernen, beeindruckt sie vor allem seine Aufrichtigkeit. Danach hat sie sich wirklich gesehnt, weil sie so etwas aus ihren früheren Beziehungen überhaupt nicht kennt.“

Es ist Bestimmung, dass beim Aufeinandertreffen von Adam und Beth die Funken sprühen, aber es bringt beide auch dazu, sich weiter zu entwickeln, wie sie es bisher nicht für möglich gehalten hatten. „Beide sehen im anderen etwas Befreiendes“, erläutert Mayer. „Beth ist für Adam wie der Besuch einer Abschlussklasse im Fach ‚Menschliche Beziehungen’. Durch sie lernt er so vieles über den Umgang mit der Welt. Adam hingegen zeigt Beth, sich völlig ungezwungen auszudrücken, aufrichtig zu leben und sich endlich so zu geben, wie sie wirklich ist.“

Als Leslie Urdang, Mayers langjährige Theaterproduzentin, das Drehbuch gelesen hatte, wollte sie daraus unbedingt den ersten gemeinsamen Film machen. Sie brachte Dean Vanech, ihren Geschäftspartner bei Olympus Productions, und die unabhängige Produzentin Miranda de Pencier mit ins Team. „Was wir alle an diesem Drehbuch so anziehend fanden“, so Urdang, „war zum einen eine Lovestory, die es so noch nicht gegeben hat, aber auch dieses Gefühl, das wir alle kennen, diese Sehnsucht, eine Verbindung zu jemandem aufzubauen. Max kenne ich schon sehr lange, ich weiß wie klug er und wie groß sein Herz ist. Und dieses Herz spürt man wirklich auf der Leinwand.“

„In diesem Film wird eine erfrischend neue Geschichte über Liebe, Vorurteile und Kommunikation erzählt“, fügt Miranda de Pencier hinzu. „Es geht darum, wie schwer es ist, eine Beziehung aufzubauen, sich auf jemanden einzulassen, und darum, dass wir alle Menschen sind und immer weiter nach irgendeiner Art von Liebe suchen werden. Was meiner Ansicht nach jeden so begeisterte, war, dass diese Geschichte so viel Gefühl und Spaß beinhaltete.“

Produktion: Rose Byrne spielt Beth

Als Adam, nach dem Tod seines Vaters erstmals auf sich allein gestellt, seine neue Nachbarin Beth kennen lernt, kommt es zu einer völlig unerwarteten romantisch-chemischen Reaktion. Beth fühlt sich angezogen von diesem ungewöhnlichen smarten Mann, der so ganz anders ist, so süß und aufrichtig wirkt im Vergleich zu einigen der manipulierenden, oberflächlichen Männer aus Beths Dating-Vergangenheit. Adam ist tatsächlich ein Mann wie kein anderer, was wiederum bedeutet, dass alle modernen romantischen Regeln, die Beth so vertraut sind, hier außer Kraft gesetzt sind.

In vielerlei Hinsicht ist Beth das Yang zu Adams Yin: Als Lehrerin, die Schriftstellerin sein möchte, kennt sie sich aus in der Welt der Sozialkontakte, ist hochsensibilisiert für Gefühle, steht ihrer Familie nah, manchmal schmerzlich nah. Doch so „normal“ sie wirken mag, hat auch sie ihr eigenen „blinden Flecken“, ganz besonders dann, wenn es um Vertrauen geht.

Für die Rolle der Beth suchte Max Mayer eine junge Frau, die genau dieser unabhängige Geist auszeichnete, aber dennoch mit Hugh Dancy die Funken sprühen lassen konnte. Diese Qualitäten fand Mayer, als Dancy mit Rose Byrne Auszüge aus dem Drehbuch las. In der talentierten Australierin, die in Amerika in der Hauptrolle einer jungen Anwältin in der populären TV-Serie „Damages“ („Damages – Im Netz der Macht“) Aufsehen erregt hatte.

„Rose ist Beth sehr ähnlich“, bemerkt Mayer. „Eine schöne Frau, die auch exzentrisch und komisch ist. Sie ist eine sehr instinktiv arbeitende Schauspielerin, getrieben von dem Wunsch, so authentisch wie möglich zu sein. Sie hat immer wieder Fragen gestellt wie: ‚Bin ich an dieser Stelle traurig? Bin ich schon verliebt? Was genau passiert hier?’ Und weil diese Fragen nicht leicht zu beantworten waren, haben wir uns Zeit genommen, darüber zu sprechen und uns auf ein bestimmtes Verständnis der Figur zu einigen.“

„Rose überraschte uns wirklich sehr“, ergänzt Leslie Urdang. „Ich bin schon sehr lange ein Fan von ihr, aber es war wirklich außergewöhnlich, wie sie Humor und Schrulligkeit, Sinnlichkeit und Neugier in die Darstellung dieser jungen Frau einbrachte, die sich in einen Mann wie Adam verlieben konnte.“

Wie schon Dancy war auch Byrne vom Drehbuch sehr angetan. „In meinen Augen war das einfach eine zärtliche charmante Lovestory mit ungewöhnlich schillernden Figuren. Weil ich romantische Geschichten und menschliche Dramen liebe, fand ich sofort Zugang zu dieser Geschichte. Und hatte auch das Gefühl, dass Max die witzigen und zärtlichen Momente genau richtig dosierte und ausbalancierte.“

Byrne verstand auch auf Anhieb, warum Beth von einem so unkonventionellen Mann wie Adam angezogen wurde, ohne zu wissen, was ihn denn so ungewöhnlich machte. „Sie wirkt vielleicht ein bisschen wie eine Prinzessin von der Upper East Side“, räumt Byrne ein, „aber Beth ist auch sehr unvoreingenommen. Sie fällt keine vorschnellen Urteile und kann deshalb auch eine Beziehung mit Adam beginnen. Sie ist sehr spontan und neugierig und das zeigt sich auch in der Interaktion miteinander.“

Hilfreich war auch, dass Byrne schon jemanden mit Asperger kannte. „Ein Freund der Familie hat das Asperger Syndrom, das meiner Ansicht nach immer häufiger auftritt. Immer mehr Menschen zeigen eine Art von Autismus“, erklärt Byrne. „Mir gefällt an Beth, dass sie Adam nicht beurteilt, als sie schließlich von seinem Zustand erfährt. Denn sie findet so vieles an Adam befreiend und erfrischend. In der heutigen Zeit gibt es unzensierte Ehrlichkeit, wie er sie zeigt, sehr selten. Seine Aufrichtigkeit ihr gegenüber berührt Beth wirklich sehr.“

Am Set, in der Zusammenarbeit mit Dancy, entwickelte sich eine stimmige Chemie zwischen den beiden. „Hugh hat Adam so großartig dargestellt, dass ich später dachte ‚großer Gott, das ist nie und nimmer die Person, mit der ich die letzten Wochen verbracht habe’“, blickt Byrne mit einem Lachen zurück. „Er ist wirklich eins mit der Rolle geworden. Das war interessant, weil man als Schauspieler ständig versucht, auf Veränderungen im Blick oder auf die Körpersprache zu reagieren. Menschen mit Asperger aber können das nicht. Weil also Hugh diesen Zustand so gut vermittelte, half das dabei, diese sehr ungewöhnliche Chemie zwischen Adam und Beth zu entwickeln.“

„Ich liebe zum Beispiel die Szene“, fährt Byrne mit ihren Ausführungen fort, „in der Beth und Adam im Theater zufällig Beths Eltern treffen, und Adam über Theatergeschichte und all diese obskuren Fakten doziert. Das ist so typisch für Menschen mit Asperger, und jeder der Anwesenden ist völlig verdutzt. Momente wie diese, die irgendwie an eine Komödie der Irrungen erinnern, gibt es viele in diesem Film, in dem Adam einfach Adam ist und Beth versucht, alles so gut wie möglich zusammenzuhalten.“

Was Adam Beth bedeutet, ist nach Ansicht von Byrne fast unmöglich einzuschätzen. „Adam ist ein Lichtstrahl in ihrem Leben“, erklärt Byrne, „und Beth muss sich mit ihrer Familie und auch mit sich selbst in großem Maße auseinandersetzen. Ihre Liebesbeziehung ist bitter-süß, doch für beide ist es eine intensive und aufschlussreiche Erfahrung.“

In den Rollen von Beths Eltern, Marty und Rebecca Buchwald, deren Beziehung selbst kompliziert ist, sind Peter Gallagher und Amy Irving, Oscar®-nominiert für YENTL („Yentl“, 1983), zu sehen. Mit beiden hatte Mayer bereits auf der Bühne zusammengearbeitet. „An Peter habe ich bereits beim Schreiben des Drehbuchs gedacht“, erinnert sich Mayer. „Er stieß zum Team und hat die Rolle perfekt gespielt. Und Amy hatte ich gerade in einer Solo-Performance als Poetin Elizabeth Bishop gesehen und ich war so beeindruckt, dass ich ihr die Rolle der Rebecca angeboten habe. Ich hatte wirklich Glück, dass beide von dieser Geschichte angezogen wurden.

„Die Zusammenarbeit mit Peter und Amy war einfach wunderbar“, fügt Rose Byrne hinzu. „Peter hat diese überlebensgroße Persönlichkeit, die man wirklich für Beths Vater braucht, der ja auf sehr dominante und beherrschende Art in Beths Leben präsent und auch die Keimzelle für Beths komplizierte Beziehungen zu Männern ist. Peter ist großartig, bringt eine Arroganz und Doppelzüngigkeit in die Figur ein, so dass man nie ganz sicher sein kann, ob er ganz koscher ist. Gleichzeitig aber sieht man seine eigenen berührenden Schwierigkeiten, seine Liebe seiner Tochter zu vermitteln. Und Amy ist einfach elegant und liebenswert. Sie strahlt eine Abgeklärtheit aus, die Beth bewundert und in ihren eigenen Beziehungen zu verwirklichen versucht. Sieht man sich die Darstellungen von Peter und Amy an, wird wirklich deutlich, dass Beths Persönlichkeit sich von diesen faszinierenden Menschen ableitet. Das ist einfach sehr cleveres Casting.“

Produktion: Das Design von Adams Welt

Adam ist nicht nur eine schräge Lovestory, sondern auch eine New Yorker Lovestory. Ein Teil des Drehspaßes bestand für Max Mayer darin, zwei Gesichter New Yorks zu zeigen. Zum einen die geschäftige Metropole von Kampf und Gelegenheiten, in der Beth lebt. Zum anderen die unbekannte Stadt der verborgenen Schlupfwinkel und urbanen Wildnis, in der Adam zu Hause ist. Im Gesamtergebnis zeigt sich ein ruhigeres, grüneres und eleganteres Manhattan. Eine Insel, auf der die Liebe im Verborgenen blüht.

„Ich bin in New York aufgewachsen“, verdeutlicht Mayer, „wusste, dass New York selbst zu einem Charakter im Film wird, wenn man hier dreht. Denn die Stadt legt sich auf ihre eigene Art immer über die erzählte Geschichte und man hat nie perfekte Bedingungen. Über diesen Faktor hinaus haben wir im Film eine Figur, die mitten in der Stadt versucht, in einer Glaskugel zu leben. Das alles stellte also eine ziemliche Herausforderung dar.“

Um all diese Aspekte auch auf die Leinwand zu bringen, arbeitete Mayer eng mit einem Team von Könnern zusammen, dem unter anderem Kameramann Seamus Tierney und Produktionsdesignerin Tamar Gadish angehörten. Beide versuchten, ein Gefühl von Intimität entstehen und die Charaktere durch Details noch plastischer werden zu lassen. Gadish kreierte dafür Innensets für Adam, Beth und deren Eltern, die sich stark voneinander unterschieden. Tierney hingegen setzte auf einen warmen, zurückgenommenen visuellen Stil, der auf jede Figur individuell aufmerksam macht.

„Zu 75 Prozent bestanden unsere Anstrengungen in der Gestaltung dieses Films darin“, so Regisseur Mayer, „gemeinsam mit Hugh, Rose, Seamus und Tamar die Beziehungen der Charaktere herauszuarbeiten und zu überlegen, wie die Kamera diese reflektieren sollte. Von Moment zu Moment, so gingen wir an die Dinge heran.“

Und während dieser Momente erwies sich die Stadt auf ihre eigene Art als inspirierend. „Dreht man im Winter in New York, bedeutet das nicht nur Glamour“, räumt Leslie Urdang lachend ein. „Aber die Energie der Stadt beeinflusst das Filmemachen, und das ist sehr aufregend.“

Leslie Urdang abschließend: „Am Ende bestand die größte Herausforderung in der Produktion, in den Darstellungen und im Schnitt dieses Films darin, eine Welt zu erschaffen, in der es vorstellbar wird, dass diese beiden Menschen zusammenkommen, in der gelacht werden kann und unsere eigenen Beziehungen wieder erkennbar werden. Wir hatten ein großartiges Team, das an Max, ganz besonders aber an Beth und Adam glaubte.“

Produktion: Hugh Dancy ist Adam

Als geheimnisvoller junger Mann mit entwaffnender „Sagen-was-man-denkt“-Unschuld ist Adam das jüngste Beispiel für unvergessliche autistische Filmfiguren, die etwa Dustin Hoffman in RAIN MAN („Rain Man“, 1988) oder Peter Sellers in „BEING THERE („Willkommen, Mr. Chance“, 1979) verkörperten. Aber Adam unterscheidet sich auch deutlich von seinen Vorgängern, denn er lebt in einer Welt, in der man Menschen mit neurologischen Auffälligkeiten fast nie sieht, in der sie so gut wie verboten sind. In der Welt der romantischen Komödie, in der er etwas völlig Unerwartetes tut: Er verliebt sich, aller unglaublichen Hindernisse zum Trotz, in ein für ihn scheinbar unerreichbares Mädchen.

Um Herz und Humor bei dieser überraschenden Reise Adams vermitteln zu können, suchte Max Mayer einen besonderen Typ Schauspieler. Jemanden, der auf den ersten Blick attraktiv wirken würde, der aber auch in der Lage sein musste, sich tief und ohne Kompromisse auf eine andere Realität einzulassen, in der die typischen, mit Liebe verbundenen Gefühlskomplikationen noch unendlich komplizierter werden. Mayer dachte schon früh an Hugh Dancy, den aufsteigenden Bühnen-, TV- und Filmschauspieler, der in Amerika mit seinen jüngsten Rollen in THE JANE AUSTEN BOOK CLUB („Der Jane Austen Club“ ,2007) und CONFESSIONS OF A SHOPAHOLIC („Shopaholic – Die Schnäppchenjägerin“, 2009) bekannt geworden ist.

„Seine ausgeprägte Intelligenz war das erste, das Hugh für mich interessant machte“, erinnert sich Mayer. „Sein Verstand ist hellwach, und das ist auch in seinem Gesicht abzulesen. Für diese Rolle braucht man einen Schauspieler, der irgendwie auf sehr dynamische Art „nichts machen“ kann. Und wenige Schauspieler sind dazu in der Lage, wie ich erkennen musste. Hugh war anders. Meiner Ansicht nach konnte er sich voll auf Adam einlassen, weil er selbst eine ziemlich komplexe Persönlichkeit besitzt. Er ist ein sehr ernsthafter Schauspieler und wirklich neugierig auf die Welt.“

Dancy besaß eine weitere Eigenschaft, die für die Rolle sehr wichtig war: Furchtlosigkeit. „Bei seinem ersten Anruf“, blickt Mayer zurück, „sagte Hugh zu mir ‚Rollen, die mir Angst machen, übernehme ich mit Vorliebe, und dieses Drehbuch erschreckte mich wirklich’. Nach diesem Statement wusste ich, dass dieser junge Mann im Kampf an meiner Seite stehen würde, die ganze Zeit über. Und tatsächlich war unsere Zusammenarbeit fantastisch.“

Auch Produzentin Leslie Urdang war überzeugt, dass Dancy genau die Qualität mitbrachte, damit diese delikate Lovestory auch funktionieren würde. „Er ist sanft, witzig und bringt diese erfrischende Ehrlichkeit in Adam wirklich heraus. Man spürt, wie Herz und Verstand gleichermaßen aktiv sind. Darüber hinaus sieht Hugh so gut aus und ist so charmant, dass man leicht versteht, warum Beth bei Adam bleibt.“ Und Produzentin Miranda de Pencier fügt hinzu: „Für diese Rolle musste sich Hugh total öffnen und sehr verletzlich sein, und das gelang ihm auch.“

Vom ersten Drehbuchkontakt an war Dancy von Adam fasziniert. „Adam ist von Beginn an ein Mysterium“, so Dancy. „Er hat sehr menschliche Züge, aber auch diese merkwürdigen Eigenarten, die schwer einzuordnen sind. Er ist ein menschliches Rätsel, und die wahre Schönheit von Max’ Drehbuch erkennt man daran, dass Adams Geschichte sich nicht zu einer Art medizinischer Dokumentation entwickelt, sondern zu einer sehr clever konzipierten, emotionalen Geschichte über eine Beziehung, die ein Mann und eine Frau aufbauen.“

Trotzdem war Dancy klar, dass er in die Entwicklung dieser Figur viel Arbeit investieren musste. „Über das Asperger Syndrom wusste ich so gut wie nichts. Wenn ich also Fortschritte mit der Rolle machen wollte, musste ich mich erstmal selbst informieren. Dabei wurde mir klar, dass man gerade erst am Anfang steht, das Syndrom zu verstehen.“

Dancy las Bücher, surfte im Internet und beriet sich mit Mayer, der während des Drehbuchschreibens umfangreiche Recherchen zum Asperger Syndrom betrieben hatte. Darüber hinaus traf sich Dancy auch mit Aspies, um ein besseres Gefühl dafür zu bekommen, was es bedeutet, mit diesem Syndrom zu leben. „Sie gaben mir sehr bereitwillig Auskunft“, erinnert sich Dancy. „Für mich war das von unschätzbarem Wert, ihnen zuzuhören und sie beim Reden zu beobachten. Daran führte für mich kein Weg vorbei, das gehörte zu meiner Verantwortung.“

Trotzdem hatte er gelegentlich das Gefühl, einen Drahtseilakt zu vollführen. „Sich auf diese Rolle vorzubereiten, war größtenteils ein ziemlich einsamer Prozess, gerade weil sich Adams Leben so sehr in seinem Kopf abspielt. Für mich bestand die Herausforderung darin“, fährt Dancy fort, „eine Reihe völlig unterschiedlicher Reaktionen auf typische Situationen zu lernen. Damit entfernte ich mich weit von dem Bereich, in dem ich mich sicher fühle. Denn ein Schauspieler lebt von Interaktionen und Reaktionen, Adam aber nicht. Obwohl ich mich sehr gut vorbereitete, war für mich jeder Tag ein Wagnis.“

Ungeachtet dessen empfand es Dancy letztlich als großes Glück, diese Rolle spielen zu können. „Ich hatte wirklich großen Spaß dabei, denn Adam hat etwas so Liebenswertes an sich. Es gibt keine verborgenen Absichten, keine Unaufrichtigkeit, kein falsches Spiel. Er spricht immer aus, was wir alle gerne sagen würden, wenn uns die gesellschaftlichen Konventionen nicht hindern würden. Besonders gefiel mir das etwas seltsame Umwerben von Beth. Manchmal kann Adam eine sehr witzige Figur sein, aber wichtig für mich war, nie diese Figur zu verlassen, nur um einen Gag zu platzieren. Nie durften wir zu weit mit dem Humor gehen, das spürten Max und ich gleichermaßen.“

Eine Frage aber blieb ungelöst: Konnte sich jemand wie Adam, der so auf seiner einsamen Insel einer veränderten Wahrnehmung gefangen ist, wirklich in Beth verlieben? Die Antwort, glaubt Dancy, hängt ausschließlich davon ab, wie man selbst Liebe definiert. Adam weiß vielleicht nicht, wie das ist, sich Hals über Kopf zu verlieben, ganz bestimmt aber verändert Beth seine Weltsicht.

„Für mich ist ADAM – EINE GESCHICHTE ÜBER ZWEI FREMDE. EINER ETWAS MERKWÜRDIGER ALS DER ANDERE auf jeden Fall eine Lovestory über den Kontaktversuch von zwei jungen Menschen in New York“, fasst Hugh Dancy zusammen. „Das Interessante an Adam ist aber, dass er wahrscheinlich die Frage nach dem Verliebtsein weder sich noch anderen stellen würde. Denn das würde für ihn, der Gefühle völlig anders betrachtet, von vornherein keinen Sinn machen!“

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