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Fakten und Hintergründe zum Film "Abraham Lincoln Vampirj?ger"

Fakten und Hintergründe zum Film "Abraham Lincoln Vampirj?ger"

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Über die Produktion

„Abraham Lincoln Vampirjäger“ erforscht das geheime Leben des 16. US-Präsidenten und erzählt eine bisher unbekannte Geschichte von der Entwicklung der Vereinigten Staaten von Amerika. Die visionären Filmemacher Tim Burton und Timur Bekmambetov – bekannt als Regisseur von WANTED („Wanted”, 2008) – bereiten das altbekannte Untotengenre neu auf, stellen Lincoln als einen der größten Vampirjäger aller Zeiten vor.

Abraham Lincoln. Vampirjäger. Allein diese Worte künden von etwas Unerwartetem, wenn nicht sogar Bizarrem. Dennoch haben sich die Filmemacher dieser Idee vollends verschrieben. In ihrer Arbeit porträtieren sie einen Mann und Anführer, den wir alle kennen und dessen Taten die amerikanische Nation geformt haben – und verbinden dies mit einer nervenzerrenden, actionreichen Vampirgeschichte.

Gleichzeitig zu den historischen Ereignissen wird der große Staatenlenker in ABRAHAM LINCOLN: VAMPIRE HUNTER auch als der erste Superheld des Landes präsentiert. Tim Burton erläutert: „Lincolns Leben entspricht dem eines klassischen Superhelden. Wir kennen diese Art Figuren aus den Comics. Er ist eine duale Persönlichkeit. Tagsüber ist er Präsident der USA, nachts ein Vampirjäger.”

Diese Dichotomie zeichnet den Lincoln aus, den wir im Film treffen. „Er ist zugleich ein gewöhnlicher und ungewöhnlicher Mann,” sagt Regisseur Timur Bekmambetov. Und Drehbuchautor Seth Grahame-Smith, der seinen gleichnamigen Bestseller für die Leinwand adaptiert hat, fügt hinzu: „Lincolns Lebensgeschichte ist die eines archetypischen Superhelden. Es gibt fast keinen klassischeren Supehelden als ihn. Vergessen wir mal die Vampire. Lincoln hatte keine Familie, keinen Namen und kein Geld. Seine Mutter starb, als er noch ein Jugendlicher war. Mehr noch: Alle Leute, die er geliebt hatte, starben früh. Ohne echte Ausbildung, nur mit einem brillanten Kopf gesegnet, wurde er Präsident und rettete die Nation.”

Diese Themen interessierten Burton, seinen Mitproduzenten Jim Lemley und Timur Bekmambetov. Noch bevor Grahame-Smith seinen Roman fertig geschrieben hatte, hörte Burton den Titel, der ihn sofort inspirierte. „Der Titel klang ganz nach einem Film, den ich gerne sehen würde,” erläutert Burton. „Er versprach die verrückte Energie jener Filme, die ich in meiner Jugend so geliebt hatte. Diese durchgeknallten Horrorfilme, die sich ganz verschiedener Versatzstücke bedienten.”

Lemley, der mit Burton und Bekmambetov den Animationsfilm 9 („#9”, 2009) produziert hatte, fand, dass Burtons Stil sich für diesen Stoff ganz wunderbar eignete: „Tim versteht es perfekt, ganz normale Bilder und Geschichten vollkommen auf den Kopf zu stellen, um sie dann aus einer ganz ungewöhnlchen Perspektive zu erzählen.”

Zudem passt ABRAHAM LINCOLN: VAMPIRE HUNTER genau in die ästhetische und kreative Welt Bekmambetovs. Der russische Filmemacher hat den Kassenhit WANTED verantwortet und davor schon mit NOCHNOI DOZOR („Wächter der Nacht”, 2004) und DNEVNOY DOZOR („Wächter des Tages”, 2006) bei Publikum und Kritik reüssiert – beides gleichermaßen überzeugende wie fantastische Vampirfilme.

Wie Burton malt auch Bekmambetov gerne mit breitem Strich, setzt auf visuell überwältigende Bilder. Es war die zentrale Idee und die Rafinesse dieser Geschichte, die den russischen Filmemacher anzog: „Ich war sofort Feuer und Flamme, weil die Geschichte so klar, einfach und stark ist.”

Ursprünglich war Bekmambetov nur als Produzent vorgesehen, aber Burton überzeugte ihn auch Regie zu führen. „Ich wollte Timurs Version dieser Geschichte auf der Leinwand sehen!”, sagt Burton. „Es ist ein großes Plus, dass Timur aus einem anderen Land stammt. Er hat einen anderen Blick auf die Personen und historischen Gegebenheiten.”

Der „Vampirjäger”-Teil der Geschichte garantiert Thrill, Horror und Stunts, darüber vergaßen die Filmemacher jedoch nie, dass sie auch eine überaus beliebte Persönlichkeit porträtieren wollten – eine geradezu überlebensgroße Figur, die die USA geformt hat und deren Wirken bis in die heutige Zeiten nachhallt. „Alles sollte sehr geradlinig präsentiert werden,” weiß Grahame-Smith. „Wir zwinkern dem Publikum eigentlich nie zu. Tim Burton unterstützte diese Vision mit Leib und Seele.”

Grahame-Smith erzählt, dass ihm die Idee zu Abraham Lincoln: Vampire Hunter während seiner Promotionstour 2009 zu seinem Vorgängerbuch Pride and Prejudice and Zombies kam, in dem es auch um die unerwartete Verbindung zweier verschiedener Welten geht. Der (Drehbuch-)Autor erinnert sich: „Damals jährte sich Lincolns Geburtstag zum 200. Mal. In den Auslagen der Buchläden gab es eigentlich nur zwei Sorten von Büchern: Die einen waren Biographien über Lincoln, die anderen Vampirthriller wie Twilight oder die Sookie-Stackhouse-Romane, auf denen die Erfolgsserie „True Blood” basiert. So kam ich auf den Gedanken, diese beiden Themen miteinander zu verquicken.”

Grahame-Smiths Vampire sind das glatte Gegenteil von jenen, die in diesen Büchern beschrieben werden. Sie sind keine romantischen Figuren, sondern stehen ganz in der Tradition von klassischen Vampirfilmen. „Die Vampire in unserem Film sind weder romantisch noch freundlich noch glitzern sie,” merkt er an. „Unsere Vampire sind blutrünstig und verschlagen – und was sie besonders erschreckend macht ist, dass sie Teil des Alltagslebens geworden sind. Sie arbeiten als Schmied, Apotheker und Banker.”

Der Erzfeind der Vampire ist eine der beliebtesten Figuren der amerikanischen Geschichte, viele sehen ihn als den bedeutesten US-Präsidenten überhaupt an. Die Geschichte deckt 45 Jahre des Lebens des Präsidenten ab, spielt zwischen 1820 und 1865. Schauplätze sind Kentucky, Illinois, Louisiana und natürlich die Hauptstadt Washingston D.C. Nun stellte sich die Frage, wer die Nachfolge all jener berühmter Schauspieler antreten könnte, die zuvor schon mutige Vampirjäger gespielt haben. Den Zuschlag erhielt Bühnenschauspieler Benjamin Walker, der zufälligerweise schon „präsideale” Erfahrung mitbrachte – er hatte 2010 die Hauptrolle in dem Broadway-Stück „Bloody Bloody Andrew Jackson” gespielt.

„Ben bringt sowohl die humane als auch die schlitzohrige Qualität mit, die wir für die Rolle notwendig erachteten,” sagt Tim Burton. Und Jim Lemley fügt hinzu: „Ben versteht es, Lincolns Ehrlichkeit, Integrität und Mut in dem Part zu vereinen – und man nimmt ihm auch seine Zielsetzung ab.”

Walker begeisterte die Möglichkeit, Präsident Lincoln zu spielen, zu zeigen, was ihn so groß machte. Gleichzeitig wollte er aber auch den Menschen hinter der Anführerpersönlichkeit sichtbar machen. „Die Gefahr, eine Ikone zu spielen, besteht darin, dass man schnell übermenschlich wirkt,” weiß der Schauspieler. „Man muss sich trauen, so eine Rolle auch verletzlich, ja manchmal sogar etwas dumm anzulegen. Glücklicherweise waren Tim und Timur vollkommen damit einverstanden, dass ich Abraham als Mann mit Fehlern, Ängsten und Konflikten porträtieren wollte.”

„Die menschliche Seite ist bei dieser Art von Figuren die absolut wichtigste,” pflichtet Burton dem bei. „Diese Figur muss einfach eine gehörige Portion Humor mitbringen, sonst hat sie überhaupt keine Chance, als Vampirjäger zu überleben.”

Walker, ein 1,89 Meter großer, in Juilliard ausgebildeter Schauspieler, besitzt definitiv die Figur, um den schlaksigen Lincoln zu verkörpern. Aber besaß der damals 29-jährige Schauspieler auch die Gesichtszüge und das Talent, um den markanten Bürgerkriegshelden, den man von zahlreichen Abbildungen aus Geschichtsbüchern her kennt, entsprechend glaubwürdig darzustellen?

Bekmambetov, Burton und Lemley stellten Walker auf die Probe. Sie machten mit ihm einen Screentest, ließen ihn mittels Make-up zum 55-Jährigen „altern” und baten ihn, Lincols legendäre Gettysburg Address zu rezitieren. Walker überwältigte die Filmemacher förmlich. „Meine Reaktion war: ‚Oh mein Gott, vor mir steht Abraham Lincoln und er hält die Gettysburg Address!”, erinnert sich Lemley. Nun stand Walker noch vor der schwierigen Aufgabe, beeindruckende 15 Kilogramm abnehmen zu müssen, um als hagerer Lincoln wirklich durchgehen zu können. Ganz abgesehen davon, dass er auch noch Hunderte von Stunden Waffentraining absolvieren musste, um glaubhaft als ultimativer Vampirjäger dazustehen.

Ehe wir Walker als erwachsenen Abraham Lincoln kennenlernen, treffen wir ihn als Kind. Seine Reise beginnt, als seine Mutter von einer unbekannten Krankheit niedergestreckt wird – und als deren Ursache der kleine Abraham sofort einen Vampirbiss erkennt. Nancy ist eine intelligente Frau mit Herz, die ihrem Sohn einen wichtigen Ratschlag mit auf den Weg gibt: „Bis wir alle frei sind, sind wir alle Sklaven.” Diese Abschiedsworte wird Abraham nie vergessen, sie prägen seine Sicht zum Thema Sklaverei. Und er wird auch nie vergessen, wer für den Tod seiner Mutter verantwortlich ist: Ein Vampir (und Geschäftsmann vor Ort) namens Jack Barts, der von Marton Csokas gespielt wird und dem Abraham Rache schwört.

Seine erste Attacke gegen Barts schlägt fehl, Abraham selbst entkommt nur knapp mit dem Leben. Der charismatische Henry, ein Lebemann und Freund der Frauen, rettet ihn in letzter Sekunde. Henry, gespielt vom britischen Schauspieler Dominic Cooper, ist nicht an simpler Rache interessiert. Er empfiehlt Abraham, seinen Zorn zu kontrollieren, stärker und überlegter zu werden, um dann seine Fähigkeiten fürs Wohl der Menschheit einzusetzen. „Du hast die Wahl,” sagt Henry zu Abraham, „du kannst etwas ganz Außergewöhnliches leisten oder dich mit simpler Rache begnügen.”

„Henry empfindet die Rachegelüste des jungen Mannes einfach als uninteressant,” sagt Cooper. „Er sieht, dass Abraham viel mehr Potenzial besitzt, er erkennt, dass dieser über sich und seine selbstsüchtigen Rachegelüste hinauswachsen kann.”

Henry unterweist Abraham – physisch und intellektuell – in der hohen Kunst der Vampirjagd, um ihn so für größere Aufgaben zu rüsten. Dabei ist Henry alles andere als eine fehlerlose Person. „Henry ist zwar ein echter Fachmann in Sachen Vampirjagd, aber er ist auch sehr extravagant,” weiß Cooper. „Er genießt das Leben in vollen Zügen und lässt auch keine Ausschweifungen aus.”

Gewisse Entdeckungen führen dazu, dass Abraham Henrys wahre Beweggründe zu hinterfragen beginnt. Ist er mit Leib und Seele Vampirjäger oder nur ein böser Manipulator mit düsteren Absichten?

Eine Person ohne Fehl und Tadel ist hingegen Abrahams Freund und Leibwächter Will, den Anthony Mackie spielt. Die Figur, die es so im Buch nicht gibt, ist maßgeblich für Abrahams weitere Entwicklung.

Mackie gesteht, dass er sich zu dem Projekt hingezogen fühlte, weil es ihm die Chance bot, mit Bekmambetov und Burton zusammenzuarbeiten. Die Filme der beiden habe er seit jeher bewundert. „Ich liebte WANTED und mir gefiel, dass ABRAHAM LINCOLN: VAMPIRE HUNTER ein historischer Film ist, der die Geschichte auf den Kopf stellt,” sagt der Schauspieler. „Tim Burton bringt in allem, was er macht, einen magischen Aspekt mit ein. Diesmal ist es eine Unterwelt, die man so noch nie gesehen hat.”

Die einzige Person, die Abraham nach näher steht als Will, ist dessen Gattin Mary, die von Mary Elizabeth Winstead verkörpert wird. Schon bei ihrem ersten Treffen in einem Gemischtwarenladen in Springfield, Illinois, sprühen die Funken. Die Atmospäre ist herzlich und fröhlich und steht im harten Kontrast zum dunklen, geheimen Leben Abrahams als Vampirjäger.

„Der Beginn der Beziehung von Abraham und Mary entspricht der einer romantischen Komödie,” sagt Winstead. „Sie sind jung und sie verstehen sich auf Anhieb. Die Chemie stimmt. Ihr imponiert seine Intelligenz, seine Integrität und sein Humor.” Ihre Gefühle füreinander werden im Verlauf eines Picknicks offenkundig, bei dem Abraham Mary erstmals sein anderes Leben beichtet. Da die Sonne jedoch scheint, pastorale Ruhe herrscht und die Umgebung romantisch ist, glaubt Mary, dass Abraham nur scherzt – und so brechen beide in schallendes Gelächter aus.

In Wirklichkeit gibt es aber über Abrahams tödliches Geheimnis wenig zu lachen. Nach dem „Picknick-Geständnis” beschließt er, Mary aus seinem Leben als Vampirjäger herauszuhalten. „Die Beziehung zu Mary macht Abraham das Leben noch schwerer. Denn nun muss er entscheiden, was ihm wichtiger ist: Seine Ehe oder sein Schwur, die Untoten zu jagen,” erläutert Walker. „Und da wir alle wissen, dass Abraham ein aufrichtiger Mann ist, muss er sich fragen, inwieweit er wirklich vollkommen aufrichtig zu Mary ist.”

„Das ist ein höchst interessanter Aspekt, mit dem alle Paare über die Jahrhunderte konfrontiert sind,” fährt Walker fort. „Wie bringt man seine Beziehung und seine Passion – in diesem Fall das Vampirjagen – unter einen Hut?” Dieses Geheimnis führt zu einer tiefen, unausgesprochenen Kluft in ihrer Beziehung. „Mary ist nicht Teil jenes Lebens, das für die Spannungen verantwortlich ist,” sagt Winstead. „Sie weiß, dass Abraham etwas vor ihr verheimlicht. Aber sie kann nicht danach fragen, was es ist.”

Zwischen Abraham und seinem Erzfeind Adam, dem Oberhaupt aller Vampire, gibt es kaum Geheimnisse. Als erster seiner Art verfügt Adam, gespielt von Rufus Sewell, über beinahe grenzenlose Kräfte. (Drehbuch-)Autor Seth Grahame-Smith, der diese zentrale Figur speziell für den Film erfunden hat, gefiel die Idee, jemanden zu erschaffen, der schon ewig gelebt hat. „Ich stellte mir vor, wie es für jemanden sein müsste, der schon Hunderttausende von Jahren auf dieser Welt gelebt hat – jemand, der schon da war, als man die Pyramiden baute,” räsoniert Grahame-Smith. „Zu was für einer Art von Person würde so jemand werden?”

Adam ist ein Krieger, Anführer, Politiker und Pragmatiker. Mit seinem aristokratischen Auftreten und seinem Südstaaten-Herrenhaus inmitten einer Plantage mutet Adam wie ein böswilliger Rhett Butler an – eine Mischung aus Eleganz und Gefahr. Seine Ziele sind, so Tim Burton, recht nachvollziehbar: „Die Vampire haben alle moralischen Skrupel über Bord geworfen. Adam und die Seinen suchen nur nach einem Platz, den sie ihr Zuhause nennen können – und das um jeden Preis. Er will Freiheit für sich und seinesgleichen – und die geht auf Kosten vieler anderer.”

Adam hofft, dass Abraham ein wertvoller Verbündeter wird, doch dieser entwickelt sich stattdessen zu seinem Todfeind. „Adam ist trotz all seiner Fähigkeiten zunächst ein Politiker und Pragmatiker – genauso wie Abraham,” führt Sewell aus. „Und für ihn ist es toll, dass er die Möglichkeit erhält, Lincoln zu treffen. Von Krieger zu Krieger, von Präsident zu Präsident sozusagen, denn Adam sieht sich selbst als Führer einer Art Vampirnation. Adam setzt gegen Lincoln zunächst keine Gewalt ein, denn er würde diesen viel lieber auf seiner Seite wissen.”

Abraham lehnt Adams Allianzangebot jedoch kategorisch ab und muss daraufhin mit der ganzen Wut des Vampirs fertig werden. „Adam kann sich vom gebildeten, weltgewandten und freundlichen ‚Mann’ in eine Bestie verwandeln, die in der Lage ist, seinem Gegenüber den Kopf abzureißen und diesem dann aus dem geöffneten Hals die Lunge herauszusaugen,” weiß Sewell.

Adam kommandiert eine Armee von Vampiren, sein Leutnant und Leibwächter ist ein gutaussehender weiblicher Vampir namens Vadoma, in deren Rolle Erin Wasson schlüpft. Wasson charakterisiert Vadoma als „Killerin und Frau weniger Worte. Sie und Adam sind ein gutes Team.”

Vadoma ist eine furchteinflößende Soldatin, ihre Uniform hat mit der der Konföderierten-Armee nichts mehr zu tun. Der sexy Vamp bevorzugt eine Lederkorsage – ihre Rüstung, wenn man so will – und darüber trägt sie eine Jacke mit hohem Kragen. „Und sie kann mit den (Vampir-)Jungs perfekt mithalten,” fügt die Schauspielerin schmunzelnd hinzu.

Vadoma, Adam und Abraham sind die Schlüsselfiguren in einer der zentralen Szenen des Films – dem Showdown in Adams Plantage, wo Abraham im Alleingang (und mit einer Axt bewaffnet) Dutzende von Vampiren niederstreckt. Bekmambetov nennt diese Szene den „Todeswalzer”, weil die Action urplötzlich losbricht… im Verlauf einer Party, bei der die Gäste zunächst langsam tanzen.

Der Kontrast in dieser Szene könnte nicht größer sein. Sie beginnt ruhig und elegant, nur um dann überaus gewalttätig zu explodieren. „Die Schlacht ist unglaublich energiegeladen und schnell, sie stellt quasi alles in den Schatten, was man bislang in punkto Kampfszenen im Kino gesehen hat,” sagt Lemley. „Die Sequenz fängt an, als stamme sie aus Vom Winde verweht und dann rasen Menschen durch den Raum, Vampire springen von der Decke herab und abgeschlagene Köpfe fliegen durch die Luft.”

Das Plantagengemetzel ist nur eine der großen Actionszenen. Da gibt es zum Beispiel noch die Bürgerkriegsschlacht, bei der die Soldaten der Union von ihren konföderierten Widersachern überrannt werden – denn sie besitzen Kräfte, mit denen niemand gerechnet hat. Dann ist da noch diese Massenpanik, die man im Kino so auch noch nicht gesehen hat: Hier nimmt Abraham schließlich Rache an dem Vampir Jack Barts, der einst seine Mutter getötet hat. Hier bewegt sich Abraham auf, unter und zwischen Tausenden von Pferden. Er rennt, springt, kämpft, legt alle Kraft in die wütende Auseinandersetzung mit seinem mächtigen Erzfeind. Die Szene ist ein Juwel in Sachen visueller Effekte, die von Craig Lyn und Weta Digital verantwortet wurden. Die Firma genießt einen hervorragenden Ruf und zeichnet unter anderem verantwortlich für die Effekte von AVATAR („Avatar – Aufbruch nach Pandora”, 2009) und RISE OF THE PLANET OF THE APES („Planet der Affen: Prevolution“, 2011).

Abraham ist schon in die Jahre gekommen und seit einiger Zeit Präsident, als er zur letzten Schlacht gegen die Vampire aufbricht. In und auf einem dahinrasenden Zug ist er nach Gettysburg, Pennsylvania, zur entscheidenden Schlacht des Bürgerkriegs unterwegs. Für diese Szene, bei der den Kräften der Schwerkraft getrotzt wird, haben die Filmemacher eine Lokomotive samt Kohlenwagen in Originalgröße nachbauen lassen. Zudem gaben hier die modernen digitalen Möglichkeiten Bekmambetov jene Mittel zur Hand, die er brauchte, um seine überbordende Fantasie in entsprechende Bilder umsetzen zu können.

Diese (digitalen) Action-, Kampf- und Stuntszenen entstanden jedoch nicht in Hollywood und auch nicht im Produktionshauptquartier New Orleans, sondern Tausende Kilometer entfernt in Kasachstan, wo Kampfchoreograph Igor Tsay und dessen Nahkampfschule Kun-Do zu Hause sind. Tsay und sein Team arbeiteten hier auf Storyboards ihr ausgeklügeltes Kampfkonzept aus, das dann in Moskau verfeinert und fertiggestellt wurde.

In den Wochen vor den Dreharbeiten trainierten der berühmte Stunt-Koordinator Mic Rodgers (MR. & MRS. SMITH, „Mr. & Mrs. Smith”, 2005; WANTED; THE FAST AND THE FURIOUS, „The Fast and the Furious”, 2001) und Kampf-Koordinator Don Lee (PIRATES OF THE CARIBBEAN: ON STRANGE TIDES, „Pirates of the Caribbean: Fremde Gezeiten”, 2011) mit Walker, um ihn in jenen kampferprobten, axtschwingenden Vampirjäger zu verwandeln, den man auf der Leinwand sieht. Zu Walkers anstrengendem Traingsprogramm zählten Treten, Yoga, Boxen sowie endlose Übungsstunden mit Lincolns Lieblingswaffe, einer speziell geformten Axt.

Walker war von seinen Trainern mehr als beeindruckt. „Ben ist ein ganzer Kerl und einer der besten Schauspieler, mit dem ich je gearbeitet habe,” lobt wiederum Rodgers seinen Schüler. „Wir haben ausgefeilte Martial-Arts-Techniken aus Hongkong mit brutalem Kneipen-Faustkampf vereint und Ben hat dies spielerisch gemeistert.” Darauf der bescheidene Mime: „Na ja, dafür habe ich mir auch immer wieder mit der Axt auf den Kopf gehauen.”

Die Axt und viele andere Requisiten waren die Arbeit von Chefrequisiteur Guillaume DeLouche. Er stellte sich mit seinem hoch spezialisierten Team in den Dienst der Produktion. Ein Glücksfall, gehören er und seine Mannschaft doch zu den ganz wenigen verbliebenen Handwerkern, die es verstehen,Waffen historisch korrekt herzustellen – seien es nun Messer, Äxte, Pistolen oder Gewehre. Alle Waffen waren exakte Nachbauten jener, die man im 19. Jahrhundert benutzte – und sie wurden obendrein wie damals gefertigt.

Abrahams Axt selbst ist ein ingenieurtechnischer Geniestreich, kann man sie doch in eine Pistole umfunktionieren. Sie wurde von einem Waffenschmied und einem Messermacher gefertigt und der Schaft wurde aus Hickoryholz geschnitzt. „Wir nahmen Alltagsgegenstände aus jener Zeit und versahen sie mit einen modernen Dreh,” erläutert Tim Burton. „Jederman kennt Musketen, Bajonette und Äxte, aber noch nie ist jemand auf die Idee gekommen, all diese Waffen zu einer zu vereinen.”

Ihre Basis hatte die Produktion in der großartigen, unverwüstlichen und historischen Stadt New Orleans, in der einige bestens erhaltene Häuser stehen, die älter als 150 Jahre sind. Die Großstadt in Louisiana ist für ihre Vampirgeschichten berühmt, aus ihr stammt die Interview with a Vampire-Autorin Anne Rice und außerdem – so Jim Lemley – „haftet New Orleans etwas Nervöses und Beunruhigendes an.” François Audouy war für das Produktionsdesign verantwortlich, das er in der historischen Realität verankerte. Er kreierte zudem wunderbare, majestätische Sets, darunter die bereits erwähnte Plantage sowie die Lokomotive, die gen Gettysburg rast.

Eine weitere Schlüsselfigur bei der Neuschaffung von Lincolns Welt war der legendäre Chefkameramann Caleb Deschanel, ASC, der bereits fünf Mal für einen Oscar nominiert wurde, unter anderem für THE NATURAL („Der Unbeugsame”, 1984) und THE RIGHT STUFF („Der Stoff, aus dem die Helden sind”, 1983). Darüber hinaus hat er bei so bekannten Filmen wie THE BLACK STALLION („Der schwarze Hengst”, 1979) oder BEING THERE („Willkommen, Mr. Chance”, 1979) das Licht gesetzt. Er benutzte „neue” Techniken, um das „Alte” korrekt einzufangen. Er entschloss sich, digital zu drehen, wählte die High-Tech-Kamera Arri Alexa, um seinen Bildern die richtige historische Patina zu verleihen. „Timur und ich drehten einen Film, der um historische Ereignisse kreist, der in der Vergangenheit spielt, also sahen wir uns viele Fotos aus jenen Tagen an,” erklärt Deschanel. „Auf den meisten dieser Bilder erscheint alles perfekt aufgeräumt, alles mutet geordnet, fast statisch an. Das wollten wir nicht. Wir wollten, dass unsere Bilder raue ‚Ränder’ haben, alles sollte eher unperfekt aussehen.”

Deschanels überaus penible Arbeitsweise resultierte in geradezu magischen Ergebnissen, setzte aber ein hohes Maß an Geduld voraus. Benjamin Walker erinnert sich: „Ich saß da in meinem Make-up und der (Alters-)Maske und schwitzte, während Caleb sich wegen einer nicht angezündeten Kerze echauffierte. Ich dachte mir: ‚Zur Hölle mit der Kerze!’ Und dann sahen wir am Abend die Muster und ich dachte mir: ‚Verdammt, diese Kerze macht die ganze Szene aus’. Ich fühlte mich wirklich in einer anderen Zeit und einer anderen Welt. Und zufälliger Weise gibt’s dort auch Vampire.”

Die Kombination aus historischer Atmosphäre, dem ungewohnten Blick auf den 16. US-Präsidenten und die Armee von Untoten, die dieser jagt, macht diesen Film zu etwas, was man so zuvor noch nie gesehen hat. Für den Autor der Romanvorlage, Seth Grahame-Smith, ist der Film der Höhepunkt einer Reise, die mit dem Verfassen seines Bestsellers begann. Ein Schlüsselelement, die Persönlichkeit Lincolns korrekt einzufangen, bestand darin, dass auch dessen Humor sichtbar wurde. „Er konnte, wenn er wollte, der Mittelpunkt einer jeden Party sein, er war ein spannender, sehr unterhaltsamer Mann,” fasst Grahame-Smith zusammen. „Ich glaube, er hätte unseren Film geliebt.”

„Ich genieße es immer, bei jedem meiner Filme etwas Neues zu entdecken. Etwas zu schaffen, was ich so noch nie zuvor gesehen habe,” fügt Jim Lemley hinzu. „Auch wenn unsere Geschichte etwas verrückt ist, wird sie dem Charakter ihres Helden überaus gerecht.”