Abi '97 - Gefühlt wie damals

  

Filmhandlung und Hintergrund

Amüsante Sat.1-Komödie über fünf Jugendfreunde, die mit 40 ein zweites Mal ihr Abitur machen müssen.

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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2 Bewertungen
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Kritikerrezensionen

  • Abi '97 - Gefühlt wie damals: Amüsante Sat.1-Komödie über fünf Jugendfreunde, die mit 40 ein zweites Mal ihr Abitur machen müssen.

    Die Sat.1-Komödie erzählt die ebenso amüsante wie nachdenkliche Geschichte von fünf Jugendfreunden, die mit 40 ein zweites Mal ihr Abitur machen müssen.

    Aufgrund eines Formfehlers wird dem kompletten 97er-Jahrgang eines Münchener Gymnasiums das Abitur aberkannt. Auf diese Weise findet eine alte Clique wieder zusammen, die sich im Lauf der Jahre aus den Augen verloren hat. Schon allein die Besetzung des Quintetts kann sich sehen lassen. Tom Beck fungiert zwar als Erzähler, aber alle fünf sind gleichberechtigt, „Abi ’97“ ist ein echter Ensemblefilm. Sehenswert ist die Komödie, weil sich die fünf Hauptfiguren zum Zeitpunkt der Handlung alle an einer potenziellen Gabelung ihres Lebenswegs befinden, auch Neuropsychologe Christian (Beck), der davon zunächst allerdings keine Ahnung hat: Er genießt sein Dasein an der Seite seiner attraktiven Freundin Simone (Christine Eixenberger) und fällt aus allen Wolken, als sie schwanger wird. Für Jochen (Axel Stein) dagegen läuft es nicht so toll: Nach dem Scheitern seiner Ehe ist er zurück zu seinen nur bedingt begeisterten Eltern gezogen. Radiomoderator Piet (Rick Kavanian) hat Angst, sich zu binden, und erfindet deshalb gegenüber seiner Freundin Claudia (Kristina Dörfer) eine Familie. Die begnadete Köchin Maria (Jana Pallaske) führt ein eigenes Restaurant, ist jedoch sexsüchtig, weshalb sie ihrem sympathischen Kellner (Jerry Hoffmann) immer wieder einen Korb gibt. Die etwas chaotische alleinerziehende Anwältin Lisa (Diana Amft) ist im Grunde die einzige, die mit ihrem Leben rundum zufrieden ist. Da sie schon zu Schulzeiten ein Auge auf Jochen geworfen hat, kommt das Wiedersehen zur rechten Zeit; aber Jochen traut sich nicht. Schade nur, dass die Bindungsängste von Piet und die Sexsucht von Maria wie Drehbucheinfälle wirken, die die Figuren interessanter machen sollen. Es gibt zwar auch nachdenkliche Momente, aber letztlich geht der Film doch recht oberflächlich mit den Problemen um.

    Dass „Abi ’97“ trotzdem sehenswert ist, liegt vor allem an den witzigen Einfällen, etwa wenn Piet in seinem Auto Reste von Süßigkeiten verstreut, damit die Geschichte vom kleinen Sohn noch glaubwürdiger wirkt. Diese und andere Gags hat Regisseur Granz Henman, der zuletzt für Sat.1 ebenfalls mit Axel Stein die amüsante Fußballromanze „Volltreffer“ gedreht hat, sympathisch unangestrengt inszeniert. Das Drehbuch basiert auf der italienischen Komödie „Immaturi“; „Die Unreifen“ lautete auch der doppeldeutige Arbeitstitel der deutschen Version. Die Übertragung ins Deutsche stammt von Joren Sorel, ein Pseudonym, hinter dem sich ein etablierter Autor und Regisseur verbirgt.

    Für die drei Missklänge des Films ist dagegen ganz allein Henman verantwortlich: Becks Kommentare aus dem Off sind ebenso überflüssig wie die Tatsache, dass Kavanian laut vorlesen muss, was Piet beim Chat mit einer Internetfreundin schreibt. Etwas überfordert wirken schließlich die Zwillinge Lina und Lisa Schuldeis, die Lisas altkluge Tochter spielen. Ihre anspruchsvollen Dialoge klingen sehr aufgesagt; und der fränkische Akzent der Mädchen passt natürlich nicht nach Oberbayern. Aber das sind Mäkeleien, über die man auch gut hinweghören kann. Unterm Strich ist „Abi ’97“ eine amüsante Geschichte über fünf Menschen, die die Chance bekommen, mit vierzig endlich ihre Reifeprüfung ablegen; und das in jeder Hinsicht. tpg.

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