Die Jury um Darren Aronofsky hat entschieden: Bester Film ist die iranische Produktion „Taxi“.

Heimlich gedreht, Goldenen Bär gewonnen: "Taxi" von und mit Jafar Pahani Bild: Pahani

Jury-Präsident Darren Aronofsky vergab den Goldenen Bären für den Besten Film der an „Taxi“ des iranischen Filmemachers Jafar Panahi.

Die Entscheidung ist ein starkes politisches Statement, weil Panahi aufgrund seines Berufsverbots sein Heimatland Iran nicht verlassen kann und unter Hausarrest steht. Er hatte den Film illegal gedreht und dann aus dem Land schmuggeln lassen. Der Preis wurde von Panahis Nichte entgegen genommen, seine Frau war im Publikum.

Mit dem Großen Preis der Jury wurde der umjubelte „El club“ von Pablo Larrain geehrt. Der Silberne Bär Alfred Bauer Preis ging an den guatemaltekischen Beitrag „Ixcanul“ von Jayro Bustamante, der seine beiden Hauptdarstellerinnen mit auf die Bühne brachte.

Ein Silberner Bär für die herausragende technische Leistung ging an Kameramann Sturla Brandth Grøvlen für seine Arbeit an Sebastian Schippers „Victoria“ – er hatte den 140-Minuten-Film in einer einzigen Einstellung gedreht. Ein weiterer Bär in dieser Kategorie wurde den Kameramännern Evgeniy Privin und Sergey Mikhalchuk für „Pod electricheskimi oblakami“ zugesprochen.

Preis für Kinolegende Charlotte Rampling

Die Jury verteilte auch zwei Regiepreise, ex aequo an Radu Jude for „Aferim“ und Malgorzata Szumowska für „Body„. „Ich bin Regisseur, aber ich bin auch eine Frau – und das ist eine Superkombination“, rief sie aus.

Audrey Tautou und Daniel Brühl überreichten die Schauspielerpreise, die an die beiden Hauptdarsteller von Andrew Haighs45 Years“ gingen: die britischen Schauspiellegenden Charlotte Rampling und Tom Courtenay.

Als bester Drehbuchautor wurde Patricio Guzmán für seinen Dokumentarfilm „El botón de nácar“ / „The Pearl Button“ ausgezeichnet.

Jury-Präsident Darren Aronofsky bestätigte, dass die Filmauswahl im Wettbewerb großartig gewesen sei und es der Jury sehr schwer fiel, die wenigen Preise zu verteilen, weshalb man mehrere Preise nicht nur an eine Produktion überreichte. Um die Einigkeit der Jury zu betonen, entschieden sich die Juroren, während der Verleihung gemeinsam auf der Bühne zu bleiben.

Den Preis für den besten Erstlingsfilm erhielt der Panorama-Beitrag „600 Millas“ von Gabriel Ripstein, in dem Tim Roth die Hauptrolle spielt. Der Goldene Bär für den Besten Kurzfilm ging an „Hosanna“ von dem Koreaner Na Young-kil. Silber wurde „Bad at Dancing“ von Joanna Arnow zugesprochen.

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