Filmhandlung und Hintergrund

Actionthriller aus Luc Bessons Schmiede EuropaCorp um einen mit 22 Kugeln niedergestreckten Gangster, der überlebt und Rache schwört.

Jacques holt seinen kleinen Sohn von der Schule ab. In einem Parkhaus angekommen, feuern ein paar Vermummte auf ihn, was ihre Magazine hergeben. Jacques wird von 22 Kugeln getroffen, doch er überlebt wie durch ein Wunder. Er ist kein einfacher Familienvater, sondern knallharter Gangsterboss und will herausbekommen, wer der Verantwortliche für den Anschlag ist. Es kristallisiert sich bald heraus, dass es sich um seinen ehemaligen Jugendfreund Tony handelt. Die junge, unbestechliche Polizistin Marie ist auf den Fall angesetzt und gerät zwischen die Fronten des Bruderkriegs.

Jacques holt seinen Sohn von der Schule ab und gerät in einen Hinterhalt. Er wird von 22 Kugeln getroffen, überlebt jedoch wie durch ein Wunder. Jacques, ein knallharter Gangsterboss, will herausbekommen, wer der Verantwortliche für den Anschlag ist. Es kristallisiert sich bald heraus, dass es sich um seinen ehemaligen Jugendfreund Tony handelt. Die junge, unbestechliche Polizistin Marie ist auf den Fall angesetzt und gerät zwischen die Fronten des mit immer unerbittlicheren Mitteln ausgefochtenen Bruderkriegs.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. Bluttriefender Rache-Thriller Marke EuropaCorp, der vor allem mit seiner schicken Inszenierung und den beiden überzeugenden Hauptdarstellern punkten kann.
    2. 22 Bullets: Actionthriller aus Luc Bessons Schmiede EuropaCorp um einen mit 22 Kugeln niedergestreckten Gangster, der überlebt und Rache schwört.

      Keine Werbung für moderne Waffentechnik: Jean Reno überlebt 22 Kugeln und zieht auf den Pfad der Rache in diesem harten Gangsterdrama in guter französischer Kinotradition.

      Der Titel ist Programm: Gleich zu Beginn sehen wir einen sympathisch wirkenden Herrn in den besten Jahren, dargestellt vom beliebten gallischen Superstar Jean Reno, wie er den kleinen Sohn von der Schule abholt, eine malerische Straße am Meer entlang fährt, im Auto herum albert, und dann ein Parkhaus ansteuert, wo eine Gruppe vermummter Männer schon darauf wartet, ihre Magazine in alles hinein zu pumpen, was aus der Limousine heraus steigt. Der Knabe ist da zum Glück schon oben ausgestiegen. Erst im Anschluss an diese Paukenschlag-Overtüre und sozusagen parallel zu seiner wundergleichen Rettung bzw. Rekonvaleszenz erfahren wir stückweise, wer oder was der Zersiebte neben Familienvater noch so alles ist. Bekanntester Gangster von Marseille, ruchloser Teflon-Don mit zahllos gewaltbereitem Anhang, auch bekannt als der Verrückte, der seine Feinde lebendig filettiert. Mindestens. So einer wird so etwas wohl nicht auf sich sitzen lassen, ahnt der versierte Kriminalfilmgucker. Und richtig geraten, so kommt es auch.

      Das Bohren dicker Bretter oder experimentelle Spiele mit den Versatzstücken des Genres ist die Sache von „22 Bullets“ nicht. Lieber serviert dieser hübsch ausgestattete, lichtdurchflutete Gangsterthriller das bewährte Klischee in ansprechender Verpackung, macht Sachen, die anderswo schon mal geklappt haben, und steuert vorhersehbar, aber effektvoll und weitgehend enttäuschungsfrei sich früh abzeichnende Entwicklungen an. Der Gegner im internen Unterweltmachtkampf ist schnell ausgemacht, da muss nicht lange herum gerätselt werden: Kad Merad, der knuffige südfranzösische Gastarbeiter in „Willkommen bei den Sch’tis“, spielt Renos Widersacher und Blutsbruder seit Jugendtagen sehenswert als tragikomischen, doch stets brandgefährlichen Zwangsneurotiker mit Hygienetick. Auch er hat eine richtige Familie innerhalb der kriminellen „Familie“, die ihm über alles geht. Auch er glaubt das Richtige zu tun, wenn er den wegen moralischer Anwandlungen auf seine alten Tage unberechenbar gewordenen Kompagnon kaltzustellen versucht. Auch er hat einen ziemlichen Zinken.

      Und dann ist da noch jene hart arbeitende, junge Polizistin (Marina Fois), einsam unkorrupt, mit schwerem privaten Schicksal bzw. persönlicher Agenda (erschossener Polizistengatte) und menschenverachtendem Machopragmatiker als Chef bzw. Klotz am Bein. Ihr fällt in einer Konstellation wie dieser naturgemäß die Rolle des Schiedsrichters zu, auch darf sie vielleicht ein bißchen platonisch mit Reno flirten, wenn sie irgendwann später und wie der Zuschauer schon längst in jenem die mutmaßlich nettere Alternative im Zweikampf der Titanen wittert. Der regieführende Schauspieler Richard Berry, als Darsteller in der Rolle des Liebhabers und im dazugehörigen Drama zu Hause („Ein Zimmer in der Stadt“), lässt die versierten Charakterköpfe in den Hauptrollen machen, was sie am besten können, und reiht zumindest handwerklich reibungslos besonders schöne an besonders brutale Bilder. Actionszenen sind nicht des Filmes originäre Stärke, gleichwohl es viele davon gibt, und viele sind Verfolgungsjagden. Wenn es ans Foltern oder Abschlachten geht, wird wie so gern zuletzt in Frankreich wenig der Fantasie überlassen. Für Gangsterfilmfreunde, hartgesottene Fans der Stars und Cote-d’Azur-Romantiker. ab.
      1. Immer wieder liefert die Hafenstadt Marseille den pittoresken Hintergrund für düstere Gangsterepen wie Jacques Derays Klassiker „Borsalino“ mit Belmondo und Delon oder Jean-Claude Izzos überschätzte, larmoyante „Marseille“-Trilogie, die Alain Delon als TV-Mehrteiler glättete. Zu den Vorzügen von Richard Berrys hartem Gangsterdrama „22 Bullets“ gehört daher die greifbare Atmosphäre einer sonnig-mediterranen Stadt, hinter deren heimeligen Milieu sich Abgründe aus Korruption und Verbrechen auftun. Berrys Recherchen mögen dazu beigetragen haben, dass die auf wahrer Ausgangssituation basierende, aber im Verlauf weitgehend fiktionale Romanadaption durch teils realistisch wirkende Typen aufgewertet wird.

        Mit Jean Reno in der Titelrolle als abgeklärter-desillusionierter Ex-Pate, der seinem schmutzigen Geschäft den Rücken kehrt und vom einträgeigen Drogenhandel die Finger lässt, stellt sich unweigerlich eine Assoziation zu Luc Bessons „Leon – Der Profi“ ein. Zwar tritt Besson bei „22 Bullets“ nicht direkt als Produzent auf, doch das von seiner Firma Europa vertriebene Werk trägt sichtbar seine Signatur. Wo Besson reichlich zur Etablierung europäischer Genrefilme beitrug, wirken doch viele Arbeiten aus seiner Schmiede glatt, gelackt und stark an Oberflächenreizen interessiert, wozu Berrys vierte Regiearbeit keine Ausnahme darstellt.

        Beim „Unsterblichen“ des Originaltitels handelt es sich um den schweigsamen, verurteilten Gangster Jacky Imbert, der einen ähnlichen Mordversuch durch ehemalige Komplizen schwer verletzt überlebte. Weitaus schneller überwindet Jean Reno als Charly Mattei den feigen Anschlag eines maskierten Killerkommandos. Als der verbitterte Aussteiger schon kurze Zeit später die versammelten Schuldigen stellt, erschießt er nur einen der Verschwörer und kündigt dem Rest seine unaufhaltsame Vergeltung an. Ansonsten fände sein düsterer Rachfeldzug wohl schon zu früh sein Ende. Gleichsam dient der etwas unverständliche Schachzug zur Spannungssteigerung, denn natürlich warten Charlys Gegner nicht auf ihr Ende, sondern schlagen gnadenlos zurück, ermorden einen Freund und bedrohen Familie Mattei.

        Trotz rasanter Actioneinlagen und spannend inszenierter Duelle lässt Achtziger-Kassenmagnet Richard Berry („Waffenbrüder“) kein Gangsterklischee von zerbrechender Männerfreundschaft über den allwissenden Off-Kommentar bis zur Alkohol abhängigen, allein erziehenden Kommissarin aus. Die Rückblenden in Charlys Kindheit über seine Kameradschaft mit Tony Zacchia (später: Kad Merad als hypochondrischer Boss) und Martin Beaudrinard (später: Jean-Pierre Darroussin als Anwalt zwischen den Gräben) dienen zur Etablierung eines romantischen Kriminellenbilds („Freunde bis in den Tod“). Als Protagonist muss Reno natürlich sympathische Seiten zeigen, wenn das Familienoberhaupt mit Katzen spielt und mitunter an seinen finsteren Plänen hadert. Zuvor verdiente er allerdings wenig skrupulös seinen Unterhalt mit krummen Machenschaften.

        Das Geschehen übergießt Ex-Frankfurter Klaus Badelt mit einer dicken, pathetischen Musiksauce, die alle Zwischentöne zukleistert. Dabei überzeugte der Hans Zimmer-Schüler zuletzt gerade mit Soundtracks zu französischen Produktionen wie dem Trickfilm „Die Drachenjäger“ oder der kommenden Komödie „Der Auftragslover“. Trotz einer mitunter spannenden Inszenierung hinterlässt die Hommage an ein mythisches Gangsterbild durch Richard Berry, der natürlich auch einen Gastauftritt als Politiker absolviert, einen letztlich zwiespältigen Eindruck.

        Fazit: Eine Ansammlung bewährter Mafia-Stereotypen mit einigen fesselnden Sequenzen und reichlich Pathos.

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