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Fakten und Hintergründe zum Film "2012"

Fakten und Hintergründe zum Film "2012"

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Produktion: Die Entstehung

Die Idee für 2012 geht auf Roland Emmerichs Drehbuchpartner zurück – den Autor, Produzenten und Komponisten Harald Kloser. „Jede Zivilisation der Erde hat einen Sintflut-Mythos“, sagt Kloser. „Die Dinge laufen schief, die Gesellschaft funktioniert nicht mehr richtig, und der Planet fängt von vorn an. Manche Menschen erhalten dabei die sprichwörtliche zweite Chance – eine neue Kultur aufzubauen, eine neue Gesellschaft und eine neue Zivilisation.“

Die Idee nahm Formen an, als Kloser und Emmerich einen unwiderstehlichen Aufhänger fanden, um den herum sie ihre zeitgenössische Geschichte einer Sintflut stricken konnten: Der Kalender der Maya erreicht mit dem 13. Zyklus am 21. Dezember 2012 sein Ende – und nach diesem Datum kommt nichts mehr. Das führt natürlich zu der Frage: Was kommt danach, wenn der Kalender nicht fortgeführt wird? „Man findet Millionen von Menschen aus allen sozialen Schichten, die daran glauben, dass sich die Gesellschaft im Jahr 2012 grundlegend verändern wird – oder die gesellschaftliche Seele“, fährt Kloser fort. Das Ausmaß und die Vielzahl der Theorien waren für Emmerich und Kloser große Inspirationsquellen, als sie ihr Drehbuch verfassten.

Der Schlüssel für den Regisseur, der für seine Box-Office-Hits wie Independence Day (Independence Day, 1996) und The Day After Tomorrow (The Day After Tomorrow, 2004) bekannt ist, lag in einem Zugang, der 2012 deutlich von anderen Katastrophenfilmen abheben sollte. „Je mehr ich mit Harald über die Geschichte sprach, umso klarer wurde mir, dass sie für die Menschen in unserer Zeit wirklich eine Bedeutung hat. Es gibt – zusätzlich zu der eigentlichen Katastrophe – sehr viele philosophische und politische Elemente.“

Am wichtigsten dabei war die Entwicklung von Charakteren, die diese philosophischen und politischen Umbrüche miterleben und die Katastrophe auf eine menschliche Ebene herunter brechen. John Cusack spielt Jackson Curtis, einen Autor, den seine Hingabe an seinen vermeintlich brillanten, aber erfolglosen Roman seine Ehe gekostet hat und dessen Familie sich nun im Wandel befindet. Jackson aber bleibt ein liebevoller Vater und er wird alles tun, um seine Familie zu retten. Amanda Peet spielt seine Ex-Frau Kate, die in freundschaftlichem Kontakt zu Jackson steht, es aber schon lange müde ist, sich mit seiner Arbeit messen zu wollen. Nachdem sich die Kontinentalplatten der Erde verschieben – und Los Angeles dabei zerstört wird – müssen sich Jackson und seine Familie auf eine gefährliche Reise über Land und in der Luft machen, um zu überleben und vielleicht die Geburt einer neuen Welt zu sehen.

In der Zwischenzeit verfolgen die höchsten Ränge der Regierungen der Welt einen Plan. Sie werden nicht in der Lage sein, die komplette menschliche Rasse zu retten, aber ein paar sollen in Sicherheit gebracht werden, und diese Auserwählten bekommen die Chance, eine neue Gesellschaft zu gründen. US-Präsident Thomas Wilson, verkörpert von Danny Glover, versteht schnell das Ausmaß dieser Krise, mit der die Welt umgehen muss – und er hält diese Information geheim, um eine Massenpanik zu vermeiden. Chiwetel Ejiofor spielt Adrian Helmsley, den wissenschaftlichen Berater des Präsidenten, der die Botschaften der Erde entschlüsselt hat und nun alles daransetzt, so viele Menschen wie möglich zu retten. Carl Anheuser, der von Oliver Platt gespielte Stabschef des Präsidenten, mag aufgeblasen und hitzköpfig wirken – aber auch ihm ist es daran gelegen, die Gesellschaft – oder zumindest die, die es sich leisten können – zu retten. Thandie Newton spielt Laura, die Tochter des Präsidenten. Sie ist schockiert, als sie herausfindet, welches schreckliche Geheimnis die Administration ihres Vaters vor der Welt hütet. Es scheint, dass der einzige Mensch außerhalb des Weißen Hauses, der eine Ahnung von den bevorstehenden Ereignissen hat, der Radiomoderator (und möglicherweise Prophet) Charlie Frost, gespielt von Woody Harrelson, ist. Er sendet seine Voraussagen an jeden, der bereit ist, ihm zuzuhören.

Das Drehbuch von Kloser und Emmerich hat in vielen Bereichen das größte Ausmaß, an das sich Emmerich jemals heran gewagt hat. Um all das auf die Leinwand zu bringen, kombinierte er Special und Visual Effects, die ihm die Freiheit gaben, eine Szene auf die bestmögliche Art und Weise zum Leben zu erwecken, so der Regisseur. „Die Zielvorstellung war, dass unsere Zuschauer nicht erkennen können, ob wir etwas tatsächlich aufgebaut haben oder ob es ein im Computer generierter visueller Effekt ist“, erläutert der Produktionsdesigner Barry Chusid. „Hoffentlich fragt sich das Publikum am Ende, wenn es den Film sieht: ,Wo um alles in der Welt haben sie diese Berge gefunden, in denen sie all das aufgebaut haben?‘“

Die Produktion errichtete zum Beispiel unter freiem Himmel einige Bühnen mit schwankendem Fußboden – gigantische Sets, die auf Tragrahmen standen, die der Regisseur bewegen konnte, wenn seine Schauspieler darauf herum liefen. „Roland stellte einen ganzen Straßenzug inklusive Palmen, Beton, Häuserfassaden auf diese gewaltigen Tragrahmen und sagte: ,Ihr müsst jetzt diese Straße entlangrennen, ins Auto steigen und wegfahren.‘“, sagt Cusack. „Am Ende hatte ich im Wasser gedreht, im Feuer, im Dreck, im Ascheregen, bei Erdbeben … so ziemlich allem, was man sich vorstellen kann. Ich habe auch jedes Fahrzeug gesteuert, das man sich vorstellen kann, um jeder Katastrophe zu entkommen, die man sich vorstellen kann. Es war ein bisschen hektisch.“

Was von den Zimmerleuten nicht gebaut werden konnte, fiel in den Zuständigkeitsbereich der Computeranimatoren. Um Emmerichs Vision wahr werden zu lassen, waren nur CGI geeignet. „Es ist nicht so schwierig, wie ich anfangs gedacht habe“, erinnert sich Cusack. „Roland hatte schon alles genau ausgearbeitet und konnte mir zeigen, wie alles aussehen würde, wenn es fertig ist. Er ist so souverän, dass es allein schon Spaß macht, sich das auszumalen, was er sich gerade ausmalt.“

„So ziemlich alles an diesem Film hat mich gereizt“, sagt Marc Weigert, der als Visual Effects Supervisor und als Co-Produzent an 2012 beteiligt ist. „Über die Hälfte des Films besteht aus visuellen Effekten. Ich glaube, dass Roland einen Weg gefunden hat, wirklich jede Naturkatastrophe unterzubringen, die man sich vorstellen kann. Auf Seite 30 des Drehbuchs wird L.A. von einem Erdbeben zerstört, das 10,5 auf der Richterskala erreicht. Der Yellowstone Park wird durch eine dreißig Meilen Fläche abdeckende Lava-Explosion vernichtet. Aber der wahre Grund, warum die Arbeit mit Roland so viel Spaß macht ist, dass er in jeder Szene etwas Neues unterbringt. Sie mögen denken: ,Naja, ich habe schon Filme mit einem Erdbeben gesehen.‘ Glauben Sie mir: Haben Sie nicht!“

2012 war am Ende selbst für Roland Emmerichs Verhältnisse eine gewaltige Produktion. „Das Ausmaß des Films ist größer als alles, was ich je gesehen habe“, bestätigt Cusack. „Auf jeder Seite des Drehbuchs findet sich eine Szene, bei der man sich fragt, was Roland damit im Sinn hat, weil sie so ambitioniert und überdimensional ist. Dabei ist interessant, dass Roland am Set nie den Überblick verliert. Er kann in einem gigantischen Set oder vor einer Green-Screen stehen und hat immer alles genau im Kopf. Er weiß genau, wie es seiner Meinung nach aussehen muss und er ist in der Lage, seine Armee so zu kommandieren, dass er am Ende des Tages genau dieses Ziel erreicht. Es war einfach irre.“

Produktion: Die Charaktere

Die Geschichte von 2012 wird aus zwei Perspektiven erzählt: aus derer, die um die verhängnisvollen Ereignisse wissen, die der Welt bevorstehen, und derer die im Dunkeln tappen. John Cusacks Figur Jackson Curtis ist ein Zivilist, der über die schreckliche Nachricht stolpert, dass die Welt, wie wir sie kennen, vor ihrem Ende steht.

Harald Kloser erläutert, dass diese Figur nicht nur die Zuschauer repräsentiert, sondern auch einen bestimmten Filmemacher. „Ich kenne die Jackson-Figur sehr gut, denn ich habe zwei Kinder, ich bin geschieden und ich bin Autor“, lacht er. „Verstehen Sie, was ich meine?“

„John ist schlichtweg perfekt für diesen Part. Ich kann mir einfach niemand anderen vorstellen“, fährt Kloser fort. Allerdings ist Jackson kein perfekter Familienvater. Der gescheiterte Autor arbeitet am Tag als Limousinen-Chauffeur und muss mit ansehen, wie sich seine Kinder langsam mit dem neuen Freund seiner Frau anfreunden.

„Er versucht, sein Leben wieder in den Griff zu kriegen“, beschreibt Cusack. „Aber es war etwas anderes, das den Schauspieler an dem Drehbuch reizte. „Es ist ein sehr ungewöhnliches, witziges Skript“, sagt er. „Ich weiß nicht, ob ich jemals gedacht hätte, dass das Ende der Welt so viel Spaß machen könnte … aber dieser Film hat jede Menge Humor und das fand ich sehr interessant.“

Amanda Peet stieß als Jacksons Ex-Frau Kate zum Ensemble. Sie war von der Vorstellung angetan, mit Roland Emmerich zu arbeiten. „Er ist der absolute Meister verrückter Actionszenen“, sagt sie. „Aber ich glaube, er hat eine gewisse Leichtigkeit und einen großen Sinn für Humor. Die Charaktere sind natürlich auch sehr reizvoll. Aber das Wichtigste ist, dass Roland ein wirklich großes Herz hat, das er nicht nur in seinen Filmen zeigt, sondern auch bei der Arbeit. Er ist jederzeit aufmerksam und freundlich. Er hat die Dreharbeiten in den Wassertanks über mehrere Tage verteilt und als ich ihn fragte: ,Warum drehen wir nicht alles am Stück hintereinander weg?‘, antwortete er mir: ,Willst du dir das wirklich antun – tagelang im kalten Wasser zu sein?‘ Diesen Drehplan hat er für uns erstellt – weil er uns das in anderer Form nicht zumuten wollte.“

Gleich am ersten Drehtag war Amanda Peet klar, dass sie sich hier in einem Roland-Emmerich-Film befindet. „Gleich meine erste Szene spielte im Lebensmittelladen“, sagt sie. In der Szene ist Kate in einem Laden gefangen, der von einem gewaltigen Erdbeben erschüttert wird. „Glücklicherweise war auch mein Kumpel Tom McCarthy mit dabei und wir mussten ziemlich lachen, weil wir beide Neulinge im Action-Genre sind. Roland versuchte, uns im Zaum zu halten: ,Haltet euch zurück, haltet euch zurück! Es wird noch viel schrecklicher … ihr dürft jetzt noch nicht alles geben.‘“

Die Perspektive des Normalbürgers wird innerhalb der Geschichte mit dem Zentrum der Macht in Washington ausbalanciert – genauer gesagt: aus den Augen von Chiwetel Ejiofors Figur Adrian Helmsley.

Helmsley ist Regierungswissenschaftler, der auf kurzem Weg in den inneren Kreis des Weißen Hauses aufgenommen wird, nachdem er eine ganze Reihe Veränderungen im Erdkern, der Erdkruste und in der Atmosphäre registriert hat. „Adrian ist der perfekte Gegenpart zu Jackson. Vom Anfang des Films an weiß er, was geschehen wird und wie die Pläne der Regierung aussehen. Aber im Verlauf der Handlung bekommt er Zweifel daran – er fragt sich, ob diese Pläne wirklich das Richtige sind“, erklärt Kloser.

Ejiofor fand „die zentralen Themen des Film einfach faszinierend. Das Skript las sich unfassbar gut, ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen. Eine großartige Idee. Es ist eine Geschichte über Menschen und die Menschheit, die mit eben dieser Art Naturchaos kämpft, die realistisch erscheint. Ich glaube, gerade in dieser Zeit können wir alle etwas damit anfangen. Wie fragen uns alle: Was haben wir für eine Verantwortung?“

Helmsleys innerer Konflikt wird von dem Stabschef Carl Anheuser bemerkt, der von Oliver Platt gespielt wird. „Er war wahrscheinlich der geradlinigste Kerl in dieser Geschichte“, bemerkt Kloser. „Er ist der Mann im Weißen Haus, der harte Kerl, ein Typ wie ein Falke. Aber dann brachte Mark Gordon Oliver Platt für die Rolle von Anheuser ins Spiel … und das hat alles geändert.“ Platt brachte eine menschlichere Dimension in die Figur, die davon überzeugt ist, dass man den Menschen nicht alles erzählen darf, was geschieht – und zwar zu ihrem eigenen Wohl (ganz abgesehen von der Tatsache, dass nicht jeder auf diesem Planeten gerettet werden kann).

„Er ist ein praktisch denkender Mann“, sagt Platt über Anheuser. „Er versucht, mit einer unfassbar komplexen moralischen Situation fertig zu werden. Als Pragmatiker findet er seinen Plan natürlich sehr moralisch. Es geht darum, dass die menschliche Rasse nicht ausstirbt. Aber die Tatsache, dass nicht jeder Mensch gerettet werden kann, ist sehr heikel.“

Es war genau dieser Konflikt, der Platt an dieser Figur reizte. „Es gibt natürlich Weltuntergangsfilme“, sagt er. „Aber ich glaube, wir hatten noch nie einen Weltuntergangsfilm, in dem die Regierung – die eigentlich die ultimative Autorität sein sollte – eine Entscheidung treffen muss, wem sie von den Ereignissen erzählt und wen sie retten wird.“

Genau dieses Dilemma innerhalb der Geschichte über die Regierung war in Klosers Augen ein Element, das in dem Film nicht fehlen durfte. „Zuerst wollten wir die Geschichte ohne die Ereignisse in Washington erzählen“, erinnert er sich. „Roland hatte das ja bereits in anderen Filmen getan. Aber nachdem wir eine Weile darüber gesprochen hatten war uns klar, dass man nicht von einem Unternehmen einer Regierung in dieser Größenordnung sprechen kann, ohne auch die Beteiligten zu zeigen.“

Als Emmerich und Kloser anfangs am Drehbuch saßen, fanden die Vorwahlen zum US-Präsidentschaftswahlkampf statt. In dieser Phase war der Präsident von 2012 eine Frau. „Als die Ergebnisse von Iowa fest standen, sagte ich zu Roland: ,Sieht ganz so aus, als ob doch keine Frau Präsidentin werden würde!‘“, lacht Kloser. Also besetzten die Filmemacher Danny Glover als weisen, Anteil nehmenden Präsidenten. „Er ist ein unglaublich guter Schauspieler“, sagt Mark Gordon. „Er verleiht dieser Rolle eine enorme Würde. Und ich bin der Meinung, dass die Zuschauer ihn lange nicht mehr in einem Hollywood-Film dieser Größenordnung gesehen haben.“

„Ich liebe das Sprichwort: ,Menschen machen keine Geschichte, die Geschichte macht Menschen‘. Jeder von uns wird durch die Geschichte definiert, in der wir leben, durch die Zeit, in der wir leben“, sagt Glover. „Präsident Wilson muss schwierige Entscheidungen treffen – unter Umständen, die schlicht undenkbar waren, als er sein Amt antrat.“

„Ich glaube nicht, dass er sich selbst als ,starken Führer‘ bezeichnen würde, selbst wenn er anderen gegenüber so auftritt“, fährt Glover fort. „Er würde sich als gewöhnlich bezeichnen, der das Außergewöhnliche versucht. Er ist ein Mann, der die Menschen motivieren kann, der andere bewegen kann, zu reagieren.“

Schließlich teilt der Präsident die wissenschaftlichen Erkenntnisse seines Stabs auch anderen Nationen mit und der Plan nimmt Gestalt an: Vor dem Ende des Jahres 2012 sollen die wichtigsten Staatsoberhäupter, Wissenschaftler, Künstler, Pflanzen, Tiere und die wertvollsten Artefakte der Zivilisation gerettet werden.

Mit der Aufgabe, die wichtigsten Kunstwerke der Menschheit auf die Erhaltung vorzubereiten, wird Laura, die Tochter des Präsidenten beauftragt. Sie wird von Thandie Newton verkörpert. Laura weiß nichts von dem wahren Hintergrund ihrer Arbeit, bis die Katastrophe kurz bevorsteht. An diesem Punkt entwickelt sich ein starkes emotionales Band zwischen Adrian und Laura, und zusammen navigieren sie durch das moralische Dilemma ihrer Reise.

In 2012 stand Thandie Newton erneut mit Danny Glover, mit dem sie schon in Beloved (Menschenkind, 1998) gespielt hatte, und mit Chiwetel Ejiofor, ihrem Co-Star aus It Was An Accident (It Was An Accident, 2000) vor der Kamera. „Es ist immer wunderbar, wenn man sich ein zweites Mal bei der Arbeit trifft“, sagt sie. „Es sind zehn Jahre vergangen, und Chiwetel hat sich als Schauspieler so großartig entwickelt. Er hat ein unglaubliches Charisma – man möchte einfach, dass er die Welt rettet. Man will all seinen Glauben in ihn setzen, in seine Stärke, seine Moral und seine Gutherzigkeit. Und Danny ist wie ein Vater – er kümmert sich rührend um mich. Es ist einfach toll, so eine Beziehung zu seinen Kollegen zu haben.“

Eine kleine, aber zentrale Rolle in den Ereignissen von 2012 spielt der Wissenschaftler und Radiomoderator Charlie Frost, der von Woody Harrelson verkörpert wird. Er verfügt über eine geradezu prophetische Gabe: „Charlie betreibt ein privates Radioprogramm, sendet aus dem Yellowstone National Park, lebt in seinem Wohnmobil und sagt das Ende der Welt voraus“, beschreibt Harrelson seine Figur. „Ich mag es, Typen wie Charlie zu spielen – es ist nett, mal die Grenzen zu überschreiten. Naja, im Fall von Charlie gab es keine Grenze, die man überschreiten musste.“

„Wenn man Rolands Filme kennt, könnte man meinen, dass dieser Mann recht aggressiv ist, knallhart und brutal … und dann stellt er sich als der netteste, liebenswerteste Kerl der Welt heraus“, fährt Harrelson fort. „Er weiß genau, was er tut und was er will. Er reißt dich mit, presst dich in deinen Kinosessel – und dir bleibt nichts anderes übrig, als an dieser Achterbahnfahrt teilzunehmen.“

Produktion: Die Dreharbeiten

2012 wurde über einen Zeitraum von fünf Monaten im kanadischen Vancouver gefilmt. Die Produktion belegte über 13 Hallen auf fünf verschiedenen Studiogeländen und einige der bereits erwähnten provisorischen Bühnen unter freiem Himmel mit den großen beweglichen Böden, die von Palmen bis Blue-Screens komplett ausgestattet waren. Die Gegend um Kamloops, wo die Produktion eine Woche lang drehte, doubelte den Yellowstone National Park und Tibet. Die Dreharbeiten wurden in Los Angeles mit ein paar Außenaufnahmen abgeschlossen.

Der Special Effects Supervisor Mike Vezina erklärt, dass die Filmemacher die Entscheidung treffen mussten, welche Sequenzen im Computer mit visuellen Effekten und welche vor der Kamera dank mechanischer Special Effects entstehen sollten – und zwar bevor die erste Aufnahme gefilmt, das erste Set gebaut und der erste Stunt geplant wurde. „Diese Linien werden schon sehr früh in der Vorproduktion gezogen“, sagt er.

Vezina war verantwortlich für alle seismischen Aktivitäten innerhalb der Geschichte – und dafür rüttelte er mächtig an den Sets. „Wir hatten einige der größten Vorrichtungen, die ich je gesehen habe“, gibt er zu Protokoll. „Wir haben 500.000 Tonnen Stahl verbaut, um auf diesen gewaltigen Vorrichtungen die beweglichen Sets zu errichten. Roland mag es, wenn er alles physisch vor sich sehen kann. Für all die Effekte, wenn die Menschen aus dem Haus rennen, die Erdbebenszenen – auch die am Flughafen, wenn sich das Erbeben abspielt – haben wir diese riesigen Plattformen gebaut, die wir fluten und durchschütteln konnten. Sie waren rund 720 Quadratmeter groß, so dass er sein Set darauf aufbauen und Autos, Lastwagen und Flugzeuge abstellen konnte – eben alles, was ordnungsgemäß schwanken kann. Es war recht einfach für ihn, es den Schauspielern glaubwürdig zu erklären, dass sie auf ein gewaltiges Erdbeben reagieren sollten.“

Das erste schwankende Set, das die Crew konstruierte, war auch gleichzeitig das physisch komplizierteste Element, mitsamt einer Green-Screen, auf der später ein Hintergrund mit dem Weißen Haus eingebaut wurde. Danny Glover saß inmitten von hunderten Statisten, Notfall-Ausrüstung und Tonnen von Asche auf einem 650 Quadratmeter großen Deck, das den größten Raum der Halle einnahm.

Vezina erklärt: „Durch ein Belüftungssystem konnten wir das Deck schweben lassen, dann haben wir ein hydraulisches und pneumatisches System genutzt, mit dem wir es durchschütteln konnten … hoch, runter, vor, zurück. Es gab ein Ventilsystem, das wir elektronisch kontrollieren konnten. Und so konnte Roland sich entscheiden und sagen: ,Hier hätte ich gerne eine andere Frequenz, zuerst einen kleinen Stoß und dann wechseln wir zu größeren Erschütterungen.‘ Wir waren in der Lage, verschiedene Runden zu fahren, konnten das Erdbeben kleiner gestalten und dann wieder voll los legen. Wir hatten die totale Kontrolle – eine einzige Person konnte das ganze Deck mit einem Joystick kontrollieren.“

Eine weitere große körperliche Herausforderung für die Schauspieler war die Arbeit im Wasser, wie sie ein wesentlicher Teil des dritten Akts erforderte.

Auch hier wurden etliche Sets aufgebaut, und jeder von ihnen hatte seinen eigenen Wassertank. Die Schauspieler und die Crew mussten in der Regel eine Treppe hinaufsteigen, um an den Set zu kommen … und wenn die Szene Wasser vorschrieb, wurde das Set mit einer hydraulischen Vorrichtung in den Tank gelassen.

„Wir haben drei oder vier verschiedene Tanks konstruiert, die verschiedene Dinge ermöglichten“, erläutert Vezina. „Wir hatten einen Korridor, den wir den ,wackligen Korridor‘ nannten, und einen Kipptank. Wenn jede Menge Leute diesen Korridor entlangliefen, haben wir durch den Kipptank zwischen 38.000 und 45.000 Liter Wasser auf einmal in den Korridor schütten können. Das Wasser verfolgte so die Schauspieler und hat innerhalb von Sekunden den Korridor geflutet. Und all diese Sets konnten wir in einem dreieinhalb Meter tiefen Tank anheben und absenken.“

Vezina schuf darüber hinaus ein Zirkulationssystem, das alle Hallen mit den Wassertanks verband. „Dadurch konnten wir das Wasser durch verschiedene Sets zirkulieren lassen“, sagt er. „Durch ein einfaches Pumpensystem konnten wir das Wasser von einer Station in die nächste Halle pumpen. Dann stand uns ein sogenannter Schwesternpool zur Verfügung: Darin konnten wir das Wasser aufheizen, mit Chlor reinigen, filtern und es dann zu den verschiedenen Sets leiten. Am Ende des Tages haben wir das Wasser immer in diesen Schwesternpool gepumpt.“

Wenn die Beleuchtung und die Kameras neu justiert werden mussten, wurde das Set und die Schauspieler aus dem Wasser gehoben, die Änderungen wurden gemacht, die Schauspieler und die Crew wieder auf das Set gebracht und alles zusammen wurde wieder ins Wasser abgesenkt.“

„Seltsamerweise“, so Cusack, „war die Arbeit im Wasser schon hart … aber ich mag Wasser und fand es ziemlich cool. Und man hat wirklich das Gefühl, dass man sinkt, denn die Kamera geht mit dir unter.“

Produktion: Visuelle Effekte

Bei 2012 arbeiteten die Co-Produzenten und Visual Effects Supervisors Volker Engel und Marc Weigert ein weiteres Mal mit Roland Emmerich und seinen ganz besonderen Visionen zusammen. Engel und Emmerich kennen sich seit 1988 aus Stuttgart, als Engel noch Filmstudent war. Emmerich engagierte ihn damals, um an Moon 44 (Moon 44, 1989) zu arbeiten. Die beiden schlossen sich auch bei den Produktionen Universal Soldier (Universal Soldier, 1992), Godzilla (Godzilla, 1998) und Independence Day (Independence Day, 1996) zusammen. Bei der Produktion von Independence Day begann auch die Partnerschaft zwischen Weigert und Engel.

Weigert sagt: „Die größte Herausforderung bestand für uns in der schieren Anzahl der verschiedenen Katastrophen, die in dem Film geschehen: Erdbeben, Erdspalten, die sich im Boden auftun, etliche Städte, die zerstört werden, Fluten, gewaltige Vulkanausbrüche. Und jede einzelne dieser Katastrophen musste erstmal designt werden. Wir mussten Recherchen anstellen und Dinge entwickeln, die wir nie vorher getan hatten.“

„Da die visuellen Effekte besser und besser werden, werden auch die Zuschauer immer aufmerksamer und stürzen sich auf jedes kleine Detail, das wir nicht richtig hinbekommen“, fährt Weigert fort. „Also müssen wir unser Qualitätsniveau immer weiter nach oben schrauben und sicherstellen, dass all das, was wir tun, sich hundertprozentig in den Film einfügt. Viele Dinge, die wir jetzt in dem Film getan haben, wären vor ein paar Jahren noch gar nicht möglich gewesen.“

Der Produzent Larry Franco sagt, dass die Verbindung von Live-Action-Aufnahmen mit den visuellen Effekten Schritt für Schritt bewältigt werden musste. „Wenn man dieses Projekt als Ganzes betrachtet, denkt man: ,Keine Chance, dass man das alles hinbekommt. Wir schaffen das nicht. Das ist völlig unmöglich.‘ Aber Roland benutzt in solchen Fällen ein Sprichwort: ,Wie isst man einen Elefanten? Bissen für Bissen.‘ Man muss nur alles auf kleine Stücke herunterbrechen. ,Wir brauchen jetzt erstmal nur dieses Stück und der Rest wird mit der Blue-Screen erledigt. Wie schaffen wir es nun, dass dieses Element per Blue-Screen eingefügt wird?‘ Wenn man so verfährt, ist alles nicht mehr ganz so schwierig, wie es sich am Anfang angehört hat.“

Der erste Schritt für Engel und Weigert war die sogenannte Prä-Visualisierung, die in etwa einem filmischen Storyboard entspricht. Weigert beschreibt sie als „eine einigermaßen simple 3D-Repräsentation der ganzen Szene. Es ist ein langer Entwicklungsprozess von etwa sechs bis sieben Monaten, in der jede große Sequenz im Film prä-visualisiert wird.“

Um zu illustrieren, wie kompliziert die visuellen Effekte sind, beschreibt Weigert die Erdbebenszene von Los Angeles. „Es begann damit, dass wir herausfinden mussten, wo man diese Szenen überhaupt drehen kann. Also gingen wir in Los Angeles auf Locationsuche. Nach einer Weile wurde uns klar, dass wir hier überhaupt nicht drehen konnten, weil alles bröckelt. Alles musste sich bei dem Erdbeben bewegen, jede Palme, jeder Briefkasten, jedes Auto … jedes Gebäude musste bröckeln oder in sich zusammenfallen. Am Ende haben wir uns entschieden, eine gigantische Blue-Screen aufzubauen. Die war über 180 Meter lang und über zwölf Meter hoch.“

Diese Blue-Screen wurde neben dem beweglichen Deck von Vezina aufgestellt. „Das Ding ist einfach brillant, denn es erlaubt den Schauspielern sich wirklich wie bei einem 10,5-Erdbeben zu bewegen“, sagt Weigert. „Was auch immer sie tun, wie auch immer sie sich bewegen … es sieht absolut real aus. Alles, was auf diesem Deck steht, wird durchgeschüttelt. Im Computer können wir genau diese Bewegungen nachempfinden, denn bei einer Blue-Screen wird all das, was am Set ist, durch die computeranimierte Umgebung erweitert. Darum muss das, was wir tun, exakt zu dem passen, was vor Ort gefilmt wurde. Wir müssen die Kamerabewegungen und die Bewegungen des Fußbodens im Auge behalten, der sich total unabhängig von allem anderen bewegt.“

Darüber hinaus hatte natürlich auch der Regisseur spezielle Visionen für das finale Produkt. „Roland war stets sehr bestimmt, was den Look des Erdbebens angeht“, fährt Weigert fort. „Der Boden sollte sich wellenartig bewegen, beinahe wie in einem Ozean. Das bewegliche Deck lieferte diesen Look. Volker und ich nahmen alles von dem Deck herunter, malten ein Gitternetz auf und filmten es. So konnten wir genau sehen, wie sich dieses Deck bewegt – und wir konnten seine Bewegungen exakt nachvollziehen.“

„Alles andere in dieser Szene – also all das, was sich nicht auf dem Deck befand – ist computergeneriert. Wir haben alles nachgebaut, was sich bewegt – alles, das auf, an oder über der Straße ist, stammt aus dem Computer. Dafür mussten natürlich auch die passenden Farben und Oberflächentexturen animiert werden.“

Traditionell beinhalten visuelle Effekte oft abgedeckte Aufnahmen, die später den Bereich der Blue-Screen bei den live-action-gefilmten Aufnahmen ersetzen. Bei 2012 war das bei der gewaltigen seismischen Aktivität, die in dem Film herrscht, nicht möglich. „Hier handelt es sich um Los Angeles“, erklärt Weigert. „Die Menschen kennen diese Stadt. Sie wissen, wie sie aussieht. Wenn etwas bei der Beleuchtung, der Schattierung oder bei den Oberflächen nicht stimmt, werden es die Zuschauer gleich bemerken – und schon hat es den Look eines Videospiels. Und genau dagegen haben wir ständig angekämpft.“

„Alles, was wir tun, basiert zum größtmöglichen Maß auf der Realität“, fährt Volker Engel fort. „Man muss die Physik einstürzender Gebäude kennen oder wie sich Flugzeuge in bestimmten Situationen verhalten. Wir beugen die Realität natürlich immer ein wenig, damit sie für den Film funktioniert und die Geschichte stützt. Aber man kann das nicht überstrapazieren, sonst hat man die Zuschauer verloren. Es ist mein Job, es dann zurückzunehmen und alles wieder auf die Realität zu gründen.“

Nachdem alle Komponenten sorgfältig im Computer zusammen gebaut wurden, wurden sie ebenso sorgfältig wieder zerstört. „Ein Gebäude muss in Millionen kleiner Stücke zerteilt werden, damit eine Physik-basierte Simulation anhand dieses Gebäudes zeigen kann, wie ein Haus in sich zusammenfällt, weil sich der Boden unter ihm bewegt“, erläutert Weigert. „Und genau das haben wir buchstäblich mit Hunderten von Gebäuden veranstaltet, die entlang unserer Straße stehen – und mit Tausenden von kleinen Dingen, die im Bild zu sehen sind und sich bewegen mussten.“

Und all dieser Aufwand wurde für eine einzige Sequenz betrieben. „Es braucht einfach unglaublich hohe Personal-, Hardware- und Software-Ressourcen, um einen Film wie diesen zu bewältigen“, bemerkt Weigert. „Bis zu zwölf verschiedene Firmen auf der ganzen Welt haben an diesem Film gearbeitet. Jede dieser Firmen beschäftigte zwischen sechzig und hundert Leute. Darüber hinaus hatten wir eine firmeneigene Abteilung bei Sony Pictures für die Herstellung von zwei der großen Sequenzen. Alles in allem waren gut 1000 Leute an den Effekten beteiligt. Was den zeitlichen Ablauf anging, waren Volker und ich von den ersten Minuten an dabei. Nur die beiden großen Sequenzen, die wir betriebsintern generiert haben, brauchten schon über 100 Terabyte zusätzlichen Speicherplatz, um all die Informationen zu speichern, die jedes Einzelbild hervorruft. Wir hatten eine aus 250 Rechner bestehende Renderfarm nur für diese beiden Sequenzen. In einem Film wie diesem muss man mit rund einem Petabyte (=eine Million Gigabyte) Informationen rechnen.“

Und all das für Roland Emmerichs Vision vom Ende der Welt. „Roland Emmerich ist vor allem ein Entertainer“, sagt Weigert. „Er weiß, dass er – was für einen Film er auch immer inszenieren mag – ein Publikum dafür haben will. Und er will dieses Publikum unterhalten.“

Ihre langjährige Partnerschaft zahlte sich auf allen Seiten aus. „Rolands Bedürfnis, immer wieder etwas Neues, etwas Anderes zu zeigen, ist großartig für uns – denn das treibt uns an“, sagt Weigert. „Es wäre todlangweilig, wenn wir immer und immer wieder dasselbe machen würden. Wir schaffen immer wieder neue Dinge, die noch nie zuvor erreicht wurden, und ständig müssen wir neue Dinge erforschen. Wir stehen am Anfang da, kratzen uns am Kopf und fragen uns: ,Wie sollen wir das nur hinkriegen?‘ Aber bisher haben wir es immer herausgefunden.“

Meinungen über den Film und die Idee

Was wäre, wenn das Ende der Welt wirklich bevorstünde? Würden Sie es wissen wollen? Was würden Sie tun? Harald Kloser kennt seine Antwort: „Ich würde genau das tun, was Jackson Curtis tut. Ich würde meine Kinder schnappen und sie dorthin bringen, wo es sicher ist – so gut ich es eben kann.“

Oliver Platt sagt: „Ich denke, die Kalkulation wäre: Wenn es jeder wüsste, würde kein Plan funktionieren … die Welt würde komplett im Chaos versinken. Aber nur weil meine Figur denkt, es zu verschweigen sei richtig, meine ich nicht, dass es richtig wäre. Das will ich nur bemerkt haben. Man mag denken, dass wir es wissen müssten … aber wenn man nichts dagegen unternehmen kann – würde man es wirklich wissen wollen?“

Auch Chiwetel Ejiofor hat sich zu dieser Frage einige Gedanken gemacht. „Ich stehe auf dem Standpunkt, dass es die Menschen wissen sollten“, sagt er. „Die Konsequenzen daraus können natürlich massiv sein. Genau dieser Zweifel ist eines der komplizierten Themen des Films – es gibt keine einfache Antwort. Nicht im Film und erst recht nicht im realen Leben.“

John Cusack bringt es auf den Punkt: „Ich bin mir nicht sicher. Es ist eine interessante Frage. Wen rufst du an? Was ist das letzte, was du tun würdest? Ich denke, ich würde mir eine Zigarette anzünden. Ich habe mit dem Rauchen aufgehört, aber wenn die Welt untergeht, würde ich mir noch eine Zigarette gönnen.“

Etliche Forscher haben das Phänomen studiert, was der Erde im Jahr 2012 zustoßen könnte, wenn das Ende des Kalenders der Maya erreicht ist. Obwohl diese Experten sich in wesentlichen Teilen ihrer Studien einig sind – vor allem, dass die Erde sich danach einer verhängnisvollen Veränderung unterziehen wird – werden viele Teile noch in Frage gestellt oder bleiben kontrovers.

Lawrence E. Joseph ist der Autor von „Apocalypse 2012: An Investigation into Civilization’s End“. In diesem Buch wird die Maya-Prophezeiung nur als Anfang angesehen –(Coronado, 2003) Joseph beschreibt die Katastrophen, die andere Wissenschaftler vorhersagen: Sonnenaktivität, Magnetpolveränderungen und der Ausbruch des Supervulkans unter dem Yellowstone National Park. Das Buch untersucht den seltsamen Zufall, dass sowohl die historische Maya-Prophezeiung als auch die zeitgenössische Solarphysik das Jahr 2012 als ausschlaggebend, wenn nicht sogar katastrophal beschreiben.

John Major Jenkins ist der Autor von „Maya Cosmogenesis 2012: The True Meaning of the Maya Calendar End-Date“. Er hat seine Karriere der Rekonstruktion historischer Maya-Kosmologie und -Philosophie gewidmet. Die „New York Times“ pries ihn als jemanden, der sich den Theorien zu 2012 mit akademischer Ernsthaftigkeit annimmt. Jenkins wurde zum führenden Einfluss und zum klaren Deuter der Veränderungen, die unserem Planeten möglicherweise bevorstehen. Er empfiehlt, 2012 vom Standpunkt der Maya aus zu studieren, die davon ausgehen, dass zyklische End-Daten (wie das im Jahr 2012, an dem eine seltene „galaktische Anpassung“ eintreten soll) Zeiten der Transformation und Erneuerung einläuten. Das aktuelle Buch von Jenkins zum Thema trägt den Titel „The 2012 Story: The Myths, Fallacies, and Truth Behind the Most Intriguing Date in History“.

Daniel Pinchbeck ist der Autor von „2012: The Return of Quetzalcoatl“ und Redakteur von Reality Sandwich (www.realitysandwich.com). Er argumentiert, dass das End-Datum des Maya-Kalenders einen potenziellen Paradigmenwechsel in der menschlichen Zivilisation beschreibt und wir dabei einer ökologischen Krise ausgesetzt sind. Er glaubt, dass die Transformation zu einer Integration der modernen Wissenschaft mit dem Mystizismus führen könnte. Die Veränderungen werden von Quetzalcoatl repräsentiert, der gefiederten Schlangengottheit aus den mesoamerikanischen Mythen, die die Einheit von Himmel und Erde und von Geist und Materie symbolisiert.

Info: Der Maya-Kalender und die „12.19.19.17.19“

Am 21. Dezember 2012 wird die Welt untergehen – so lautet eine Hypothese, die sich aus dem Kalendersystem der Maya ableitet. Bereits am 12. November dieses Jahres zeigt Roland Emmerich in seinem spektakulären Actionfilm 2012, wie dieses Ende der Welt aussehen könnte. Doch warum muss es ausgerechnet der 21. Dezember 2012 sein?

Tzolk’in – Der religiöse Maya-Kalender

Das Kalendersystem der Maya bestand aus mehreren verschiedenen Kalendern, die jeweils für unterschiedliche Zwecke benutzt wurden. Der sogenannte Tzolk’in war ein Kalender, dessen Zyklus aus 260 Tagen bestand. Ein konkretes Datum wurde darin durch eine Kombination aus einer von 20 Tageshieroglyphen und einer Zahl von 1 bis 13 ausgedrückt, so zum Beispiel „11 Muluc“. Daraus ergeben sich genau 260 mögliche Kombinationen, bevor die Zählung von vorn beginnt und somit ein neuer Zyklus startet. Wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge benutzten die Maya den Tzolk’in für die Bestimmung des Zeitpunkts religiöser und zeremonieller Ereignisse sowie für Prophezeiungen.

Das Haab‘-System – Ein Jahr hat 365 Tage

Ähnlich unserem heutigen Kalender, in welchem sich die Länge eines Jahres-Zyklus nach der Umlaufzeit der Erde um die Sonne richtet, umfasste auch der Haab‘-Kalender der Maya 365 Tage. Er wurde genutzt, um die richtigen Saat- und Erntezeiten im Verlauf des Jahres zu berechnen. Aus 18 Monatsnamen und einer Tageszahl von 0 bis 19 ergaben sich genau 360 Daten. Auf den 18. Monat jedes Jahres folgten noch 5 einzelne Schalttage, die auch Wayeb‘ genannt wurden. Nach diesem Kurzmonat begann dann das neue Jahr.

Jahreszahlen wurden weder im Tzolk’in-, noch im Haab‘-System erfasst. Durch das Kombinieren der beiden Kalender ergab sich lediglich eine Spanne von 52 Jahren (nach Haab‘-Rechnung), in denen sich die zusammengefügten Daten nicht wiederholten. Für historische Aufzeichnungen über die Generationen hinweg eigneten sich diese beiden Kalender also nicht.

Die „Lange Zählung“

Um auch längerfristige Zeiträume erfassen zu können, griffen die Maya auf die sogenannte „Lange Zählung“ zurück. Damit wurden Daten für eine Spanne von mehr als 5.000 Jahren eindeutig bestimmt. Jedes Datum wurde dabei durch eine Zahl mit 5 Stellen ausgedrückt – zum Beispiel „2.11.5.12.16“. Ganz rechts stand die Tageszahl, daneben der Monat und in der Mitte das Jahr. Die zweite Stelle von links zählte die bereits vergangenen Zeitabschnitte in 20-Jahres-Schritten. Und ganz links konnte letztlich abgelesen werden, wie viele 400-Jahres-Zyklen seit Beginn der Zählung vergangen waren.

12.19.19.17.19

Überträgt man die Angaben der „Langen Zählung“ nun – nach einer von mehreren in der Wissenschaft diskutierten Methoden – auf unsere heutige Zeitrechnung, zeigt sich, dass das Ende des aktuellen Zyklus des Maya-Systems auf den 20. Dezember 2012 fällt. In der „Langen Zählung“ wird dieses Datum mit der Kombination „12.19.19.17.19“ angegeben.

Was den Prophezeiungen zufolge am darauf folgenden 21. Dezember 2012 („13.0.0.0.0“ im Maya-System) geschehen könnte, zeigt Roland Emmerich allen Filmfans ab dem 12. November 2009 im Action-Blockbuster 2012. Und nur keine Angst! Um diesen cineastischen Weltuntergang zu erleben, benötigt man neben starken Nerven zum Glück nichts als eine große Tüte Popcorn!