12 Meter ohne Kopf

  1. Ø 4
   2009

12 Meter ohne Kopf: Deutschlands erste Piratenkomödie entstaubt rockig den Mythos um Klaus Störtebecker und feiert das Motto Freiheit für Friesland.

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Filmhandlung und Hintergrund

12 Meter ohne Kopf: Deutschlands erste Piratenkomödie entstaubt rockig den Mythos um Klaus Störtebecker und feiert das Motto Freiheit für Friesland.

Klaus Störtebecker und sein bester Freund Gödeke Michels genießen das Piratenleben mit Wein, Weib, Schlägern und Shopping in den von ihnen aufgebrachten prall gefüllten Handelsschiffen der Hanse. Nachdem Störtebecker aber niedergestochen wird, verändert sich alles. Der Anführer mutiert zum Angsthasen, will mit der hübschen Bille seßhaft werden. Das treibt seinen Kumpel in die Depression, die Mannschaft in die Meuterei. Und doch gibt es ein großes Comeback, das die Hanse fast in die Knie und zu einer gefährlichen Reaktion zwingen wird.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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  • „Wertvoll”

    Der friesische Pirat Klaus Störtebecker ist eine beliebte Legende und bietet eine Menge Stoff für einen überraschend humorvollen Abenteuerfilm. Ende des 14. Jahrhunderts rebellieren Störtebecker, sein bester Freund Gödeke Michels und ihre Besatzung frei nach Schnauze und mit viel Spaß gegen das strikte System der habgierigen Hanse. Damit kommen die Jungs auch mehr oder weniger gut durchs Leben, bis Störtebecker nach einer gefährlichen Verletzung ins Grübeln gerät. Nach dem Erfolg mit EMMAS GLÜCK inszeniert Regisseur Sven Taddicken eine gefühlvolle und unterhaltsame Geschichte, bis in die kleinste Nebenrolle treffend besetzt mit einer Vielzahl von bekannten (Jung-)Darstellern, angeführt vom Gespann Matthias Schweighöfer und Ronald Zehrfeld. Volle Fahrt voraus für einen rockigen Soundtrack, einen Hauch von Midlife Crisis, viel Witz und Lebensmut!

    Jurybegründung:

    Historienfilme mit Rock- und Punkmusik unterlegt, begleitet von Jetztzeitdialogen im Jugendslang haben es grundsätzlich schwer, glaubwürdig rüberzukommen und müssen sich an herausragenden Werken wie den Monty Phyton-Filmen messen lassen. Die Geschichte des Klaus Störtebeker und dessen Kampf gegen die Hanse bilden die Grundlage zu einem heterogenen Film, der bei Drehbuch und Dialogen nicht immer stilsicher die Geschichte vorantreiben kann. Durch Vorwegnahme des Endes beraubt sich der Film um ein überraschendes Ende und bringt sich so um einen einheitlich bis zum Schluss entwickelten Spannungsbogen.

    Anleihen bei PIRATEN DER KARIBIK zu nehmen, um zu 'Piraten der Nordsee' zu gelangen sind augenscheinlich, aber stete Ausrufe wie 'Fick die Hanse' machen überdeutlich, dass es sich hier weit entfernt von Hollywood um deftige deutsche Hausmannskost handelt. Die Handlung wird durch diese Derbheiten nicht unbedingt befördert, unterfordert den Zuschauer eher.

    Natürlich hatten die Menschen in der Ära Störtebeker auch ihre Beziehungsprobleme und so werden die heutigen Beziehungskisten 1:1 auf die damalige Zeit übertragen. Ein heiteres Schmunzeln gelingt allemal. Aber um als peppige Persiflage wahrgenommen zu werden, fehlt den Episoden der letzte Witz. Die dürftige Erzählstimme aus dem Off kann der Spannung und der Dramatik, die man von einem Piratenfilm erwartet, leider nicht gerecht werden.
    Neben diesen bedauerlichen Schwächen des Drehbuchs und der Dialoge, kann der Film allerdings auch mit vielen Stärken aufwaten. Außerordentlich schöne Bilder und eine sehr gute Ausstattung sind zu konstatieren. Die Kamera verdient Lob und Anerkennung für sehr gute Kamerafahrten und 'steadycam'-Arbeiten, die dem entsprechen, was man von einer großen Kinoproduktion erwartet. Eine gute Lichtdramaturgie in geschlossenen Räumen, wie auch bei Landschaftsaufnahmen und vor stimmungsvoll beleuchteten historischen Originalkulissen runden die Bildherstellungsseite perfekt ab.

    Immer wieder hat der Film schöne Einfälle wie beispielsweise den Waffenhandels. Der Waffenhändler wird großartig gespielt von Detlev Buck, der mit seinen mit Armbrüsten bewaffneten Kindern die klammen Landpiraten in die Flucht schlägt, um später selbst in Asterix-Manier auf offener See samt seines Bootes von Störtebekers Crew versenkt zu werden. Rockstar Achim Reichel, der den Henker gibt, muss für seinen Part natürlich mit Rockmusik unterlegt werden und sorgt für Heiterkeit und Schmunzeln.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Regisseur Sven Taddicken hat mit „12 Meter ohne Kopf“ einen deutschen Piratenfilm inszeniert. Dabei ist in der flotten Draufgänger-Komödie nur die Optik der mittelalterlichen Legende angepasst. Die Geschichte ist in weiten Teilen frei ausfantasiert, die Dialoge sind – mit schräger Wirkung – voll von heutigen Redewendungen, die Lieder zum Teil englische Pop- und Rockballaden über Outlaws.

    Der Film meint es nicht ernst, ist wenig an den tatsächlichen Geschehnissen oder der historischen Relevanz der norddeutschen Piraten interessiert. Aber trotz seines leichten, auf Unterhaltung zielenden Ansatzes schafft er eine originelle Atmosphäre. Die verschworene Gemeinschaft an Bord mit ihren wilden Typen wird dabei glaubhaft zum Leben erweckt. Ihre beiden Anführer sind unzertrennliche Freunde, bis die Liebe sie dann doch dazu bringt, ihre Prioritäten jeweils verschieden zu setzen.

    Sven Taddicken vergleicht die Seeräuber von damals mit Hausbesetzern oder Rockbands aus moderner Zeit, weil sie ebenfalls von Sehnsucht nach Rebellion und jugendlichem Freiheitsdrang durchdrungen waren. An Bord eines echten Schiffes gedreht, sind die Szenen auf dem Meer entweder rauschhaft-entfesselt, oder sie schwelgen mit reicher Musikuntermalung in romantischer Endzeitstimmung. Es gibt eindrucksvolle Momente, zum Beispiel wenn den wilden Jungs beim Anblick der anrückenden Hanseflotte dämmert, dass es diesmal eng wird.

    Klaus Störtebeker wird von dem schon körperlich imposanten Ronald Zehrfeld gespielt, zunächst als unverwundbarer Held und Navigationsgenie. Dann aber muss der große bärtige Mann ins Grübeln geraten und seine weiche Seite ausleben, was ihm weniger gut gelingt und ihn in den Schatten treten lässt gegenüber Gödeke Michels. Matthias Schweighöfer spielt diesen temperamentvollen Charakter überzeugend und leidenschaftlich. Gödeke Michels ist zunächst der jungenhafte Draufgänger, dann der verwegenste Pirat, der auch eine grausame und jähzornige Seite offenbart. Er verwindet die Enttäuschung nicht, die ihm die Liebe zu der schönen Okka beschert.

    Die Outlaw-Atmosphäre ohne Zukunft, in der sich die tollkühnen Burschen bewegen, wird durch halbdunkle Räume und trübes Wetter betont. Trotz düsterer Elemente überwiegen jedoch temporeicher Spaß beim Kapern der Handelsschiffe und Feiern in der Hafenkneipe. Das wichtigste Komödienwerkzeug ist dabei die Verfremdung der Sprache. Die Leute reden, als wären sie von heute: „Wo ist das Problem?“, „Jetzt entspann dich mal“, „Sag uns, was dich nervt und was du Scheiße findest“, sind die Sätze, die diese Piraten so formulieren.

    Fazit: Flotte und originelle Piratenkomödie mit norddeutschem Flair.
  • Mit einer Komödie über den Fluch der Nord- und Ostsee, über die Freibeuter Störtebecker und Michels, inszeniert Sven Taddicken erneut unorthodoxes Genrekino.

    „12 Meter ohne Kopf“ soll der geköpfte Klaus Störtebecker der Legende nach noch gelaufen sein. Ein Mythos, der im Titel signalisiert, dass es „Deutschland erster Piratenkomödie“, so Stefan Schubert von Wüste Film, nicht um historische Fakten, sondern um heiteres Fabulieren geht. Im Drehbuch von Matthias Pacht ist die Hinrichtung Störtebeckers im Jahr 1401 ein echtes Gaunerstück. Ein Jahr geht der Film von dort aus zurück, zeigt, wie aus coolen Piraten ein jämmerlicher Haufen, mit Hilfe einer neuen Waffe aber schließlich der Schrecken der Hanse wurde. Immer im Fokus ist das Spaß-orientierte Freibeuterleben zwischen Kampftrinken, Schlägereien und Gelegenheitssex. Alles ändert sich, als Störtebecker niedergestochen wird und sich vom charismatischen Rabauken zum ängstlichen Versteher mit Parolen wie „Gewalt ist keine Lösung“ wandelt: Schlecht für einen Anführer, der nach dem Respekt durch Meuterei auch seine Mannschaft verliert. Schlecht auch für die Freundschaft, weil Störtebecker nun mit Alleinerzieherin Bille seßhaft werden will und damit Kumpel Michels die Lebensfreude nimmt. Einen (kläglich gescheiterten) Selbstmordversuch später wird aber das große Comeback, die Kampfansage an die Hanse, eingeleitet, die nach herben Verlusten zur Jagd auf die Bilanzsaboteure bläst.

    Kaum überraschend, dass mit einem Budget von sechs Millionen Euro karibische Kämpfe mit üppigen Digitaleffekten nicht geleistet werden können, dass „12 Meter ohne Kopf“ mehr ein Film der Gesichter als der Action ist. Taddicken, der zuvor unorthodoxe Familienkomödien („Mein Bruder, der Vampir“) und Liebesgeschichten („Emmas Glück“) inszenierte, konzentriert sich auf seine Buddies, mit Engagement gespielt von Newcomer Ronald Zehrfeld und Matthias Schweighöfer, und auf Situationskomik, die nicht immer zündet, obwohl der Verlust von Störtebeckers Mojo, seine Entmännlichung, mehr Munition geboten hätte. Im Kielwasser von Captain Sparrow sind Piraten erneut die Rockstars ihrer Zeit. Anachronismus ist dabei Stilprinzip. Die Ausstattung führt in die Vergangenheit, die Sprache in die Moderne, während die Musik der etwas gemächlich dahinschaukelnden Story mit Glam Rock und Punk Dampf macht. Gedreht wurde größtenteils auf See, mit drei nachgebauten Koggen. Geopfert wurde für dieses Herzensprojekt von Seiten der Macher viel, nicht zuletzt der eigene Widerstand, wenn Schweighöfer, schlafend, Zehrfelds Zehen lutschen und dieser, hungernd, eine krabbelnde Spinne essen muss. kob.

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