1. Kino.de
  2. Filme
  3. 11th Hour - 5 vor 12
  4. News
  5. Fakten und Hintergründe zum Film "The 11th Hour - 5 vor 12 "

Fakten und Hintergründe zum Film "The 11th Hour - 5 vor 12 "

Kino.de Redaktion |

11th Hour - 5 vor 12 Poster

Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

Über die Produktion

Leonardo DiCaprio hat mit den Filmemacherinnen Nadia Conners und Leila Conners Petersen bereits zwei Kurzfilme gemacht: „Global Warning“ und „Water Planet“. Jetzt nehmen sich die drei des umfassendsten Themas der Menschheit auf diesem Planeten an. Sie sprachen Fachleute an, die sich zur Geschichte der menschlichen Spezies, dem Zustand der Meere, des Bodens und der Luft, zu den Problemen beim Kurswechsel im sozialen, politischen und Design-Bereich äußern. So kamen 150 Interviewstunden mit über 70 Wissenschaftlern, Designern, Historikern und Denkern zusammen. „Wir wandten uns an unabhängige Experten, die sich direkt mit der größten Herausforderung unserer Zeit auseinandersetzen: mit dem Kollaps unseres Ökosystems und unserer Suche nach Lösungen, um unsere Zukunft nachhaltig zu sichern“, sagt Leonardo DiCaprio.

„Wir wollten selbst begreifen, warum sich der Mensch auf Kollisionskurs mit der Natur befindet und was wir tun müssen, um das Ruder herumzureißen“, sagt Co-Autorin/Co-Regisseurin/Produzentin Leila Conners Petersen. Ihre Schwester und Partnerin Nadia Conners fügt hinzu: „Eine großartige Erfahrung bei diesem Projekt ergab sich daraus, dass wir Menschen kennen lernten, die mich inspirierten, die mir durch ihre Arbeit, ihre Schriften die Augen öffneten. Ich empfinde das als großes Privileg und eine gewaltige Lernerfahrung.“

Bilderstrecke starten(7 Bilder)
Alle Bilder und Videos zu 11th Hour - 5 vor 12

„The 11th Hour“ analysiert das Verhältnis Mensch–Erde von den frühesten Erfindungen bis zu den Problemen der Gegenwart, die sich der Menschheit auf dem Weg in die Zukunft stellen. „Der menschliche Verstand war der Schlüssel bei unserer Existenzsicherung“, sagt der preisgekrönte Wissenschaftler, Umweltexperte und Fernsehmann David Suzuki im Film. „Wenn man sich vorstellt, dass wir uns vor etwa 150.000 Jahren in Afrika entwickelt haben, wirkten wir im Vergleich zu den anderen Savannentieren der damaligen Zeit nicht besonders beeindruckend. Wir waren eine zahlenmäßig kleine Gruppe, körperlich nicht sonderlich groß, hatten keine ausgeprägten Sinne.

Nur das menschliche Gehirn war der Schlüssel unserer Existenzsicherung, durch den wir uns die Erde untertan machten. Doch weil der menschliche Verstand das Konzept einer Zukunft schuf, sind wir das einzige Tier auf der Erde, das sich darüber klar werden kann: Wir können die Zukunft mit unserem Handeln in der Gegenwart beeinflussen.“

Der Film belegt auf vielfältige Weise, wie sich der Mensch der Natur entfremdet und daran gewöhnt hat, die Rohstoffressourcen gedankenlos aufzubrauchen. „Zum großen Bruch kam es im 19. Jahrhundert, als mit der Dampfmaschine die Epoche der fossilen Rohstoffe und die industrielle Revolution eingeläutet wurde“, sagt Autor und Redakteur Nathan Gardels, Medien-Fellow am World Economic Forum. Der große Unterschied zu den früheren Lebensrhythmen bestand darin, dass man bis zu diesem Zeitpunkt üblicherweise nachhaltig gewirtschaftet hatte. Im Zuge der industriellen Revolution sah man die Natur nur noch als Rohstofflieferant an – und diese Rohstoffe hielt man letztlich für unbegrenzt verfügbar. So entwickelte sich die Idee und das Konzept des Fortschritts: Endloses Wachstum, endlose Entwicklung.“

„Hier fand man Kohle, dort ein wenig Öl – dadurch und aufgrund der landwirtschaftlichen Revolution wuchs unsere Bevölkerung auf eine Milliarde Menschen an“, sagt der Bestsellerautor und progressive Radio-Talkshow-Moderator Thom Hartmann. „Von der ersten bis zur zweiten Milliarde brauchten wir keine 100.000 Jahre, sondern nur noch 130 Jahre. 1930 lebten auf der Erde bereits zwei Milliarden Menschen. Bis zur dritten Milliarde dauerte es gerade einmal 30 Jahre: bis 1960. Eine ganz erstaunliche Entwicklung, wenn man sich überlegt: Als John Kennedy sein Amt antrat, lebten auf unserem Planeten nur halb so viele Menschen wie heute.“

„Im Zuge der Entwicklung gewinnt die Technologie immer mehr an Bedeutung. Entsprechend übermächtig wirkt die Präsenz des Menschen im Ökosystem – wir können mit unserem technischen Know-how also erheblich mehr Schaden anrichten als früher“, sagt Nathan Gardels. „Also müssen wir auch sehr viel vorsichtiger handeln.“

200 Jahre nach der industriellen Revolution hat sich die Atmosphäre spürbar verändert. „Es gibt einen natürlichen Treibhauseffekt auf der Erde“, erklärt Stephen H. Schneider, Professor und Senior Fellow am Center for Environment Science and Policy des Institute for International Studies. „Tatsächlich ist die Temperatur um etwa 30 Grad Celsius gestiegen – dank der ,guten‘ Treibhausgase, die die Hitze in der Atmosphäre zurückhalten: Wasserdampf, Kohlendioxid und Methan. So weit der gute Teil der Geschichte. Das Problem besteht darin, dass die Menschen der Natur Konkurrenz machen: Per Auspuff und Schornstein leiten wir unsere Abgase in die Atmosphäre, als ob die ein gebührenfreier Abwasserkanal wäre. Den natürlichen Treibhausgasen fügen wir unnatürliche hinzu, vor allem mehr Kohlendioxid, Methan und Chemikalien, die es nie zuvor gab, Chlorfluorkohlenstoffe, die auch das Ozon angreifen. Und in entsprechenden Mengen halten sie mehr Wärme zurück.“

Wie sehr die Erdtemperatur ansteigt, sollte als Alarmsirene in Bezug auf die menschliche Existenz verstanden werden. „Das reichte bereits, um 20 Prozent der Meeresvereisung in der Arktis abzuschmelzen“, sagt der Autor, Journalist und Umweltschützer Bill McKibben. „Es reichte, um die Windgeschwindigkeit und Dauer von Hurrikanen um etwa 50 Prozent anzuheben. Es reichte, um das Schmelzen der Permafrosts in der nördlichen Tundra einzuleiten.“

„Eine der gravierendsten Auswirkungen unseres Verhaltens ist die globale Erwärmung, die sich durch den höheren Kohlendioxidgehalt aufgrund der Verbrennung von fossilen Rohstoffen ergibt“, erklärt Stephen Hawking, der berühmte Cambridge-Professor für Mathematik, Physik-Theoretiker und Autor. „Die Gefahr besteht darin, dass der Temperaturanstieg eine Eigendynamik entwickelt, wenn das nicht bereits der Fall ist. Dürren und Kahlschlag der Wälder reduziert das Recycling des Kohlendioxids in der Atmosphäre, und die Erwärmung der Meere könnte zur Freisetzung gewaltiger Mengen von CO2 auf dem Meeresgrund führen. Außerdem führt das Abschmelzen der Eisschilder in der Arktis und Antarktis dazu, dass weniger Sonnenlicht zurück ins Weltall reflektiert wird – das erhört die Temperatur noch mehr. Wir wissen nicht, wie weit die Erderwärmung gehen wird, aber schlimmstenfalls entwickelt sich die Erde wie ihr Schwesterplanet, die Venus, wo Temperaturen von 250 Grad Celsius herrschen und wo es Schwefelsäure regnet. Menschen könnten unter solchen Bedingungen nicht leben.“

Die Erde, auf der früher die Farben Grün und Blau dominierten, muss auch die Abholzung der lebensspendenden Regenwälder verkraften, die direkt mit der industriellen Entwicklung verbunden ist. „In 70 Ländern der Welt gibt es keinerlei intakte oder ursprüngliche Wälder mehr“, kommentiert Tzeporah Berman, Programmdirektorin bei ForestEthics. „Und bei uns in den USA sind bereits 95 Prozent der alten Wälder verschwunden. Auch der Kahlschlag der Wälder beeinflusst den Klimawandel, weil vor allem die Wälder als Speicher für Kohlenstoff auf der Erde dienen.

Allein die in Kanada jährlich gefällten Bäume sorgen für so viel Kohlenstoff in der Atmosphäre wie alle Autos in Kalifornien zusammen.“

Wangari Maathai, die 2004 mit ihrem Einsatz für das Green Belt Movement in Kenia den Friedensnobelpreis gewann, fügt hinzu: „In meinem Teil der Welt sage ich den Leuten immer wieder: ,Hüten wir uns vor dem unverantwortlichen Fällen von Bäumen. Wir dürfen vor allem die Bergwälder nicht zerstören. Denn wenn sie zerstört werden, haben die Flüsse kein Wasser mehr, die Regenfälle kommen nur noch zu unberechenbaren Zeiten, was zu Missernten, Unterernährung und Hungertod führt. Das Problem besteht darin, dass die Menschen diese Zusammenhänge nicht erkennen.“

Doch aus dem menschlichen Erfindungsgeist und Optimismus ergibt sich ein Potenzial zur Entwicklung alternativer Systeme, die nachhaltig mit der Erde umgehen, statt sie zu zerstören. „All diese Kräfte, die den Planeten beeinflussen, sind von Menschenhand gemacht“, kommentiert der Forscher Wade Davis von der National Geographic Society. „Und weil wir Menschen die Ursache des Problems sind, können wir auch die Lösung herbeiführen.“

Und der soziale Unternehmer, Autor, Journalist und Filmemacher Kenny Ausubel fügt hinzu: „Mit bereits existierenden Techniken, die nur auf ihren Einsatz warten oder die wir bekanntermaßen innerhalb kürzester Zeit entwickeln können, lässt sich der menschliche Einfluss auf den Planeten um 90 Prozent reduzieren. Das wäre ein gewaltiger Kurswechsel weg von unserer bisherigen Marschrichtung.“

Wie lassen sich diese gewaltigen Veränderungen kanalisieren? Lassen sich Wege zur Erhaltung der irdischen Ressourcen, zum Schutz der Atmosphäre und dadurch unser aller Existenz in der Natur finden? „Ich bin überzeugt, dass sich die Entwicklung wie in der Bewegung für die Menschenrechte vor 40 Jahren abspielen könnte“, sagt Nadia Conners. „Wir müssen an einem Strang ziehen und unserer politischen Führung deutlich machen, dass wir die Veränderung wollen, während wir einander klarmachen, dass wir das lebenserhaltende System retten wollen, auf das wir alle angewiesen sind.“

Auch als intelligente Lebensform ganz oben in der Nahrungskette wird der Mensch von denselben unerbittlichen Gefahren bedroht wie viele Generationen anderer lebender Organismen. „Als wir dieses Projekt begannen, ging es uns um einen umfassenden Blick auf das Verhältnis Mensch–Erde und seine Verantwortung für den Zustand des Planeten“, sagt Leila Conners Petersen. „Heute erscheint mir das ganz selbstverständlich, aber ich war zunächst überrascht, dass die Menschen genauso vom Aussterben bedroht sind wie alle anderen Spezies. Wir werden von den Katastrophen nicht verschont. Trotz unserer Technik sind wir überaus verletzlich. Wir haben begriffen, dass die Welt an sich überleben wird. Aber wir Menschen selbst schweben in großer Gefahr.“

„Wir Bürger, Meinungsbildner, Konsumenten und Wähler haben die Möglichkeit, dazu beizutragen, dass die Ökologie ins Regierungsprogramm und in den Alltag integriert wird“, sagt Leonardo DiCaprio abschließend. „Wir leben in einer entscheidenden Phase der Menschheitsgeschichte – es ist die Aufgabe unserer Generation, den Schaden der industriellen Zivilisation wiedergutzumachen. Was wir zustande bringen, hängt von der ganz bewussten Entwicklung unserer Spezies ab und könnte durchaus zur Rettung des blauen Planeten für zukünftige Generationen beitragen.“

Zu den Kommentaren

News und Stories

  • Tom Hanks, Leonardo DiCaprio und HBO produzieren Gorbatschow-Biopic

    Er ist einer der wichtigsten Männer des 20. Jahrhunderts: Michail Gorbatschow sorgte dafür, dass der Ost-West-Konflikt beendet wurde und Deutschland wieder zusammenwachsen konnte. Nun wollen Tom Hanks, Leonardo DiCaprio und HBO ein Biopic über diesen Politiker produzieren.

    Ehemalige BEM-Accounts  
  • Geballte Kraft des Kinos

    Geballte Kraft des Kinos

    Das 60. Festival de Cannes lässt den Film mit beeindruckenden Beiträgen hochleben, nur bei der Preisverleihung fehlt der Schwung.

    Ehemalige BEM-Accounts  
  • DiCaprio Autor von Ökodokumentation "11th Hour"

    Schauspieler und Produzent Leonardo DiCaprio („Departed: Unter Feinden“) ist einer der Drehbuchautoren des Öko-Dokumentarfilms „11th Hour“. Die beiden anderen Autoren sind die Regisseurinnen Leila Conners Peterson und Nadia Conners. DiCaprio produziert und spricht in dem Film die Erzählerstimme. In „11th Hour“ geht es um die Möglichkeiten zur Rettung des Ökosystems Erde und Herausforderungen wie den Klimawandel. Über...

    Ehemalige BEM-Accounts  

Kommentare