1000 Gramm

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • „Wertvoll”

      Kurztext:

      Mehrere kleine Geschichten drehen sich allesamt um ein Thema: Fleisch. Fleisch als Genussmittel, Fleisch als störender Körperballast, Fleisch als existentiell notwendiges und erstrebenswertes Nahrungsgut. Jungregisseur und Autor Tom Bewilogua bearbeitet dieses Motiv in all seinen Formen und Bedeutungen. Verwoben sind die einzelnen Handlungsstränge durch eine schwebende Kamera, die von einer Situation zur anderen gleitet und so eine sogartige Wirkung auslöst. Die Bilder sind mutig und deutlich gewählt und sorgen für Momente der Faszination und des Ekels. Ein beeindruckender Film mit Bildern voll symbolischer Kraft. Ein Kurzfilm, der polarisieren will und sicher für Diskussionen sorgen wird.

      Gutachten:

      Ein Film über Fleisch und seine vielfältigen Bedeutungen für unser Leben. Fünf aufeinander folgende Sequenzen, bei denen es um Fleisch geht: Ein Ehepaar schiebt sich genüsslich die Fleischstücke in den Mund, während die Tochter das Mahl ignoriert. Die Frau lässt sich danach 1000 Gramm Fett absaugen. Der Mann geht zur Hure, wobei das Objekt seiner Begierde ihr flacher Bauch ist. Die Frau wird nach der Fettabsaugung in einer Tiefgarage brutal zusammengeschlagen. Dies für eine Beute von nur 20 Euro, mit denen der Täter 1000 Gramm Fleisch für ein Abendessen der Familie kauft. Blutig geht es auch im TV dieser Familie mit Bildern aus der Tierwelt zu. Und das junge Mädchen der Familie bewundert die schlanke Figur eines Models….

      Fünf Sequenzen über den Zustand unserer Gesellschaft, den Anachronismus unserer Lebensweise: Was man im Überfluss isst, wird wieder abgesaugt. Täglich landet die Hälfte der produzierten Lebensmittel in der Vernichtung, während Millionen Menschen hungern müssen. Für nur wenig Geld werden Menschen zu Opfern von Gewaltdelikten, ausgelöst von Armut und Hunger. Mit viel Geld wird unsinnigen Schönheitsidealen gefrönt.

      Dieser Film ist ein großes Werk der Anklage, frech und provokant, mit einer dramaturgisch außergewöhnlichen Erzählstruktur. Die fünf Episoden, welche eindeutig in einem folgerichtigen Zusammenhang stehen, werden durch eine ebenso außergewöhnliche Kameraarbeit miteinander verbunden. Mit Drehungen, Wendungen und Fahrten schwebt die Kamera von einem Handlungsort in den anderen hinein. Eine weitere dramaturgische Finesse ist der Wechsel bzw. das Zusammenspiel von Farbe und Schwarz/Weiß. Um es auf einen Nenner zu bringen: Farbe steht für „reich“, Schwarz/Weiß für „arm“, Blut und Fleisch dagegen sind immer rot!

      Die Szenen lassen an hartem Realismus nichts zu wünschen. Wohl mit voller Absicht polarisiert dieser Film und führt entweder zu totaler Ablehnung oder begeisterter Zustimmung sofern man sich darauf einzulassen bereit ist. Aber: Die Realität ist sicher noch grausamer und verpflichtet uns, nicht wegzusehen.

      Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

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