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US-Geschichte in 12 Filmen: Von Kolumbus bis 9/11

Anhand von 12 Filmen werfen wir zum Kinostart von “Lincoln“ einen Blick auf die wichtigsten Epochen der Geschichte Amerikas.

Als Christoph Kolumbus im Jahr 1492 den amerikanischen Kontinent erreichte, konnte niemand in Europa erahnen, welche Auswirkungen das auf den Verlauf der Geschichte haben sollte. Der Westen wurde erobert, die USA wurden gegründet und stiegen zur Supermacht auf. In den letzten gut 500 Jahren hat sich wahrlich viel getan. Kein Wunder, dass Hollywood immer wieder die US-Geschichte in Filmen abgebildet hat.

Am 24. Januar startet Steven Spielbergs Politdrama “Lincoln” über den wohl bekanntesten und gerühmtesten Präsidenten der Vereinigten Staaten in den deutschen Kinos. Doch geht es in “Lincoln” nicht nur um den großen Politiker und Wohltäter, für dessen Darstellung Daniel Day Lewis gerade für einen Oscar nominiert wurde. Spielbergs jüngster Film ist auch das Porträt einer historisch brisante Epoche für die Entwicklung der USA. Grund genug für CINEFACTS, eine Liste mit 12 Filmen zu erstellen, die die wichtigsten Stationen der US-Geschichte in spannende, sehenswerte Unterhaltung verpackt haben. Cineastisch hangelt sich CINEFACTS durch die US-Geschichte von damals bis heute.

1492 – Die Eroberung des Paradieses

Von Ridley Scott mit Gérard Depardieu, Armand Assante

Christoph Kolumbus gilt bis heute als europäischer Entdecker des amerikanischen Kontinents. Seine Seereise im Jahre 1492 hatte das Ziel, über den westlichen Seeweg nach Ostasien zu gelangen. Am 12. Oktober 1492 erreichten seine Schiffe aber die “Neue Welt”. 500 Jahre später brachte Regisseur Ridley Scott den Historienfilm 1492 – Die Eroberung des Paradieses mit Gérard Depardieu in die Kinos. Bildgewaltig, aufwendig inszeniert und von Vangelis’ heute weltbekannter Filmmusik stimmig untermalt erzählt Scott die Geschichte der Entdeckung Amerikas und deren Auswirkungen auf die Ureinwohner. Dass Kolumbus hier historisch betrachtet zu sehr als Held stilisiert wird, ärgerte zwar Fachleute und Filmkritiker, tut dem Unterhaltungswert von Scotts Epos aber keinen Abbruch.

Der letzte Mohikaner

Von Michael Mann mit Daniel Day-Lewis, Madeleine Stowe

Im Laufe der Kolonialisierung kam es 1754-1762 zwischen England, Frankreich und ihren jeweiligen indianischen Verbündeten zu Kämpfen um die Vorherrschaft in Nordamerika. Michael Manns Film Der letzte Mohikaner spielt genau in dieser Zeit und handelt von der Belagerung des Fort William Henry. Basierend auf dem gleichnamigen Roman und einer ersten Verfilmung aus dem Jahr 1936 beruht die Rahmenhandlung auf historischen Fakten. Beim Rest des Films hat sich Regisseur Mann sehr viel künstlerische Freiheiten genommen. Das macht aber fast gar nichs, wirft doch der wunderschön fotografierte Film einen tollen Blick auf die unberührten Landschaften der Kolonialzeit und ist schon allein wegen seiner detailreichen, historisch akkuraten Ausstattung sowie der Leistung von Hauptdarsteller Daniel Day-Lewis sehenswert.

John Adams

Von Tom Hooper mit Paul Giamatti, Laura Linney

Nach der Entdeckung Amerikas dauerte es noch ca. 280 Jahre bis zur Gründung der USA, wie wir sie heute kennen. Die siebenteilige Mini-Serie John Adams von HBO beschreibt das Leben und Wirken des zweiten Präsidenten John Adams, der maßgeblich an der Gründung der Vereinigten Staaten mitgewirkt hat. Die Handlung beginnt im Jahr 1770, zeigt die Belagerung von Boston, den Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg und schließlich die Unterzeichnung der Unabhängigkeitserklärung im Jahr 1776. Dann widmet sich die Serie Adams’ Präsidentschaftszeit von 1797-1801. John Adams wurde mit vier Golden Globes und dreizehn Emmy-Awards ausgezeichnet. Damit ist sie die bis heute höchstdekorierte Mini-Serie aller Zeiten.

Amistad

Von Steven Spielberg mit Djimon Hounsou, Matthew McConaughey, Anthony Hopkins

Von der Gründung der USA kommen wir nun zu einem der düstersten Kapitel in der Geschichte der noch jungen Vereinigten Staaten: der Sklavenhandel. 1839 gab es in der Nähe von Kuba eine Rebellion von Sklaven auf einem Schiff namens “La Amistad”. Die westafrikanischen Gefangen töteten bis fast die ganze Besatzung und schlugen sich mit dem eroberten Schiff bis in an die US-Küste durch. Dort nahm man sie jedoch umgehend fest und machte ihnen den Prozess, in die Geschichte eingegangen als die “Amistad-Prozesse”. Zwei Jahre später wurden die Angeklagten freigesprochen und durften in ihre Heimat zurückkehren. Die “Amistad-Prozesse” gelten heute als wesentlicher Schritt hin zu einer Abschaffung der Sklaverei in den USA. Steven Spielberg nahm sich 1997 des Themas an und inszenierte die Geschehnisse rund um die Prozesse in opulenten Bildern. Dabei gelang ihm eine sehenswerte Mischung aus Kriminalfilm, Geschichtsporträt und Gerichtsdrama.

Gettysburg

Von Ronald F. Maxwell mit Tom Berenger, Martin Sheen

Der Streit um die Abschaffung bzw. Beibehaltung der Sklaverei führte nur wenige Jahre später zum Amerikanischen Bürgerkrieg (1861-1865). Gegenüber standen sich die aus den Vereinigten Staaten ausgetreteten Südstaaten und die verbliebenen Nordstaaten. Nach vier Jahren blutiger Auseinandersetzungen endete der Krieg mit einem Sieg des Nordens. Ein entscheidener Wendepunkt im Kriegsverlauf war die Schlacht von Gettyburg im Juli 1863. Der gleichnamige Kriegsfilm Gettysburg war ursprünglich als Mini-Serie konzipiert. Aufgrund der hohen Kosten wurde es letztendlich ein Kinofilm, der maßgeblich von Medienmogul Ted Turner finanziert wurde. In grandiosen, eindrucksvollen Bildern transportiert Regisseur Ronald F. Maxwell das Grauen auf dem Schlachtfeld auf die Leinwand. Sehenswert.

Lincoln

Von Steven Spielberg mit Daniel Day-Lewis, Joseph Gordon-Levitt

Abraham Lincoln herrschte während des Amerikanischen Bürgerkriegs über die Nordstaaten der USA. Seine politisdche Leistung in seiner zweiten Amtszeit umfasst die Beendigung des Krieges und die Wiederherstellung der Union. Außerdem konnte er sein Hauptziel, die Abschaffung der Sklaverei, durchsetzen. Steven Spielberg war schon seit langem an einer filmischen Umsetzung des Lebens des 16. Präsidenten der USA interessiert. 2012 konnte er Lincoln mit Daniel Day-Lewis in der Hauptrolle realisieren. Der Film beschränkt sich auf die Bemühungen Lincolns im Januar 1865, den Bürgerkrieg zu beenden und die Sklaverei per Gesetz zu unterbinden. Vier Monate später, am 15. April 1865, fällt er einem Attentat zum Opfer. Lincoln, mehr Politdrama als Biopic, erstaunlich gespielt und auf historische Genauigkeit hin inszneniert, wurde von US-Kritikern begeistert aufgenommen. Er erhielt 12 Oscar-Nominierungen, darunter “Bester Film”, “Beste Regie” und “Bester Hauptdarsteller”.

Früchte des Zorns

Von John Ford mit Henry Fonda, Jane Darwell

Ende der 1920er Jahre begann die Große Depression, die bis in das darauffolgende Jahrzehnt dauerte. Die Auswirkungen der Wirtschaftskrise sind Thema von John Fords mit zwei Oscars ausgezeichneten Dramas Früchte des Zorns. Im Mittelpunkt steht eine Farmer-Familie, die nach Kalifornien aufbricht, um dort ein besseres Leben zu finden. Meisterhaft gespielt von Henry Fonda und Jane Darwell fängt wohl kein Film die von Hoffnungslosigkeit, Angst und Schmerz geprägte Stimmung der damaligen Zeit besser ein.

Der Soldat James Ryan

Von Steven Spielberg mit Tom Hanks, Matt Damon

Der Krieg für das Deutsche Reich ist verloren. Die Wende kam mit der Niederlage in Stalingrad, besiegelt wird das Schicksal des Driten Reichs sinnbildlich mit dem D-Day, dem 6. Juni 1944. An diesem Tag landeten die Alliierten am damals von den Deutschen besetzten Strand der Normandie. Steven Spielbergs Der Soldat James Ryan zeigt in den ersten dreißig Minuten mitreißend und schockierend zugleich, wie chaotisch es bei der Operation D-Day zuging. Die Kameraführung und eine belastende Soundkulisse werfen den Zuschauer mitten ins Feuergefecht. lassen ihn die Grausamkeit des Krieges so hautnah und eindringlich miterleben wie kaum ein Kriegsfilm vorher.

JFK – Tatort Dallas

Von Oliver Stone mit Kevin Costner, Gary Oldman

John F. Kennedy zählt wohl zu den berühmtesten Präsidenten der USA. Der charismatische Führer fiel im November 1963 einem Attentat zum Opfer. Die Umstände sind bis heute nicht eindeutig geklärt, und es ranken sich viele Verschwörungstheorien um den Mord. Damit beschäftige sich auch Oliver Stone in seinem Thriller-Drama JFK – Tatort Dallas. Der u.a. mit Kevin Costner, Gary Oldman, Jack Lemmon, Sissy Spacek, Joe Pesci und Walter Matthau in tragenden Rollen hochkarätig besetzte Film wurde mit zwei Oscars prämiert und zählt zu den spannendsten Politthrillern aller Zeiten – auch, wenn nicht alle Theorien im Film wirklich historisch belegt sind.

Geboren am 4. Juli

Von Oliver Stone mit Tom Cruise, Raymond J. Barry

Ebenfalls von Oliver Stone stammt der Antikriegs-Film Geboren am 4. Juli. Tom Cruise spielt in dem biografischen Film den im Vietnam-Krieg durch eine Kugel querschnittsgelähmten Veteran Ron Kovic, der sich von seinem Land verraten gefühlt hat und zu einem bedeutenden Menschenrechts- und Anti-Kriegs-Aktivisten wurde. Geboren am 4. Juli geht weniger auf den Krieg selbst ein, sondern beleuchtet mehr dessen Auswirkungen und politische Hintergründe. Kaum ein anderer Krieg hat die USA wohl so mitgenommen und nachhaltig beeinflusst wie Vietnam, und das fängt Oliver Stone mit perfektem Zeitgefühl hervorragend ein.

Die Unbestechlichen

Von Alan J. Pakula mit Robert Redford, Dustin Hoffman

Mit dem Vietnam-Krieg ging in den USA eine Vertrauenskrise der Bevölkerung gegenüber den Politikern einher. Während der Amtszeit von Präsident Richard Nixon zwischen 1969 und 1974 kam es zu mehreren gravierenden “Missbräuchen von Regierungsvollmachten”, die in der sogenannten Watergate-Affäre aufgedeckt wurden. Davon handelt auch das mit vier Oscars ausgezeichnete Meisterwerk Die Unbestechlichen: Dustin Hoffman und Robert Redford mimen die Reporter Woodward und Bernstein, die die Details des Skandals aufdecken. Als Folge der Affäre musste Nixon schließlich von seinem Amt zurücktreten, es wurden zahlreiche neue Gesetze in Kraft gesetzt.

Flug 93

Von Paul Greengrass mit David Alan Basche, Olivia Thirlby

Der nächste große Schock traf die USA am 11.9.2001, als Terroristen mehrere Anschläge verübten. Im Mittelpunkt des für zwei Oscars nominierten Thriller-Dramas Flug 93 steht jedoch nicht der Angriff auf das World Trade Center, sondern die Geschichte des titelgebenden Flugs von United Airlines, der von Terroristen gekapert. Die Passagiere versuchten, die Terroristen zu überwältigen. Schließlich stürzte das Flugzeug in ein Feld im US-Bundesstaat Pennsylvania. Regisseur Paul Greengrass war bemüht, die Ereignisse möglichst realistisch wiederzugeben – und das mit vollem Erfolg. So aufwühlend gelang niemand sonst die filmische Auseinandersetzung mit den schrecklichen Ereignissen, die auch heute noch jedem im Kopf sind und zu einem Umdenken in Sachen Sicherheitsbestimmung und internationalem Terrorismus führten.

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