Christian Bale wird Enzo Ferrari

Alexander Jodl  

Seit Jahren arbeitet Kultregisseur Michael Mann an dem Projekt. Und zumindest einen Topstar hat er jetzt dafür gefunden.

Filmemacher Michael Mann hat einen Titelhelden für sein lange Jahre genährtes Leib- und Magenprojekt gefunden: Christian Bale hat zugesagt, Enzo Ferrari in “Ferrari” zu spielen, an dem Mann seit mehr als 15 Jahren arbeitet – ursprünglich noch mit dem verstorbenen Sydney Pollack, der mit “Bobby Deerfield” selbst einen Rennfahrerfilm gedreht hatte. Der Film soll ausschließlich im Jahr 1957 spielen und wird sich voraussichtlich um die tragischen Ereignisse rund um die 25. Mille Miglia drehen, bei der der spanische Ferrari-Fahrer Alfonso de Portago bei einem Unfall auf der Strecke Brescia-Rom-Brescia ums Leben kam – wohl auch, weil Ferrari den Fahrer bei einem Tankstop angestachelt hatte, unbedingt schneller fahren zu müssen.

Christian Bale hatte bereits bei “Public Enemies” mit Michael Mann gearbeitet. “Ferrari” soll jetzt das nächste Projekt des 72-jährigen Filmemachers werden und im kommenden Sommer gedreht werden. Eine Hauptdarstellerin will Mann in Kürze bekannt geben. Manns letzter Film, “Blackhat“, war zwar eine Enttäuschung an den Kinokassen. Es herrscht aber Zuversicht, dass der Regisseur, der mit “Ali” bereits bewiesen hat, dass er ein Händchen für Sport-Biopics hat, bei “Ferrari” wieder zu alter Form zurückfinden kann.

Zumindest auf dem Papier hat der Stoff alles, was einen großen Mann-Film ausmacht: Männer, die ans Äußerste gehen, Spannung, Drama und Tragödie. Und voraussichtlich große Kinomomente. Einer der legendären Momente der Mille Miglia 1957 kam, als sich bei einer Pause de Portagos die amerikanische Schauspielerin Linda Christian auf sein Auto zulief, de Portago sich auf den Fahrersitz stellte, der Frau einen Kuss gab und dann mit quietschenden Reifen davonraste.