The Help (2011)

The Help Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

The Help: Hochgelobtes Sixties-Drama um eine junge Autorin, die in ihrer Südstaaten-Heimat schwarze Haushaltsgehilfinnen interviewt.

Die angehende Autorin und frische Absolventin der University of Mississippi Eugenia „Skeeter“ Phelan (Emma Stone) kehrt Anfang der 1960er Jahre mit dem Traum der großen Schriftstellerkarriere in die Heimat zurück. Der ihr innewohnende Gerechtigkeitssinn bringt sie dann dazu, ein kontroverses Buch über den Alltagsrassismus gegenüber afroamerikanischen Haushälterinnen zu schreiben. Um ihre Idee, das Buch aus der Perspektive eines solchen Hausmädchens zu schreiben, zu verwirklichen, beginnt sie Frauen zu interviewen, die diese Erfahrung bereits gemacht haben. Auf diese Weise könne das Buch authentisch das Leben afroamerikanischer Frauen im Alltagsleben als Hausmädchen der weißen, oberen Bevölkerungsschicht aufzeigen. Mit ihrem Vorhaben bewegt sich Skeeter jedoch nicht nur jenseits jedweder Konventionen, sondern auch abseits der Gesetze. Dadurch bringt sie nicht nur sich in Gefahr, sondern auch all jene rund um Minny Jackson (Octavia Spencer) und Aibileen Clark (Viola Davis), die ihr dabei helfen, das Projekt zu verwirklichen. Aibileen ist die Haushälterin ihrer besten Freundin, was dazu führt, dass auch Spannungen in Skeeters privatem Umfeld entstehen und jahrelange Freundschaften auf eine harte Probe gestellt werden. „The Help“ basiert auf dem gleichnamigen Buch der Autorin Kathryn Stockett aus dem Jahr 2009. Ähnlich wie Protagonistin Skeeter, gab es für Stockett Probleme, ihr Werk zu veröffentlichen. So wurde das Buch ganze 60 Mal abgelehnt, bevor es doch noch in den Druck ging. Stockett und Regisseur Tate Taylor verbindet seit Kindheitstagen eine Freundschaft. The Help wurde für vier Kategorien oscarnominiert. In der Kategorie der besten Nebendarstellerin waren sowohl  Octavia Spencer als auch Jessica Chastain für The Help nominiert. Spencer gewann die begehrte Trophäe schließlich.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Ein Südstaatenepos, das über die gesamte Laufzeit von 146 Minuten fesselt, verbirgt sich hinter dem Titel „The Help“. Zur Zeit der Bürgerrechtsbewegung Anfang der sechziger Jahre scheinen die Uhren in Jackson, Mississippi, noch stillzustehen. Die weiße Oberschicht lässt wie eh und je ihre Kinder von Afroamerikanerinnen großziehen, die ansonsten der Rassentrennung und individuellen Schikanen unterworfen sind. Eine progressive junge Weiße und zwei mutige schwarze Haushälterinnen wagen in diesem Klima einen neuen Weg und treffen sich zu Interviews. In ihrem Buch wollen sie erstmals davon berichten, was die schwarzen Frauen bei ihren Arbeitgebern erleben und was sie über sie denken.

    Regisseur und Drehbuchautor Tate Taylor ist selbst in Jackson aufgewachsen, wie die Autorin der Romanvorlage „Gute Geister“, Kathryn Stockett. Auch sie wurden, allerdings in den siebziger Jahren, von schwarzen Kindermädchen großgezogen, die sie ihre „Ko-Mütter“ nannten. In ihrem Film erzählen sie also aus einer Welt, die sie atmosphärisch und in ihren Traditionen und Gegensätzen gut kennen. Die weißen Herrenhäuser, in denen Skeeter und ihre Freundinnen leben, sehen so prächtig aus wie in „Vom Winde verweht“. Und davor bücken sich farbige Gärtner.

    Im Off stellt die 1911 geborene Aibileen, die von Viola Davis gespielt wird, die meisten anderen Personen vor. Ihre weiße Arbeitgeberin Elizabeth Leefolt hat wie fast alle ihrer jungen Freundinnen Mann und Kind, aber wenig Sinn für mütterliche Pflichten. Diese Frauen sind mit der Organisation von Wohltätigkeitsbällen und Einladungen zum Kartenspiel ausgelastet, nur Skeeter, gespielt von Emma Stone, ist anders. In ihrem Cabrio sieht man sie auf der Landstraße heimkehren, während der Countrysong „Jackson“ erklingt. Damit kündigt sich an, dass die junge Collegeabsolventin die Stadt gehörig aufmischen wird.

    Skeeters Mutter liegt ihr in den Ohren, sie solle sich endlich einen Mann suchen. Aber die junge Frau hofft auf eine Anstellung in einem New Yorker Verlagshaus und möchte journalistische Erfahrungen sammeln. Beim „Jackson Journal“ erhält sie den Auftrag, die Kolumne mit den Haushalts – und Putztipps zu betreuen. In ihrer Not wendet sie sich an Aibileen. Gleichzeitig erlebt Skeeter im Haus von Elizabeth mit, wie ihre beste Freundin aus Kindertagen, Hilly Holbrook, die schwarzen Dienstmädchen demütigt. Hilly, bemerkenswert böse und trotzdem lebendig-realistisch gespielt von Bryce Dallas Howard, startet eine Kampagne zur Einführung getrennter Toiletten für das schwarze Hauspersonal: „Sie haben andere Keime als wir.“ Ihre Köchin Minny wirft sie hinaus, weil sie während eines Sturms nicht die Außentoilette, sondern Hillys Bad benutzt.

    Die unermüdliche Aibileen, die 17 weiße Kinder betreut hat, als wäre sie deren wirkliche Mutter, wirkt seit dem Tod ihres eigenen Sohnes innerlich gebrochen. Minny hingegen, erfrischend quirlig gespielt von Octavia Spencer, ist wie ein Vulkan. Sie weiß, wie sie sich an Miss Hilly rächen kann, aber dafür findet sie in ganz Jackson keine Stelle mehr. Nur die zugezogene Außenseiterin Celia Foote, die ihren Mann mit nicht vorhandenen Kochkünsten beeindrucken will, fällt ihr vor Freude über ihre Bewerbung um den Hals. Jessica Chastain spielt die blonde Sexbombe mit dem guten Herzen, die in Minny ihre einzige Verbündete findet.

    Im spannenden Wechsel zwischen dem Gesellschaftsleben der weißen Frauen und Einblicken in die Wohnungen und Lebensumstände der schwarzen Haushälterinnen zeigt der Regisseur Skeeters Emanzipation. Sie entfremdet sich von ihren Freundinnen, während Aibileen und Minny ihrerseits erst ihre Angst überwinden müssen, einer Weißen gegenüber offen zu sein. Die Fernsehnachrichten berichten derweil über Martin Luther Kings Bürgerrechtsbewegung. Diese Frauen setzen die Rassentrennung im Kleinen, im privaten Leben, mit ihrem aufrichtigen Interesse füreinander außer Kraft.

    Fazit: Mit barocker Fülle und Lebhaftigkeit erzählt dieses Südstaatenepos von den Rassenkonflikten der sechziger Jahre aus der Sicht schwarzer Haushälterinnen.
  • Mit charakterstarker Besetzung und ungewöhnlich menschlichem Blickwinkel geht diese Bestsellerverfilmung auf Oscarkurs.

    Ganz ohne Hilfe von Superhelden und Effektschlachten erobert “The Help” Kinofans mit großen Gefühlen: Ebenso einfühlsam wie provokant erzählt der Film eine außergewöhnliche Geschichte über Freundschaft, Courage und Ausgrenzung. Anfang der 60er Jahre träumt die junge Skeeter (Emma Stone) davon, eine große Autorin zu werden. Eine Zeitung bietet ihr eine brave Hausfrauenkolumne an, doch sie will die ganz große Story – und findet sie quasi nebenan. Entsetzt von ihren Freundinnen, die ihr Personal diskriminieren und wie Menschen zweiter Klasse behandeln, beschließt Skeeter über die Erfahrungen farbiger Dienst- und Hausmädchen zu schreiben. Purer Sprengstoff im Amerika der Rassentrennung, das kurz vor einer Welle des Widerstands durch die Bürgerrechtsbewegung steht. Skeeters geheimes Projekt verstößt nicht nur gegen den guten Ton, sondern auch gegen das Gesetz. Aibileen (Viola Davis) und Minny (Octavia Spencer) sind die ersten mutigen Frauen, die ihr Schweigen brechen, die viele weiße Kinder mit Liebe großgezogen, doch keine Anerkennung, geschweige denn ein Leben in Würde erfahren haben. Und nach einem folgenschweren Vorfall sind immer mehr Hausmädchen bereit, ihre Geschichte erzählen. Geschichten, die so noch nie erzählt wurden und diesen bewundernswerten Frauen endlich eine Stimme verleihen. “Gute Geister” nennt sie Kathryn Stocketts gleichnamiger Bestseller, die uns hier in bitteren, berührenden, aber auch humorvollen Momenten näherkommen. Ein hässliches Kapitel aus der jüngeren amerikanischen Vergangenheit so bewegend als Feel-Good-Movie zu erzählen, ist ein Kunststück. Das verdient das Prädikat “Besonders Wertvoll”, einen Kino-besuch – und vielleicht auch einen Oscar.

Darsteller und Crew

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