Der Franzose Yves Robert war ein Multitalent: Schauspieler, Drehbuchautor, Produzent und Regisseur zugleich. Allerdings wurde er international fast nur wegen seiner Regie-Arbeiten beachtet, obwohl er häufiger vor der Kamera stand als dahinter. Unvergesslich ist "Der Krieg der Knöpfe" von 1961 - Robert führte hier Regie, schrieb das Drehbuch und war für die Produktion verantwortlich. Diese Aufgaben übernahm er ebenfalls bei einer Komödie, die auch dem deutschen Publikum sicher noch lange im Gedächtnis bleiben wird, und mit der Pierre Richard zum Star der französischen Komiker avancierte: "Der große Blonde mit dem Schwarzen Schuh" (1972).
Yves Robert wurde am 19.6.1920 im französischen Saumur an der Loire geboren. Er war Autodidakt. Bevor er 1948 zunächst als Darsteller zum Film kam, arbeitete er als Hilfsarbeiter und Konditor. Mitte der 50er-Jahre entschloss er sich, selbst Regie zu führen, doch immer wieder agierte er auch als Schauspieler, wenn auch meist in kleineren Rollen. Robert hat zwei Kinder und war mit der Schauspielerin Danièle Delorme verheiratet. Am 10. Mai 2002 starb er an einer Gehirnblutung.
Roberts erster Film, bei dem er vor der Kamera stand, war "Les dieux du dimanche" (1948). Es folgten Auftritte in "Suivez cet homme" (1953), "Les truands" (1956) und "Nina" (1959). Sein darstellerisches Können pflegte Robert auch in Filmen wie "Le voyou" (1970), "Un mauvais fils" (1980) und "Disparus" (1999). Im Regiefach debütierte er 1954 mit "Les hommes ne pensent qu'à ça". Bekannter wurde "Signé Arsène Lupin" (1959). Robert drehte auch einige Louis de Funès-Filme. 1961 zeichnete er für den Jugendfilm "Krieg der Knöpfe" (1961) verantwortlich. Zu seinen Regie-Erfolgen im Humorfach zählen noch "Ein Elefant irrt sich gewaltig" (1976) und "Wir kommen alle in den Himmel" (1977). Mit "Montparnasse-Pondichéry" wurde 1994 ein letzter Film unter Yves Roberts Regie gedreht.
Scott Thomas verführt Meisterdieb
Nach ihrem beeindruckenden Auftritt in "Gosford Park" kehrt Kristin Scott Thomas wieder auf die große Kinoleinwand zurück. In "Arsene Lupin" stiehlt sie einem waschechten Meisterdieb das Herz.
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Betörende Venusfalle in "Arsene Lupin": Kristin Scott Thomas
Kristin Scott Thomas spielt in der französischen Actionkomödie "Arsene Lupin" die verführerische Gräfin Cagliostro, in die sich der Titelheld verliebt. Natürlich hat es die durchtriebene Adelige nicht auf eine gemeinsame Zukunft mit Lupin abgesehen. Sie will sich nur der einzigartigen Fähigkeiten des Langfingers bedienen, um einen wertvollen Kunstschatz in ihre Gewalt zu bringen.
In die Rolle des Arsene Lupin schlüpft Romain Duris ("Dobermann"). Die Chance für den französischen Leinwand-Star, auch international auf sich aufmerksam zu machen. Er wirkte bereits in "Le Divorce" von James Ivory mit - allerdings hatte er neben Stars wie Kate Hudson, Glenn Close und Naomi Watts nur in einen Mini-Auftritt.
Um sich für größere Projekte zu empfehlen, ist "Arsene Lupin" sicherlich ein gutes Karriere-Sprungbrett: Denn der geniale Verbrecher wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts von Maurice Leblanc erfunden und erfreut sich seitdem größter Beliebtheit. Über die Figur existieren bereits mehrere Fernsehserien, Comics und sogar ein Kinofilm ("Gezeichnet: Arsène Lupin" von Yves Robert).
Jetzt muss also nur noch Regisseur Stephane Marsil ganze Arbeit leisten. Denn falls die Actionkomödie ein Erfolg wird, kann sich Romain Duris auf rosige Zeiten freuen.