Der kleine Mann mit der großen Hornbrille und dem noch größeren Witz, dessen Dauerthemen Sex, Tod und der Sinn des Lebens in präzise pointierten... - Foto: Kurt Krieger http://images.kino.de/flbilder/max10/kuk10/kuk20/u1020090/b150x150.jpg Woody Allen

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Woody Allen


  • Bürgerlicher Name
    Allan Stewart Königsberg
  • Geburtstag
    01.12.1935
  • Geburtsort
    Brooklyn, New York

Der kleine Mann mit der großen Hornbrille und dem noch größeren Witz, dessen Dauerthemen Sex, Tod und der Sinn des Lebens in präzise pointierten Dialogen abgeschossen werden, steht in der Tradition der jüdischen Chuzpe, des Humors am Abgrund, der Überleben garantiert. Aus der harten Schule der Stand-up-Comedians bahnte sich Allen innerhalb weniger Jahre den Weg in ein weitgehend von ihm selbst als Regisseur, Drehbuchautor und Darsteller kontrolliertes Filmemachen als Autor, dessen Kontinuität (ein Film pro Jahr) nahezu einmalig in der Filmgeschichte ist.

Der Darsteller Allen (als Allan Stewart Königsberg 1935 in Brooklyn geboren) spielte geborene Verlierer, die dennoch ihren Teil vom Kuchen bekommen, die sich durch intellektuelle Schärfe und den Biss des sarkastischen Kommentierens auszeichnen, sexsüchtig sind und in ihrer grandiosen Nervosität garantiert das Gewonnene "vergeigen". Allens bevorzugte Rollen sind New Yorker Medienschaffende des gehobenen Bürgertums, deren in dahingeworfenen Sätzen offenbarte Bildung im Kontrast steht zu der Gefühlskälte, die sie zu längerfristigen Bindungen unfähig macht.

In Allens frühen Filmen, die die Katastrophenkomik der 80er- und 90er-Jahre vorwegnehmen, wirbelt es von originellen Einfällen, die ihren Höhepunkt in der Kriegs-, Russland- und Napoleon- Satire "Die letzte Nacht des Boris Gruschenko" finden, in der Allen, dessen erklärte Vorbilder Fellini und Bergman sind, mit dem Tod tanzt. Allens Werk, von "Manhattan" über "Zelig" und "Hannah und ihre Schwestern" bis zu "Geliebte Aphrodite" und "Harry außer sich", gehört zu den formal perfektesten und reichhaltigsten des amerikanischen Kinos.

Nach dem eher schwächeren "Celebrity" fand Allen 1999 mit der wunderbaren Pseudobiografie "Sweet & Lowdown" zu alter Stärke zurück. Es folgten die Gaunerkomödie "Schmalspurganoven" und die Mystery-Komödie "Im Bann des Jade Skorpions", die Allen - unterstützt von Helen Hunt - einmal mehr in die von ihm geschätzte Jazz-Ära zurückführte. Während Allens 2002er-Produktion "Hollywood Ending", eine Satire auf das Filmgeschäft, in der Allen einen zeitweilig blinden Regisseur spielt, bislang noch nicht den Weg in die deutschen Kinos gefunden hat, präsentierte er 2003 in Venedig seinen neuesten Streich "Anything Else", der ebenso wie der ein Jahr später folgende "Melinda und Melinda" wieder im deutschen Kinos zu sehen ist. "Match Point" mit Scarlett Johansson wurde 2005 in Cannes außerhalb des Wettbewerbs präsentiert und 2006 für einen Oscar und den Golden Globe nominiert.

Mit "Scoop - Der Knüller" realisierte Allen 2006 eine charmante Mixtur aus Comedy und Thriller. Zusammen mit Scarlett Johansson bildete er ein herrlich verschrobenes Duo, das sich in London auf Verbrecherjagd begibt. Wesentlich dramatischer gestaltete sich ein Jahr später "Cassandras Traum": Zwei Brüder begehen einen Auftragsmord und geraten in einen Strudel von Depressionen und Panikattacken, was für beide tödlich endet. 2008 engagierte Woody Allen für seine Filmkomödie "Vicky Cristina Barcelona" erneut Scarlett Johansson, die sich in eine Affäre mit einem Maler (Javier Bardem) und dessen Ex-Frau (Penélope Cruz) hinein ziehen lässt.

Nach zwei Ehen und einer jahrelangen Beziehung zu Mia Farrow fanden sich Woody Allen und Farrow schließlich vor Gericht wieder. In der Auseinandersetzung ging es um das Sorgerecht für die beiden Adoptivkinder Dylan und Moses Farrow und das gemeinsame leibliche Kind, Satchel Farrow. Auslöser für den Streit war auch, dass Mia Farrow ein Verhältnis zwischen Allen und ihrer Tochter Soon-Yi Previn (die sie zusammen André Previn adoptiert hatte) entdeckt hat. Woody Allen verlor das Sorgerecht, ihm wurde auch der Kontakt zu den Kindern untersagt. 1997 heiratete Woddy Allen die um 35 Jahre jüngere Soon-Yi und adoptierte mit ihr zwei Kinder.

Der passionierte Jazzkenner Allen spielt selbst regelmäßig Klarinette in einer Band (dokumentiert in Barbara Kopples "Wild Man Blues").

  • Bürgerlicher Name
    Allan Stewart Königsberg
  • Geburtstag
    01.12.1935
  • Geburtsort
    Brooklyn, New York
  • Geburtsland
    USA
  • Familie
    Mutter: Nettie Königsberg
    Vater: Martin Königsberg

    Schwester: Letty Aronson (Produzentin)

    Ehefrauen:
    Soon-Yi Previn (seit 22. Dezember 1997)
    Louise Lasser (2.2.1966 - 1969)
    Harlene Rosen (15.3.1956 - 1962)

    Lebenspartnerinnen:
    Mia Farrow (Schauspielerin)
    Diane Keaton (Schauspielerin)

    Töchter:
    Bechet Dumaine (von Soon-Yi Previn, 1998)
    Manzie Tio Allen (adoptiert mit Soon-Yi Previn, 2000)
    Dylan Farrow (adoptiert mit Mia Farrow)

    Söhne:
    Moses Farrow (adoptiert mit Mia Farrow)
    Satchel Farrow (von Mia Farrow)
  • Autogrammadresse
    c/o William Morris Agency
    151 el Camino Drive
    Beverly Hills, CA 90212
    USA
  • Links
    http://www.woody-allen.de/ ( Fan-Seite)

11 Oscar-Nominierungen für Kinderfilm "Hugo Cabret", 10 für Stummfilm "The Artist"

Völlig überraschend ist der Kritikerliebling "The Artist" bei den Oscar-Nominierungen von Martin Scorseses "Hugo Cabret" um einen Waisen im Pariser Bahnhof überholt worden.

Großansicht Von der Academy am häufigsten nominiert: "Hugo Cabret" und der 3D-Schwarzweiß-Stummfilm "The Artist" (Foto: Paramount, Delphi)

Von der Academy am häufigsten nominiert: "Hugo Cabret" und der 3D-Schwarzweiß-Stummfilm "The Artist" (Foto: Paramount, Delphi)

Hollywood hatte schon die Revolution des Kinos ausgerufen. Schließlich galt - und das in den Zeiten der Megaerfolge von Spektakeln wie "Avatar" & Co. - mit "The Artist" ein kleiner, feiner Stummfilm in Schwarzweiß über die Liebe zweier Schauspieler am Ende der Stummfilmära als Favorit bei den Oscar-Nominierungen.

Nachdem Jungstar Jennifer Lawrence und Academy-Präsident Tom Sherak nun die Nominierungen bekannt gegeben haben, steht das belgisch-französische Kunstwerk mit insgesamt zehn Nominierungen zwar auch ordentlich da, doch ein Altmeister hat den Kritikerliebling noch überholt:

Martin Scorseses in prächtigen Bildern schwelgende 3D-Kinderbuchverfilmung "Hugo Cabret" um einen Waisenjungen, der im Pariser Bahnhof Montparnasse Gare lebt, heimste insgesamt elf Oscar-Nominierungen ein. Die leidlich bekannte Vorliebe der Academy für US-Produktionen gegenüber europäischen mag dabei eine Rolle gespielt haben.

Allerdings ist "Hugo Cabret" zwar in den Hauptkategorien Bester Film und Beste Regie nominiert, ansonsten gab's die Award-Chancen aber eher in den technischen Nebenkategorien wie Visual Effects, Kamera, Schnitt, Ausstattung, Ton, Tonschnitt, Musik und Drehbuchadaption. Dagegen sind mit Jean Dujardin und Bérénice Bejo in "The Artist" auch der Haupt- und die Nebendarstellerin nominiert. Die beiden Filme werden wohl den Oscar für den besten Film unter sich ausmachen.

Clooney gesetzt

Dujardin wird sich allerdings sehr wahrscheinlich George Clooney beugen müssen, der als überforderter Vater, der in "The Descendants" erfährt, dass ihn seine im Koma liegende Frau betrogen hat, als Favorit für den Hauptrollen-Oscar gilt. Auch Clooneys Regisseur Alexander Payne ("Sideways") ist nominiert und darf sich darüberhinaus über eine Berücksichtigung als bester Film und insgesamt 5 Oscar-Chancen freuen.

Clooneys Kumpel Brad Pitt ist als Coach, der erstmals Computerstatistiken benutzt, im Baseballdrama "Moneyball" für den Hauptrollenoscar nominiert. Das Sportspektakel gehört mit insgesamt 5 Nominierungen, darunter als bester Film, ebenfalls zu den meistberücksichtigten Werken. Gefährlich könnte George Clooney vermutlich eher noch Gary Oldman werden, der in "Dame, König, As, Spion" einen Maulfwurf im Secret Service aufspüren soll. Lediglich Außenseiterchancen hat Demián Bichir, dessen Nominierung für "A Better Life" bereits eine Riesenüberraschung und -ehre darstellt.

Margaret Thatcher ist die Größte

Absolut gesetzt ist Meryl Streep für den weiblichen Hauptrollenoscar. Ihre gespenstisch gute Verkörperung der britischen Permierministerin Margaret Thatcher in "Die Eiserne Lady" brachte ihr bereits die 17. Oscar-Nominierung ein. Da wird es höchste Zeit für den dritten Sieg nach "Kramer gegen Kramer" und "Sophies Entscheidung", wie ganz Hollywood meint.

Ansonsten wäre Rooney Mara als Lisbeth Salander in der US-Neuverfilmung des ersten Teils der schwedischen Kultkrimi-Trilogie "Millennium", "Verblendung", eine starke Herausforderin, ebenso Michelle Williams als Leinwand-Legende Marilyn Monroe in "My Week with Marilyn" und Glenn Close, die sich in "Albert Nobbs" im Dublin des 19. Jahrhundert als Mann verkleidet, um in der Gesellschaft aufzusteigen. Auch Viola Davis glänzte im Südstaatendrama um die ersten afroamerikanischen Haushaltsgehilfinnen in "The Help", das insgesamt sechs Nominierungen erhielt, darunter als bester Film und für Octavia Spencer als beste Nebendarstellerin.

In jener Kategorie gilt wiederum Bérénice Bejo aus "The Artist" als leichte Favoritin. Sie glänzt als eine der ersten Tonfilm-Diven, die ausgerechnet einen alten Stummfilm-Star (Jean Dujardin) liebt, dessen Stern nun am Sinken ist. Octavia Spencer und Jessica Chastain, beide für "The Help" nominiert, werden als starke Herausforderinnen gesehen. Janet McTeer, die in "Albert Nobbs" ebenfalls einen Mann spielt, und Melissa McCarthy in der Komödie "Brautalarm" dürften eher geringe Chancen haben.

Einen glasklaren Favoriten gibt es bei den männlichen Nebendarstellern: Albert Brooks mutet in "Beginners" seinem Filmsohn Ewan McGregor ein spätes schwules Coming out zu - beeindruckend und herzerweichend. Das Nachsehen haben werden daher Max von Sydow als Holocaust-Opfer im 9/11-Drama "Extrem laut und unglaublich nah", Kenneth Branagh als Sir Laurence Olivier in "My Week with Marilyn", Jonah Hill als Sidekick von Coach Brad Pitt in "Moneyball" und Nick Nolte als versoffener Rabenvater in "Warrior".

Fünfkampf in den beiden Königsklassen und eine deutsche Hoffnung

Unter den Regisseuren dürfte es dagegen extrem spannend werden. Von den fünf Nominierten Michel Hazanavicius ("The Artist"), Alexander Payne ("The Descendants - Familie und andere Angelegenheiten"), Woody Allen ("Midnight in Paris"), Terrence Malick ("The Tree of Life") und Martin Scorsese ("Hugo Cabret") kann eigentlich jeder gewinnen. Nachdem die Filme der fünf Macher auch allesamt in der Kategorie Bester Film ins Rennen gehen, könnte der gewinnen, dessen Werk auch den Königspreis abräumt. Denn die Regie wird dafür von der Academy traditionell als Schlüsselkategorie angesehen.

Aus deutscher Sicht gab es zwar nicht wie erhofft eine Chance auf den Auslandsoscar für Wim Wenders' "Pina", hier gilt der iranische Beitrag "Nader und Simin - Eine Trennung" als Favorit, der auch für das Drehbuch nominiert wurde. Dafür wurde der bildstarke deutsche Beitrag über die Choreographen-Legende Pina Bausch als beste Doku nominiert und hat hier auch berechtigte Sieg-Chancen.

Mit dem Kurzfilm "Raju" von Max Zähle und Stefan Gieren geht ein weiterer deutscher Kandidat ins Oscarrennen. Der Film wurde im Vorjahr bereits mit dem Studentenoscar ausgezeichnet. Außerdem wurde die deutsche Kostümbildnerin Lisy Christl nominiert für ihre Arbeit an Roland Emmerichs Historiendrama "Anonymus".

Bei den für die Academy immer wichtiger werdenden Animationsfilmen zeichnet sich ein Dreikampf zwischen "Rango", "Der gestiefelte Kater" und "Kung Fu Panda 2" ab. Den Spezialeffekte-Oscar dürften entweder "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 2" oder "Planet der Affen: PRevolution" einheimsen.

Aushilfsmoderator beschwört die Liebe zum Film

Wer dann tatsächlich alles einen Goldjungen mit nach Hause nehmen darf, das entscheidet sich in der Nacht von Sonntag, den 26.2., auf Montag, den 27.2., im Kodak Theatre von Los Angeles. Moderieren darf den wichtigsten Abend der Traumfabrik dabei Comedy-Superstar Billy Crystal - und das bereits zum neunten Mal!

Doch Crystal ist nur ein Notnagel, denn eigentlich sollte ein anderer die Filmschaffenden mit coolen Sprüchen begeistern: Eddie Murphy! Aber der sagte ab, weil der als Regisseur der Zeremonie geplante Brett Ratner, mit dem Murphy zuletzt den Komödienhit "Aushilfsgangster" gedreht hat, abgesetzt wurde: Er hatte sich im Vorfeld zu schwulenfeindlichen Witzen hinreißen lassen.

Nun freut sich also Billy Crystal auf die Goldjungs-Gala. Und auch wenn natürlich selbst er noch keine Preisträger kennt und auch wenn sein gespannt erwarteter Eröffnungs-Monolog ebenfalls streng geheim bleibt, so hat er zumindest soviel über seine Pläne für die Verleihung verraten: "Mein großes Thema für den Abend lautet: 'Wie habt Ihr Euch eigentlich ins Kino verliebt?' Schließlich verbindet uns das alle und das müssen wir mal so richtig feiern!"

Was für ein schönes Motto für die Nacht, in der diejenigen geehrt werden, die dieser Liebe immer wieder Nahrung geben...

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