Deutscher Regisseur, Drehbuchautor, Produzent und Photograph. Als einer der bedeutendsten deutschen Filmregisseure der Generation Fassbinder,... - Foto: Kurt Krieger http://images.kino.de/flbilder/max12/kuk12/kuk02/u1202024/b150x150.jpg Wim Wenders

Alle Bilder

Wim Wenders


  • Bürgerlicher Name
    Ernst Wilhelm Wenders
  • Geburtstag
    14.08.1945
  • Geburtsort
    Düsseldorf

Deutscher Regisseur, Drehbuchautor, Produzent und Photograph. Als einer der bedeutendsten deutschen Filmregisseure der Generation Fassbinder, Herzog und Schlöndorff, hat Wim Wenders seit "Summer in the City" (1970) die Poesie des Sehens, den magischen Moment und die Beharrlichkeit des offenen Blicks in Road Movies wie "Alice in den Städten", "Im Lauf der Zeit", "Paris, Texas" und "Don't Come Knocking" kultiviert. Dem Credo "Bilder sind mehr fähig zur Wahrheit als Geschichten..." folgend, hat er in Europa und USA durch das Auge der Kamera definierte Räume geschaffen, in denen rastlose, melancholische und getriebene Helden "Bis ans Ende der Welt" Odysseen mit ungewissem Ausgang erleben.

Wenders erzählt linear, in einfachen Szenenfolgen, die ein ergiebiges Entdecken von Stadt- und Naturlandschaften erlauben. Er hat das Ruhrgebiet in "Alice in den Städten", das Rheinland in "Falsche Bewegung", die Zonengrenze in "Im Lauf der Zeit", Berlin in der Großstadt-Symphonie "Der Himmel über Berlin", Lissabon in "Lisbon Story", Palermo in "Palermo Shooting", und L.A. in "Der Stand der Dinge", "Am Ende der Gewalt" und "Million Dollar Hotel", in Werken voll visueller Poesie eingefangen, durch kluge Auswahl von Rockmusik von den Kinks bis U2 musikalisch unterfüttert. Nach literarischen Vorlagen entstanden "Die Angst des Tormanns beim Elfmeter" (Peter Handke), "Der scharlachrote Buchstabe" (Nathaniel Hawthorne; mit Senta Berger), "Der amerikanische Freund" (Patricia Highsmith) und "Falsche Bewegung" (Goethes "Wilhelm Meister").

Neben Beiträgen zu Episodenfilmen und Werbefilmen hat Wenders Dokumentarfilme inszeniert, so "Aufzeichnungen zu Kleidern und Städten" (über Modedeschöpfer Yamamoto), den für den Oscar nominierten Millionenerfolg "Buena Vista Social Club" (über Havanna und die Konzerte einer Garde alter kubanischer Musiker), "Viel passiert - Der BAP-Film" (über Wolfgang Niedeckens kölnische Band) und "Soul of a Man" (über Blues-Musiker). Derzeit arbeitet Wenders an "Pina", dem ersten in 3D gedrehten Tanzfilm, der 2009 gestorbenen Choreografin Pina Bausch gewidmet.

Wilhelm "Wim" Ernst Wenders wurde 1945 in Düsseldorf geboren, studierte Medizin, Soziologie und Philosophie, brach das Studium aber ab. Nach einem Aufenthalt in Paris, wo er als Radierer arbeitete und sich der Aquarellmalerei widmete, studierte er im ersten Jahrgang der Hochschule für Fernsehen und Film München und schrieb Filmartikel. Der Erfolg des Thrillers "Der amerikanische Freund" (mit Bruno Ganz und Dennis Hopper) führte Wenders nach Hollywood, wo er für Francis Ford Coppola den Film noir "Hammett" inszenierte, der immer wieder geändert und neugeschnitten wurde. In den Jahren entstanden persönliche Arbeiten wie "Nick's Film - Lightning over Water" (über das Sterben von Regisseur Nicholas Ray) und "Der Stand der Dinge" (Goldener Löwe Venedig 1982), eine Reflexion über den europäischen Autorenfilm und das Hollywoodkino. 1989 war er Jury-Vorsitzender in Cannes, 2008 in Venedig. 1971 gehörte er zu den Gründern des Filmverlags der Autoren, 1976 gründete er die Produktionsfirma Road Movies.

Wenders' kommerziell erfolgreichste Filme waren "Paris, Texas" (Goldene Palme Cannes 1984) und "Der Himmel über Berlin" (Regiepreis Cannes 1987; Drehbuch Peter Handke). Wenders wurde mit dem Murnau-Preis, Helmut-Käutner-Preis, dem Ehren-Leopard von Locarno und als erster Filmschaffender mit dem Orden "Pour le mérite" und dem Kulturpreis der Deutschen Gesellschaft für Photographie geehrt.

Wenders, der mehrere Bände mit eigenen Fotografien veröffentlichte, lehrt als Professor für Film an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg.

Wenders war mit Schauspielerin Edda Köchl (1968-74) und Sängerin Ronee Blakley (1979-81) verheiratet. Er ist mit Photografin Donata Wenders verheiratet. Er war mit den Schauspielerinnen Lisa Kreuzer und Solveig Dommartin liiert.

  • Bürgerlicher Name
    Ernst Wilhelm Wenders
  • Geburtstag
    14.08.1945
  • Geburtsort
    Düsseldorf
  • Geburtsland
    Deutschland
  • Familie
    Familie:
    Vater: Arzt

    Ehefrauen:
    Donata Wenders (seit 1993, Fotografin)
    Solveig Dommartin (? - 1993, Schaupspelerin)
    Isabelle Weingarten (1981 - 1982, Schauspielerin)
    Ronee Blakley (1979 - 1981, Schauspielerin)
    Lisa Kreuzer (1974 - 1978, Schauspielerin)
    Edda Köchl (1968 - 1974, Schauspielerin)
  • Links
    http://www.wim-wenders.com/ (Offizielle Seite)

11 Oscar-Nominierungen für Kinderfilm "Hugo Cabret", 10 für Stummfilm "The Artist"

Völlig überraschend ist der Kritikerliebling "The Artist" bei den Oscar-Nominierungen von Martin Scorseses "Hugo Cabret" um einen Waisen im Pariser Bahnhof überholt worden.

Großansicht Von der Academy am häufigsten nominiert: "Hugo Cabret" und der 3D-Schwarzweiß-Stummfilm "The Artist" (Foto: Paramount, Delphi)

Von der Academy am häufigsten nominiert: "Hugo Cabret" und der 3D-Schwarzweiß-Stummfilm "The Artist" (Foto: Paramount, Delphi)

Hollywood hatte schon die Revolution des Kinos ausgerufen. Schließlich galt - und das in den Zeiten der Megaerfolge von Spektakeln wie "Avatar" & Co. - mit "The Artist" ein kleiner, feiner Stummfilm in Schwarzweiß über die Liebe zweier Schauspieler am Ende der Stummfilmära als Favorit bei den Oscar-Nominierungen.

Nachdem Jungstar Jennifer Lawrence und Academy-Präsident Tom Sherak nun die Nominierungen bekannt gegeben haben, steht das belgisch-französische Kunstwerk mit insgesamt zehn Nominierungen zwar auch ordentlich da, doch ein Altmeister hat den Kritikerliebling noch überholt:

Martin Scorseses in prächtigen Bildern schwelgende 3D-Kinderbuchverfilmung "Hugo Cabret" um einen Waisenjungen, der im Pariser Bahnhof Montparnasse Gare lebt, heimste insgesamt elf Oscar-Nominierungen ein. Die leidlich bekannte Vorliebe der Academy für US-Produktionen gegenüber europäischen mag dabei eine Rolle gespielt haben.

Allerdings ist "Hugo Cabret" zwar in den Hauptkategorien Bester Film und Beste Regie nominiert, ansonsten gab's die Award-Chancen aber eher in den technischen Nebenkategorien wie Visual Effects, Kamera, Schnitt, Ausstattung, Ton, Tonschnitt, Musik und Drehbuchadaption. Dagegen sind mit Jean Dujardin und Bérénice Bejo in "The Artist" auch der Haupt- und die Nebendarstellerin nominiert. Die beiden Filme werden wohl den Oscar für den besten Film unter sich ausmachen.

Clooney gesetzt

Dujardin wird sich allerdings sehr wahrscheinlich George Clooney beugen müssen, der als überforderter Vater, der in "The Descendants" erfährt, dass ihn seine im Koma liegende Frau betrogen hat, als Favorit für den Hauptrollen-Oscar gilt. Auch Clooneys Regisseur Alexander Payne ("Sideways") ist nominiert und darf sich darüberhinaus über eine Berücksichtigung als bester Film und insgesamt 5 Oscar-Chancen freuen.

Clooneys Kumpel Brad Pitt ist als Coach, der erstmals Computerstatistiken benutzt, im Baseballdrama "Moneyball" für den Hauptrollenoscar nominiert. Das Sportspektakel gehört mit insgesamt 5 Nominierungen, darunter als bester Film, ebenfalls zu den meistberücksichtigten Werken. Gefährlich könnte George Clooney vermutlich eher noch Gary Oldman werden, der in "Dame, König, As, Spion" einen Maulfwurf im Secret Service aufspüren soll. Lediglich Außenseiterchancen hat Demián Bichir, dessen Nominierung für "A Better Life" bereits eine Riesenüberraschung und -ehre darstellt.

Margaret Thatcher ist die Größte

Absolut gesetzt ist Meryl Streep für den weiblichen Hauptrollenoscar. Ihre gespenstisch gute Verkörperung der britischen Permierministerin Margaret Thatcher in "Die Eiserne Lady" brachte ihr bereits die 17. Oscar-Nominierung ein. Da wird es höchste Zeit für den dritten Sieg nach "Kramer gegen Kramer" und "Sophies Entscheidung", wie ganz Hollywood meint.

Ansonsten wäre Rooney Mara als Lisbeth Salander in der US-Neuverfilmung des ersten Teils der schwedischen Kultkrimi-Trilogie "Millennium", "Verblendung", eine starke Herausforderin, ebenso Michelle Williams als Leinwand-Legende Marilyn Monroe in "My Week with Marilyn" und Glenn Close, die sich in "Albert Nobbs" im Dublin des 19. Jahrhundert als Mann verkleidet, um in der Gesellschaft aufzusteigen. Auch Viola Davis glänzte im Südstaatendrama um die ersten afroamerikanischen Haushaltsgehilfinnen in "The Help", das insgesamt sechs Nominierungen erhielt, darunter als bester Film und für Octavia Spencer als beste Nebendarstellerin.

In jener Kategorie gilt wiederum Bérénice Bejo aus "The Artist" als leichte Favoritin. Sie glänzt als eine der ersten Tonfilm-Diven, die ausgerechnet einen alten Stummfilm-Star (Jean Dujardin) liebt, dessen Stern nun am Sinken ist. Octavia Spencer und Jessica Chastain, beide für "The Help" nominiert, werden als starke Herausforderinnen gesehen. Janet McTeer, die in "Albert Nobbs" ebenfalls einen Mann spielt, und Melissa McCarthy in der Komödie "Brautalarm" dürften eher geringe Chancen haben.

Einen glasklaren Favoriten gibt es bei den männlichen Nebendarstellern: Albert Brooks mutet in "Beginners" seinem Filmsohn Ewan McGregor ein spätes schwules Coming out zu - beeindruckend und herzerweichend. Das Nachsehen haben werden daher Max von Sydow als Holocaust-Opfer im 9/11-Drama "Extrem laut und unglaublich nah", Kenneth Branagh als Sir Laurence Olivier in "My Week with Marilyn", Jonah Hill als Sidekick von Coach Brad Pitt in "Moneyball" und Nick Nolte als versoffener Rabenvater in "Warrior".

Fünfkampf in den beiden Königsklassen und eine deutsche Hoffnung

Unter den Regisseuren dürfte es dagegen extrem spannend werden. Von den fünf Nominierten Michel Hazanavicius ("The Artist"), Alexander Payne ("The Descendants - Familie und andere Angelegenheiten"), Woody Allen ("Midnight in Paris"), Terrence Malick ("The Tree of Life") und Martin Scorsese ("Hugo Cabret") kann eigentlich jeder gewinnen. Nachdem die Filme der fünf Macher auch allesamt in der Kategorie Bester Film ins Rennen gehen, könnte der gewinnen, dessen Werk auch den Königspreis abräumt. Denn die Regie wird dafür von der Academy traditionell als Schlüsselkategorie angesehen.

Aus deutscher Sicht gab es zwar nicht wie erhofft eine Chance auf den Auslandsoscar für Wim Wenders' "Pina", hier gilt der iranische Beitrag "Nader und Simin - Eine Trennung" als Favorit, der auch für das Drehbuch nominiert wurde. Dafür wurde der bildstarke deutsche Beitrag über die Choreographen-Legende Pina Bausch als beste Doku nominiert und hat hier auch berechtigte Sieg-Chancen.

Mit dem Kurzfilm "Raju" von Max Zähle und Stefan Gieren geht ein weiterer deutscher Kandidat ins Oscarrennen. Der Film wurde im Vorjahr bereits mit dem Studentenoscar ausgezeichnet. Außerdem wurde die deutsche Kostümbildnerin Lisy Christl nominiert für ihre Arbeit an Roland Emmerichs Historiendrama "Anonymus".

Bei den für die Academy immer wichtiger werdenden Animationsfilmen zeichnet sich ein Dreikampf zwischen "Rango", "Der gestiefelte Kater" und "Kung Fu Panda 2" ab. Den Spezialeffekte-Oscar dürften entweder "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 2" oder "Planet der Affen: PRevolution" einheimsen.

Aushilfsmoderator beschwört die Liebe zum Film

Wer dann tatsächlich alles einen Goldjungen mit nach Hause nehmen darf, das entscheidet sich in der Nacht von Sonntag, den 26.2., auf Montag, den 27.2., im Kodak Theatre von Los Angeles. Moderieren darf den wichtigsten Abend der Traumfabrik dabei Comedy-Superstar Billy Crystal - und das bereits zum neunten Mal!

Doch Crystal ist nur ein Notnagel, denn eigentlich sollte ein anderer die Filmschaffenden mit coolen Sprüchen begeistern: Eddie Murphy! Aber der sagte ab, weil der als Regisseur der Zeremonie geplante Brett Ratner, mit dem Murphy zuletzt den Komödienhit "Aushilfsgangster" gedreht hat, abgesetzt wurde: Er hatte sich im Vorfeld zu schwulenfeindlichen Witzen hinreißen lassen.

Nun freut sich also Billy Crystal auf die Goldjungs-Gala. Und auch wenn natürlich selbst er noch keine Preisträger kennt und auch wenn sein gespannt erwarteter Eröffnungs-Monolog ebenfalls streng geheim bleibt, so hat er zumindest soviel über seine Pläne für die Verleihung verraten: "Mein großes Thema für den Abend lautet: 'Wie habt Ihr Euch eigentlich ins Kino verliebt?' Schließlich verbindet uns das alle und das müssen wir mal so richtig feiern!"

Was für ein schönes Motto für die Nacht, in der diejenigen geehrt werden, die dieser Liebe immer wieder Nahrung geben...

Oscars 2012 - Alle Infos, Bilder und Hintergründe


Oscars: Bilder & Trailer der Nominierten

Fotos ansehen


» Alle Oscar-Nominierungen im Überblick

EXTERN: Oscar 2012 Partner - Die Awards auf glamour.de


Filmografie

kino.de kompakt

In der aktuellen Ausgabe: Große Preview zu Martin Scorseses "Hugo Cabret"!

Zum Magazin

Das interaktive Kinomagazin jede Woche kostenlos per Mail - jetzt registrieren!

GO

News zum Star