Er ist der sensible, introvertierte Jedermann des US-Kinos, der trotz seiner imposanten körperlichen Erscheinung sanft, wenn nicht schwach... - Foto: http://images.kino.de/flbilder/max04/mbiz04/mbiz19/z0419609/b150x150.jpg William Hurt

Alle Bilder

William Hurt


  • Geburtstag
    20.03.1950
  • Geburtsort
    Washington, D.C.

Er ist der sensible, introvertierte Jedermann des US-Kinos, der trotz seiner imposanten körperlichen Erscheinung sanft, wenn nicht schwach erscheint und differenzierteste Charakterrollen bevorzugt. William Hurt, geboren 1950 als Diplomaten-Sohn, spielte Theater, bevor er 1980 in Ken Russells "Der Höllentrip" als drogenkranker Wissenschaftler im Film debütierte. Der von Kathleen Turner gelinkte Südstaaten-Anwalt in dem Neo-Noir- Film "Body Heat" sowie der Hausmeister in Peter Yates' Thriller "Der Augenzeuge" brachten ihm den Erfolg, den er als russischer Polizist in "Gorky Park" und als Drogensüchtiger in "Der große Frust" wiederholte.

Seinen Oscar als bester männlicher Hauptdarsteller erhielt Hurt für die Rolle des schwulen Häftlings in "Der Kuss der Spinnenfrau". Taubstummenlehrer in "Gottes vergessene Kinder", Anchorman eines TV-Senders in "Nachrichtenfieber" und Reiseschriftsteller in "Die Reisen des Mr. Leary", blieb Hurt in den 80ern erfolgreich, bis Anfang der 90er ein Karriereknick erfolgte und Hurt zwischen europäischen (Wim Wenders' "Bis ans Ende der Welt") und amerikanischen Produktionen ("Mr. Wonderful") pendelte. Zu den besten Rollen dieser Jahre zählen der Schriftsteller in "Smoke" und der Psychiater in "Eine Couch in New York".

Seit Ende der 90er spielte Hurt in Science-Fiction-Filmen ("Lost in Space", "Dark City", "A.I. - Künstliche Intelligenz", "Der unglaubliche Hulk"), aber auch einen berühmten Insektenforscher, der mit einem todkranken Jungen "Das Geheimnis des blauen Schmetterlings (in Deutschland Videopremiere) ergründen will, ebenso wie den Vorsteher des Dorfes, das in M. Night Shyamalans "The Village" im Bann von unheimlichen Kreaturen steht. Mit von der Partie war er auch in David Cronenbergs schnörkellosem Rachethriller "A History of Violence". Den Captain Ahab spielt er in einer Neuverfilmung des Klassikers "Moby Dick" fürs Fernsehen.

Hurt war mit der Schauspielerin Mary Beth Hurt verheiratet und hat mit der französischen Kollegin Sandrine Bonnaire, an deren Seite er 1992 in der Albert-Camus-Verfilmung "Die Pest" spielte, eine Tochter.

  • Geburtstag
    20.03.1950
  • Geburtsort
    Washington, D.C.
  • Geburtsland
    USA
  • Familie
    Seit 1992 liiert mit Sandrine Bonnaire, Tochter Jeanne
    1989 – 93 verheiratet mit Heidi Henderson, Söhne Sam und William
    1981 – 84 Beziehung mit Sandra Jennings, Sohn Alexander
    1973 – 81 verheiratet mit Mary Beth Hurt
  • Autogrammadresse
    c/o William Morris Agency
    151 El Camino Drive
    Beverly Hills
    CA 90212
    USA

Wenders und "Star Wars" in Cannes

Der deutsche Film lebt!

Großansicht Zwei Enden des Spektrums: Wim Wenders, Deutschlands Arthouse-Regisseur Nummer eins, und Hayden Christensen in "Star Wars: Episode III" (Foto: Kurt Krieger / Fox)

Zwei Enden des Spektrums: Wim Wenders, Deutschlands Arthouse-Regisseur Nummer eins, und Hayden Christensen in "Star Wars: Episode III" (Foto: Kurt Krieger / Fox)

Und das am liebsten unter der wärmenden Sonne der Côte d'Azur. Mit "Don't Come Knocking" von Wim Wenders ist nach "Die fetten Jahre sind vorbei" im letzten Jahr erneut ein einheimisches Werk im Wettbewerb der Filmfestspiele von Cannes. Davor hatte es eine elf Jahre lange Durststrecke gegeben.

Kenner hatten Wenders schon im Vorfeld gute Chancen für eine Teilnahme eingeräumt. Auch ein zweites heißes Gerücht hat sich bewahrheitet: Der krönende Abschluss der größten Science-Fiction-Saga aller Zeiten wird ebenfalls in Cannes gastieren. "Star Wars: Episode III - Die Rache der Sith" ist zweifelsohne das kommerzielle Highlight des 58. Filmfestivals - getreu dem Motto von Thierry Frémaux - "gewagt und vital" sollte die Filmauswahl nach Wunsch des künstlerischen Leiters ausfallen.

Großansicht Schauspieler am Scheideweg: Sam Shepard neben Jessica Lange in "Don't Come Knocking" (Foto: Kurt Krieger / Fox)

Schauspieler am Scheideweg: Sam Shepard neben Jessica Lange in "Don't Come Knocking" (Foto: Kurt Krieger / Fox)

Ich bin nur ein einsamer Cowboy...

Wenders' Beitrag gehört ganz klar zu den anspruchsvollen Filmen des diesjährigen Programms, das erneut den Spagat zwischen Kunst und Kommerz versucht. Wer zum Aberglauben neigt, findet in "Don't Come Knocking" gar einen Mitfavoriten auf die Goldene Palme. Denn das Drehbuch zur melancholischen Selbstfindung eines Westerndarstellers stammt von Sam Shepard, der auch die Hauptrolle spielt. Schon "Paris; Texas" stammte aus Shepards Feder - prompt gab's für Wenders 1984 die höchste Auszeichnung des Festivals.

Shepard mimt den abgetakelten Hollywood-Star Howard Spence, der eines Tages desillusioniert auf dem Rücken seines Filmpferdes vom Set seines x-ten Westerns davonreitet. Als er erfährt, dass er vielleicht ein Kind hat, von dem er nichts wusste, beginnt eine stille Suche nach Liebe, Hoffnung und einem Lebenssinn, den er schon verloren glaubte.

Großansicht Atemnot bei 35 Grad im Schatten: Anakin Skywalker mutiert in Südfrankreich zu Darth Vader (Foto: Fox)

Atemnot bei 35 Grad im Schatten: Anakin Skywalker mutiert in Südfrankreich zu Darth Vader (Foto: Fox)

Lichtschwerter unter Palmen

Doch es sind natürlich die großen Hollywood-Filme, die die Superstars der aktuellen Filmszene an die Croisette locken sollen - denn auch davon lebt das wichtigste Filmfest der Welt. So wird "Star-Wars"-Schöpfer George Lucas sich persönlich die Ehre geben und sicher auch einige seiner Top-Darsteller wie Natalie Portman, Ewan McGregor, Samuel L. Jackson und Christopher Lee mitbringen.

Wann das Spektakel über die Bühne geht, ist noch unklar - offiziell startet "Episode III" am 19. Mai weltweit in den Kinos. In Cannes läuft das Finale der Sternensaga übrigens außer Konkurrenz, so dass Lucas nicht auf Preise hoffen kann.

Großansicht Jessica "Dark Angel" Alba mischt "Sin City" auf (Foto: Buena Vista)

Jessica "Dark Angel" Alba mischt "Sin City" auf (Foto: Buena Vista)

Heiße Bräute im Sündenbabel

Anders dagegen die von der Fangemeinde sehnsüchtig erwartete Kultcomic-Verfilmung "Sin City" von Regie-Rebell Robert Rodriguez. Der düstere Krimi läuft im Wettbewerb und wartet ganz allein mit einem Staraufgebot auf, das in manchem Jahrgang während des gesamten Festivals nicht zu erleben war: Bruce Willis, Mickey Rourke, Josh Hartnett, Jessica Alba, Elijah Wood, Rosario Dawson, Benicio Del Toro und Rutger Hauer fluchen und ballern sich durch die Stadt der Sünde.

Außerdem werden erwartet: Scarlett Johansson, Woody Allen, Val Kilmer, Danny Glover, Sharon Stone, Bill Murray, Tommy Lee Jones, William Hurt, Ed Harris, Kevin Bacon, Juliette Binoche und Edward Norton. Wer sich dann ab 11. Mai tatsächlich die Ehre auf dem Roten Teppich vor dem ehrwürdigen "Palais des Festival" gibt, ist aber noch unklar.

Großansicht Zum ersten mal in Cannes: Jungstar Scarlett Johansson (Foto: Kurt Krieger)

Zum ersten mal in Cannes: Jungstar Scarlett Johansson (Foto: Kurt Krieger)

Buletten-Rächer und Schlager-Sirenen

David Cronenberg ist ebenfalls mit einer Comic-Verfilmung im Wettbewerb vertreten. In "A History of Violence" spielt "Ring-König" Viggo Mortensen einen Diner-Besitzer, der zur Selbstjustiz greift. Doch der vermeintliche Held gerät in Schwierigkeiten, als seine dunkle Vergangenheit ans Tageslicht kommt.

In der Nebenreihe "Un Certain Regard" läuft mit "Falscher Bekenner" von Christoph Hochhäusler ein weiterer deutscher Beitrag. Auch Fatih Akins Musikdoku "Crossing the Bridge - The Sound of Istanbul" ist - wenn auch außer Konkurrenz - an der Côte d'Azur.

Großansicht Kehrt zurück: Gus van Sant, Überraschungssieger von 2003 (Foto: Kurt Krieger)

Kehrt zurück: Gus van Sant, Überraschungssieger von 2003 (Foto: Kurt Krieger)

Die Crème de la Crème des Weltkinos

Weitere Highlights im Wettbewerb sind Lars von Triers "Dogville"-Fortsetzung "Manderlay", Jim Jarmuschs neues Werk "Broken Flowers", die Joseph-Conrad-Verfilmung "Gabrielle" mit Isabelle Huppert und das fiktive Musiker-Biopic "Last Days" von Gus Van Sant. Der US-Regisseur hatte vor zwei Jahren mit "Elephant" überraschend die Goldene Palme und den Preis für die beste Regie abgeräumt. Letztes Jahr hatte die Jury nicht minder sensationell mit Michael Moores "Fahrenheit 9/11" erstmals einer Doku die höchste Auszeichung verliehen.

Wer 2005 über Palmzweige in Edelmetall jubeln darf, stellt sich bei der Verleihungszeremonie am Samstag, den 21. Mai, heraus - bevor das 58. Festival de Cannes mit der Schlussfeier am 22. Mai den letzten Vorhang fallen lässt.


Filmografie

kino.de kompakt

In der aktuellen Ausgabe: Katherine Heigl im Trailer zur Actionkomödie "Einmal ist keinmal".

Zum Magazin

Das interaktive Kinomagazin jede Woche kostenlos per Mail - jetzt registrieren!

GO

News zum Star