"Die Namen Dick Cheney, Colin Powell, Saddam Hussein und George Bush tauchen in diesem Buch andauernd auf. Und es fällt auf, dass viele Dinge heute genauso sind wie damals."
So beschreibt Regisseur Sam Mendes die Vorlage zu seinem neuen Film "Jarhead": Die Aufzeichnungen des Scharfschützen Anthony Swofford, der im ersten Golfkrieg für die US-Marines an der Front war, dienen dem doppelten Oscar-Preisträger als wahre Fundgrube für sein neues Projekt.
Und natürlich steckt in Mendes' Worten unverhohlen der bekannte Vorwurf, George W. Bush engagiere sich im Irak nicht aus den wortreich propagierten politischen Motiven, sondern schlicht um die "Mission" seines Vaters zu Ende zu führen.
Damit ist "Jarhead" natürlich ein höchst kontroverses Projekt. Schließlich gehen die Macher der Traumfabrik schon seit langem gerne gegen die Irak-Politik der US-Regierung auf die Barrikaden. Wenn sich das noch mit einem Film machen lässt, um so besser. So erstaunt es denn nicht, dass gleich mehrere Stars lautstark ihr Interesse an einer Rolle in dem geplanten Antikriegsfilm bekundet haben.
Leonardo DiCaprio und Tobey Maguire sind die bekanntesten Kandidaten. Aber auch Jake Gyllenhaal ist angeblich im Rennen. Der Bruder von "Sekretärin" Maggie Gyllenhaal ist politisch nicht unbeleckt: In "Moonlight Mile" stand er zuletzt mit Dustin Hoffman vor der Kamera - dem scharfzüngigsten aller Bush-Gegner. Und ab 27. Mai tritt er unter der Regie von Roland Emmerich in "The Day After Tomorrow" den bildgewaltigen Beweis an, dass die Klima-Politik der US-Regierung nicht nur als Katastrophe zu bezeichnen ist, sondern auch geradewegs in eine solche führen könnte.
Regisseur Mendes hat seine Wahl indes noch nicht getroffen: "Es müssen ja auch nicht unbedingt Superstars sein - immerhin gibt es eine ganze Reihe hoch begabter, unbekannter Darsteller." Wer diese Herren denn beispielsweise seien, wollte Mendes aber nicht verraten.
"Jarhead" wird natürlich kein geschöntes Bild eines High-Tech-Kriegs zeichnen oder sich an der Star-Wars-Berichterstattung von CNN & Co. orientieren. Dafür steht schon Drehbuchautor William Broyles, der sich erstens eng an Swoffords Aufzeichnungen gehalten und der zweitens die Schrecken des Krieges am eigenen Leib erfahren hat: Broyles war Soldat in Vietnam.