Er ist Hollywoods schwarzer Engel mit dem sardonischen Lächeln des Teufels auf den Verführerlippen und dem Versprechen sexueller Lust jenseits des Normalen in den Augen. Was er u. a. in Paul Schraders Biopic "Auto Focus" bewies, in dem er Greg Kinnear in der Rolle des TV-Stars Bob Crane nicht nur zu sexuellen Abenteuern verführte, sondern auch dazu, diese mit der Videokamera festzuhalten.
Willem Dafoe, 1955 geboren, wurde als Leader of the Pack in Walter Hills Rock-Noir-Ballade "Straßen in Flammen" und als tragischer Fälscher in "Leben und Sterben in L.A." bekannt, bevor ihm der Durchbruch als guter Sergeant, der in Oliver Stones "Platoon" in Christus-Pose erschossen wird, und als Jesus selbst in Martin Scorseses "Die letzte Versuchung Christi" gelang. Rollen, die eher untypisch für einen Mann sind, der sein wahres Terrain als Drogendealer in "Light Sleeper" oder als psychotischer Bobby Peru absteckte, der Laura Dern in David Lynchs "Wild at Heart" verführte und vor dem Orgasmus abstürzen ließ, wonach er sich den Kopf vom Rumpf schoss. Dafoe meisterte diese dämonischen Gratwanderungen traumhaft sicher, weshalb er als von Madonna verführter Anwalt der ideale Partner für die Sexspiele der Männermörderin in "Body of Evidence" war.
Dafoe spielte in Anthony Minghellas "Der englische Patient" den zwielichtigen Caravaggio, übernahm Parts in David Cronenbergs "eXistenZ", Paul Austers "Lulu on the Bridge" und Wim Wenders' "In weiter Ferne so nah" und gab in "Shadow of the Vampire" den Furcht erregenden Blutsauger Max Schreck (wofür er für einen Oscar nominiert wurde). Außerdem zeigt er sich gerne als Bösewicht in Blockbustern wie "Speed 2", "Spider-Man", wo er als Green Goblin der Gegenspieler des Superhelden (Tobey Maguire) sein durfte, oder "xXx 2 - The Next Level". Seine Galerie der "bad guys" vervollständigte Defaoe u. a. mit der Rolle des skrupellosen Drogenbarons Barillo, der in Robert Rodriguez' "Irgendwann in Mexiko" einen Militärputsch anstrebt, sowie mit der des Entführers, der in "Anatomie einer Entführung" Robert Redford kidnappt.
Dafoe, der auch in einer Nebenrolle in Martin Scorseses "Aviator" zu sehen war, gab im B-Movie-Thriller "Control - Du darfst nicht töten" einen Wissenschaftler, der an einem Multimörder eine Psychopille ausprobieren will, die diesen in ein nützliches Mitglied der Gesellschaft verwandeln soll. Als eifersüchtiger deutscher Ingenieur Klaus Daimler war er Teil der Besatzung, die Steve Zissou (Bill Murray) in Wes Andersons "Die Tiefseetaucher" auf der Jagd nach dem legendären Jaguarhai unterstützte.
2005 besetzte ihn Lars von Trier in "Manderlay" als Gangstervater der geschundenen Hauptfigur Grace. Zusammen mit seiner Frau, der Regisseurin Giada Colagrande, schrieb Defoe am Drehbuch zu " Black Widow - Verhängnisvolle Affäre" und beide übernahmen auch die Hauptrollen des kammerspielartigen Films. Neben Dennis Quaid als amerikanischen Präsidenten war Dafoe als sein Stabschef in Paul Weitz' Komödie "American Dreamz - Alles nur Show" äußerst umtriebig und startete eine außergewöhnliche PR-Maßnahme. In Kurzauftritten war der Schauspieler er in "Paris, je t'aime", "Mr. Bean macht Ferien" und in Paul Schraders "The Walker" zu bewundern. 2008 verkörpert er den despotischen Vater und Literaturprofessor in "Zurück im Sommer", der durch den tragischen Unfalltod seiner Frau (Julia Roberts) in der Trauer wieder Kontakt zu seinem Sohn sucht. In Lars von Triers Skandalfilm "Antichrist" wagt er mit Charlotte Gainsbourg extrem drastische Szenen in einer Tour de Force des Psycho-Horrors um den Verlust eines Kindes und ein satanistisches Weltbild.
Dafoe ist häufig auf der Bühne zu sehen und tourte auch mit einer Performance-Theatergruppe durch Europa.
Genital-Doubles für Sex-Szenen in "Nymphomaniac" Er liebt das Extreme…
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Stars bei der Sache: Lars von Trier gibt über ein Facebook-Artwork Einblick in die Geschenisse von "Nympomaniac" (Foto: Concorde)
Der Chef-Provokateur des europäischen Kinos heißt Lars von Trier. Und wenn er einen Film mit Titel "Nymphomanin" dreht, dann geht's dabei zur Sache: von Trier zeigt seinen Zuschauern echten Sex - und das mit Stars wie Shia LaBeouf, Uma Thurman, Charlotte Gainsbourg, Christian Slater und Willem Dafoe.
Der Trick dabei: Die Schauspieler sind in den heißen Sequenzen nur zum Teil zu sehen, wie Produzentin Louise Vesth erklärt:
"Wir haben Aufnahmen von den Darstellern gemacht, in denen sie so tun als hätten sie Sex und wir haben die selben Szenen mit Körperdoubles gedreht, die tatsächlich Sex hatten. In der Postproduktion werden diese Aufnahmen digital kombiniert, so dass man oberhalb der Hüfte unsere Stars sieht und unterhalb die Körperdoubles."
Über die Handlung des Films verraten die Macher um Lars von Trier deutlich weniger Details. Bekannt ist nur, dass Charlotte Gainsbourg die titelgebende Venusfalle spielt, die bei einem ihrer Abenteuer nur knapp einer brutalen Prügelattacke entgeht. Ihrem Retter erzählt sie dann in Rückblenden von ihren amourösen Exzessen.
Kopulieren für die Kunst
Dabei wird es von Trier sicher nicht um pornographisches Voyeurskino gehen, vermutlich wird der exzentrische Filmemacher eher die Untiefen menschlicher Obsessionen ausleuchten, wie er es auf anderen thematischen Feldern bereits in "Dogville", "Antichrist" oder "Melancholia" getan hat.
Das Ergebnis gibt's Ende des Jahres im Kino zu bestaunen. Sobald der genaue Starttermin für "Nymphomaniac" feststeht, erfahren Sie es hier.