Er macht aus seinen Rollen Auftritte von wahrer Könnerschaft und entwickelt in oft mehrminütigen Szenen aberwitzige Performances mit punktgenauem Timing. So gestaltet der erprobte Komiker Will Ferrell in der Campus-Komödie "Old School" als tumber Durchschnitts-Freak, der seine Trauung noch nicht verdaut hat und mit seinen Freunden eine Studentenverbindung in einem leeren Haus auf ihrer alten Uni gründet, unter anderem eine Sequenz mit einem rabiaten Tiertrainer zu einem grandiosen Solo und unterbricht im Vollrausch den Auftritt des Rappers Snoop Dogg, um die Menge vergeblich zum Nacktflitzen zu animieren.
Die konsequente Peinlichkeit und Jämmerlichkeit Ferrells als Frank, der nach und nach seinen schon bewältigt geglaubten psychopathischen Säufer "Frank the Tank" (mit Vorliebe für "Whitesnake") wiedererweckt, ist ganz große Klasse. Mindestens so übersteigert grandios sind sein machtgieriger Modezar Mugatu in Ben Stillers "Zoolander", der als Dritte-Welt-Ausbeuter und Mad Scientist Industrie und Glamourwelt linkt, sein ehrgeiziger Wildhüter in "Jay & Silent Bob schlagen zurück" und sein benzindebiler eitler Wagenlenker in "Ricky Bobby - König der Rennfahrer".
Will Ferrells Kunst der komischen Knaller resultiert aus seiner sieben Staffeln währenden Erfahrung in der TV-Comedyshow "Saturday Night Live", für die er mit seinem Partner Chris Kattan die "Roxbury Jungs"-Sketche entwickelte und unter anderem 1999/2000 den damaligen Präsidentschaftskandidaten und späteren Präsidenten George W. Bush Jr. parodierte. Ferrell wurde dafür 2001 in zwei Kategorien für den Emmy nominiert.
Der Hüne mit den wilden blonden Locken, die später zu Kraushaarlocken wurden, debütierte als Mustafa im ersten "Austin Powers"-Film, an dessen Drehbuch er uncredited mitschrieb, und war neben Jennifer Love Hewitt in der Teenie-Komödie "The Suburbans" zu sehen.
Die erste Hauptrolle im Spielfilm entstand aus den "Roxbury Jungs": In "A Night at the Roxbury" ist Ferrell Steve Butabi, der mit seinem Bruder (Chris Kattan) lange vergeblich versucht, Zutritt zum begehrten Roxbury-Nachtclub zu bekommen und während einer Party in einer Nobelvilla die Jungfräulichkeit zu verlieren.
Wie für "Roxbury" schrieb Ferrell (uncredited) am Buch von "Superstar" mit, in dem die Blödelbiene Molly Shannon vom Starruhm und vom ersten Kuss mit dem begehrten Jungen (Ferrell) träumt. In der Slapstick-Komödie "Buddy - Der Weihnachtself" spielt Ferrell die Titelrolle des Mannes, der am Nordpol zu einem Elf herangezogen und ausgebildet wurde und wegen seiner Größe im Job total versagt. Santa Clause schickt ihn zurück nach New York, wo er seine Eltern sucht.
Sein bis dato größter kommerzieller Erfolg bescherte ihm weitere Hauptrollen in Komödien, wie als "Anchorman" und Mann von Hexe Nicole Kidman in "Bewitched". Kultstatus hat seine Rolle als paranoider Nazi Franz Liebkind, der Nathan Lane und Matthew Broderick in "The Producers" das geschmacksfreie Musical "Frühling für Hitler" andreht.
Mit Jon Heder bildete Ferrell im Kufenklamauk "Die Eisprinzen" das erste männliche Eiskunstlaufpaar, stritt sich in "Die Stiefbrüder" aberwitzigst mit seinem langjährigen Schauspielpartner und SNL-Kollegen John C. Reilly. Sein teuer produziertes Abenteuerspektakel "Die Fast vergessene Welt" nach der 70er-Kultserie "Land of the Lost" geriet allerdings auch im Ursprungslang USA zum kommerziellen Desaster.
So zeigt sich Will Ferrell nun in "Die etwas anderen Cops" wieder von seiner gewohnt clownesken Seite als trotteliger Partner von Mark Wahlberg. Gemeinsam eifern sie als Schreibtischhengste des NYPD ihren großen Idolen (Samuel L. Jackson und Dwayne Johnson) nach - was natürlich gründlich schief geht.
Sein Sprecherdebüt gibt Ferrell in "Coco - Der neugierige Affe", in dem er den Mann mit dem gelben Hut seine Stimme leiht, der den Schimpansen George mit in die USA nimmt.
Ferrell wurde in Südkalifornien geboren und graduierte an der University of Southern California. Zu seinen Glanzleistungen gehört der "Architekt" in der bei den MTV Movie Awards 2003 präsentierten zehnminütigen "The Matrix Reloaded"-Parodie.
Radcliffes verstörendes Video: "Ich BIN Harry Potter und spiele Daniel nur!"
Fast ein Jahrzehnt in einer anderen Identität...
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Bei Daniel "Harry Potter" Radcliffe verschwimmt die Grenze zwischen Film und Wirklichkeit (Foto: Funny-Or-Die)
Daniel Radcliffe war gerade mal elf Jahre alt, als er die unglaubliche Chance erhielt, den beliebten Zauberlehrling zu spielen. Doch was vielen als Erfüllung eines Wunschtraums erscheinen wäre, erweist sich nun als Fluch: Radcliffe erklärt in einem höchst seltsamen Internetvideo, dass er Harry Potter nicht nur in den Filmen spielt, sondern dass er in Wirklichkeit der berühmte Zauberer IST. Dagegen sei Daniel Radcliffe eine Rolle, die er nur spiele.
Die offensichtliche Geistesverwirrung des Darstellers ist leicht zu erklären: Egal, wo er seit zehn Jahren hin kommt, kreischen die Leute "Harry!!!" und nehmen Daniel als Mensch gar nicht wahr, er verschwindet völlig hinter der Figur von J.K. Rowling. Das hat sich nun offenbar auch in Radcliffes Psyche so festgesetzt.
Es macht Spaß, Daniel zu spielen!
In dem Video erklärt Radcliffe/Potter: "Es war beim vierten Film, als mir klar wurde, dass ich Harry bin. Bis dahin dachte ich, ich sei ein Schauspieler, der einen Zauberer spielt, aber in Wirklichkeit bin ich ein Zauberer, der manchmal einen Schauspieler darstellt. Dan ist natürlich ein toller Typ, es macht Spaß ihn zu spielen."
Später greift er den völlig verdutzten Interviewer persönlich an, weil der ihm nicht glauben will. Die Szene eskaliert, als Daniel-Harry behauptet, auch Quidditch gebe es tatsächlich. Als der Fragesteller zu bedenken gibt, J.K. Rowling habe sich das Spiel nur für ihre Bücher ausgedacht, schreit ihn Daniel-Harry an: "Das nervt mich am meisten, dass das immer in Frage gestellt wird. Weißt Du was, ich zeig Dir mal meine Quidditch-Narben!". Darauf springt er wütend auf, läuft aus dem Bild und zeigt offenbar die Spuren des Sports, worauf der Interviewer kläglich bettelt, Daniel soll doch bitte seine Hosen wieder anziehen...
Online finden Sie den Clip auf der Funny-Or-Die-Website von Kultkomiker Will Ferrell:
www.funnyordie.com/videos/a1c04ce68e/i-am-harry-potter