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FOTOSHOW
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Portrait
Nach Take That, Boyzone und den Backstreet Boys schickte sich im Jahr 1998 eine weitere Schar adretter Sangesburschen an, die Teenie-Welt zu erobern. Dass Westlife ihre Vorgänger dabei locker überholen und zur wohl erfolgreichsten Boyband aller Zeiten werden sollten, ahnte damals noch keiner. 30 Millionen verkaufte Tonträger, fünf Nummer-eins-Alben, elf Nummer-eins-Singles und zahlreiche gebrochene Chartsrekorde: Die Karriere des irischen Quintetts war von Anfang an von Superlativen geprägt. Westlife waren im Jahr 2003 die erfolgreichste Live-Gruppe des Vereinten Königreichs, verkauften doppelt so viele DVDs wie Robbie Williams und ließen von Beginn an einen Nummer-eins-Hit auf den anderen folgen. Bemerkenswert an der Traumkarriere der Iren ist dabei vor allem ihre Konstanz: Während zahlreiche Vertreter der Gattung Boyband nach nur wenigen erfolgreichen Jahren rasch im Nirvana verschwanden, präsentierten sich Westlife auch nach fünf Jahren - eine Lebensdauer, die kaum eine Boyband zuvor erreichte - mit ungebrochenem Enthusiasmus und Erfolgswillen. Die Fans dankten - und kauften weiter fleißig die Westlife-Regale im Plattenladen leer.
1998 spielten und sangen die aus dem nordirischen Nest Sligo in der Nähe von Dublin stammenden Shane Filan, Kian Egan und Mark Feehily in dem Musical "Grease" und musizierten daneben mit drei Freuden unter dem Namen IOU. Bei einer "Grease"-Vorstellung entdeckte Pop-Impressario und Boyzone-Manager Louis Walsh die vielversprechenden und allesamt kaum volljährigen Musikanten und nahm die Gruppe unter Vertrag. Kurzerhand warf er die übrigen drei Mitglieder raus, fand bei einem Casting mit Nicky Byrne und Bryan McFadden zwei neue Sangesknaben nach seinem Geschmack und benannte die Band in Westside, später nochmals in Westlife um. Die Gruppe ging auf Tournee und sammelte rasch eine wachsende Anhängerschaft begeisterter Teenager um sich. 1998 nahm sich zudem Boyzone-Chef Ronan Keating der Band an, der das Quintett mit all seiner Boyband-Erfahrung fortan als Co-Manager förderte. Mit Veröffentlichung der ersten Single nahm der Wahnsinn 1999 seinen Lauf: "Swear It Again" marschierte direkt an die Spitze der britischen Charts, gleiches taten die Nachfolgesingles "If I Let You Go" , "Flying Without Wings" und "Seasons In The Sun". Am Ende des Jahres hatten Westlife mit "Fool Again" als erste Band ihren fünften Nummer-eins-Hit innerhalb eines Jahres gelandet.
Doch dies war nur der Beginn einer Rekordserie: Zwei Singles später führte das Guinness Buch die irische Gruppe als die erste, die sieben Nummer-eins-Hits in Folge verbuchen konnte. Ebenfalls auf den Spitzenplatz abonniert war das im Jahr 1999 erschienene gleichnamige Debütalbum, das damit die Messlatte für die folgenden drei Alben, "Coast To Coast" (2001), "World Of Our Own" (2001) und "Turnaround" (2003) setzte. Alle eroberten ebenso wie das 2002 veröffentlichte "Greatest Hits -Album den ersten Rang in der britischen Hitliste. Daneben sammelte Westlife zahlreiche Musikpreise ein, darunter zwei Brit Awards, einen MTV Europe Award sowie zahlreiche Trophäen im europäischen Ausland.
Nach der Veröffentlichung von "Turnaround" zog Kian Egan eine erste Bilanz des bisherigen Westlife-Schaffens: "Fünf Jahre Westlife und unser fünftes Album: Es macht uns unheimlich stolz, so weit gekommen zu sein. Wir arbeiten immer noch mit hundertprozentiger Leidenschaft und Liebe an Westlife. Wir hatten viel Spass, 'Turnaround' aufzunehmen und finden, dass es unser bislang bestes Album ist. Westlife wird solange weitermachen, wie die Fans und wir Spass daran haben. Im Moment lieben wir es!" Im März 2004 erlebten die Westlife-Fans den ersten Schock, was ihre sonst so zuverlässigen Pop-Lieblinge anging: Bryan McFadden kündigte an, die Band freundschaftlich zu verlassen, um künftig mehr Zeit für seine Frau (Ex-Atomic-Kitten-Sängerin Kerry Katona) und seine zwei Kinder zu haben. Mit ihrer Versicherung, trotz Bryans Ausstieg weiter zu machen und bald wieder auf Welttournee zu gehen, konnten die verbliebenen Westlife-Mannen ihre aufgebrachten Fans wieder einigermaßen beruhigen.
Den Hafen der Ehe haben, neben Bryan, auch bereits zwei weitere Westlife-Mitglieder erreicht: Nicky Byrne ehelichte die Tochter des britischen Premierministers, Georgina Ahern, und auch Shane Filan gab an Weihnachten 2003 bereits sein Ja-Wort. Die vier verbliebenen Westlife-Knaben begaben sich nach McFaddens Ausstieg zunächst auf die Spuren von Frank Sinatra und veröffentlichten mit "Allow Us To Be Frank" 2004 ein Album mit Coverversionen von Swing-Klassikern. Neu war die Idee freilich nicht, schließlich hatte Robbie Williams das gleiche Konzept bereits drei Jahre zuvor auf "Swing When You're Winning" höchst erfolgreich umgesetzt, dennoch fand das Album vor allem in Großbritannien starken Absatz. In Deutschland reichte es immerhin für einen Einstieg auf Platz 30. Nach einer Live-DVD im Jahr 2004 folgte 2005 das neue Studioalbum "Face To Face", dass trotz solider Charts-Platzierungen nicht darüber hinwegtäuschen konnte, dass der Stern von Westlife ohne McFadden im Sinken begriffen war.
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