Als Action-Regisseur steht Walter Hill in der Tradition von Regisseuren wie Samuel Fuller, Don Siegel und Sam Peckinpah. Filmhistorisch ist er wie sein Kollege John Carpenter Bindeglied zwischen den Altmeistern und Action-Technokraten wie John McTiernan, Renny Harlin oder James Cameron. Hill wurde 1942 in Kalifornien geboren, studierte Geschichte und Literatur, arbeitete im Erdöl-Geschäft und wurde Regieassistent von Peter Yates, Norman Jewison und Woody Allen. Er machte sich einen Namen als Drehbuchautor und debütierte 1975 mit dem Straßenkämpfer-Drama "Ein stahlharter Mann" mit Charles Bronson als illegaler Boxer der Depressionszeit. Schon sein zweiter Film "Driver", um einen Fahrer von Fluchtautos (Ryan O'Neal), zeigte Hills bevorzugte Themen: die Rituale einer Männerwelt, ihres Ehrenkodex und der Strudel der Gewalt, in den sie gezogen werden. Wiederholt drehte Hill Western, so den spektakulären "The Long Riders", um die Gang von Outlaw Jesse James, in dem alle Brüderrollen von echten Filmschauspielerbrüdern wie den Carradines oder den Quaids gespielt wurden, "Geronimo" oder "Wild Bill" um den legendären Revolverhelden Wild Bill Hickock (Jeff Bridges). Er übertrug Western-Motive in das Action-Rock-Musical "Straßen in Flammen", das die MTV-Ästhetik vorbereitete, jagt Männer durch die Sümpfe von Florida in dem Survival-Drama "Die letzten Amerikaner" und landete mit der Polizeifilm-Komödie "Nur 48 Stunden" (mit Nick Nolte und Eddie Murphy) seinen größten Kassenerfolg im Subgenre des Buddy Movies, das er in "Red Heat" mit Arnold Schwarzenegger als russischem Cop in den USA um eine weitere ironische Note bereicherte. Sein Gangsterfilm um einen Außenseiter zwischen zwei verfeindeten Banden, "Last Man Standing" (mit Bruce Willis), ist eine in die Depressionszeit versetzte Version von Akira Kurosawas "Yojimbo" und Sergio Leones "Für eine Handvoll Dolllar". Hill ist außerdem als Produzent tätig (die "Alien"- Tetralogie). Für seine Verdienste um den Western erhielt er mehrere Auszeichnungen.
James Bond jagt Dr. No
Es sollte der Anfang einer Serie werden, die inzwischen fast ein halbes Jahrhundert auf dem Buckel hat.
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Unter Palmen ermittelt Sean Connery erstmals als James Bond (Foto: MGM)
Dass die Menschen auch 45 Jahre später immer noch gespannt auf das nächste Bond-Abenteuer warten würden, war am 5. Oktober 1962 noch nicht abzusehen. Damals feierte "Dr. No" in London Premiere und stellte den noch unbekannten Sean Connery in der Rolle seines Lebens vor.
Dabei war die Suche nach dem geeigneten James Bond auch damals schon eine schwierige Angelegenheit. Gerüchten zufolge wollte Romanautor Ian Fleming eigentlich Roger Moore als Top-Spion besetzen, auch Cary Grant war in der engeren Wahl. Außerdem wurde ein Wettbewerb um die Hauptrolle veranstaltet. Der Gewinner, das 28-Jährige Model Peter Anthony, hatte jedoch keinerlei schauspielerische Begabung und musste das Feld räumen.
Pfui Spinne!
Also durfte Connery zu seinem ersten Auftrag nach Jamaika reisen. Dort wartete bereits Ursula Andress als erstes Bondgirl der Filmgeschichte Honey Ryder im knappen Bikini auf den smarten Agenten.
Bei den Dreharbeiten war es jedoch zwischenzeitlich dahin mit der Coolness. Als Connery eine Szene mit einer Tarantel drehen sollte, ließ er sich lieber doubeln. Seine Angst vor Spinnen war einfach größer als seine Männlichkeit.