Kino aus Fernost ist so populär wie seit den frühen siebziger Jahren nicht mehr. Speziell Martial-Arts-Epen wie "Tiger & Dragon" haben eine Renaissance eingeleitet.
Der asiatische Film boomt wie nie. Anstatt aber die Welt zu überrollen, hat er sich gewissermaßen durch die Hintertür in unser kulturelles Bewusstsein eingeschlichen.
Davon bleibt auch der abendländische Entertainmentmarkt nicht unberührt. Lange für unüberwindlich gehaltene Grenzen scheinen als Folge einer vor allem wirtschaftlichen Globalisierung nun durchlässiger.
Selbst frühere Wellen wie die Bruce-Lee-Filme Anfang der 70er Jahre oder die New Wave aus Hongkong Ende der 80er Jahre zeitigten keinen vergleichbaren Erfolg. Wir haben einen bislang unerreichten Grad der Annäherung erreicht, der sich längst als Beginn einer Verschmelzung herausstellen könnte.
Effektreiches japanisches SF-Actionabenteuer: "Returner - Kampf um die Zukunft" (Foto: Robots)
Eine spezielle, aber äußerst populäre Spielart des asiatischen Kinos ist und bleibt der Martial-Arts-Film und dessen liebste Waffe, das Schwert. Es ist die Essenz des Eastern und zugleich Metapher und Fetisch in zahllosen Varianten, die sich nicht nur um Rache und Vergeltung ranken.
Als Andy und Larry Wachowski mit dem futuristischen "Matrix" erstmals jeder Schwerkraft trotzende Kung-Fu-Kämpfe des Meisterchoreografen Yuen Woo-Ping ins Blickfeld der westlichen Öffentlichkeit rückten, wurden bei einem jungen und hippen Publikum Bedürfnisse erzeugt, die von einer seit Jahren stagnierenden Actionindustrie nicht mehr befriedigt werden konnten.
In diese Lücke preschte ausgerechnet Ang Lee mit "Tiger & Dragon". Dass der für sensible Gesellschaftsporträts bekannte Exil-Taiwanese sich an das zu Unrecht als ungeschlacht und roh verschriene Genre wagte, adelte es für zahlreiche Skeptiker zur großen Kinokunst.
Martial Arts wurde über Nacht gesellschaftsfähig. Lees Werk kann man trotz nicht zu unterschätzender Vorarbeit von Tarantino und den Wachowskis als eigentliche Initialzündung für den aktuellen Fernostfrühling betrachten.
Darauf folgte nicht nur ein vierfacher Oscar-Segen, sondern auch ein Siegeszug am amerikanischen Boxoffice. Und es war der Auftakt zu einem Reigen, der erst jetzt nach und nach in die Verleih- und Verkaufsregale tanzt.
Dazu hat sich auch "Hero" als weiteres Aushängeschild gesellt. In Zhang Yimous farbenprächtigem Historienepos wirbelt mit Jet Li ("Born 2 Die") ein alter Bekannter - Li ist aus dem momentanen Actionpantheon nicht mehr wegzudenken. Seit Beginn der 90er begeistert er die Fans mit zahlreichen Schwertkampfspektakeln Marke Hongkong, darunter die "Once Upon A Time In China"-Serie.
Zhang Yimous zweiter Streich: das Martial-Arts-Märchen "House Of Flying Daggers" (Foto: Constantin)
Yimou prescht nun mit den zwei berauschenden Werken "House of Flying Daggers" und "Wächter über Himmel und Erde" ins Heimkino. Dort jagt seit einigen Wochen bereits Michelle Yeoh in "The Touch" nach einem verlorenen Schatz.
Und mit dem Kultfilm "Lady Snowblood" von 1973 wird ein Leckerbissen nach sage und schreibe fast 32 Jahren auf DVD veröffentlicht. Asiens Filmindustrie schläft nicht. In den nächsten Monaten kommen neue Filmschätze in die Videotheken: ausleihen, staunen und genießen!
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"Hero"
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