http://www.kino.de/_assets/pics/kinode-logo-150x50.png Valerie Faris

Steckbrief

Valerie Faris


"So etwas gibt es nur in Amerika"

Das Spielfilmdebüt der Werbefilmer Jonathan Dayton und Valerie Faris, "Little Miss Sunshine", spielte in den USA fast das Zehnfache der Produktionskosten von 7,5 Mio. Dollar ein und avancierte auch in anderen Ländern zum Indie-Überraschungshit.

Großansicht Die kleine Olive will zum Little Miss Sunshine Beauty Contest (Foto: Fox)

Die kleine Olive will zum Little Miss Sunshine Beauty Contest (Foto: Fox)

» Ihr Familienbild in "Little Miss Sunshine" weicht von den netten Disney-Familien ziemlich ab. Dauerte es deshalb fünf Jahre bis zur Realisierung?

JONATHAN DAYTON: Die Studios wussten einfach nicht, wie sie "Little Miss Sunshine" verkaufen sollten und konnten damit nicht umgehen. Es graut ihnen vor Ensemblefilmen. Sie schauen auf ihre Liste mit Schauspielern und wollen eine, maximal zwei Hauptfiguren, die sie auf dem Plakat abbilden können. Das war aber nicht die Geschichte, die wir erzählen wollten.

VALERIE FARIS: Selbst ein Jim Carrey ergäbe keinen Sinn. Ein großer Star drängt automatisch alle anderen in die Ecke. Übrigens ärgern mich diese lächerlich dargestellten, nicht funktionierenden Familien und auch diese Lüge von einer heilen Welt mit Friede, Freude, Eierkuchen. Sich diese hyperglücklichen Familien überhaupt auszudenken, halte ich schon für krank.

Großansicht Valerie Faris und Jonathan Dayton am Set von "Little Miss Sunshine" (Foto: Fox)

Valerie Faris und Jonathan Dayton am Set von "Little Miss Sunshine" (Foto: Fox)

» Vom Clip zum Spielfilm - ein großer Schritt?

DAYTON: Eine neue Welt! Eigentlich können wir dankbar sein, dass es so lange gedauert hat, bis alles in trockenen Tüchern war. Wir nutzten die Zeit für Workshops und die akribische Suche nach den richtigen Schauspielern. Als die Dreharbeiten begannen, waren wir sehr vertraut mit dem Material, wussten, was wir wollten, und kannten jede Szene in- und auswendig.

FARIS: Wir planten keinen gestylten Film, sondern eher ein Charakterstück. Bei Clips verfügt man über ein ausgefeiltes Storyboard, bei einem Spielfilm schränkt das nur ein. Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht, gerade bei zwei Regisseuren ist genaue Vorbereitung wichtig. Wenn wir uns streiten, dann zu Hause. Beim Drehen unterschiedliche Meinungen zu äußern, wäre ein Desaster. Ich genieße es, mit jemandem die gleichen Ideen zu teilen. Gemeinsam kann man auch Probleme besser lösen.


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