Ulrich Noethen

Ulrich Noethen

Leben & Werk

Ulrich Noethen prägte sich mit ausgesuchten Filmrollen als einer der führenden deutschen Charakterdarsteller in Film und Fernsehen ein, der 1998 als bester Hauptdarsteller mit dem Deutschen Filmpreis für “Comedian Harmonists” und 2001 mit dem Bayerischen Filmpreis für “Das Sams” ausgezeichnet wurde. Der wandlungsfähige Mime mit schütterem Haar und so melancholischen wie pfiffigen Augen ist für seine ausgefeilte Präzisionsarbeit bekannt und war eine feste Größe im Theaterleben. 1959 in München geboren, beendete er die Schauspielausbildung in Stuttgart und arbeitete an Bühnen in Freiburg, Köln und Berlin.

Von Dominik Graf wurde Noethen 1995 für das Fernsehen entdeckt und spielte in “Der Skorpion” als Gegenspieler von Götz George den in der Drogenszene mordenden Kommissar. Noethens fulminanter Einstieg verhalf ihm zu der Rolle des Harry Frommermann, der als kluger Kopf des A-Capella-Sextetts “Comedian Harmonists” die Gruppe trotz Protektion durch Feldmarschall Göring (Rolf Hoppe) nicht vor Verfolgung und Auseinanderbrechen retten kann. Eine bestechende Analyse der Nazi-Willkür lieferte Noethen als Ingenieur in “Viehjud Levi”, wo er sich als Geliebter seiner Sekretärin (Martian Gedeck) geschmeichelt fühlt und die Dörfler gegen den titelgebenden Viehhändler Levi aufstachelt.

Erstmals in einem komischen Part, wurde Noethen in den “Sams”-Filmen populär als Herr Bruno Taschenbier, der als zerstreuter Erfinder und gemobbter Angestellter durch das titelgebende Sams zum lebenslustigen Menschen wird und sich verliebt. Wieder in einem Jugendfilm war Noethen in “Bibi Blocksberg” und Sequel der gestresste Buchhalter-Vater der Titelheldin. Noethen über seine Arbeit an den Kinderfilmen: “Das Sams ist die Personifizierung der Charakterzüge, die domestiziert werden, der kindliche Teil des Herrn Taschenbier. Und ich habe als Schauspieler in meinem Beruf die große Chance, ab und zu das Sams in mir herauslassen zu dürfen.”

Noethen wechselt komische mit ernsthaften Rollen und spielte in der Gaunerkomödie “Polly Blue Eyes” den Vater der Titelheldin, sowie in Oliver Hirschbiegels “Der Untergang” Heinrich Himmler. In der TV-Komödie “Ausgerechnet Weihnachten” bildete er mit Aglaia Szyszkowitz ein in Trennung lebendes Ehepaar, das sich keine Boshaftigkeit schuldig bleibt. Im Event-Zweiteiler “Die Luftbrücke” kehrte Noethen nach Kriegsende von der Ostfront nach Berlin zurück, wo seine Frau (Bettina Zimmermann) mittlerweile ein Verhältnis mit dem amerikanischen General Turner (Heino Ferch) hat. Für diese Leistung wurde Noethen 2006 mit dem Deutschen Fernsehpreis als bester Nebendarsteller belohnt.

Eine von Noethens besten Rollen ist die des Kurt Tucholskys in “Gripsholm”, der in der Nazi-Zeit an Deutschland verzweifelt. In der Sommeridylle von Schloss Gripsholm erlebt er mit Heike Makatsch (Prinzessin) und Jasmin Tabatabai (Billie) eine Ménage à trois und die aphrodisierende Wirkung von Fliegenpilzen. Für seine Mitwirkung in Matti Geschonnecks “Silberhochzeit” und in Dror Zahavis “Luftbrücke” durfte Ulrich Noethen 2006 die Goldene Kamera entgegennehmen. Basierend auf Martin Walsers Erzählung “Ein fliehendes Pferd” inszenierte Rainer Kaufmann den gleichnamigen Kinofilm und ließ Noethen in die Rolle des reservierten Helmut Halm schlüpfen. Öffentliche Anerkennung und den Preis der detuschen Filmkritik erntete der Schauspieler 2007 für seine Rolle des Heinrich Himmler in der Komödie “Mein Führer – Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler” von Dani Levy. Es folgten Auftritte in Fernsehfilmen wie “Teufelsbraten“, “Süden und das Geheimnis der Königin” und in Kaufmanns Komödie “Ein starker Abgang“. 2008 spielte er den über zwei Jahrzehnte lang inhaftieren RAF-Terroristen Bernd Widmer in “Schattenwelt”. Regisseurin Connie Walter schrieb zusammen mit dem Ex-Terroristen Peter-Jürgen Boock am Drehbuch.

Nach 13 Ehejahren trennte sich der vielbeschäftigte Schauspieler 2005 von seiner Ehefrau Frederike Wagner.

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