Schon länger wollte Regisseur Steven Spielberg aus dem blutigen Terrorüberfall auf das olympische Dorf in München einen Film machen. Mit der Besetzung einer weiteren wichtigen Rolle durch den Australier Geoffrey Rush nimmt das Projekt wieder Fahrt auf.
Der Charakterschauspieler Geoffrey Rush ist bereits der zweite Australier, den Steven Spielberg für ein Stück filmische Vergangenheitsbewältigung ausgewählt hat: Rushs Landsmann Eric Bana stand bereits länger als Hauptdarsteller für jenes Projekt des Kinomagiers fest, das sich mit dem Überfall arabischer Terroristen auf das olympische Dorf in München 1972 beschäftigen soll.
Kollege Geoffrey Rush soll nun den Part eines Offiziers vom israelischen Geheimdienst Mossad übernehmen. Das Drehbuch von Tony Kushner sei "sehr gehaltvoll", seine Rolle "einflussreich", lobte der Mime vorab.
Mehr als 30 Jahre nach dem Terroranschlag während der Sommerolympiade 1972 in München ist noch immer nicht restlos geklärt, warum der Polizeieinsatz auf dem damaligen Flughafen Riem in einem blutigen Desaster endete.
Die arabischen Terroristen hatten zunächst das olympische Dorf überfallen und mehrere israelische Sportler als Geiseln genommen. Nach zähem Nervenkrieg und langen Verhandlungen sollten die Terroristen am Flughafen die Geiseln freilassen und selbst das Land verlassen können. Der Befreiungsversuch durch Sicherheitskräfte ließ nach einer wilden Schießerei hauptsächlich Tote und Schwerverletzte zurück.
Der legendäre israelische Geheimdienst Mossad verfolgte die Täter und Hintermänner des Anschlags über jahrelang unerbittlich. Bis heute werfen Angehörige der Opfer den Behörden gravierende Fehler während der Befreiungsaktion vor. Kompetenzstreitigkeiten zwischen deutschen, olympischen und israelischen Institutionen vor Ort sollen überdies zur Verwirrung beigetragen haben.
Ein Stoff also, dem das Kino weitere Mythen hinzufügen kann.