Es ist mittlerweile eine gute, alte Tradition in Hollywood: Einen Tag bevor die Academy of Motion Picture Arts & Sciences die Oscar-Nominierungen bekannt gibt, steht eine kleine, aber gefürchtete Gegen-Organisation im Rampenlicht: Die Golden Raspberry Award Foundation "prämiert" alljährlich die schlechtesten Leinwand-Leistungen mit der verhassten Goldenen Himbeere.
John Travolta, Sylvester Stallone und Madonna hätten außer ihrem Beruf eigentlich nicht viel gemeinsam - gäbe es da nicht dieses untrügliche Gespür für schlechte Filme, dass ihnen regelmäßig ein Plätzchen auf der Liste der Golden Raspberry Award Foundation garantiert.
Travolta wurde für sein unterragendes Sci(entology)Fi-Machwerk "Battlefield Earth" gleich mit sieben Himbeeren bedacht, Stallone und Madonna 2001 sogar zu den schlechtesten Schauspielern des vergangenen Jahrhunderts gekürt.
Die Spezies "Singer turned Actress" scheint den Organisatoren auch heuer ein besonderer Dorn im Auge zu sein. So geht Pop-Schätzchen Britney Spears für ihr Schauspieldebüt "Not a Girl" mit rekordverdächigen acht Nominierungen ins Rennen. Und - welch Überraschung - da Madonna auch 2002 nicht von der Schauspielerei lassen konnte, ist auch sie wieder mit von der Partie. Ihr kapitaler Kassenflop "Swept Away" ist in sieben Kategorien nominiert.
Beide haben also Chancen, die bisherigen Rekordhalter "Showgirls" und "Battlefield Earth" (jeweils sieben Himbeeren) vom Thron zu stoßen - auch wenn sie das persönlich herzlich wenig interessieren dürfte. Schließlich sind die "Razzies" in Tinseltown alles andere als beliebt. Bestes Beispiel: Außer Kult-Comedian Tom Green nahm bisher keiner der Preisträger seinen "Anti-Oscar" persönlich entgegen...