Unter den Superhelden ist Spider-Man in seiner Inkarnation als High-School-Boy Peter Parker der nette Junge von nebenan, der mit der Pubertät kämpft und sich seiner Überlegenheit nicht sicher sein kann. So, zwischen Alltagsfigur und jugendlichem Underdog, legt Tobey Maguire die Figur des Spinnenmannes an, der sich seinen Platz in der Welt erst erkämpfen muss und dabei menschlich bleibt. Durch den Welthit "Spider-Man", auf den MTV Movie Awards 2002 von Jack Black genial parodiert, wurde aus dem durch Independent- und Arthouse-Produktionen bekannten Schauspieler Tobey Maguire einer der jüngsten US-Superstars.
Maguire hatte sich in Filmen wie "Der Eissturm" von Ang Lee, wo er zu Beginn im fest steckenden Zug Comics liest und dabei mit einer Familientragödie konfrontiert wird, und "Die Wonder Boys", wo er als einzelgängerischer Literaturstudent mit seinem Professor (Michael Douglas) auf eine Abenteuerreise geht, im Rollenfach des sensiblen jungen Mannes etabliert, der mit offenen, oft verträumten Augen die Welt erfährt und sie scheinbar naiven Blickes durchmisst. Höhepunkt dieser Rollenwahl war sein Homer Wells in Lasse Hallströms John-Irving-Verfilmung "Gottes Werk & Teufels Beitrag": Als Waise wird Homer von Dr. Larch (Michael Caine) unter die Fittiche genommen, assistiert als Jugendlicher bei dessen illegalen Abtreibungen, lernt unter Schwarzen die Härte des Lebens auf einer Apfelplantage kennen und übernimmt nach Dr. Larchs Tod die Leitung des Waisenhauses.
Maguire, 1975 in Kalifornien geboren, begann seine Karriere beim Fernsehen und debütierte an der Seite seines Freundes Leonardo Di Caprio in "This Boy's Life". Als Bruder von Reese Witherspoon folgte er ihr in der Mediensatire "Pleasantville" auf eine urkomische Zeitreise in die 50er Jahre, wo die modernen Teenies für Aufregung und Farbe im Schwarzweißfilm sorgen. In Woody Allens "Harry außer sich" gehörte Maguire zu den Verwandten des selbstzerstörerischen Schriftstellers Harry, in Ang Lees Bürgerkriegswestern "Ride With the Devil" ritt er als deutschstämmiger Jake an der Seite von Skeet Ulrich, Jewel und Jeffrey Wright in einer Outlaw-Truppe gegen die siegreichen Nordstaaten.
Nach einem Ausflug ins Produzentengeschäft - Spike Lees Großstadtdrama "25 Stunden" - brillierte Maguire mit dem erfolgreichen Epos "Seabiscuit": In der Verwirklichung des amerikanischen Traums wird aus dem kleinen, ungraziösen Pferd Seabiscuit ein gefeierter Sieger der Rennbahn - eine Entwicklung, die auch Maguires gebrochenem Jockey und Gelegenheitsboxer Red Pollard widerfährt, der in jungen Jahren von seiner Familie verlassen wurde.
2004, in "Spider-Man 2" erneut unter der Regie von Sam Raimi, legte Tobey Maguire die Doppelrolle als Spider-Man und Peter Parker komödiantischer an und hat damit die Gelegenheit, einen weiteren Aspekt seiner schauspielerischen Begabung zu zeigen. Für "The Good German" engagierte ihn Steven Soderbergh in der Rolle des Soldaten Patrick Tully, der den amerikanische Kriegskorrespondent Jacob Geismer (George Clooney) durch die verschiedenen Zonen des geteilten Nachkriegs-Berlin fährt. Nach der rätselhafte Ermordung Tullys will Geismer die Hintergründe erforschen, zumal er selbst der Tat verdächtigt wird.
Zu Maguires Jugendsünden gehört der in fünf Tagen gedrehte Film "Don's Plum", der mit improvisierten Dialogen entstand und in einer Nacht in einer Bar und in einem Imbiss spielt, wo sich Leonardo Di Caprio als Ekelpaket und Maguire als Träumer im Teenie-Land erweisen. Mit der eher schmächtigen Figur und dem Look eines, der nicht recht weiss, wie er mit seinem Ruhm umgehen soll, ist Maguire einer der sympathischen Jungstars Hollywoods. Wie er über "Spider-Man" sagt: "Er ist eben ein Charakter." Der Vegetarier und Yoga-Fan Tobey Maguire und seine Verlobte Jennifer Meyer haben seit November 2006 eine gemeinsame Tochter.
Erstes Filmbild von "Spider-Man"-Gegner Lizard
Ein Superheld ist nur so gut wie sein Superschurke!
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Macht Spider-Man im neuen Film das Leben schwer: The Lizard (Foto: Sony)
Was wäre Batman in "The Dark Knight" ohne Joker, die "Avengers" ohne Loki oder Superman ohne Lex Luthor? Ganz klar: nur die Hälfte wert!
Denn Superhelden scheinen zwar dank ihrer besonderen Fähigkeiten für Normalmenschen unbesiegbar. Doch immer gibt es einen Erz-Schurken, der mit seinen eigenen Kräften selbst den größten Comic-Hero an seinen Grenzen bringt.
Entsprechend spannend war auch beim Neustart der "Spider-Man"-Kinofilme die Frage nach dem Gegner. Lange schien Venom der Favorit zu sein.
Doch dann entschieden sich die Macher von "The Amazing Spider-Man" für den Echsen-Fiesling Lizard. Allerdings bekamen die Fans lange keine Bilder des DNA-veränderten Schurken zu sehen - bis heute: Das erste offizielle Szenenbild des Lizard zeigt die Echse sogar in Großaufnahme!
Missglücktes Gen-Experiment
Die Tragik dabei für Peter Parker alias Spider-Man: Der Lizard ist eigentlich der ehemalige Partner von Peters verstorbenem Vater - der Chirurg Dr. Curt Connors (gespielt von Rhys Ifans). Dieser hat als aufopferungsvoller Arzt im Krieg bei einer Explosion einen Arm verloren. Daraufhin hat Connors eine Obsession für die Regenerationsfähigkeit von Reptilien entwickelt und schließlich auf der Basis von Echsen-Erbinformationen ein Serum erfunden, das fehlende Gliedmaßen wieder nachwachsen lässt.
Als Connors das Mittel an sich selbst testet, wächst sein Arm zwar in der Tat wieder nach - doch es verwandelt ihn schließlich komplett in ein Echsenmonster!
Wie sich Spider-Man gegen das Super-Reptil zur Wehr setzt, gibt es ab 28. Juni zu erleben, wenn "The Amazing Spider-Man" ins Kino kommt. Für Fans des Spinnenhelden auch der Stichtag um zu beurteilen, wie sich Jungstar Andrew Garfield als Nachfolger des bisherigen Titelhelden Tobey Maguire macht...