Der US-amerikanische Rapper und Produzent Timbaland wird am 10. März 1971 unter dem bürgerlichen Namen Timothy Mosley in Norfolk, Virginia, geboren. Mit seinem unverwechselbaren Produktionsstil hat er den Sound eines ganzen Musikgenres, des HipHop, maßgeblich mit definiert. Unter dem Pseudonym DJ Timmy Timm beginnt er als Teenager, in Clubs aufzulegen und erste Hintergrund-Tracks auf einem Casio-Keyboard zu programmieren. Später lernt er Missy Elliott kennen, und diese ist so begeistert von Mosleys Rhythmusgefühl, dass sie sofort eine Zusammenarbeit mit ihm beginnt. Als Elliott einen Vertrag mit dem Label Swing Mob unterschreibt, macht sie Mosley und dessen Partner Magoo (Melvin Barcliff) mit Labelchef DeVante Swing bekannt. DeVante tauft Mosley nach der in Hip-Hop-Kreisen beliebten Kleidermarke in Timbaland um und nimmt ihn in den kreativen Pool der Plattenfirma auf. Timbaland produziert einige Singles und LPs von DeVante sowie die unveröffentlicht gebliebene Debüt-CD von Elliotts Girl Group Sista. 1996 wird der von Elliott verfasste Titel "Steelo" von der Gruppe 702 zur ersten wichtigen Arbeit des Produzenten Timbaland, der im selben Jahr das Debüt-Album von Ginuwine, "Ginuwine... The Bachelor", folgt. Auf der Single-Auskopplung "Pony" ist bereits all das zu hören, was bis heute den typischen Timbaland-Sound ausmacht: stark synkopierte Rhythmen zwischen Samba und Jungle, Betonungen an ungewöhnlichen Stellen im Taktgefüge, stotternde Hi-Hats, die an die Bass Music des Südens erinnern. Über dem für HipHop-Produktionen ungewöhnlichen Rhythmusgerüst liegen mit Effekten und Kinderinstrumenten wie Vogelstimmen angereicherte Melodielinien. In den späten Neunzigern wird das Gespann Elliott/Timbaland zu einem der erfolgreichsten Songschreiber/Produzenten-Teams: Produktionen von Destiny's Child, Jay-Z, Nicole Wray und Aaliyah ("One In A Million") tragen denselben Stempel. Timbaland beginnt nun auch, eigene Alben zu veröffentlichen, teils unter eigenem Namen, teils in Zusammenarbeit mit Magoo - mit wechselndem Erfolg. Titel wie "Lobster & Scrimp" (Timbaland und Jay-Z, 1998) oder "Get On The Bus" (1998) zeigen Timbalands Qualitäten als Musiker. Das gemeinsam mit Magoo aufgenommene "Indecent Proposal"(2001) wird jedoch zum Flop, gefolgt von den erfolgreicheren "Under Construction" (2003) und einer Greatest-Hits-Compilation (2004). Nach dem Tod von Aaliyah verliert Timbalands Schaffenskraft zwar ein wenig an Schubkraft, er arbeitet jedoch weiter an Stücken von Tweet, Lil'Kim und dem Solo-Debüt von Justin Timberlake ("Justified"), ebenso wie an den Alben von The Game, "Steer" und "Put You On The Game" (2005). 2006 ist er auf "Maneater" und dem ausschließlich in den USA veröffentlichten Titel "Promiscuous Girl" von Nelly Furtado zu hören.