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Tilda Swinton

Tilda Swinton

Leben & Werk

Über 15 Jahre war sie die Gallionsfigur der englischen Avantgarde, Muse des britischen Regisseurs Derek Jarman und erklärter Liebling feministischer Filmemacherinnen, bis sie als Ausnahmeschauspielerin vom Mainstreamkino entdeckt wurde.

Tilda Swintons Filme

Tilda Swinton, Tochter aus einer schottischen Offiziersfamilie, wurde 1960 in London geboren. Sie besuchte zur selben Zeit wie Prinzessin Diana eine prestigeträchtige Privatschule und schloss ihr Studium der Soziologie und Politik an der University of Cambridge ab. Schon als Studentin trat sie in kleineren Bühnenstücken auf, bis sie 1984 in dem Theaterensemble der „Royal Shakespeare Company“ mitwirkte. Ihr Kinodebüt hatte Swinton in Derek Jarmans Historienfilm “Caravaggio” (1986).

Danach trat sie als Jarmans Stammdarstellerin in weiteren Historienfilmen wie “The Last of England – Verlorene Utopien” (1987), “War Requiem” (1989) und “Edward II” (1991) auf. Für letztere Rolle als verschmähte Königin Isabella wurde sie 1991 als beste Darstellerin auf den Internationalen Filmfestspielen von Venedig ausgezeichnet. Kurz darauf verkörperte sie in Sally Potters Literaturverfilmung “Orlando” (1992) den titelgebenden Helden, der Zeit und Raum quer durch die Jahrhunderte durchreist und dabei zur Frau wird.

Von der Avantgarde zum Mainstream

In den experimentellen Filmen “Blue” und “Wittgenstein” (1993) arbeitete sie ein letztes Mal mit dem Regisseur Derek Jarman zusammen, der kurz darauf verstarb. Danach spielte sie in “Female Perversions” (1996) eine charismatische Anwältin, die Männer und Frauen zugleich verführt. In dem amerikanischen Kunstfilm “Leidenschaftliche Berechnung” (1997) wird sie zur visionären Mathematikerin Ada Lovelace.

1999 verkörperte Swinton in dem britischen Filmdrama “The War Zone” eine schweigsame verhärtete Mutter, die die Augen vor dem Missbrauch ihrer Tochter verschließt. Mit dem Aussteigerdrama “The Beach” (2000), in dem Leonardo DiCaprio die Hauptrolle spielt, wurde sie schließlich einem größeren Publikum bekannt.

Karriere in Hollywood und “Narnia”-Reihe

Tilda Swinton war 2001 in dem Hollywood-Remake “Vanilla Sky” an der Seite von Tom Cruise, Cameron Diaz und Penélope Cruz zu sehen. Danach folgte ein Auftritt in dem Psychothriller “The Deep End“ (2001) und eine kleinere Rolle in Charlie KaufmannsAdaption“ (2002) zusammen mit Nicolas Cage. 2003 machte sie in “The Statement” als kompromisslose Richterin Jagd auf einen ehemaligen französischen Nazi-Handlanger. In “Young Adam” mimte Swinton die frustrierte Ehefrau eines Schiffers, die eine Affäre mit dem Herumtreiber Joe (Ewan McGregor) eingeht.

In dem übernatürlichen Mystery-Thriller “Constantine” (2005) wird sie an der Seite von Keanu Reeves zum androgynen Engel Gabriel. Im selben Jahr erreichte sie ein weiteres Karrierehoch, als sie in der Fantasy-Buchverfilmung “Die Chroniken von Narnia: Der König von Narnia” als die weiße Hexe gecastet wird. In den Fortsetzungen “Die Chroniken von Narnia: Prinz Kaspian von Narnia” (2008) und “Die Chroniken von Narnia: Die Reise auf der Morgenröte” (2010) übernahm sie ebenfalls die Rolle.

Zusammenarbeit mit Jim Jarmush und Oscars Erfolg

Die skurrile Tragikomödie “Broken Flowers” (2005) mit Bill Murray in der Hauptrolle wurde zur ersten gemeinsamen Zusammenarbeit mit dem Ausnahme-Regisseur Jim Jarmush. Im selben Jahr spielte sie in dem Coming-of-Age-Film “Thumbsucker“ die Mutter eines daumenlutschenden Teenagers. Es folgte ein Auftritt als Polizeipsychologin in “Stephanie Daley” (2006), in der sie die Hintergründe einer Kindstötung enträtseln muss.

2008 wurde Tilda Swinton für ihre Darstellung der Karen Crowder in dem Politthriller “Michael Clayton” mit dem Oscar als beste Nebendarstellerin ausgezeichnet. Die Regie-Brüder Joel und Ethan Coen casteten sie daraufhin zusammen mit George Clooney, Brad Pitt und John Malkovich in den Ensemble-Film “Burn After Reading – Wer verbrennt sich hier die Finger?” (2008). Im selben Jahr lieferte sie als heruntergekommene Alkoholikerin in dem Drama “Julia” eine grandiose One-Woman-Show ab. Kurz darauf spielte Swinton in der fantastischen Literaturverfilmung “Der seltsame Fall des Benjamin Button” (2008) eine kleinere Rolle an der Seite von Brad Pitt und Cate Blanchett.

Weitere Filme: Von “I Am Love” bis “Snowpiercer”

In Jim Jarmushs “The Limits of Control” (2009) mimte Tilda Swinton eine mysteriöse Blondine. Das italienische Liebesdrama “I Am Love” (2009) zeigte Swinton als frustrierte Oberschicht-Gattin, die sich in ihren Koch verliebt. In dem Drama “We need to talk about Kevin” (2011) wird sie zu einer Vorstadt-Mutter, die Extreme durchstehen muss, als ihr 17-jähriger Sohn ein Blutbad in seiner Schule anrichtet. Daraufhin besetzte sie Wes Anderson neben Bruce Willis, Edward Norton und Bill Murray in der skurrilen Familiengeschichte “Moonrise Kingdom“.

In Jim Jarmusch Vampirfilm “Only Lovers Left Alive” (2013) wird Tilda Swinton zur uralten Vampirin Eve, die von Blutkonserven lebt und den Untergang von Kunst und Kultur durch die heruntergekommene Menschheit betrauert. Gemeinsam mit “Thor“-Halbbruder Tom Hiddleston, der ihren Vampir-Liebhaber spielt, sorgt sie in für eine melancholische Atmosphäre. Darauf folgte der Science-Fiction-Actionfilm “Snowpiercer” (2013), in dem sie zu einer ranghohen Befehlsgeberin im postapokalyptischen Zug wird. In “Grand Budapest Hotel” (2014) hat sie einen Cameo als steinalte Madame, die eine Affäre mit Ralph Fiennes hat. 2016 war sie als Rockmusikerin in dem Erotik-Thriller “A Bigger Splash“, als aufdringliche Klatschreporterin in der Coen-Brüder Farce “Hail, Caesar!” sowie als Mentorin The Ancient One für den Marvel-Helden “Dr. Strange” zu sehen.

Tilda Swinton privat

Swinton lebte mit ihrem langjährigen Partner, dem Schriftsteller John Byrne, in den schottischen Highlands. Das Paar hat Zwillinge, den Sohn Xavier und Tochter Honor. Nachdem Swinton 2004 den deutschen Künstler Sandro Kropp kennenlernte, lebte sie in einer offenen Beziehung. Inzwischen ist sie permanent mit Kropp zusammen, während John Bryne mit seiner neuen Partnerin nach Edinburgh gezogen ist.

Mit ihren feuerroten Haaren und den aristokratischen Gesichtszügen wurde Tilda Swinton zu einer androgynen Mode-Ikone. Dabei wird sie oft mit der Musiklegende David Bowie verglichen. Außerdem ist Swinton in der Kunstszene aktiv. 1995 wurde sie für eine Woche scheinbar schlafend in einer Londoner Kunstgalerie als Teil einer Performance ausgestellt.

Tilda Swinton Auszeichnungen

Oscar

  • 2008 Auszeichnung als beste Nebendarstellerin “Michael Clayton”

Golden Globe

  • 2002 Nominierung als beste Hauptdarstellerin “The Deep End”
  • 2008 Nominierung als beste Nebendarstellerin “Michael Clayton”
  • 2012 Nominierung als beste Hauptdarstellerin “We Need to Talk About Kevin”

BAFTA Awards

  • 2008 Auszeichnung als beste Nebendarstellerin “Michael Clayton”
  • 2009 Nominierung als beste Nebendarstellerin “Burn After Reading”

  • 2012 Nominierung als beste Hauptdarstellerin “We Need to Talk About Kevin”

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