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Thomas Kretschmann

Thomas Kretschmann

Leben & Werk

Am besten sieht er in langen dunklen Mänteln und in Uniform aus, weil er seine sportliche Figur beherrscht und kerzengerade kontrolliert, was seinem Gang den Henry-Fonda-Touch verleiht. Womöglich deshalb ist Thomas Kretschmann 2005 vom Magazin GQ zum bestangezogenen Mann des Jahres gewählt worden. Die Wahl wird durch Kretschmanns Rollen bestätigt: Kein deutscher Offizier der Filmgeschichte wirkt so elegant, entspannt und cool wie sein Wehrmachtsoffizier Wilm Hosenfeld, der in Roman Polanskis “Der Pianist” (2002) den jüdischen Titelhelden (Adrien Brody) rettet. Das Bild des am Piano lehnenden Offiziers wurde ad hoc eine Ikone. Kretschmann gelang die Überwindung des Klischeebildes des blonden deutschen Nazis. Er spielte ähnlich überzeugend Offiziere in “Stalingrad”, “Der Untergang”, “U-571” und “Head in the Clouds“.

Ein zweiter Grund liegt in Kretschmanns Herkunft: Der 1962 in Dessau geborene Schauspieler gehörte zum Nationalkader der Schwimmer der DDR. Seinen Traum von der Teilnahme an den Olympischen Spielen gab er auf, flüchtete 1982 in den Westen und debütierte 1991 im TV-Film “Der Mitwisser”, der ihm auf Anhieb den Max-Ophüls-Preis als bester Nachwuchsschauspieler einbrachte. In Josef Vilsmaiers “Stalingrad” fiel er erstmals in Uniform auf und erhielt seitdem Angebote aus dem Ausland, die zu Rollen in Patrice ChéreausDie Bartholomäusnacht“, wo er als Nancay am Massaker an den Hugenotten beteiligt ist, und in “U-571″ führten, wo er als Kapitän Vassner sein Boot dem Gegner ausliefern muss. Wieder als, diesmal stoppelbärtiger Kapitän, ist Kretschmann in Peter Jacksons “King Kong”-Hommage zu sehen. Einen Flugkapitän in einer Hauptrolle spielte er in dem preisgekrönten TV-Eventmovie “Mogadischu”.

Kretschmann spielt seine wortkargen tatkräftigen Helden in der Tradition der einsamen Wölfe und Einzelgänger, von ihnen geht eine in sich ruhende Gelassenheit aus, ihr melancholischer Machismo bedarf nur weniger Worte. Insofern war er im Fernsehen die Idealbesetzung der Krimi-Reihe “Der Solist” und im Kino ebenso ideal in der Comic-Book-Verfilmung in Enki Bilals “Immortal (ad vitam)” (2004), wo in einer Zukunftswelt ein altägyptischer Gott seinen menschlichen Körper besetzt. Dieser Tradition folgend verkörperte Kretschmann perfekt die Papst-Rolle im TV-Spielfilm “Fürchtet euch nicht! Das Leben Papst Johannes Pauls II.” und die des spirituellen Führers Wilson in “Die Prophezeiungen von Celestine“. 2006 spielte Kretschmann die gestörte Persönlichkeit des Kannibalen in “Rohtenburg” und er war ein Jahr später neben Nicolas Cage und Julianne Moore im Actionthriller “Next” zu sehen, in dem er als Kopf einer Terrorgruppe einen Anschlag plant.

Seine Spielfreude und unaffektierte Art zeigt sich immer wieder in der Annahme von Nebenrollen wie in der Komödie von Leander Haussmann “Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken“. Er trat in “Wanted” auf, einem hochkarätig besetzen Actionfilm nach einer Adaption von Mark Millars düsterer Graphic Novel unter der Regie von Timur Bekmanbetov.

Kretschmann hat in über 60 Filmen gespielt, ist international einer der gefragtesten deutschen Schauspieler und lebt in Los Angeles.

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