Der britischen Rockgruppe The Who haften nicht nur die Prädikate der ehemals "lautesten Band der Welt" und der "besten Live-Band aller Zeiten" an - Pete Townshend (Gitarre), Roger Daltrey (Gesang), Keith Moon (Schlagzeug) und John Entwistle (Bass) gelten darüber hinaus auch als Wegbereiter des Hard Rock und Erfinder der Rockoper ("Tommy", 1969). Die beiden Schulfreunde John Alec Entwistle und Pete Townshend gründen nach ersten Skiffle-Erfahrungen 1959 die Gruppe The Confederates, die sich nach einer berufsbedingten Pause und in neuer Besetzung (mit Roger Daltrey an der zweiten Gitarre) 1962 als The Detours wieder zusammenfinden. Als die erfolgreiche Coverband 1964 einen neuen Schlagzeuger sucht, fällt die Wahl auf Keith Moon. Das Quartett benennt sich zunächst in The High Numbers, dann auf Anregung eines Kunstschulkommilitonen Townshends in The Who um. Der findige Manager Pete Meadon und dessen Partner Chris Stamp stilisieren die Newcomer schnell zu Ikonen der aufkommenden Mod-Bewegung hoch. Die von Townshend geleitete Gruppe unterschreibt 1965 ihren ersten Plattenvertrag und veröffentlicht die Single "I Can't Explain", die zu einem Hit wird. Im selben Jahr setzt das Quartett mit dem Debüt-Album "My Generation" einen Meilenstein. Der Titelsong wird neben "The Kids Are Alright" zur Hymne einer ganzen Generation, die sich in der bürgerlichen Spießigkeit der britischen Sechziger missverstanden fühlt. In aggressiven Bühnenshows, bei denen nicht selten das halbe Inventar zu Bruch geht, reagieren sich The Who stellvertretend für ihre Fans ab. Trotz starker Präsenz als Single-Band ("Substitute", 1966) drängt es die vier Musiker jedoch bald zu komplexeren Formen. Mit dem Konzeptalbum "Tommy" (1969), der ersten kompletten Rockoper der Musikgeschichte, erlangt die Band Weltruf und wird zu einem Auftritt beim legendären Woodstock-Festival im selben Jahr eingeladen. Kurz nach der Veröffentlichung des radiofreundlichen "Who Are You" (1978) stirbt Keith Moon an einer Überdosis Medikamente. Für ihn springt Faces-Schlagzeuger Kenny Jones ein, der die Alben "Face Dances" (1981) und "It's Hard" (1982) mit einspielt. Danach verabschiedet sich die Gruppe mit einer Tournee von ihren Fans. Immer wieder kommt es jedoch zu vereinzelten Reunion-Tourneen. 1996/1997 beeindrucken die Veteranen (am Schlagzeug: Zak Starkey) mit einer Bühnenversion ihrer 1973 erschienenen Rockoper "Quadrophenia". 2002 wird John Entwistle tot in seinem Hotelzimmer in Las Vegas aufgefunden. Todesursache: Herzversagen durch Kokainmissbrauch. Mit dem Ersatzmann Pino Palladino machen Townshend und Daltrey jedoch tapfer weiter, veröffentlichen sogar eine Singles-Collection mit zwei neuen Songs ("The Who: Then And Now", 2004). Die Veröffentlichung eines für Frühjahr 2005 geplanten neuen Studioalbums wird indes verschoben. Die nächsten Lebenszeichen von Daltrey/Townshend sollen in Form eines Albums (und einer Tournee) noch 2006 an die Öffentlichkeit dringen.