In den Siebzigern gehörten sie zu den Gründungsvätern der Gothic-Rock-Szene. Bis heute werden The Cure von zahlreichen jungen Bands als... - Foto: http://images.kino.de/flbilder/max08/mbiz08/mbiz05/z0805060/b150x150.jpg The Cure

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The Cure


In den Siebzigern gehörten sie zu den Gründungsvätern der Gothic-Rock-Szene. Bis heute werden The Cure von zahlreichen jungen Bands als maßgeblicher Einfluss angegeben. Kaum verwunderlich, bei der Menge an das Genre prägenden Songs, die Robert Smith mit seinen Musikanten fabriziert hat.

1979 gründete der damals 17jährige Sänger und Gitarrist Robert Smith gemeinsam mit seinen Schulfreunden Michael Dempsey am Bass und Laurence "Lol" Tolhurst am Schlagzeug die Gruppe The Easy Cure. Die ersten Songs fielen noch recht ungestüm aus mit deutlichem Punk-Einschlag und einer schon damals unverkennbar düsteren Note. Eine Demo-Aufnahme mit einem ihrer ersten Songs, "Killing An Arab", reichte die Gruppe an Chris Parry, seines Zeichens A&R-Manager beim Label Polydor, weiter. Der war angetan von der jungen Band und vermittelte sie an das Indie-Label Small Wonder weiter, bei dem der Song wenig später veröffentlicht wurde. Nachdem er bei Polydor gekündigt hatte, gründete Parry sein eigenes Label Friction Records und nahm als eine der ersten Bands die mittlerweile in The Cure umbenannte Gruppe unter Vertrag. "Killing In Arab" wurde 1979 wieder veröffentlicht, im Anschluss ging die Gruppe auf ihre erste ausgedehnte Tournee durch Großbritannien. Im Mai 1979 erschien das Debütalbum "Three Imaginary Boys", das von der britischen Rockpresse wohlwollend besprochen wurde, gefolgt von der Single "Boys Don't Cry", die sich aber erst sehr viel später zu einem der Klassiker im Cure-Repertoire mausern sollte. The Cure gingen mit ihren Düsterpopkollegen von Siouxsie & The Banshees auf Tour, und als deren Gitarrist John McKay die Gruppe verließ, sprang Robert Smith als Live-Gitarrist ein. In den folgenden Jahren arbeitete Smith regelmäßig mit der Band zusammen.

Ende 1979 verließ Bassist Michael Dempsey die Band und läutete damit den ersten Line-Up-Wechsel ein, dem im Verlauf der Bandkarriere noch zahlreiche folgen sollten. Es kam kaum vor, dass The Cure zwei aufeinander folgende Alben in der gleichen Besetzung einspielten. Für Dempsey kam Simon Gallup. Zusätzlich verstärkten sich The Cure mit dem Keyboarder Matthieu Hartley und nahmen ihr zweites Album "Seventeen Seconds" auf. Auf der im Frühjahr 1980 veröffentlichten Platte präsentierte sich die Band von einer weniger schroffen, dafür umso düstereren und atmosphärischeren Seite und landete mit der Single "A Forest" ihren bis dahin größten Hit, der bis auf Rang 31 der britischen Charts vorrückte. Es folgte die erste Welttournee der Band, während der Hartley die Band bereits wieder verließ und vorerst nicht ersetzt wurde. Nach dem 1981er Album "Faith", das Platz 14 der Charts erreichte, veröffentlichten The Cure 1982 mit "Pornography" das Album, das bis heute als eines ihrer besten angesehen wird, und erreichten damit erstmals die Top Ten im Königreich. Simon Gallup verließ die Band, und Lol Tolhurst wechselte vom Schlagzeug ans Keyboard.

Zu Beginn des Jahres 1983 widmete sich Robert Smith überwiegend Siouxie & The Banshees, nahm mit ihnen das Album "Hyaena" auf und gründete mit Banshees-Bassist Steve Servin das Projekt The Glove. Die beiden veröffentlichten noch im gleichen Jahr ihr einziges Album "Blue Sunshine". Im Spätsommer reaktivierte Smith The Cure mit Andy Anderson am Schlagzeug und Phil Thornalley am Bass. In dieser Formation veröffentlichte die Band ihren bis dahin größten Hit mit dem ungewohnt beschwingten "The Lovecats", dem 1984 das Album "The Top" folgte. Während der anschließenden Welttournee schmiss Smith Schlagzeuger Anderson aus der Band, da dieser ob seines Hangs zum Alkohol wiederholt unangenehm aufgefallen war. Nach Abschluss der Tour verabschiedete sich auch Phil Thornalley von The Cure. Boris Williams Wilson kam als neuer Drummer, und mit Porl Thompson wurde ein zusätzlicher Gitarrist eingestellt. Mit dem sechsten Album "The Head On The Door" stürmten The Cure nicht nur ein weiteres Mal die UK-Charts, sondern schafften auch ihren ersten Einstieg in die US-Top-100 auf Rang 59. 1986 erschien die erste Retrospektive "Standing On A Beach: The Singles", die erneut starke Charts-Platzierungen erreichte.

Und in gleichem Stile sollte es weitergehen: Das 1987er Doppelalbum "Kiss Me, Kiss Me, Kiss Me" enthielt mit "Why Can't I Be You", "Just Like Heaven" und "Hot Hot Hot" einige der erfolgreichsten Singles, die die Band bis dahin veröffentlicht hatte, und sorgte dafür, dass ihre Anhängerschaft vor allem in den USA noch einmal gehörig wuchs. Anfang 1988 trennte sich die Gruppe von Lol Tolhurst, was einen langwierigen Rechtsstreit zur Folge hatte: Tolhurst reklamierte, er habe einen größeren Einfluss auf die Band gehabt, als in seinem Vertrag vermerkt gewesen sei und forderte deswegen Nachzahlungen. Der Prozess wurde erst einige Jahre später zu Gunsten der verbliebenen Mitglieder entschieden. Ungeachtet dieses juristischen Intermezzos machte sich die Formation 1988 an die Aufnahmen zu einem ihrer stärksten Alben: "Disintegration" erschien im Frühjahr 1989 und präsentierte die Band wieder von einer deutlich dunkleren Seite als zuletzt. Mit "Lullaby" veröffentlichte die Gruppe ihre erfolgreichste Single im Vereinten Königreich, die Platz fünf erreichte, während in den USA die zweite Auskopplung "Love Song" gehörig einschlug und bis auf Platz zwei der Charts gelangte. Nach ausgedehnten Stadion-Tourneen in den USA und Großbritannien veröffentlichte The Cure 1990 mit "Mixed Up" eine Sammlung von teils sehr experimentellen Remixen.

Mit ihrem 1992er Album "Wish" setzten The Cure ihren Höhenflug fort, erreichten Platz eins der britischen Charts und Position zwei in den USA. Mit den Singles "High" und "Friday I'm In Love" gelangen wiederum durchschlagende Hits. 1993 legten sie die Live-CD "Paris" nach, die von dem Konzertfilm "Show" begleitet wurde, und legten danach eine mehrjährige Pause ein. Erst 1996 meldete sich die Band nach einer weiteren grundlegenden Umwälzung des Line-Ups mit einem neuen Album zurück: "Wild Mood Swings" konnte indes nicht ganz an die Erfolge der Vorgänger anschließen, wurde aber immerhin für einen Grammy nominiert. Nach der nächsten Hitkopplung "Galore" (1997) folgte im Jahr 2000 mit "Bloodflowers" ein weiteres Cure-Album, das in den Hitlisten eher mäßig abschnitt. 2001 schickte Robert Smith mit "Greatest Hits" bereits die dritte Best-Of-Kopplung ins Rennen und legte 2004 mit "Join The Dots" ein umfangreiches Boxset mit B-Seiten und raren Tracks nach. Nachdem der Vertrag mit Polydor abgelaufen war, unterschrieben The Cure bei I Am Recordings, dem Label des Nu-Metal-Produzenten Ross Robinson (u.a. Limp Bizkit, Korn, Slipknot, At The Drive In), der auch die Produktion des nächsten Albums übernahm. "The Cure" erschien im Juni 2004 und präsentierte die Band von einer ungewohnt rockigen Seite.

Familiendramen an der Croisette

Das Festival de Cannes kann sich als wichtigstes Filmfestival der Welt regelmäßig mit starken Filmen schmücken. Der Jahrgang 2011 war sogar einer der stärksten der letzten Jahre.

Großansicht Energischer Vater, einfühlsame Mutter: Der Cannes-Sieger "Tree of Life" fasst in poetische Bilder, wie die Familie als Seinswurzel eine Existenz prägt - und was Existenz über den Menschen hinaus bedeuten kann... (Foto: Concorde)

Energischer Vater, einfühlsame Mutter: Der Cannes-Sieger "Tree of Life" fasst in poetische Bilder, wie die Familie als Seinswurzel eine Existenz prägt - und was Existenz über den Menschen hinaus bedeuten kann... (Foto: Concorde)

Schon der Auftaktfilm, Woody Allens "Midnight in Paris", in dem Owen Wilson eine Zeitreise in die Goldenen Zwanziger Jahre antritt, wurde frenetisch gefeiert. Da machte es auch nichts aus, dass Frankreichs First Lady Carla Bruni-Sarkozy den roten Teppich schwänzte - aller Wahrscheinlichkeit nach, um Fragen nach ihrer Schwangerschaft aus dem Weg zu gehen, die zu dem Zeitpunkt der Festivaleröffnung noch nicht offiziell bestätigt war.

Starpower war ohnehin genug geboten - und das nicht nur mit den "Fluch der Karibik 4"-Stars Johnny Depp und Penélope Cruz (» DIE SCHÖNSTEN BILDER VOM ROTEN TEPPICH). Brad Pitt in Begleitung von Angelina Jolie bezauberte die Fans bei der "The Tree of Life"-Premiere. Mel Gibson und Jodie Foster standen im Blitzlichtgewitter bei der "Der Biber". Antonio Banderas, Ryan Gosling, Kirsten Dunst und Charlotte Gainsbourg - die Liste der Top-Schauspieler, die sich an der Croisette die Ehre gaben, ist lang.

Das Schöne dabei: Fast alle waren angereist, um die Werbetrommel für künstlerisch herausragende Filme zu rühren. Sean Penn etwa gab in "This Must Be the Place" des italienischen Regisseurs Paolo Sorrentino eine Glanzvorstellung als alternder Popstar - stark überschminkt irgendwo zwischen The Cure-Sänger Robert Smith und Ozzy Osbourne -, der sich auf einen Road-Trip durch die USA begibt. Denn der von seinen Tantiemen gut lebende Musiker Cheyenne hat sich zum Ziel gesetzt, die Lebensaufgabe seines jüngst verstorbenen Vaters zu vollenden, und dessen ehemaligen Nazi-Peiniger zu stellen.

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In den ersten Minuten muss man sich an die groteske Aufmachung und das schläfrige Tempo von Sean Penns Figur gewöhnen, doch der Film entwickelt sich schnell zu einem herzerwärmenden Feel-Good-Film mit großer Lebensweisheit. Am Ende seiner Mission kehrt der Cheyenne mit sich im Reinen zu seiner Frau (Frances McDormand aus "Fargo") in Dublin zurück.

Generell standen häufig Vater-und-Sohn- oder zumindest Familiengeschichten im Vordergrund der Wettbewerbsfilme. So auch in "The Tree of Life" von Ausnahmeregisseur Terrence Malick, der ohne Übertreibung als Meisterwerk bezeichnet werden kann und darum völlig zu Recht die Goldene Palme erhielt.

Bildgewaltig wird hier das Heranwachsen eines Jungen erzählt - und gleichzeitig auf spirituelle Weise das Leben und die Schöpfungsgesichte des Menschen selbst abgehandelt. In knapp zweieinhalb Stunden gibt es wenige Dialoge, stattdessen wispernde Sätze aus dem Off - traumartig erlebt man die Erinnerungen an eine Jugend in den Fünfziger-Jahren aus der Perspektive eines Jungens, der seinen Lebensweg zwischen dem strengen Vater (Brad Pitt) und der ausgleichenden warmherzigen Mutter (Jessica Chastain) sucht.

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Auch bei "Le Havre", dem charmanten neuen Film des finnischen Filmemachers Aki Kaurismäki, entsteht eine Vater-Sohn-Beziehung zwischen dem gutmütigen Schuhputzer Marcel (André Wilms) und einem jungen afrikanischen Flüchtling. Marcel liest Idrissa eines Morgens am Hafen auf und versteckt ihn vor der Polizei. Mit nachbarschaftlichem Zusammenhalt gelingt es am Ende sogar den strengen Kommissar auf Marcels Seite zu ziehen und Idrissa bei seiner Weiterreise nach London zu helfen - wo dessen Mutter bereits wartet.

Bei Pedro Almodóvars "Die Haut in der ich wohne" nimmt das Thema Familie abgründige Züge an: Ein Schönheitschirurg erschafft sich das Ebenbild seiner verstorbenen Frau (die bildhübsche Elena Anaya). Antonio Banderas mimt den "Mad Scientist", der im Keller seiner Villa Dr. Frankenstein spielt.

Ästhetisch auf Alfred Hitchcocks Spuren zeigt sich der spanische Regisseur in Bestform. Zu viel soll von der raffiniert gesponnenen Geschichte nicht verraten werden, doch der extrem spannende Film ist reich an inzestuösen und ödipalen Anspielungen und der von Almodóvar gewohnten Fragen um weibliche und männliche Identität.

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Dass Familie Ballast und Halt zugleich bedeuten kann, zeigt auch Lars von Trier in seinem neuen Film "Melancholia". Erzählt wird die Geschichte zweier Schwestern vor dem Hintergrund des Weltuntergangs. Justine (Kirsten Dunst, die für ihre Performance als bester Darstellerin prämiert wurde) feiert ihre Hochzeit auf dem Landsitz ihrer Schwester Claire (Charlotte Gainsbourg) und ihres Schwagers (genial besetzt: "24"-Star Kiefer Sutherland).

Doch Justine kann den "schönsten Tag in ihrem Leben" nicht recht genießen, leidet sie doch unter schweren Depressionen. Nicht von ungefähr befindet sich der titelgebende Planet Melancholia (zu deutsch: Schwermut) im Anflug auf die Erde. Es heißt, er gleite knapp an der Erde vorbei, doch weit gefehlt - immer bedrohlicher nähert er sich. Schließlich ist Claire die einzige, die ruhigen Mutes dem Ende der Welt entgegensieht.

"Melancholia" war mit eindrücklichen Bildern und herausragenden Darstellern einer der besten Filme des Festivals - umso bedauerlicher, dass nicht der Film, sondern die sarkastisch gemeinten, aber gründlich in die Hose gegangenen Äußerungen des Regisseurs ("I'm a Nazi") zum Tagesgespräch wurden und schließlich zu Lars von Triers Ausschluss vom Festival als "Persona Non Grata" führten. Der dänische Filmemacher gehört seit zwei Jahrzehnten zur Festivalfamilie - aber auch in einer Filmfamilie gibt es eben Enfants Terribles.

Man kann nur hoffen, dass sich die Familie am Ende wieder versöhnt und man auch in Zukunft nicht auf Lars von Trier in Cannes verzichten muss.

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