Terry Gilliam

Terry Gilliam

Leben & Werk

Gründungsmitglied und einziger Amerikaner der britischen Komikertruppe Monty Python, zeichnete der 1940 in Minneapolis geborene Terry Gilliam die animierten Zwischenstücke der Sketche, die auch für sich Bestand haben. Er führte in allen Filmen der Pythons die Co-Regie, bis er mit der bissigen Mittelalter-Satire um das Monster “Jabberwocky” (1977), das aus dem zweiten “Alice”-Buch von Lewis Carroll stammt, erstmals allein Regie führte. “Jabberwocky”, in dem ein Monster ein Königreich in Angst und Schrecken versetzt, ist Ritterfilm-Parodie und Sozialkritik zugleich und zeigt Gilliams Vorliebe für skurrile Atmosphäre, wildwuchernde Fantasien und surrealistische Bildwelten, die in allen seinen Filmen – fern jeder logischen Erklärung – groteske bis optisch ins Gigantische übersteigerte Züge annehmen.

Dem in mehrere Episoden gegliederten Fantasy-Märchen “Time Bandits” (um die Zeitreisen eines kleinen Jungen mit Zwergen als Begleitern) folgte mit “Brazil” eine albtraumartige Zukunftsvision, die George Orwells Überwachungsstaat aus “1984″ mit kafkaesken Bürowelten, bizarren Maschinen und düsteren Todesvisionen paarte. “Die Abenteuer des Baron von Münchhausen” war eine eigenständige, am Ufa-Film von 1943 inspirierte Version der Abenteuer des Lügenbarons, der beim Ritt auf der Kanonenkugel dem leibhaftigen Sensenmann begegnet. “König der Fischer“, der in Venedig einen Silbernen Löwen gewann, stellte einen lebensmüden Radio-DJ einem charismatischen, verrückten Clochard gegenüber und versetzte eine Mittelalter-Sage ins moderne New York. “12 Monkeys“, inspiriert von Chris Markers Science-Fiction-Kurzfilm “La Jetée”, schickte einen Sträfling (Bruce Willis) auf mehrere Zeitreisen, um einen Virus ausfindig zu machen, der die Erde zerstört hat. In dem auf den Aufzeichnungen des legendären amerikanischen Autors Hunter S. Thompson basierenden “Fear and Loathing in Las Vegas” erlebte Johnny Depp als Journalist in Las Vegas psychedelische Visionen in einem Rausch aus Alkohol und Drogen.

Gilliams Filmprojekte sind berüchtig für Termin- und Budgetschwierigkeiten (“Münchhausen“) sowie Auseinandersetzungen über den Final Cut (“Brazil”). Den traurigen Höhepunkt bildet dabei bislang “The Man Who Killed Don Quixote”, dessen Dreharbeiten 2001 abgebrochen werden mussten, nachdem Hauptdarsteller Jean Rochefort einen Bandscheibenvorfall erlitt und nicht mehr auf das Pferd steigen konnte. Auch der 2003 gedrehte “The Brothers Grimm” (mit 25 überzogenen Drehtagen) befand sich zwei Jahre lang in Postproduktion, begeitet von Gerüchten über massive Auseinandersetzungen zwischen Gilliam und den Brüdern Weinstein, bevor er endlich das Licht der Öffentlichkeit erblickte. In der aufwendig ausgestatteten Geschichte werden die beiden Grimms (Matt Damon und Heath Ledger) als Hochstapler präsentiert, die durch die Lande ziehen, um Ortschaften von angeblichen Dämonen zu befreien und dabei in ein verwunschenes Dorf geraten.

Gilliams meisterhaft inszenierte apokalyptische Visionen und Utopien sind in einem fiebrigen Stil gedreht, der auf weitgehender Benutzung des Weitwinkel-Objektivs basiert, das zu Verzerrungen an den Rändern neigt und dramatische Staffelungen in die Bildtiefe erlaubt, was Gilliam von Orson Welles gelernt hat. Er ist seit 1973 mit der Maskenbildnerin Margaret Weston verheiratet.

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