Seine Lakonie, Lässigkeit und legendäre Leichtigkeit, die dahinter verborgene Zähigkeit und Härte machten Steve McQueen "cool", bevor es das Wort gab. Er war ein Draufgänger mit tänzelndem Gang und einer die Objekte, Waffen wie Autos, tätschelnden Gestik. Der klügste Action-Man der Filmgeschichte brachte viele der Vorlieben seines Privatlebens, insbesondere das Fahren schneller Autos und Motorräder, in seine Filme ein, die fast alle kommerziell erfolgreich waren.
McQueen (1930 - 1980) schuf einen zeitlosen Action-Stil, der äußerste Beherrschung mit einem Maximum an Effektivität verband. Das stammte aus seiner Anfangszeit, als er 98 Folgen lang in der TV-Western-Serie den Kopfgeldjäger in "Wanted - Dead or Alive" spielte. Mit der Rolle des elegantesten der "Glorreichen Sieben" in John Sturges' Western war er über Nacht der Star, der ein Jahr zuvor als Sergeant im Dschungelkrieg in "Wenn das Blut kocht" Frank Sinatra die Schau gestohlen hatte.
McQueens traumwandlerische Sicherheit der Beherrschung, der ironischen Andeutung mit minimalem Augenaufschlag und der immer nur kurzen Ruhemomente vor Entscheidungen machen seinen Schauspielerstil nach wie vor attraktiv. Ob als Ausbrecherkönig aus einem deutschen Kriegsgefangenenlager in "Gesprengte Ketten", als Berufsspieler in "Cincinnati Kid", als gelangweilter Millionär, der in "Thomas Crown ist nicht zu fassen" Überfälle organisiert, als Maschinen-Maat in dem Kriegsfilm "Kanonenboot am Yangtse-Kiang" oder als Polizist, der das berühmte Verfolgungsrennen über die Hügelstraßen von San Francisco in "Bullitt" fährt. Vor allem jedoch setzte er Maßstäbe als entlassener Sträfling und flüchtender Bankräuber Doc McCoy in Sam Peckinpahs "The Getaway" an der Seite seiner zweiten Ehefrau Ali McGraw.
Steve McQueen starb während einer Krebsoperation an Herzversagen. 1998 war er in einem Werbespot als virtueller Fahrer eines Sportwagens zu sehen, den er beim Aussteigen dankbar tätschelt.
Michael Fassbender dreht mit Steve McQueen
Sieht ganz danach aus, als hätte Hollywood ein neues Dreamteam.
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Michael Fassbender ist auf dem besten Weg, einer der ganz Großen zu werden (Foto: Kurt Krieger)
Drei Jahre liegen zwischen "Hunger" und "Shame", den ersten beiden Filmen, die Michael Fassbender und Regisseur Steve McQueen miteinander gedreht haben. Zu viel vergeudete Zeit, dachten sich die zwei neuen Hollywood-Lieblinge, und machten gleich das nächste Filmprojekt fix. Anfang nächsten Jahres werden sie mit den Dreharbeiten zu "12 Years a Slave" beginnen, der schockierenden Lebensgeschichte von Solomon Northrup.
Northrup, ein New Yorker afro-amerikanischer Abstammung, wurde im Jahr 1841 gekidnappt und als Sklave in die Südstaaten verkauft. Chiwetel Ejiofor spielt die Hauptrolle des verheirateten Geigenspielers, der zwölf Jahre unter unmenschlichen Bedingungen auf Baumwollplantagen arbeiten musste und erst durch ein Gerichtsverfahren wieder in die Freiheit entlassen wurde. Welche Rolle Fassbender übernehmen wird, ist momentan noch ungeklärt. Produziert wird der Film von Brad Pitt und dessen Firma Plan B Entertainment.
Anspruch trifft Aufklärung
Ebenso wie "Hunger" und "Shame" ist "12 Years a Slave" alles andere als leichte Kost. Die Schilderungen in Northrups 1853 veröffentlichter Autobiografie sind drastisch und brutal. Und so engagiert wie Fassbender und McQueen ihre bisherigen Projekte angegangen sind, dürfte auch dieser Film dem Zuschauer ordentlich unter die Haut gehen.