Der Mann geht keinem Ärger aus dem Weg! Mit seiner nächsten Rolle wird sich George Clooney sicher keine neuen Freunde in der US-Regierung machen.
Denn Clooney will um jeden Preis die Hauptrolle in "Syriana" übernehmen. Der Film nach der Biographie "See No Evil" von Ex-Agent Robert Bear nimmt das Scheitern der CIA im Nahen und Mittleren Osten unter die Lupe.
Bear, über 20 Jahre selbst CIA-Agent im arabischen Raum, macht in seinem Buch Budget-Kürzungen und fehlendes Engagement nach Ende des Kalten Krieges für den Anstieg islamistischer Terrorakte bis hin zu den Anschlägen vom 11. September mitverantwortlich. Ein Thema, über das sich die ansonsten im Anti-Terror-Krieg so gut geschmierte Informations-Maschinerie der US-Regierung beharrlich ausschweigt.
Drehbuch und Regie bei "Syriana" übernimmt Steve Gaghan, der bereits als "Traffic"-Autor mit dem "Oscar" ausgezeichnet wurde. Aller Wahrscheinlichkeit nach eine exzellente Wahl, bietet sich Steven Soderberghs Drogenthriller nachgerade als Vorlage an. Führt doch die US-Regierung sowohl im Krieg gegen die Drogen als auch gegen den Terror einen Kampf gegen Windmühlen.
Clooney jedenfalls, der sich schon wegen seiner angeblich unpatriotischen Haltung im Irakfeldzug mit konservativen Kreisen anlegte, brannte darauf, das Projekt zu realisieren. Er brachte deshalb auch noch gleich seine Produktionsfirma Section 8, die er und Soderbergh zusammen betreiben, mit ins Boot.
Die Thesen Bears erschienen der CIA vor Veröffentlichung seines Buches brisant genug, um das Werk beinahe wegen des drohenden Verrats von Staatsgeheimnissen unter Verschluss zu halten. Zähneknirschend mussten die Geheimdienstler und deren konservative Lobby die Veröffentlichung dennoch hinnehmen.
Dass nun auch noch eine Film daraus gemacht wird, dürfte den Herren in Langley gar nicht schmecken. Schon gar nicht, wenn der ohnehin nicht gerade linientreue Publikumsmagnet George Clooney die Hauptrolle spielt.