Eigentlich wollte er lieber Fußballer werden. Doch die Leidenschaft für den Film siegte und Sönke Wortmann wurde zum erfolgreichsten... - Foto: Kurt Krieger http://images.kino.de/flbilder/max06/kuk06/kuk20/u0620079/b150x150.jpg Sönke Wortmann

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Sönke Wortmann


  • Geburtstag
    25.08.1959
  • Geburtsort
    Marl

Eigentlich wollte er lieber Fußballer werden. Doch die Leidenschaft für den Film siegte und Sönke Wortmann wurde zum erfolgreichsten Komödienspezialisten des deutschen Films der 1990er Jahre. Allein "Der bewegte Mann" zählte 6,5 Millionen Kinobesucher. Wenn Wortmann sagt: "Ich denke, ich habe ein bisschen dazu beigetragen, dass der deutsche Kinofilm endlich sein negatives Image abgelegt hat", so hat er entschieden Recht: Ihm gelingen turbulente, locker leichte Komödien mit ausgesprochen gutem Timing und spritzigen Dialogen. Wortmann schafft Unterhaltung im besten Sinn, stellt die Suche nach dauerhaftem Liebes- und Lebensglück ins Zentrum, ohne dabei in Grübelei zu verfallen. Schauspieler wie Barbara Auer, Thomas Heinze, Joachim Król, Til Schweiger, Veronica Ferres, Katja Riemann, Armin Rhode, Kai Wiesinger, Rufus Beck, Gedeon Burkhard, Jürgen Vogel, Meret Becker, Axel Milberg, Oliver Stokowski, Christian Redl oder Ill Young-Kim verdanken Wortmann ihre Popularität oder Karriereschübe.

Geboren 1959 im westfälischen Marl, studierte Wortmann an der Münchner Hochschule für Film und Fernsehen sowie am Londoner Royal College of Arts. Bereits mit seinem Abschlussfilm "Drei D", der als mehrfacher Film im Film die eigene Situation witzig aufs Korn nimmt, fiel er positiv auf. Die TV-Komödie "Eine Wahnsinnsehe", in der eine Demonstrantin aus besserem Hause (Barbara Auer) einen Polizisten (Thomas Heinze) kennenlernt, wurde ein Publikumserfolg auf den Hofer Filmtagen. Der Durchbruch gelang Wortmann mit der WG-Komödie "Allein unter Frauen", in der ein charmanter Macho den Geschlechterkampf mit drei emanzipierten Frauen aufnimmt. Von der Kritik als sein bester Film gelobt wurde "Kleine Haie" (1992). Hier werden die tragikomischen Lehr- und Wanderjahre dreier angehender Schauspielschüler in München geschildert. Wortmanns größter Erfolg, "Der bewegte Mann" (nach einem Comic von Ralf König, 1994), kontrastiert einen attraktiven Hetero (Til Schweiger) mit einem liebenswerten Schwulen (Joachim Król). Veronica Ferres entdeckt in der Hera-Lind-Verfilmung "Das Superweib", dass es ohne Kerle viel lustiger ist. Heiner Lauterbach erlebt als Soziologie-Professor einen Karriereknick in der Universitäts-Satire "Der Campus". Wortmanns Fähigkeit, ein großes Ensemble zu dirigieren kommt hier ebenso gut zum Ausdruck wie in "St. Pauli Nacht". Der Film schildert eine Nacht auf dem Hamburger Kiez und verknüpft geschickt die verschiedensten Personen aus unterschiedlichen Milieus. Der Misserfolg des Films führte Wortmann in die Werbewirtschaft: 2000 inszenierte er fünf Spots für ein Spielautomaten-Unternehmen.

Mit "Der Himmel von Hollywood" (nach Leon de Winter) drehte Wortmann 2001 seinen ersten Film in den USA, eine Krimikomödie um drei Verlierer (Rod Steiger, Burt Reynolds, Tom Berenger) und Persiflage auf Hollywood. "Das Wunder von Bern", eine Geschichte vom unglaublichen Sieg Deutschlands in der Fußball-Weltmeisterschaft 1954, wurde 2003 zum erfolgreichsten deutschen Kinofilm des Jahres. Im Thema bleibend, begleitete er das deutsche Team während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 und lieferte mit "Deutschland. Ein Sommermärchen" einen zweistündigen Dokumentarfilm ab, der im Oktober 2006 erfolgreich in die Kinos kam. Mit Bernhard Eichingers Produktionshilfe arbeitet er seit 2007 an der Romanverfilmung von Donna Woolfolk Cross "Die Päpstin". Die Hauptdarstellerin wird von Johanna Wokalek verkörpert (wobei Wörtmann ursprünglich Franka Potente gecastet hatte).

Seit 2002 ist Sönke Wortmann mit der Schauspielerin Cecilia Kunz verheiratet. Die beiden sind seit Januar 2003 Eltern der zweieiigen Zwillinge Hugo and Gretchen.

Sönke Wortmann wurde unter anderem mit dem Bundesfilmpreis, dem Deutschen sowie Bayerischen Filmpreis und mit einem Grimme-Preis ausgezeichnet.

  • Geburtstag
    25.08.1959
  • Geburtsort
    Marl
  • Geburtsland
    BRD

"Mehr Feinmechanik"

Sönke Wortmann, einer der erfolgreichsten deutschen Filmemacher, kehrt nach dem Historiendrama "Die Päpstin" mit "Das Hochzeitsvideo" zur Komödie zurück - dem Genre, dem er zu Beginn seiner Karriere seine größten Erfolge zu verdanken hatte.

Großansicht Hatte einfach mal wieder Lust auf eine Komödie: Sönke Wortmann mit Hauptdarstellerin Lisa Bitter.

Hatte einfach mal wieder Lust auf eine Komödie: Sönke Wortmann mit Hauptdarstellerin Lisa Bitter.

Ist die Komödie "Hochzeitsvideo" eine Art Neuanfang nach dem aufwendigen Historiendrama "Die Päpstin"?

Sönke Wortmann: Neuanfang hat für mich den etwas negativen Beigeschmack von Comeback, so als wäre man eine Zeit lang weg gewesen. Aber zum einen ist "Die Päpstin" ja gar nicht so lange her - eine Pause von drei Jahren zwischen zwei Filmen ist für mich ein guter Rhythmus -, und zum anderen ist der Film ja auch sehr erfolgreich gewesen.

… dann eher eine Rückkehr zu den Wurzeln?

Ja. Ich hatte sehr große Lust, wieder einen "kleinen" Film zu machen, und nach langer Zeit auch gern wieder eine Komödie.

Wie kam es zu diesem Konzept, das Found Footage mit Kinobildern kombiniert?

Ganz am Anfang haben wir mal darüber nachgedacht, ausschließlich mit Found Footage zu arbeiten, aber das heutige Publikum nimmt einem nicht mehr ab, dass ein solcher Film "echt" sein könnte. Zum anderen wollte ich, dass "Das Hochzeitsvideo" wie ein richtiger Kinofilm aussieht. Die Bilder auf Video herunterzutrimmen, kam nicht infrage. So haben wir uns ziemlich schnell entschieden, Found Footage nur als Stilmittel, aber nicht als Genre einzusetzen.

Trotz des improvisiert wirkenden Stils - inwieweit waren Dialoge vor dem Dreh ausformuliert, Bildausschnitte festgelegt?

Ich glaube, eine Komödie erfordert sogar noch mehr Feinmechanik im Drehbuch als andere Genres. Beim Timing der Gags kommt es ja manchmal auf eine Zehntelsekunde an, wann geschnitten oder eben auch nicht geschnitten wird. 95 Prozent von dem, was man auf der Leinwand sieht, standen so im Drehbuch.

Großansicht Als Regisseur sagt er, wo die Musik spielt - und empfindet das noch immer als "tollen Job".

Als Regisseur sagt er, wo die Musik spielt - und empfindet das noch immer als "tollen Job".

Der Film bedient alle Arten von Komik, von leise bis deftig. Woher weiß man, wie weit man gehen kann?

Wir überlegen uns bei jeder Szene, ob es zu dick aufgetragen ist oder eventuell auch zu dünn. Wenn sich zum Beispiel ein Standesbeamter an einem Hundevideo aufgeilt, denkt man schon zwei Mal darüber nach, ob die Szene in den Film passt oder nicht doch zu drastisch ist. Aber nach Filmen wie "Brautalarm" oder "Hangover" kann man sich so eine Szene locker leisten. Bei den Testvorführungen kamen gerade die drastischeren Szenen großartig an. Manche Gags finde ich persönlich vielleicht weniger charmant als andere, trotzdem gehören sie einfach in einen solchen Film.


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