Er gab zwei Ikonen der Pop-Kultur unverwechselbares Profil und wechselt als angesehener Shakespeare-Darsteller mühelos zwischen Bühne und Film. Der glatzköpfige, mit stechendem Blick, buschigen Augenbrauen und ausgeprägter Nasenpartie leicht asiatisch wirkende Patrick Stewart erneuerte als Captain Jean-Luc Picard das "Star Trek"-Universum. Sowohl im Fernsehen, wo er im Spin-Off "Star Trek: The Next Generation" (1984-1994) das Raumschiff Enterprise lenkte, mehrfach als Bester Darsteller nominiert wurde und bei einigen Episoden Regie führte (was ihm für die Episode "A Fistful of Datas" den Emmy einbrachte), wie auch in den Kinoversionen, wo er am Ende des siebten Teils von William Shatner persönlich die Führung übernahm und mit dem achten Weltraumabenteuer "Star Trek - Der erste Kontakt", der als einer der besten gilt und einer der erfolgreichsten wurde, seine persönliche Markierung setzen konnte: als strenger, disziplinierter, "Moby Dick" lesender, von der Borg-Königin sexuell abgelenkter und von den Klingonen bekämpfter Captain.
Von Anfang an stand er dagegen als an den Rollstuhl gefesselter Professor Xavier in den beiden "X-Men"-Marvel-Comic-Verfilmungen um Mutanten zwischen Mut und staatlicher Repression im Zentrum. Als Mastermind, der telepathisch mit jedem Menschen auf der Erde Kontakt aufnehmen kann, besiegte er im ersten Film Erzfeind Magneto (Ian McKellen), im zweiten wurde er entführt und von den Mutanten um Wolverine (Hugh Jackman) befreit.
Patrick Stewart, als Sohn eines Oberstabsfeldwebels der britischen Armee 1940 in Yorkshire geboren, wo er in sehr einfachen Verhältnissen, umgeben von Gewalt und Armut, aufwuchs, stand mit zwölf Jahren zum ersten Mal auf einer Theaterbühne und spielte von 1966 an in zahlreichen Aufführungen der Royal Shakespeare Company. Mit 19 begann er seine Haare zu verlieren, was einer der Gründe für seine, wie er bekannte, Fluchtbewegungen vor Konflikten wurde. Stewart errang 1991 viel Aufmerksamkeit, als er Charles Dickens' "A Christmas Carol" am Broadway als Ein-Mann-Show spielte und vierzig Rollen darstellte, was ihm den Drama Desk Award als Bester Solo-Performer einbrachte. Für das Fernsehen war er u.a. Father Maples in "Moby Dick" und das titelgebende "Gespenst von Canterville", das sich mit Neve Campbell anfreundet.
Im Kino gehörte Stewart zur Crew in David Lynchs "Dune - Der Wüstenplanet" und verfolgte als Geheimdienstmann Mel Gibson und Julia Roberts in "Fletchers Visionen". Daneben ist er als Synchronsprecher (Pharao Ramses in "Der Prinz von Ägypten") und Moderator für Dokumentationsreihen tätig. In einem viel beachteten Kommentar zu seinen Träumen erläuterte Stewart Anfang 2003 seine liebsten Shakespeare-Rollen und die, die er gerne noch spielen würde. Zu seiner Ängstlichkeit und Zurückhaltung, die ihn um viel Spaß im Leben gebracht hätten, sagt er: "Frei von Angst zu sein, das ist mein größter Traum. Nicht nur für mein persönliches Leben...Solange es uns nicht gelingt, die Furcht aus unserem Leben zu verbannen, die Furcht vor dem Fremden, dem Unverständlichen, werden wir das Chaos in der Welt nicht beseitigen können."
Magneto verheiratet Professor X Im Film erbitterte Gegner, im wahren Leben dicke Freunde…
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Gute Freunde im wahren Leben: Die "X-Men"-Gegner Ian McKellen und Patrick Stewart (Foto: Fox)
Der eine ist der schlimmste Albtraum der X-Men, der andere deren Mentor: Ian McKellen alias Magneto und Patrick Stewart alias Professor X.
Privat sind McKellen und Stewart allerdings gute Kumpel. Das geht so weit, dass McKellen nun die Zeremonie leiten wird, in der Patrick Stewart seiner Liebsten, der Jazz-Sängerin Sunny Ozell, das Ja-Wort geben wird.
"Ich werde Patrick verheiraten, ich leite seine Hochzeit", erklärt Ian McKellen. "Das wird in Massachusetts sein, mitten im Herzen der USA. Da bringt man einen Freund mit, der ein paar Worte sagt. Und so werden Patrick und Sunny dann verheiratet sein. Ich hab so etwas schon mal gemacht, als zwei Männer eine eingetragene Lebensgemeinschaft eingegangen sind. Ich hab die ganze Zeit geheult…"
Tatsächlich gibt es im US-Bundesstaat Massachusetts ein Gesetz, das einem Freund oder Angehörigen der beiden Partner erlaubt, eine Eheschließung zu leiten - gegen eine Gebühr von 25 Dollar. Die zahlt "Herr der Ringe"-Star McKellen natürlich aus der Portokasse.
Rückkehr der "X-Men"-Veteranen im neuen FilmZudem ist der Mime ein echter Hochzeits-Profi. Sogar über sein Outfit hat er sich jede Menge Gedanken gemacht: "Ich werde ein einfaches weißes Gewand tragen, das ich mal in Indien gekauft habe. Man darf ja die Braut nicht ausstechen…"
Die Braut Sunny Ozell ist dabei übrigens seit drei Jahren die Herzdame des ehemaligen Enterprise-Captains Patrick Stewart. Der Altersunterschied zwischen dem 72-Jährigen und der 35-jährigen Sängerin ist seitdem ein beliebter Aufreger für den Boulevard.
Ob Stewart und McKellen übrigens auch im geplanten neuen X-Men-Film von Bryan Singer dabei sein werden, ist noch unklar. Gerüchteweise sollen nicht nur die jüngeren X- und Magneto-Darsteller James McAvoy und Michael Fassbender aus der Vorgeschichte "X-Men: Erste Entscheidung" auftauchen, sondern auch die beiden Veteranen, die in den ersten drei Mutantenfilmen auftraten.